kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Rückzug ins siebte Jahrhundert 13. Juni 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 19:28

 

Sie sehen sich selbst als die „wahren Muslime“ und locken mit einfachen Antworten.

Doch die Ideologie der Salafisten basiert auf Unterdrückung und Gewalt!

 

 

Das bundesdeutsche Islamvokabular wurde in den vergangenen Wochen um einen Begriff bereichert: die Salafisten. Nicht, dass es diese Gruppe nicht schon zuvor gegeben hätte – weltweit und natürlich auch in Deutschland. Aber sie war der Allgemeinheit noch nicht so bekannt. Das sollte sich schlagartig ändern, als sie zuerst mit einer Koran-Verteilaktion, dann durch ihre Zusammenstöße mit der Polizei und den Gegenbewegungen in die Schlagzeilen geriet. Die Reaktionen waren wie immer: laut und pseudokraftvoll. Die einen wollen sie samt ihrer Koran-Aktion verbieten, die anderen am liebsten sofort ausweisen.

 

 

 

 

Wer sind diese Salafisten,

die in Ägypten Wahlerfolge mit etwa 30% der Stimmen einfahren

und in Deutschland junge Leute,

darunter viele Konvertiten, anziehen?

Was ist ihr Geheimnis?

 

 

Ideologisch gesehen sind Salafisten muslimische Fundamentalisten. Auch sie selbst würden sich zumeist nicht als Salafisten bezeichnen, sondern sie sehen sich als „die wahren“ Muslime. Ihr Programm speist sich aus den islamischen Quellen Koran und Sunna, die sie vermeintlich „unverfälscht“, das heißt: wortwörtlich auslegen. Genau darin liegt die Gefahr: Zeit und Raum haben keine Bedeutung, für sie ist die Zeit im 7. Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel stehen geblieben. Es gibt nur eine Wahrheit, und das ist die, die sie verkünden. Es gibt nur ein „richtiges“ Handeln, und das ist so, wie sie handeln. Gesellschaftlicher Fortschritt wird verleugnet oder abgelehnt, dafür der technische gern in Anspruch genommen, wenn es der eigenen Sache dient. Richtschnur ist das Handeln des Propheten. Weil der Prophet damals einen Bart trug, muss der Mann heute auch einen Bart tragen; weil seine Ehefrauen ein Kopftuch trugen, müssen die Frauen heute ein Kopftuch tragen.

 

Die Salafisten sind nicht die einzigen Muslime, die so oder so ähnlich denken und handeln. Unter allen islamischen Strömungen und Verbänden gibt es Muslime, die ähnlich denken. Deswegen erscheint es etwas eigenartig, wenn Vertreter muslimischer Verbände in Deutschland die Salafisten als die Bösen darstellen und sich selbst als die Guten. Viele „Nicht-Böse“ haben eine ähnliche Ideologie. Sie schreien nur nicht so laut. Salafisten fallen auf – durch ihre Kleidung und äußere Erscheinung und durch ihre durchaus gekonnt gemachte Werbung, wie etwa die Koran-Verteilaktion. Besonders für manche junge Menschen sind sie attraktiv – man denke nur an Pierre Vogel (auch „Abu Hamza“ genannt), den Prototyp eines Salafisten, dessen Auftritte in mehreren Städten, wie jetzt in Köln, Aufsehen erregt hat. Oder an Muhamed Ciftci (auch „Abu Anas“), an Sven Lau („Abu Adam“), an Hassan Dabbagh aus Leipzig, an Mohamed Mahmoud („Abu Usama al-Gharib“) oder an Denis Mamadou Cuspert („Deso Dogg“, „Abu Maleeq bzw. „Abu Talha Al-Almani“), der offen äußert: „Ich bin gegen Demokratie, gegen Integration. Ich bin für die Scharia auf der ganzen Welt. Wenn einer nicht Allahs Gesetze vertritt oder gegen sie ist, den muss ich hassen.“ Es gibt unter den Salafisten durchaus konkurrierende Gruppierungen, die sich kaum in der Sache, sondern in ihren Wortführern unterscheiden. Die Koran-Aktion des Kölners Ibrahim Abu Nagie war übrigens ein Versuch, die Salafisten zu einen.

 

 

 

 

Geistiger Nährboden für Militanz

 

Nicht alle Salafisten sind Dschihadisten, das heißt: jene, die den Islam mit Gewalt durchsetzen wollen. Trotzdem sind die Salafisten brandgefährlich, weil sie mit ihrer Ideenwelt den geistigen Nährboden zu Militanz und Gewalt herstellen. Auch wenn einige von ihnen Gewalt ausdrücklich ablehnen – die Übergänge zum Dschihadismus sind fließend. Denn ihr Weltbild steht unseren Grundwerten diametral entgegen – wenn es um Pluralismus, Demokratie, Menschenrechte und Gleichberechtigung geht. Offenbar ist das jedoch für viele junge Leute kein Hindernis, die salafistische Ideologie attraktiv zu finden. Die wichtige Frage ist, warum das so ist. Was macht die Salafisten und ihre Ideologie so attraktiv?

 

Einige der Gründe sind wohl die Schlichtheit dieser Ideologie, die einfachen Antworten, das populär erscheinende Auftreten ihrer Wortführer einerseits und die verwirrende Unübersichtlichkeit unserer Welt sowie die Einsamkeit vieler Menschen andererseits. Junge Menschen erleben salafistische Gruppen daher oft als eine Art Ersatzfamilie. Wichtig ist auch ihre Struktur. Die Salafisten in Deutschland sind kaum in Vereinen organisiert, sie betreiben auch keine Moschee-Vereine, wenngleich sie in bestimmten Moscheen ständig präsent sind, zum Beispiel durch ihre Imame. Und immer öfter treten sie in bestimmten Moscheen als „Gäste“ auf. Aber sie sind „modern“ organisiert: lose Netzwerke, Social Media, Internetforen sind ihre Medien. Ein junger Mensch, der im Internet die Stichworte „Islam, Glaube, Trost, Hilfe“ eingibt, landet sehr schnell auf den Internetseiten der Salafisten. Die Kontaktaufnahme geschieht heute zumeist ganz anders als im klassischen Moschee-Verein.

 

 

 

Deswegen ist auch die immer wieder genannte Zahl von 4000 bis 5000 Salafisten in Deutschland nicht sehr aussagekräftig. Über das Internet beeinflussen und indoktrinieren sie eine nicht auszumachende Zahl von jungen Menschen. So zeugen auch einige bombastisch klingende Reaktionen mancher Politiker eher von Hilflosigkeit und Populismus als von echtem politischen Tatendrang – wenn etwa von „Verbieten“, „Ausweisen“ oder harten Strafen die Rede ist. Da Salafisten nur spärlich in Vereinen organisiert sind, kann man nur wenige von ihnen verbieten. Und da die meisten von ihnen deutsche Staatsbürger sind, kann man sie auch schlecht ausweisen. Das wissen Politiker wie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich oder der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann natürlich, was sie aber nicht daran hindert, vollmundig daherzureden. Oder wollen sie in die Grundrechte auf Meinungsfreiheit oder gar Religionsfreiheit eingreifen?

 

 

 

Die brennende Frage ist, in welcher Weise wir uns mit dem Salafismus auseinandersetzen und wie wir die jungen Menschen von dieser Ideologie wegbekommen – beziehungsweise dafür sorgen, dass sie sich erst gar nicht dazu hingezogen fühlen. Die „klassischen“ muslimischen Verbände und Moschee-Vereine bieten kaum Alternativen, denn auch sie haben keine Antworten auf die Fragen der Gesellschaft, hängen in den Netzen ausländischer Organisationen oder Staaten und sind oft nationalistisch eingestellt. Der Sicherheitsaspekt allein greift zu kurz, um dieser gefährlichen Ideologie mit fundamentalistischem Hintergrund Einhalt zu gebieten. Es gibt keine Patentrezepte. Aber sicher ist: Politik und Gesellschaft müssen sich mit diesen Ideologien auseinandersetzen. Wir müssen den Diskurs über das Verhältnis von Religion und Moderne, hier von Islam und Moderne, verstärken. Wohlmeinende Tabuisierung religiöser Fragen ist wenig hilfreich, wenn es um unsere Demokratie und Werte geht. Last, but not least sollten wir uns auch auf die guten alten sozialarbeiterischen Maßnahmen besinnen: mehr integrative Angebote für die, die an den Rändern der Gesellschaft stehen. {Quelle: www.ksta.de –  Gastautorin Lale Akgün}

 

4 Responses to “Rückzug ins siebte Jahrhundert”

  1. Gästin Says:

    Eines verstehe ich doch, bei aller Liebe nicht: Warum sollen „WIR“ jetzt schon wieder noch mehr integrative Maßnahmen ergreifen, wo es doch an jeder Ecke welche gibt, die sich an „Integrationsleistungen“ überbieten? Warum sollen „WIR“ die Geisteskrankheit Islam erdulden, mehr noch, bekämpfen und dafür die Verantwortung übernehmen, dass die „Jugendlichen“ gar nicht erst „Islamisten“ (was für ein Wort!) werden? Ist das UNSERE Schuld, dass die meisten die Chancen, die sie haben weder erkennen noch annehmen?
    Der Islam ist das Problem, nicht die Lösung!

  2. Josula Says:

    Viele dieser Jungen und auch Mädchen sind auf Identitätssuche.

    Was die Rekrutierung für die Salafisten einfacher macht,

    ist eine Enttheologisierung bei den Jugendlichen. Ich habe während meiner Arbeit als … Jungen getroffen, die haben mit Drogen gedealt und gleichzeitig gesagt, dass sie stolze christen sind.

    Sie haben eine bibel aus der Tasche gezogen und gesagt: »Den habe ich immer bei mir, mit dem bin ich stark.« Als ich sie fragte, was drinsteht, antworteten sie: »
    , ich weiß nicht, was drinsteht.« Die Jugendlichen greifen auf etwas zurück, das ihnen Halt geben soll, eine Identität. Aber es ist eine Schalenidentität, ohne Kern, ausgehöhlt.

  3. Josula Says:

    Die Salafisten haben, nach Ansicht von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU),
    “den gleichen ideologischen Ansatz” wie die Terrorbewegung Al-Khaida. Deshalb, so Friedrich in einem Video-Interview mit der in der Mediengruppe Madsack erscheinenden “
    Leipziger Volkszeitung” (Sonnabend), “muss es aufhören, dass wir die Salafisten verharmlosen”.

    Es handele sich eindeutig um Menschen, die die freiheitliche Grundordnung bekämpfen wollten.
    Wie Al-Khaida meinten die Salafisten, ihre Ideologie gebe ihnen das Recht, mit Gewalt alles zu beseitigen, was sich ihnen in den Weg stelle. “Die ideologische Nähe zwischen Salafisten und dem Gedankengut von Al-Khaida ist offensichtlich.
    Das ist auch der Grund, warum wir viele Terroristen oder Terrorismusverdächtige und potenzielle Terroristen, die wir festnehmen, dem salafistischen Umfeld zuordnen können”,
    unterstrich Friedrich.
    “Mit aller Härte und mit allen Möglichkeiten, die ein Rechtsstaat zur Verfügung hat”,
    werde man bei den Salafisten deshalb durchgreifen, meinte Friedrich. Es sei “nicht akzeptabel,
    dass eine Gruppierung aus ideologisch-politischen Gründen beispielsweise unsere Pressefreiheit, unsere Meinungsfreiheit mit Händen und Füßen tritt und Journalisten bedroht”.

    (Zitatende)

    http://soldatenglueck.de/2012/05/26/71646/bundesinnenminister-mit-aller-harte-gegen-salafisten-durchgreifen-die-so-gefahrlich-wie-die-terrorbewegung-al-khaida-seien/


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