kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Wir wollen euch hier nicht!“ 5. Mai 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 14:59

Extremistische Salafisten bewerfen Polizeibeamte mit Steinen

 

Es herrscht ohrenbetäubender Lärm. Ein Polizeihubschrauber steht am Dienstag mit knatternden Rotoren über dem Zentrum von Solingen in der Luft. Etwa ein Dutzend mit traditionellen Gewändern bekleidete Salafisten werfen mit Steinen auf Polizisten, einige von ihnen schlagen wie von Sinnen mit Fahnenstangen auf die Beamten ein. „Scharia für Deutschland“, schreien sie und fordern damit die Einführung des islamistischen Rechts in der Bundesrepublik. Der Zorn der Fundamentalisten richtet sich gegen rund 30 Anhänger der rechtspopulistischen Partei Pro NRW, die nur 50 Meter entfernt in Sichtweite der salafistischen Moschee stehen.Freiheit statt Islam“ skandieren sie und entrollen Mohammend-Karikaturen des norwegischen Zeichners Kurt Westergaard. Zwei extreme Gesinnungen stehen sich in der bergischen Stadt gegenüber, unversöhnlich, hasserfüllt. Ausgerechnet in Solingen. Nur anderthalb Kilometer entfernt, auf der Unteren Wernerstraße, ist zur selben Zeit ein vielstimmiges, fröhliches Vogelgezwitscher zu hören. Es ist ein Ort des Grauens, hier starben am 29. Mai 1993 bei einem rassistischen Brandanschlag auf das Haus der Familie Genc zwei türkische Frauen und drei Mädchen, das jüngste Opfer war vier Jahre alt.

 

 

 

Die Bilder gingen um die Welt, der rechte Terror schlug eine tiefe Wunde in die Seele der Solinger. Das Zweifamilienhaus ist längst abgerissen, Moos wächst auf den verbliebenen Kellerstufen. In dem verwilderten Garten wurden auf Wunsch der Familie Genc fünf Kastanien gepflanzt, je eine für jedes der Opfer. Ein Zeichen der Hoffnung, ein symbolischer Protest gegen das Böse. Im Zentrum, auf dem Graf-Wilhelm-Platz, wehen zeitgleich knallrote Gewerkschaftsfahnen, Trillerpfeifen und die Trommler der Gruppe Sambadeira aus Wuppertal strapazieren die Ohren. Ein sogenanntes buntes Bündnis gegen Rechts versammelt sich am Tag der Arbeit, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Menschen, die sonst nicht viele Gemeinsamkeiten in ihren Überzeugungen finden, stehen am Dienstag zusammen: Unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die DKP, die örtliche Sparkasse und die alevitische Kulturgemeinde. Cevapcici mit Ajvar werden verkauft, es gibt türkischen Tee und Düsseldorfer Alt-Bier. „Ich habe Frau Genc besucht. Wir können ihr nicht dankbar genug sein für ihre Großzügigkeit und Friedensliebe, sie ist bewundernswert“, sagt die stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) auf der Bühne der Mai-Kundgebung. Rund 250 Menschen applaudieren. Nicht Mindestlohn und Gehaltserhöhung sind die Themen, sondern der friedliche Kampf gegen Rechts, der Protest gegen Extremismus und Terror über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg.

 

 

 

Solingen ist im Ausnahmezustand. Vor der salafistischen Moschee auf der Konrad-Adenauer-Straße wird noch geprügelt und gepöbelt. Pfefferspray liegt in der Luft, die Polizei zählt vier Verletzte, drei Beamte und einen Passanten. Insgesamt 30 Salafisten sind festgenommen worden. Einer von ihnen liegt noch auf dem Asphalt, zwei Polizisten knien auf seinem Rücken. Sein Kopf ist kahlgeschoren, der rote Bart ist lang und während der Mann weiter extremistische Parolen brüllt, treten die Adern auf seiner Stirn hervor. „Wir wollen euch hier nicht!“ rufen die Gegendemonstranten hinter der Absperrung und in diesem Moment wird nicht deutlich, wer eigentlich gemeint ist: Die Rechtspopulisten von Pro NRW oder die gewalttätigen Steinewerfer aus dem Lager der Salafisten. Die Rechten packen ein, die Mohammed-Karikaturen liegen wieder im Kofferraum eines Leihwagens mit Wiesbadener Kennzeichen. Die Mitglieder und Sympathisanten von Pro NRW haben es eilig, denn ihre nächste Kundgebung beginnt gleich, nur 13 Kilometer entfernt, vor der Diyanet-Moschee in Remscheid. Der Polizeihubschrauber dreht ab, in Solingen kehrt langsam wieder Ruhe ein. {Quelle: www.welt.de}

 

2 Responses to “„Wir wollen euch hier nicht!“”

  1. Mitkämpfen

    „Es ist ein sehr gutes Signal, nicht nur mit Worten, sondern auch sichtbar und aktiv Solidarität zu zeigen“, so Klaus Brandner. Er ermutigt auch junge Europäer, gegen Ungerechtigkeit und Unfreiheit zu kämpfen.

    Denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Arabischen Ländern sind enorm. Während Ägypten und Tunesien sich am Scheideweg zwischen Demokratie und einem Rückfall in alte Strukturen befinden, bleibt die Situation in Syrien weiterhin prekär. Aufstände werden blutig niedergeschlagen, Staatschef Assad ignoriert Forderungen der Opposition und des Auslands.

    Der mittlerweile bei einem Granatenbeschuss der syrischen Armee getötete Blogger Rami al-Sayed ruft im Internet auf, auch im Ausland für die Revolution auf die Straße zu gehen. „Wir brauchen Demonstrationen vor syrischen Botschaften überall auf der Welt“, war der letzte Appell des jungen Syriers an die Bevölkerung. Wer für Veränderung in diesen Staaten protestiert, „kämpft mit“, so Edith Kresta.

    Seit einem Jahr blickt die Welt auf die Entwicklungen in den arabischen Ländern. Noch nie war das mediale Interesse so groß, noch nie gab es so viele Möglichkeiten der Partizipation und des Engagements.

    Besonders junge Menschen haben laut Klaus Brandner „besonders viel Kraft, gegen Unterdrückung und Chancenlosigkeit aufzubegehren“.

    Die Welt ist in Bewegung


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