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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mehr als Cookie-Verkäuferinnen 14. Juni 2012

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 18:13

Amerikas Pfadfinderinnen feiern ihr 100-Jähriges

 

Der Engländer Robert Baden-Powell gilt als Begründer der Pfadfinderbewegung. Von ihm inspiriert trug Juliette Gordon Low die Idee nach Amerika – mit nachhaltigem Erfolg: Mehr als drei Millionen Girl Scouts gibt es heute in den USA. Die Mall, jene große parkähnliche Achse, die sich durch Amerikas Hauptstadt Washington zieht, hat schon viele Großveranstaltungen erlebt: Partys und Protestzüge und die berühmte „I have a dream“-Rede Martin Luther Kings. Am Samstag steht rund um den Obelisken, das Washington Monument, ein durchweg fröhliches Ereignis an: Mit einer Vielzahl von Aufführungen und Präsentationen, vor allem aber mit viel Live-Musik feiern die US-amerikanischen Pfadfinderinnen, die Girl Scouts, ihr 100-jähriges Bestehen. Die Festivitäten stehen unter dem Motto „Girl Scouts Rock the Mall“ und versprechen dezibelstarken und auch multikulturellen Frohsinn. Denn die Organisation legt Wert darauf, ein Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft mit ihrem hohen Anteil von Einwanderern zu sein. Die offizielle Hymne der Girl Scouts wird von der zwölfjährigen Ani Hesse gesungen, die in Guatemala zur Welt kam.

 

 

Mit 18 Mädchen geht es los

 

Die Geschichte der Organisation, die etwas jünger ist als die in Großbritannien entstandenen Boy Scouts, begann mit Juliette Gordon Low, einer aus Savannah im Bundesstaat Georgia stammenden, hörbehinderten Frau, die vor dem Ersten Weltkrieg ausgedehnte Reisen unternahm und bei einem England-Aufenthalt 1911 Sir Robert Baden-Powell, den Gründer der Pfadfinderbewegung, kennenlernte. Soziale Anliegen hatten sie schon länger bewegt: im Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 hatte sie die Gründung eines Hospitals für vom Kriegsschauplatz in Kuba heimkehrende Verwundete organisiert. Am 12. März 1912 versammelte sie in Savannah die ersten 18 Mädchen, mit der sie die Keimzelle der Girl Scouts gründete. Ihr Ziel war es, den Teenagern und auch Jüngeren die Gelegenheit zu geben, im Kontakt mit Gleichaltrigen und oft in freier Natur – und also außerhalb manchmal beengter familiär Verhältnisse – Selbstvertrauen zu gewinnen. Sich für andere einzusetzen, auch gemeinnützige Arbeit zu verrichten, wurde Teil des Selbstverständnisses; ebenso wie die damals nicht selbstverständliche Vorbereitung vieler ihrer Schützlinge auf ein Berufsleben, mit dem die um 1920 zunehmend ins Wanken geratende traditionelle Rolle der Frau dank einer guten Ausbildung endgültig überwunden werden konnte. Und noch etwas war neu an den Girl Scouts: Mädchen mit Behinderungen, sonst von öffentlichen Aktivitäten weitgehend ausgeschlossen, waren praktisch vom ersten Tag an willkommen.

 

 

Heute: 59 Millionen waren mal Pfadfinderinnen

 

Nach Juliette Gordon Laws Krebstod 1927 gründeten Freunde eine Stiftung in ihrem Namen, mit deren Mitteln die Girl Scouts noch heute weltweite Hilfsprojekte finanzieren. US-Präsident Ronald Reagan (1981-1989) unterzeichnete 1983 einen Erlass, mit dem ein neues Regierungsgebäude in Savannah nach ihr benannt wurde: erst das zweite seiner Art landesweit, das den Namen einer Frau trug. Heute hat ihre Organisation 3,2 Millionen Mitglieder. 59 Millionen Amerikanerinnen sind „Alumnae“, waren also in ihrer Jugendzeit bei den Girl Scouts aktiv. Die wichtigsten Aufgaben der Organisation sind – jenseits von Spaß mit Gleichaltrigen und dem Knüpfen von manchmal lebenslangen Freundschaften – gesellschaftspolitische Anliegen. So etwa ein gesunder Lebensstil für Mädchen, wozu neben einer Ernährung, die die in den USA weit verbreitete Fettsucht verhindert, auch ein guter Umgang mit Aggressionen in Beziehungen gehört. Zugang und Verständnis von Mädchen für Wissenschaft und Technologie soll gefördert werden; Mädchen aus benachteiligten Gemeinden werden unterstützt. Das Credo der Organisation lautet, ganz im Sinne ihrer Gründerin: „Seid ehrlich und fair, mutig und stark, benutzt Ressourcen umsichtig, respektiert euch selbst und andere. Und macht die Welt zu einem besseren Ort“. {Quelle: www.domradio.de -Ronald Gerste / kna}

 

 

 

Hintergrund aus Wikipedia

 de.wikipedia.org

 

 

 

 Gründung und weltweite Ausbreitung

 

Robert Baden-Powell, Gründer der Pfadfinderbewegung, ca. 1925.

Scouting for Boys, Titelblatt der 2. Lieferung, 1907.

 

1899 veröffentlichte der englische General Baden-Powell für die britische Armee das Buch „Aids to Scouting“ (Anleitung zum Kundschafterdienst), das wegen Baden-Powells Heldenstatus aus dem zweiten Burenkrieg bei den Jugendlichen in England großes Interesse auslöste. Als Baden-Powell 1903 nach seiner Rückkehr nach England feststellte, dass überall nach seinem Buch „Kundschafter“ gespielt wurde, begann er, aus diesem Spiel ein – heute würde man sagen erlebnispädagogisches – Konzept zur Jugenderziehung zu entwickeln. Zur Erprobung dieses Konzepts veranstaltete er vom 31. Juli bis zum 9. August 1907 ein erstes Lager auf Brownsea Island. Daran nahmen 22 Jungen aus verschiedenen sozialen Schichten teil. Sie trugen einheitliche Uniformen, um die sozialen Unterschiede zu verdecken. Aufbauend auf diesen Erfahrungen veröffentlichte Baden-Powell 1908 eine für Jugendliche überarbeitete Version von „Aids to Scouting“ unter dem Titel Scouting for Boys.

 

In diesem Buch benannte er den Ritter St. Georg, der einen Drachen getötet haben soll, als Schutzpatron der Pfadfinder. Nach seinem Vorbild sollten Pfadfinder ritterlich und ehrlich handeln, anderen Menschen Freund sein, Hilfsbedürftige und Schwache unterstützen und die Umwelt schützen. Obwohl das in „Scouting for Boys“ Dargestellte eigentlich nur die Methodik der schon existierenden Jugendverbände ergänzen sollte, entstanden auch außerhalb dieser Verbände viele Pfadfindergruppen. Um diese Bewegung in England zusammenzufassen, wurde noch 1908 die Boy Scout Association gegründet. Gleichzeitig entstanden in vielen anderen Ländern ebenfalls Pfadfindergruppen, so dass es schon vor dem Ersten Weltkrieg auf allen Kontinenten – mit Ausnahme der Antarktis – Pfadfindergruppen gab.

 

 

 

Für diesen großen Erfolg und die rasche Ausbreitung der Pfadfinderidee gab es mehrere Gründe. Maßgeblich in Großbritannien, den Dominions und den britischen Kolonien waren die gezielten Pressekampagnen und die Lobbyarbeit, die Baden-Powell gemeinsam mit Arthur Pearson, dem Verleger von „Scouting for Boys“, betrieb. Schon vor der Publikation versandten beide zahlreiche Werbebriefe an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Großbritannien, unter anderem auch an Angehörige des Königshauses. Gleichzeitig mit der Buchveröffentlichung wurde die wöchentlich erscheinende Jungenzeitschrift „Scouting“ gestartet, die schon Ende 1908 eine Auflage von 110.000 Exemplaren erreichte. Daneben entstanden weitere Pfadfinderzeitschriften, die ähnliche Auflagen erzielten.

 

Die durch diese Kampagnen erzielte Begeisterung wurde auch außerhalb von Großbritannien wahrgenommen und in Presseveröffentlichungen herausgestellt. Dieses Interesse führte in Verbindung mit dem als Erziehungsziel wahrgenommenen Ideal des „guten Staatsbürgers“, das bürgerliche Wertvorstellungen bediente, zur Gründung von Pfadfinderverbänden in anderen Ländern, meist durch Pädagogen oder an der Erziehung interessierten Menschen. Zum Export der Pfadfinderidee in andere Länder existieren auch einige Anekdoten, so die vom unbekannten Pfadfinder, der den späteren Gründer der Boy Scouts of America durch den Londoner Nebel führte und dafür keine Belohnung annahm mit der Begründung: „I’m a Scout. (Ich bin Pfadfinder)“.Unterstützt wurde die rasche Ausbreitung dadurch, dass etwa gleichzeitig die Jugend als eigenständige Lebensphase entdeckt wurde und verschiedene pädagogische Konzepte zum Umgang mit dieser Altersstufe entstanden. Parallel zur Pfadfinderbewegung entstanden weitere Jugendverbände und -organisationen, wie beispielsweise der Christliche Verein Junger Menschen, der deutsche Wandervogel oder die Arbeiterjugendbewegung. In Deutschland fiel die Gründungsphase der Pfadfinderbewegung zeitlich mit der ersten Phase der Reformpädagogik und ihren Schulgründungen zusammen.

 

 

 Pfadfinder in totalitären Staaten:

Zwischen Verbot und Kollaboration

 

 

In totalitären Staaten wurden wiederholt die Pfadfinderverbände verboten, in die staatlichen Jugendorganisationen eingegliedert oder unter staatliche Kontrolle gestellt. Da in den zwei letzten Fällen in der Regel die politische Unabhängigkeit des betroffenen Verbandes eingeschränkt wurde, suspendierten die Weltverbände WAGGGS und WOSM die jeweiligen Verbände oder schlossen sie ganz aus. Die Begründung für die Verbote oder die staatlichen Kontrollmaßnahmen fielen in Abhängigkeit vom politischen System des jeweiligen Staates sehr unterschiedlich aus. In sozialistischen Staaten wurde der Pfadfinderbewegung vorgeworfen, sie sei eine bürgerliche reaktionäre Bewegung, während in durch den Faschismus geprägten Staaten argumentiert wurde, durch ihre Internationalität sei die Pfadfinderbewegung sozialistisch geprägt.

 

Insbesondere die aus den sozialistischen Staaten geflüchteten Pfadfinder gründeten Exilverbände, von denen einige noch heute existieren. Zum Teil sind diese Gruppen an die jeweiligen Nationalverbände des Gastlandes angeschlossen worden, andere blieben selbstständig. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde 1990 von WOSM ein Informationsbüro in Moskau gegründet. In allen ehemals sozialistischen Staaten entstanden daraufhin Pfadfindergruppen, die oft an die Traditionen aus der Zeit vor ihrem Verbot anknüpften. Häufig wurde dieser Neuaufbau von den Exilgruppen unterstützt. Unter staatliche Kontrolle gestellt wurden kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beispielsweise die polnischen und jugoslawischen Verbände, die daraufhin ihr Erziehungssystem an staatlichen Vorgaben orientieren mussten. Sie wurden deshalb aus WOSM ausgeschlossen. In Polen entstanden im staatlich kontrollierten Pfadfinderverband parallele Untergrundstrukturen, die weiterhin nach der ursprünglichen Pfadfindermethode arbeiteten.

 

 

 

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