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EU-Truppen beschießen erstmals Piratenlager an Somalias Küste 16. Mai 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 20:09

Die EU weitet ihren Einsatz gegen Piraten in Somalia aus.

 

Pirat an der somalischen Küste: "Das sind gewöhnliche Kriminelle"

 

Zum ersten Mal griff die „Atalanta“-Mission nun Lager der Seeräuber in Küstennähe aus der Luft an.

Die Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach von einer „erfolgreichen Operation“.

 

Brüssel: Die Anti-Piraten-Truppe der Europäischen Union hat erstmals Einrichtungen der Seeräuber an der Küste Somalias aus der Luft beschossen. „EU-Kräfte führten eine Operation aus, um Ausrüstung der Piraten an der somalischen Küste zu zerstören“, teilte die Einsatzleitung der „Atalanta“-Mission am Dienstag mit. „Die gezielte, präzise und angemessene Aktion wurde aus der Luft ausgeführt und alle Kräfte kehrten nach Einsatzende sicher zu den EU-Kriegsschiffen zurück.“ Nach bisherigen Erkenntnissen seien durch den Angriff auch keine Somalier zu Schaden gekommen. Der Einsatz fand den Angaben zufolge am Dienstag „mit voller Unterstützung“ der somalischen Übergangsregierung statt. „Zu keinem Zeitpunkt“ hätten Soldaten des EU-Einsatzes somalischen Boden betreten, hob „Atalanta“ in seiner Mitteilung hervor. Die Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach von einer „erfolgreichen Operation“ gegen „logistische Lagerplätze“ der Seeräuber. Die Piraterie beeinflusse weiterhin nachteilig den Schiffsverkehr in der Region, bedrohe den friedlichen Handel, schwäche und untergrabe die Wirtschaft der benachbarten Länder, sagte Ashton. Das verursache zusätzliche Kosten für die weltweite Schifffahrtsindustrie. Die EU-Außenbeauftragte erinnerte außerdem daran, dass noch immer rund 200 Seeleute in den Händen der Piraten sind.

 

 

Ein Hubschrauber vor Dschibuti: Angriff auf Seeräuber-Stellungen am Strand

 

Das Seegebiet vor Somalia gilt als das gefährlichste der Welt; allein im vergangenen Jahr gab es dort rund 230 Piratenangriffe. Angriffe aus der Luft auf Ziele wie Boote und Treibstofftanks an der somalischen Küste sind der „Atalanta“-Mission erst seit kurzem erlaubt. Am 23. März hatte die EU das Mandat ausgeweitet. Bisher durften die Soldaten gegen Piraten nur vorgehen, solange diese auf See waren. Hatten sie festen Boden unter den Füßen, gab es keine Möglichkeit für einen militärischen Einsatz. Das sorgte bei den Beteiligten immer wieder für Frust. Nun ist die Piratenjagd auch an Land erlaubt. Mit zwei wichtigen Einschränkungen: Angegriffen werden nur Ziele in maximal 2000 Metern Entfernung von der Küste. Außerdem dürfen diese nur aus der Luft attackiert werden, Bodeneinsätze bleiben grundsätzlich verboten. Deutschland beteiligt sich derzeit mit 340 Soldaten an der „Atalanta“-Mission. Die Bundeswehr war an dem Angriff am Dienstag nicht beteiligt. „Deutsche Kräfte nahmen nicht aktiv an der Operation teil“, sagte ein Sprecher der Bundeswehr. Die Mandatserweiterung ist in Deutschland höchst umstritten. In der vergangenen Woche hatte der Bundestag mit der schwarz-gelben Mehrheit die Erweiterung des Mandats für die EU-Antipiraten-Mission beschlossen. Die Opposition stimmte dagegen. Damit wurde erstmals ein Auslandseinsatz deutscher Soldaten im Bundestag nicht mit der breiten Unterstützung durch fast alle Parteien beschlossen.

 

 

„Der Einsatz gegen die Ausrüstung der Piraten“ sei lediglich eine Ausweitung der bisherigen Aktionen gegen die Piraten auf See, sagte der Befehlshaber des „Atalanta“-Mission, Konteradmiral Duncan Potts, am Dienstag. Dadurch solle der Druck auf die Piraten erhöht werden. Im Kampf gegen die Piraterie am Horn von Afrika ist die EU-Mission „Atalanta“ seit Ende 2008 unter Beteiligung der Bundeswehr im Einsatz. Ziel ist der Schutz von Handelsschiffen und Hilfslieferungen des Uno-Welternährungsprogramms. Doch die Zahl von Piratenangriffen vor der somalischen Küste, im Indischen Ozean und im Arabischen Meer ist weiterhin hoch. {Quelle: www.spiegel.de}

 

 

 

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