kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Moslembrüder vor Niederlage 23. Mai 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 22:47

 

 

 

 

 

 

15 Monate nach dem Sturz von Präsident Mubarak wählen die Ägypter am Mittwoch einen Präsidenten.

 

Fünf von 13 Kandidaten sind im Rennen um den Einzug in die Stichwahl.

 

 

Die Muslimbrüder hatten nach Mubaraks Sturz Lunte gerochen. Die Bewegung, die unter dem Langzeit-Präsidenten verboten war, wollte durchstarten. Das tat sie auch und gewann 47 Prozent bei den Parlamentswahlen. Die Partei hat die Früchte geerntet, die sie nicht gesät hat – und hat sie wieder verspielt. Während man im Parlament um Kleinigkeiten stritt, ging es Ägypten immer schlechter. Auf den Straßen herrschte wieder Chaos, die Wirtschaft schrumpfte. „Es ist zwar zu früh, zu sagen, die Muslimbrüder hätten das Vertrauen der Ägypter verloren, doch zumindest haben sie in den letzten Monaten nicht entschieden überzeugt“, sagt Asiem El Difraoui von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Es sei möglich, dass sie bei der Wahl eine starke Abmahnung bekommen. Vor allem einer macht die Brüder nervös, der bis vor Kurzem noch einer von ihnen war: Präsidentschaftskandidat Abdel Moneim Aboul F­utuh. Seit seinem Ausscheiden aus der Partei ist er auch für Liberale und Intellektuelle wählbar. Während Mursi in Umfragen auf kaum zehn Prozent kommt, schafft F­utuh fast das Doppelte.

 

 

„Das Dilemma der Muslimbrüder ist die Schwierigkeit, als vormals einzige Massenbewegung zu einer politischen Partei zu werden“, so El Difraoui. Es seien weitere Abspaltungen möglich. Innerhalb der Partei, die hauptsächlich von alten Männern geführt wird, herrscht zudem ein Generationenkonflikt. „Die Muslimbrüder sind nach wie vor vermutlich die stärkste Kraft in Ägypten“, sagt der Experte. „Doch die Frage ist, ob man ihr einen kompetenten Präsidenten zutraut. Die Ägypter schwanken stark zwischen dem Wunsch des politischen Islam und einem Präsidenten, der für Stabilität sorgt und das Land wirkungsvoll im Ausland vertritt.“ {Quelle: kurier.at}

 

 

 

Ägypten erlebt erste freie Präsidentenwahl

 

 

Wer wird der Präsident des neuen Ägyptens?

Der Ausgang der ersten freien Wahlen zum Staatsoberhaupt

 ist schwer vorherzusagen.

Die endgültige Entscheidung dürfte ohnehin

erst in einer Stichwahl fallen.

 

 

60 Jahre lang haben Männer aus dem Militär die Geschicke Ägyptens gelenkt – nun wird erstmals ein Präsident frei gewählt. Voraussagen über den Ausgang der Abstimmung am Mittwoch und Donnerstag sind so gut wie unmöglich, weil die Meinungsforschung im bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt noch in den Kinderschuhen steckt. Geplant ist, dass der neue Präsident, der wohl erst nach einer Stichwahl im Juni feststehen wird, am 1. Juli ins Amt eingeführt wird. Dann will der Militärrat, der nach dem Sturz des autokratischen Staatschefs Husni Mubarak vor 15 Monaten die Macht an sich gerissen hatte, die Zügel einer gewählten Führung übergeben. Um die Stimmen der 50 Millionen wahlberechtigten Ägypter bewerben sich zwölf Kandidaten. Unter den Bewerbern sind ehemalige Minister Mubaraks, Islamisten und harte Linke. Zu den aussichtsreichsten Bewerbern zählen der frühere Chef der Arabischen Liga und Ex-Außenminister Amr Mussa, der von den radikal-islamischen Salafisten unterstützte frühere Muslim-Bruder Abdel Moneim Abol Fotuh und Mubaraks letzter Ministerpräsident Ahmed Schafik.

 

Die aus der Parlamentswahl als stärkste Kraft hervorgegangene Muslim-Bruderschaft hat zum Ende des Wahlkampfes ihre Kampagne für den zurückliegenden Kandidaten Mohamed Nursi forciert. Nursi tritt als Ersatzmann für den von der Wahl ausgeschlossenen ursprünglichen Bewerber an. Generell wird damit gerechnet, dass keiner der Kandidaten im ersten Durchgang die zur Wahl erforderlichen 50 Prozent auf sich vereinigen wird. Die endgültige Entscheidung dürfte voraussichtlich am 16. und 17. Juni in einer Stichwahl unter den beiden Erstplatzierten fallen. Das Wahlergebnis soll am 21. Juni verkündet werden. Beobachter rechnen damit, dass wie bei der Parlamentswahl die Beteiligung bei etwa 60 Prozent liegen wird. Völlig unklar ist, in welchem verfassungsrechtlichen Rahmen der künftige Präsident agiert und ob die Macht bei ihm oder beim Parlament liegen wird. Der Grund: Bislang sind alle Bemühungen um ein neues Grundgesetz für die 82 Millionen Ägypter gescheitert. Für Montag haben Politiker jedoch ein Treffen einberufen, um wenigstens eine provisorische Verfassung mit definierten Rechten für Präsident und Parlament auszuarbeiten. Geht alles wie geplant über die Bühne wird der Oberste Militärrat die Macht am 30. Juni aufgeben und in zivile Hände legen. Nicht wenige gehen aber davon aus, dass die Generale danach streben, ihre Privilegien zu behalten und hinter den Kulissen weiter die Drähte zu ziehen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle nannte die Wahl eine historische Zäsur und sagte Ägypten die deutsche Unterstützung beim demokratischen Wandel zu. {Quelle: www.handelsblatt.com}

 

3 Responses to “Moslembrüder vor Niederlage”

  1. Josula Says:

    Die Forderung der Demonstranten lautet gegenwärtig daher ganz im Sinne des Tahrir: Nieder mit dem SCAF, zuerst eine neue Verfassung am beste durch Wahlen und dann erst kann sinnvoll über die Präsidentschaft entschieden werden.

    Von den Präsidentschaftswahlen hat die Volksbewegung indes wenig zu erwarten, sollten sie nun überhaupt stattfinden. Doch sie zeigt auch die Schwierigkeiten des fragilen Blocks Militärs-Muslimbrüder. Es ist durchaus möglich, dass weder Mousa noch Mursi den Sieg davontragen, sondern eventuell Fotouh. Er ist dem Tahrir bis zu einem gewissen Grad in der Pflicht. Das heißt nicht, dass er nicht ins System gezwungen werden kann, aber die Unkosten dafür wären höher. Sein Erfolg wäre für die Bewegung sicher kein schlechtes Zeichen. Aber auch der Kandidat der historischen Linken, der Nasserist Hamdeen Sabahi, ist für einen Achtungserfolg gut.

    Von einem „Islamischen Winter“ oder gar von der glatten Fortsetzung der Herrschaft der USA kann also nicht die Rede sein. Das Spiel ist gänzlich offen und es stehen noch viele Runden vor uns.

    • Josula Says:

      wie weit zurück in der Vergangenheit muss ein Gemeinwesen strukturiert sein, damit ein Regelwerk von vor 1500 Jahren als das modernere gilt?

      Scharia ist mit den Menschenrechten vereinbar
      man muss sich nur auf die richtige Deklaration einigen (hier: Kairoer Erklärung der Menschenrechte).
      Alleine die Formulierung „Man wolle innerhalb eines Rahmens religiöser Werte die Freiheiten und Grundrechte jedes Ägypters respektieren.“ sollte schon stutzig machen.

      P.S.: Man möge endlich eine Quelle nennen, wo man nachlesen kann, dass Scharia “ Quelle von Werten wie Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit“ bedeutet. Zählen Frauen vor Gericht nun genau so viel wie ein Mann?

      Wo die Scharia Demokratie bedeutet

      Kopftuchzwang, Steinigungen, Islamismus – das versteht der Westen unter der Scharia. Für die meisten Ägypter aber ist sie der Garant für den Rechtsstaat.

      Eines aber steht schon fest: Rund 90 Prozent der Ägypter wünschen sich den Einfluss der Scharia in der Politik. Entsprechende Umfrageergebnisse von 2007 wurden im vergangenen Jahr bestätigt. Bei den Wahlen in Ägypten gingen deshalb auch mehr als 80 Prozent der Stimmen an Parteien, die das islamische Recht als Quelle der Gesetzgebung fordern

      Eines aber steht schon fest: Rund 90 Prozent der Ägypter wünschen sich den Einfluss der Scharia in der Politik.
      HABEN DIE NOCH EINEN Klaren Verstand??

      • Josula Says:

        Was dem Islam zur Moderne fehlt

        Die Freiheitsbewegung in der arabischen Welt hat das Bild vom Islam in den westlichen Demokratien entscheidend verändert. Und doch bleiben Zweifel: Ist der Islam wirklich bereit für die Moderne?


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