kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Erste Ergebnisse zur Ägypten-Wahl! 22. Mai 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 16:32

 

Drei Tage vor dem Urnengang in Ägypten (Stichwahl ist am 16. und 17. Juni), ist die historische Präsidentschaftswahl im Ausland bereits geschlagen. Die Expats haben gewählt. Und nach den bisherigen Ergebnissen sieht es für die liberal denkenden Ägypter gar nicht gut aus. Nach derzeitigem Auszählungsstand führt nämlich der islamische Kandidat Abouel Fotouh das Feld an. Allerdings muss man an dieser Stelle erwähnen, dass sich ein Großteil der Auslands-Ägypter in streng islamischen Ländern befindet. Die Rufe in Richtung Wahlkommission, das Ergebnis doch nicht vor den eigentlichen Wahlen in Ägypten bekannt zu geben, verhallten ungehört. Laut einem Bericht im Egypt Independent liegen bereits sechs Ergebnisse vor. In Deutschland konnte Abouel Fotouh 647 Stimmen für sich verbuchen, gefolgt vom Sozialisten Hamdeen Sabbahi (476 Stimmen) und Mohamed Morsy (199 Stimmen). Erst auf den Plätzen vier und fünf finden sich die Liberalen Amre Moussa (177 Stimmen) und Ahmed Shafiq (77 Stimmen).

 

Ähnlich verlief die Wahl der Ägypter in Österreich, wo Fotouh 223 Stimmen gewann, hier allerdings gefolgt von Moussa (171) Stimmen, Hamdeen Sabbahi (129 Stimmen), Morsy (111 Stimmen) und Shafiq (109 Stimmen). Die Beliebtheit des islamischen Präsidentenanwärters spiegelt jedenfalls ganz gut die (radikal) islamistische Szene wider, die sich in den Nachbarländern mehr und mehr etabliert und auch immer wieder für Probleme sorgt. Die Top Drei sind in den USA gleich wie in Österreich, mit dem Stimmverhältnis 882 – 664 – 661. Auf Platz vier landete dort allerdings Shafiq (454) vor Morsy (300). Letzterer liegt als offizieller Kandidat der Moslembrüder in Yemen ganz vorne. Dort heimste Morsy 109 Stimmen ein, gefolgt von Fotouh (72) und Moussa (37). Sabbahi erhielt 31 Stimmen und Shafiq 30, was wieder mal deutlich veranschaulicht, dass tatsächlich jede einzelne Stimme zählt. Wie hoch die Sozialisten in Frankreich im Kurs stehen, bewies nicht nur der Wahlsieg von Francois Hollande. Vielleicht ließen sich die Ägypter in ihrer französischen Heimat davon auch anstecken, jedenfalls liegt Sabbahi in Frankreich mit 687 Stimmen knapp vor Shafiq (667) und Fotouh (652). Moussa erhielt 579 Stimmen und Morsy 371.

 

In Kuwait, wo nach Saudi Arabien die zweitgrößte Gemeinde an Auslands-Ägyptern zu finden ist, wurden 55.288 Stimmen abgegeben. Morsy ging dort als Erster über die Ziellinie. Auf ihn entfielen 17.139 Stimmen, gefolgt von Fotouh (14.109) und Sabbahi, der auf 16,3 Prozent der Stimmen kam. Ein ähnliches Ergebnis gab es im Sudan, wo Morsy (241) vor Fotouh (139) und Sabbahi (112 Stimmen) gewann. Moussa (61) und Shafiq (43) sind da wenig überraschend abgeschlagen. Die ägyptische Botschaft in Khartoum erwähnt auch, dass von den 1.339 angemeldeten Wählern dann nur 611 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, wobei eine Stimme ungültig war. Bereits im Vorfeld gab es diesbezüglich Probleme, zumal einige Wähler ihre Wahlzettel per Mail schickten, aber auch in der Botschaft abgaben. Absicht wollte man ihnen nicht unterstellen. Vielleicht trauten Sie dem System nicht ganz und wollten auf Nummer sicher gehen. Welchen Trend auch immer die Expats vorgeben, die letzten Umfrageergebnisse in Ägypten zeichnen ein anderes Bild. Demzufolge liegen Amre Moussa und Ahmed Shafiq vorne. Allerdings hat Moussa da ein wenig verloren und Shafiq ein wenig dazu gewonnen. Am Ranking selbst änderte das aber nichts. Mohamed Morsy findet sich in diesem auf Platz drei und Fotouh gar nur auf dem vierten Rang. Drei Tage vor der Wahl wird die Gangart naturgemäß härter, die gegenseitigen Angriffe gezielter und der Ruf nach Unterstützung immer lauter. Wenn es nach der Sekretärin der Moslembrüder geht, dann hat nur deren Kandidat die Unterstützung von ganz oben. Den Support Gottes beansprucht die Dame nämlich ganz und gar für Mohamed Morsy. Wörtlich sagte sie: „Morsy wird von Gott unterstützt.“ Ob der mit dieser Aussage einverstanden wäre, darf ganz stark bezweifelt werden. Entscheidend ist aber ohnehin wen das ägyptische Volk unterstützt, und das wird sich am Mittwoch und am Donnerstag vorentscheiden. {Quelle: www.theintelligence.de}

 

 

 

Ägypten: Präsidentschaftskandidat geht in Hungerstreik

 

 

Khaled Ali, Galionsfigur der Jugendbewegung,

schließt sich einer Protestaktion

gegen die Inhaftierung von Demonstranten an.

 

 

Der ägyptische Präsidentschaftskandidat Khaled Ali hat beginnt aus Protest gegen die Inhaftierung Hunderter Demonstranten einen Hungerstreik. Er werde sich an der 24-stündigen Aktion Dutzender Aktivisten beteiligen, kündigte Ali am Sonntag an. Den mehr als 300 Festnahmen war eine gewaltsame Protestkundgebung vor dem Verteidigungsministerium in Kairo am 4. Mai vorausgegangen. Ein Soldat kam dabei ums Leben. Den Inhaftierten droht eine Strafverfolgung durch ein Militärgericht. Der 40-jährige Ali gilt vielen als Galionsfigur der Jugendbewegung. Diese hatte im vergangenen Jahr den Aufstand gegen den gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak angeführt. Heute ist sie angesichts des Wahlsiegs islamistischer Parteien bei den Parlamentswahlen in der Defensive.

 

Kandidat der Muslimbruderschaft warnt vor Wahlbetrug

 

Der Präsidentschaftskandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, warnte am Sonntag vor Wahlbetrug. Jeder, der versuche, die alten Regierungsstrukturen wieder einzuführen oder den Willen des Volkes zu hintergehen, werde „zertrampelt und vom Zorn des Volkes verbrannt“, sagte Mursi bei einer Kundgebung in Kairo. Zugleich kündigte er an, keine „Theokratie“ errichten zu wollen, sollte er bei der Wahl gewinnen. Die erste Wahlrunde findet am Mittwoch und am Donnerstag statt, die Stichwahl folgt am 16. und 17. Juni. Bei der ersten Präsidentschaftswahl seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Hosni Mubarak im Februar 2011 treten insgesamt 13 Kandidaten an. Zwar hatte die Partei der islamistischen Muslimbrüder die Parlaments- und Senatswahlen, die im Februar zu Ende gingen, für sich entschieden. Mursi lag aber in jüngsten Umfragen hinter dem moderaten Islamisten Abdel Moneim Abul Futuh, Ex-Außenminister Amr Mussa und Ex-Ministerpräsident Ahmed Shafik zurück. {Quelle: diepresse.com}

 

One Response to “Erste Ergebnisse zur Ägypten-Wahl!”

  1. Kandidat der Muslimbruderschaft warnt vor Wahlbetrug

    was wollt ihr denn erwarten—

    Ich fragte mich, ob das an den unendlichen Menschenmassen liegt, die nun seit Jahren durch die Heiligtümer traben, Tendenz steigend. Viele Besucher, total unbedarft, häufig auch uninteressiert, nur darauf bedacht, ein Foto von sich vor den Pyramiden nach Hause zu tragen … Und das, wo die Grabstätten nur für bestimmte Personen geschaffen wurden, um ihre Ruhe in der Ewigkeit zu gewährleisten … wo die Tempel Heiligtümer waren, in denen die Götter ihre irdische Heimstatt fanden, verehrt in Ritualen von Eingeweihten, die die kosmische Ordnung auf der Erde aufrechterhielten

    Eine Familie, die auf dem nackten Fußboden ihr karges Mahl einnimmt, von Blechtellern, die im Schmutzwasser des Nilkanals abgespült werden … einen Tisch gibt es nämlich nicht. Die Masse wird künstlich arm gehalten und zudem schamlos ausgebeutet. (Um das näher zu schildern, reicht dieser Artikel nicht.) Im Supermarkt beispielsweise sind keine Preise ausgeschildert, so dass ein Preisvergleich unmöglich ist. Also kaufen arme Leute notgedrungen teure Produkte.

    Eine Riesenkluft zwischen arm und extrem reich herrscht in vielen Ländern, ist aber in diesem Land, das der Welt so viel gegeben hat und noch geben wird, vor allem in spiritueller Hinsicht, einfach unerträglich. Es gibt keine wirkliche Infrastruktur abseits der Touristenpfade, keine funktionierende Müllabfuhr, kein ordnendes Gemeinwesen (außer vielleicht den Mullahs), dafür aber ein täglich zusammenbrechendes Telefon- und Stromnetz. Auch das Internet geht nicht immer; nicht nur, wenn es gezielt abgeschaltet wird.

    Die Menschen müssen für ihr mühseliges Dasein so hart kämpfen, schuften und ernten doch nur Schulden. Das muss sich endlich ändern. Wie man ihr Gefühl der Ohnmacht gegenüber den unverschämten Mächtigen und ihrer alles durchdringenden Korruption beseitigen kann, weiß ich nicht. Ich habe es erlebt, wie total lähmend es wirkt, wenn man für alles und jedes Geld bezahlen muss, das man eigentlich gar nicht hat. Das nimmt auf Dauer den Lebensmut.
    Solange die Ägypter dermaßen um ihr nacktes Überleben kämpfen müssen, können sie sich in ihrer Not nur durch Gebete Gott zuwenden. Seit Jahren beobachte ich eine zunehmende Hinwendung zur Religion. Unter diesen Umständen wächst natürlich die Gefahr des fanatischen Fundamentalismus und des daraus resultierenden Fremdenhasses.
    Auch darum meine ich, dass wir gefordert sind, etwas für dieses liebenswerte Volk zu tun.


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