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Meinungsforschung in Ägypten: Umfrage sieht Säkulare vorn 17. Mai 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 22:51

 

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Ägypten sieht die Umfrage einer Kairiner Zeitung zwei säkulare Kandidaten vorn.

 

Doch an der Aussagekraft ägyptischer Umfragen kann gezweifelt werden. Sie vernachlässigen oft das einfache Volk in den Armenvierteln und auf dem Land. Den jungen Revolutionären, die im vergangenen Jahr den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak aus dem Amt gedrängt haben, droht nach  einer neuen Umfrage ein böses Erwachen: Laut der unabhängigen Kairoer Tageszeitung „Al-Masry Al-Youm“ könnte Mubaraks letzter Regierungschef, Ahmed Schafik, bei der Präsidentenwahl in der kommenden Woche mehr Stimmen erhalten als jeder andere Kandidat. 16,3 Prozent der Befragten erklärten demnach, Schafik sei ihre erste Wahl. Auf Platz zwei landete in dieser Umfrage der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, mit 16 Prozent. Einer der 13 zugelassenen Kandidaten, der ohnehin wenig aussichtsreiche Mohammed Fausi Issa, forderte seine Anhänger nun auf, für Amr Mussa zu stimmen. Das dürfte Mussa weiter nach vorne bringen. An dritter Stelle folgt der unabhängige Islamist Abd al-Munim Abu al-Futuh, der von 12,5 Prozent der Befragten favorisiert wurde. Mohammed Mursi, der offizielle Kandidat der Muslimbruderschaft, erhielt acht Prozent der Stimmen, dicht gefolgt von Hamdin Sabbahi, dem unabhängigen Kandidaten der Linken. Träfe dieses Stimmungsbild zu, kämen zwei Kandidaten in die Stichwahl im Juni, die der früheren Mubarak-Clique angehören.

 

 

Umfragen nicht vertrauenswürdig

 

Die bisher veröffentlichten Umfragen verschiedener ägyptischer Medien weichen jedoch in ihren Prognosen stark voneinander ab. Ein Politologe der amerikanischen Universität in Kairo bemängelt etwa in einem Beitrag für die staatliche Zeitung Al-Ahram, dass die Umfragen häufig zu starkes Gewicht auf die Antworten der Mittel- und Oberschicht legen. Diese sind jedoch insgesamt in der Minderheit in der ägyptischen Gesellschaft. Unter der armen Unterschicht und der Landbevölkerung gelten nach wie vor islamistische Kandidaten als Favoriten, weil diese dort für glaubwürdiger gehalten werden. Wer sich im ersten Wahlgang am 23. und 24. Mai für die Stichwahl im Juni qualifizieren wird, ist aus einem weiteren Grund noch nicht ausgemacht. Denn die unentschlossenen Wähler bilden immer noch die größte Gruppe. Laut „Al-Masry Al-Youm“ sind das 37 Prozent. Es wird erwartet, dass viele der bislang noch orientierungslosen Wähler islamistische Kandidaten bevorzugen werden. Mubarak hatte den jetzt laut der Umfrage von „Al-Masry Al-Youm“ zum Favoriten erklärten Schafik Ende Januar 2011, kurz vor seinem Rücktritt, noch vom Luftfahrtminister zum Ministerpräsidenten befördert. Als der Oberste Militärrat nach dem Abgang von Mubarak die Macht übernahm, war Schafik jedoch sofort wieder abgesetzt worden. Die Militärs setzten eine Übergangsregierung ein. Schafik kandidiert als parteiloser Kandidat.

 

 

 

Saudis sollen Milliarden für Mubarak geboten haben

 

Der Konflikt zwischen ägyptischen Islamisten und der alten Mubarak-Clique zieht wenige Tage vor der Wahl Kreise über das Land hinaus. Der von der Abstimmung inzwischen ausgeschlossene Muslimbruder-Kandidat Chairat al-Schater behauptete, Saudi-Arabien habe Milliarden für Mubarak geboten, um diesen in das arabische Königreich zu holen. Dort verbringt bereits der abgesetzt frühere tunesische Präsident Zine el-Abidine Ben Ali seinen Lebensabend. Die Behauptung al-Schaters veranlasste den saudischen Botschafter in Kairo zu einem Pressedementi, wonach Saudi-Arabien keineswegs „im vergangenen Jahr vier Milliarden US-Dollar für Mubaraks Ausreise in das Königreich angeboten“ habe. Eine Sprecherin der Botschaft sagte, Al-Schater habe das Gerücht am vergangenen Wochenende während eines Abendessens mit zahlreichen Gästen in die Welt gesetzt. Es sei daraufhin von einigen lokalen Medien und auch von einem Präsidentschaftskandidaten zitiert worden. Das Verhältnis zwischen der Muslimbruderschaft und dem Herrscherhaus des islamischen Königreichs Saudi-Arabien ist ohnehin angespannt. Dies hat nach Einschätzung von Beobachtern auch mit der Sorge der saudischen Herrscher zu tun, in ihrem eigenen Land könnte der Marsch der ägyptischen Islamisten durch die Institutionen Begehrlichkeiten wecken, auch in Riad ein gewähltes Parlament zu installieren. {www.n-tv.de}

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Bilder stammen vom bärtigen Parlament Ägyptens

 

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