kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Brücken bauen von Mensch zu Mensch 3. Juni 2012

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 15:14


 

Gedanken zum Sonntag von Pfarrer Karl Enderle,

katholische Kirchengemeinden Christus König und Sankt Markus

in Schwäbisch Hall

 

Nach dem schönen Wetter an Pfingsten können wir nur dankbar sein. Gottlob gibt es aber nicht wirklich schlechtes Wetter: die Kombination macht“s! Für dieses Wochenende sind Gewitterschauer angesagt. „Gib Sonnenschein und Regen, gib Brot in jedes Haus“, singen wir beim Gottesdienst. Von oben kommt das kostbare Nass und tränkt die Erde und macht sie fruchtbar, sodass die Nutzpflanzen auf den Feldern und in Gärten gedeihen und es überall grünt und blüht. Mit großer Dankbarkeit schauen wir nach oben und blicken in den Horizont. Wer auf der Freitreppe von St. Michael in Hall steht, kann erkennen, dass der goldene Stern auf dem Dachreiter des Rathauses einen Schriftzug trägt. Es sind die hebräischen Buchstaben des alttestamentlichen Gottesnamens: „Jahwe“. Ein Zitat aus dem Buch Deuteronomium hören wir in der katholischen Liturgie zum Dreifaltigkeitssonntag: Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst“ (Dtn 4,39).
 

Tatsächlich ist der Glaube an den einen Gott,

der alles erschließt und umfasst,

ganz tief in unseren Herzen verankert.

 

Aber diese „Erschließung“ und „Umfassung“ der Welt wird in den drei monotheistischen Religionen je eigen gedeutet. Er sendet sein Wort zur Erde, rasch eilt sein Befehl dahin“ (Ps 147,15), so bekennt Israel das Wirken Gottes. Es hat die Kraft, alles Geschaffene im Dasein zu erhalten. Für Muslime ist der Koran das heilige Buch, durch das sie den alleinigen Gott verehren. Der Koran ist für sie die Quelle der Gotteserkenntnis und Weltanschauung, also die „Vermittlung“ zwischen Gott und Mensch. Im Tagesgebet heißt es für die katholischen Christen an diesem Sonntag: Herr, himmlischer Vater, du hast dein Wort und deinen Geist in die Welt gesandt, um das Geheimnis des göttlichen Lebens zu offenbaren„. Bei dieser Formulierung benennen wir Christen den Ausgangspunkt unserer Gotteserkenntnis: Jesus Christus. In ihm ist für uns Christen das, was Gott will, vollständig geoffenbart. Können wir nun eine Brücke schlagen zwischen diesen gottesgläubigen Religionen?

 

Alle drei sind ja in unserer Stadt präsent. Gemeinsam freuen wir uns an der gleichen Sonne, die jedem scheint und doch nur eine ist. Zusammen sind wir dankbar für den fruchtbaren Regen. Miteinander schauen wir aufrecht nach oben in den Horizont. Der aufrechte, nach Gott ausschauende Mensch ist unsere große Gemeinsamkeit. Sehr gut fühlen wir uns, wenn wir in irgendeiner Form die Einheit von Schöpfer, Schöpfung und Geschöpf spüren. Auf dieser Spur können wir weiterkommen, auch lebenspraktisch. Sinnvoll wäre es, wenn alle drei Religionen darauf aufmerksam machen, dass wir die Kunstwerke des Schöpfers weder missachten noch ausbeuten dürfen! Gottes Wort und Gottes Geist halten die Natur mit ihrer staunenswerten Vielfalt im Dasein zur Ehre des einen Schöpfers des Himmels und der Erde. Außerdem ist jeder Mensch ein wunderbares Geschöpf. Jede Glaubensüberzeugung hat Respekt verdient. Das Heilige in unseren Herzen braucht die Beachtung. Die religiöse Überzeugung jedes Bürgers ist der Ausgangspunkt, darüber ins Gespräch zu kommen. So werden Brücken gebaut von Mensch zu Mensch. Zwei Brückenpfeiler und die Brücke selbst tragen in fester Verbundenheit. Das ist ein Bild, denn jede Form von Einigkeit unter den Menschen lässt uns umso mehr das Geheimnis der göttlichen Dreieinigkeit erahnen. {Quelle: www.swp.de}

 

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