kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Trotz der Zukunftsangst sind sie entschieden, zu bleiben 5. Mai 2012

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 17:56

Erzbischof protestiert gegen Medienberichte über Lage in Syrien

 

Der Erzbischof der von der Gewalt in Syrien besonders betroffenen Städte Homs und Hama protestiert gegen die Medienberichte über eine Pressekonferenz letzte Woche in Wien. Silvanus Petros weilte auf Einladung der Organisation „Christen in Not“ in Österreich und traf hier auch mit Außenminister Spindelegger zusammen. Nun wirft er der Organisation und auch den Medien vor, seine Aussagen falsch wiedergegen zu haben. „Unglücklicherweise haben Sie alle nicht Gebrauch von der schriftlichen Unterlage gemacht, die während der Pressekonferenz verteilt wurde, sondern haben begonnen, ihre eigenen Worte und Gedanken zu verwenden. Sie alle haben manchmal Ausdrücke und Gedanken formuliert, die nichts mit den Fakten und den Ausdrücken zu tun haben, die wir verwendeten“, wendet sich Silvanus Petros nun an die Medienvertreter. Bis jetzt sei kein einziger Christ in Syrien von egal welcher Gruppe getötet worden, weil er ein Christ ist, habe er festgestellt. Lesen musste er jedoch von „islamischem Terrorismus“ und davon, dass „die Kathedrale geplündert“ worden sei, was nicht den Tatsachen entspreche. „Wir bedauern sehr, dass diese Pressekonferenz manipuliert wurde, um einen Streit und Probleme zwischen Christen und ihren muslimischen Nachbarn zu erzeugen“, hielt der Erzbischof fest.
 

 

Berührende Berichte über Vertreibung von Waisenkindern

 

Tatsächlich ist in mehreren Medienberichten von einer Massenflucht der Christen aus Homs und Hama die Rede, die von radikalen Islamisten unter den Rebellen ausgelöst worden sein soll. Sogar von der Vertreibung von Waisenkindern aus der Kathedrale von Homs ist die Rede. Als Zeuge der Ereignisse wird jeweils der Erzbischof zitiert. Unklar ist, ob die Medien in ihren Schilderungen maßlos übertrieben haben oder ob das christliche Oberhaupt in Syrien angesichts großer Gefahren für die Christen im Land seine Aussagen nun abzuschwächen versucht. Führende Oppositionelle sind bemüht, die Einigkeit zwischen Muslimen und Christen zu betonen, so auch der Vertreter der syrische Revolution in Wien, Haysam Hamoui, der im Unzensuriert-Interview vielmehr das Regime beschuldigte, unterschiedliche Volks- und Glaubensgruppen gegeneinander aufzuhetzen: „Es ist das Assad-Regime, das jetzt diese Karte spielt. Das Regime will das Volk gegeneinander hetzen. Tatsächlich behandelt das Regime aber die christlichen Oppositionellen genauso brutal wie die muslimischen Oppositionellen.“ Hamoui war es auch, der die Stellungnahme des syrischen Erzbischofs zu den österreichischen Medienberichten übermittelte. {Quelle: www.unzensuriert.at}

 

 

 

Die syrischen Christen durchleben eine schwierige Zeit.

Aber sie sind der Überzeugung, dass Gott sie bewahrt,

deshalb haben sich einige von ihnen entschieden, das Land nicht zu verlassen.

 

Ein syrischer Pastor berichtet von der Veränderungen, die er bei seinen Gemeindegliedern beobachtet hat: «Früher fürchteten sich die Christen, die mich  aufsuchten. Aber heute ist es anders, sie haben mehrmals erlebt, dass Gott aufgrund ihrer Gebete eingegriffen hat. Nun kämpfen sie gegen die Angst an und stehen im Gebet für ihr Land ein. Sie wollen hier in Syrien ein Zeugnis sein». Erst kürzlich wurden in Damaskus Bombenanschläge auf den christlichen Stadtteil Qassa verübt, die dreissig Todesopfer gefordert haben. Aber unter den Getöteten befindet sich kein einziger Christ. Zwei Tage vor dem Attentat hatten alle Schüler einer christlichen Schule einen Tag lang für das Land gebetet und gefastet. Sie sind beeindruckt von der Art und Weise, wie Gott ihre Gebete erhört und seine Kinder beschützt hat. Ein anderer Christ sass in seiner Küche, die er für kurze Zeit verliess, um etwas zu holen. Gerade in diesem Moment drang ein Fahrzeug durch die Türe ein und explodierte. Das Haus stürzte ein, aber der Mann blieb unversehrt. Einige Strassen weiter verliessen die Kinder einer christlichen Schule ihre Klasse am Mittag mit zwei Minuten Verspätung. Diese kurze Zeitspanne rettete ihnen das Leben, denn in diesem Moment ging vor dem Schulgebäude eine Autobombe in die Luft. Dabei wurde keiner der Schüler verletzt, weil sie sich zu diesem Zeitpunkt noch im Inneren des Gebäudes befanden. Die Gemeindeleiter sind sich mehr denn je bewusst, welch entscheidende Rolle sie für die einheimischen Christen spielen: „Ich werde das Land nicht verlassen», sagt einer von ihnen, «vor allem jetzt! Die Gemeindeglieder brauchen mich wie noch nie“!

 

Newsmail

 

 

 

Mit Open Doors nach Ägypten
 

Begegnung mit Christen im Land der Pyramiden und „des arabischen Frühlings„!

 

Nimm mit anderen jungen Christen an unserer diesjährigen Underground-Reise nach Ägypten teil. Diese Reise gibt dir die Gelegenheit, Christen in ihrem Land zu begegnen und persönliche Kontakte zu verfolgten Christen aufzubauen. Eine Reise für junge Erwachsene (18 bis 30) vom Freitag 28. September bis zum Sonntag 7. Oktober 2012. Aufenthalte in Kairo und anschliessend in einer Oase. Begegnungen mit ägyptischen Christen. Möglichkeit, den Christen vor Ort praktisch zu helfen. Auf dem Rückweg: Besuch der Pyramiden und des ägyptischen Museums in Kairo.

Detailliertes Programm auf Anfrage.
Preis: CHF 1’600.-
Dieser Betrag beinhaltet den Flug, die Unterkunft, die Mahlzeiten, die Getränke sowie den Eintritt in die Sehenswürdigkeiten.

Anzahl Plätze: Die Anzahl Plätze ist (für die ganze Schweiz) auf 16 beschränkt. Die Anmeldungen werden nach dem Datum ihres Eintreffens berücksichtigt! Es müssen mindestens 10 Anmeldungen vorliegen, damit die Reise durchgeführt wird.
 
Anmeldung unter: info@opendoors.ch

 

 

 

 

 

Erzbischof Silvanus aus Homs berichtet aus seiner umkämpften Stadt

 

Dialog bleibt auch für Außenminister Spindelegger einzige Lösung

 

 

Wien, 26. April 2012:  Erzbischof Silvanus Petros aus dem syrischen Homs und Erzbischof Matta Roham von Euphrat sind als Gäste von CSI-Österreich in Wien. Auf der heutigen Pressekonferenz hat Erzbischof Silvanus die dramatische Lage der Christen in Homs geschildert. Von den rund 50.000 Christen, etwa 10% der Bevölkerung Homs, sind über 90% geflüchtet und vertrieben worden. Ihre Häuser und Geschäfte sind zerstört. Die 30 Waisenkinder, die der Erzbischof in seiner Residenz aufgenommen hatte, wurden mit ihm zusammen von Revolutionären vertrieben. Die Kathedrale wurde geplündert.

 

 

Zwei islamische Lager

 

Erzbischof Matta Roham erläutert:

„Es gibt zwei islamische Lager: Der moderate Islam gehört zu dem moslemischen Gelehrten: Ibn Arabi und seit vielen Jahren gab es ein friedliches Zusammenleben mit den Christen. Seine Lehre verbreitete sich in Levante.

Das andere Lager, deren Anhänger heute Wahabiten und Salafisten sind, gehören zum Lager des muslimischen Gelehrten Ibn Taymiah. Einzig auf der Saudi-Arabischen Halbinsel konnte er seine Lehren verbreiten.

 

 

 

Dialogoffensive im Irak wird Frieden bringen: Zeitgleich mit der heutigen CSI-Pressekonferenz ist nach dem Bericht der soeben aus dem Nordirak zurückgekehrten CSI-Pressesprecherin Pia de Simony in Kirkuk eine für den Irak epochemachende Erklärung vorgestellt worden. 50 christliche und muslimische Religionsvertreter sowie Politiker aller Ethnien und Couleurs unterzeichneten heute Morgen das Dokument in der Residenz des chaldäisch-katholischen Erzbischofs Louis Sako. Dies ist ein ernsthafter Versuch der gegenseitigen Versöhnung, die nun auf höchster Ebene ihren Anlauf nimmt. Erzbischof Sako diese Woche zu Pia de Simony vor Ort: „Erstmals sprechen alle Vertreter von Regierung, Islam und Christen mit einer Stimme. Das bedeutet im Orient: Jetzt wird auch gemeinsam gehandelt. Das Drumherum Reden einzelner und unkoordinierter Stimmen führt in eine Sackgasse. Jetzt sprechen und handeln wir mit einer Stimme. Ein Kontrollkomitee begleitet die Umsetzung im Namen aller. Das ist der Weg zu einer echten Lösung.“ Vorbild für Syrien Beim gestrigen Besuch der syrischen Bischöfe bei Außenminister Spindelegger hat dieser angeregt, unter Patronanz Österreichs ein dringendes Round-Table-Gespräch zu organisieren. So wie jetzt im Irak könnte dies der Beginn eines richtungsweisenden Dialogs auch in Syrien werden. Die Bischöfe werden versuchen, Schlüsselpersonen aus den verschiedenen Lagern namhaft zu machen, um einen syrischen Weg in die Zukunft zu benennen. Das zentrale Thema ist der Aufbau eines gegenseitigen Vertrauens. Auch in Homs gab es bereits solche Dialoggespräche, jedoch haben aggressive Aktionen diese Gespräche bereits im Keim erstickt und einige Dialogteilnehmer ermordet. Kuhn: „Die Initiative des neutralen Österreich kann Bewegung in die verfahrene Situation bringen. CSI wird alles tun, um diesen Vorschlag des Außenministers aktiv zu begleiten.“ {Quelle: www.csi.or.at}

 

7 Responses to “Trotz der Zukunftsangst sind sie entschieden, zu bleiben”

  1. K.G Says:

    Nur geteilt wird der Irak Frieden finden

    Vielleicht ist die Zeit gekommen, den Irak aus der Perspektive der postjugoslawischen Erfahrungen zu betrachten: Territoriale Einheit hilft, einen Status quo zu erhalten –
    aber nur, solange dieser existiert. Kochen die ethnisch-religiösen Spannungen über – wie im Vielvölkerstaat Jugoslawien und heute im Irak –,

    ist es äußerst schwierig, die verschiedenen Gruppierungen zusammenzuhalten.
    Kroatien und Serbien haben als getrennte Staaten weit bessere Chancen auf Demokratisierung, als wenn sie noch ein Teil des titoistischen Gebildes von »Einheit und Brüderlichkeit« wären

    Ein geteilter Irak wäre alles andere als ideal, natürlich.
    Aber der auf Unterdrückung und einer Minderheitsregierung basierende irakische Staat lässt sich nicht wieder zusammenfügen.
    Ein Kurdenstaat im Norden müsste Rücksicht nehmen auf berechtigte türkische Ängste vor großkurdischen Ambitionen.
    Die Führung der irakischen Kurden bemüht sich intensiv, die Türkei in dieser Hinsicht zu beruhigen. Auch die irakischen Schiiten haben viel getan, um zu zeigen, dass sie keine Erfüllungsgehilfen Irans sind.
    (Die alte arabisch-persische Feindschaft mag der beste Garant dafür sein.) Und die Grenzziehung zwischen sunnitischen und schiitischen Gebieten wäre gewiss nicht leicht.

    Aber all dies erscheint realistischer – und weniger blutig – als der Versuch, einen Irak neu zu erschaffen, der historisch nicht dem freien Willen seiner Bürger entsprungen ist, sondern ihnen von britischen Imperialisten und deren Nachfolgern aufgezwungen wurde.

  2. K.G Says:

    Syrien: Das Gebet hilft den Christen durchzuhalten

    Nach Aussagen von Pastoren setzen die Christen in Syrien angesichts der angespannten Lage und der düsteren Zukunftsaussichten ihre Hoffnung auf Gott

    •Danken wir Gott für die Christen, die sich entschlossen haben, trotz allem zu bleiben
    •Beten wir dafür, dass sie in ihrer Not bewahrt und gestärkt werden
    •Beten wir besonders für die Christen in Homs, dass Gott durch sie wirken möge

    …was sind dass bloss für Menschen —- die einem anderen Menschen das Leben absprechen,….wegen Ihres Glaubens!!!!!

    Ich fass es nur nicht, dass alle Muslime, die hier in diesem Forum sind , so tun als wüssten sie nichts davon !
    Denn wenn sie wirklich nicht davon wissen, dann kennen sie die wesentlichen Merkmale des Islam nicht !

    Wissen sie das aber schon, dann sind sie absolut hinterhältig und verlogen, und wollen uns glauben machen, dass der Islam friedlich wäre.

    Such`s Dir aus …

    Ich glaube ja, dass es viele einfach echt nicht wissen (aber dennoch behaupten den Islam zu kennen).

  3. K.G Says:

    Das Töten eines Menschen ist die schwerste Sünde – auch im Koran“Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland,
    N,…… warnt vor der allgemeinen Diffamierung moslemischer Menschen

    und dann ist er aufgewacht!!!

  4. Der Leitartikel aus der Syrien-Zeitung sei hier wiedergegeben, in ihm wird die Solidarität der hiesigen Linken mit den syrischen Aufständischen eingeklagt:

    Seit einem Jahr revoltieren die Menschen
    in Syrien gegen eines der brutalsten
    Regime weltweit. Sie tun dies
    weitgehend friedlich. Sie verlangen
    Freiheit, Demokratie und ein Ende
    der Diktatur. Mehr als 8.500 Menschen
    kamen dabei ums Leben.
    Hunderttausende wurden inhaftiert,
    viele davon gefoltert.
    Man verfolgt das am Bildschirm
    und bleibt ratlos oder wie es Angela
    Merkel ausdrückt: »Die Bilder und
    Berichte aus Syrien wühlen mich
    genauso auf, wie wahrscheinlich die meisten Bürger.« Doch aus der
    Aufgewühltheit folgt nichts: Keine
    Kerzenmeere vor syrischen Botschaften,
    keine Massendemonstrationen
    für die AktivistInnen in Syrien
    und kaum praktische Solidarität.
    In den 1980er und 90er Jahren gab
    es eine breite internationale Solidaritätsbewegung
    für Lateinamerika.
    Weite Kreise der deutschen Linken
    bis hin zur SPD und den Kirchen
    unterstützten die Befreiungsbewegungen
    in Nicaragua und El Salvador.
    Heute spenden die Deutschen
    jährlich vier Milliarden Euro, laut
    Emnid Spendenmonitor geht davon
    jeder vierte Euro ins Ausland.
    Doch mit Solidarität für den Arabischen
    Frühling im Allgemeinen
    und für die Revolution in Syrien
    im Besonderen tut sich so mancher
    schwer. Was ist am 2797 Kilometer
    nahen Syrien anders als am 9589 Kilometer
    entfernten Nicaragua?

    Das Fremde: Der Islam
    Dort leben Muslime könnte eine
    Antwort sein. Zwar wird die Kulturkampf-
    These von Huntington
    bis weit in die gesellschaftliche
    Mitte hinein abgelehnt: Christian
    Wulff befand, der Islam gehöre zu
    Deutschland, Guido Westerwelle
    verglich die Islamisten der tunesischen
    Regierung mit den europäischen
    Christdemokraten.
    Trotzdem wird der Islam oft als
    Anti-Aufklärung analysiert und es
    bleibt Angst: Seit Beginn des Arabischen
    Frühlings warnen ExpertInnen
    vor Islamisten. Dahinter
    verbirgt sich nicht nur die nach
    dem 11. September zugenommene
    Islamophobie. Das Trauma von
    1979 sitzt tief, als eine demokratisch
    gesonnene Revolution gegen
    den Schah im Iran zum Wegbereiter
    für ein Mullah-Regime wurde. Die
    Wahlergebnisse in Ägypten und Tunesien
    scheinen die Sorge vor dieser
    Entwicklung zu bestätigen.
    Dass es sich bei den syrischen
    Lokalkomitees keineswegs um IslamistInnen
    handelt, ist im Internet
    nachzulesen. Ihre emanzipatorischen
    Positionen sind inzwischen
    so fein ausgearbeitet, dass niemand
    sagen kann, man wisse nicht, wer da
    unterstützt wird.
    Die offene Frage, ob die Komitees
    ihre Forderungen beim Sturz des Regimes sofort durchsetzen
    können, kann kein Argument sein.
    Die Französische Revolution, die
    den Absolutismus hinweggefegt hat,
    war schließlich auch kein Fehler, nur
    weil am Anfang nicht klar war, ob
    sich ihre Ziele wirklich durchsetzen
    würden oder es bei der Schreckensherrschaft
    der Jakobiner bleibt.
    Postmoderne
    statt GroSStheorie
    Die Verhältnisse in Nicaragua waren
    einfach: Auf der einen Seite standen
    ArbeiterInnen und BäuerInnen,
    angeführt von den SandinistInnen.
    Auf der anderen Seite die von den
    USA gestützte Diktatur von Anastasio
    Somoza. Wer bis in die 1990er
    Jahre hinein Nicaragua-Kaffee
    trank, positionierte sich für eine sozialistische
    Freiheitsbewegung und
    gegen US-Imperialismus.
    Für solch einfache Weltbilder
    sind die SyrerInnen zu spät dran:
    Es gibt die politischen Ideologien
    nicht mehr, die sich unvereinbar
    gegenüberstehen. Die Proteste in
    Syrien sind vielmehr von großer
    Pluralität geprägt, nicht von einer Großtheorie. Das macht es erst einmal
    schwierig, sich dort politisch zu
    verorten. Die junge Demokratiebewegung
    kämpft für ideologiefreie
    Räume, um eine Debatte zur Selbstpositionierung
    einzuleiten. Für so
    Manchen InternationalistInnen ist
    befremdlich, dass die Bewegung
    kaum soziale Forderungen stellt,
    sondern Freiheit und Würde verlangt.
    So fehlt ihr das Vorbildhafte:
    Freiheit und Würde sind in unseren
    Gesellschaften geschenkt, kämpfen
    müssen wir um das Soziale.
    Das verwirrende
    Freund-Feind-Schema
    Das syrische Regime gilt als sozialistisch.
    Als Teil der »Achse des
    Bösen« war Syrien im Nahen Osten
    ein antiimperialistisches Bollwerk
    gegen amerikanischen Einfluss.
    Wer sich mit den RevolutionärInnen
    solidarisiert setzt sich dem
    Ruf aus, auf Seiten der USA und
    der Golf-Diktaturen gegen einen
    säkularen, fortschrittlichen Staat zu
    stehen. Das ist verwirrend, aber es wäre fatal deswegen den syrischen
    AktivistInnen die Solidarität zu
    verweigern. Nicht nur in Syrien,
    überall ist es legitim, wenn sich
    Menschen gegen diktatorische
    Regime wehren und ihre Proteste
    für Selbstbestimmung sind unterstützenswert.
    Seine eigenen Forderungen aufzugeben,
    nur weil Akteure wie die
    USA sie ebenfalls unterstützen, ist
    absurd. Im Falle Syriens ist ohnehin
    offensichtlich, dass westliche
    Staaten und Golf-Diktaturen andere
    Ziele verfolgen. Der Bundesrepublik
    geht es nicht allein um
    Menschenrechte und Demokratie,
    wie sich nicht zuletzt an Panzerlieferungen
    nach Saudi-Arabien zeigt,
    die gegen Protestierende in Bahrain
    eingesetzt werden.
    Das klassische Freund-Feind-
    Schema der 1980er Jahre passt
    einfach nicht mehr, die Interessen
    sind vielfältig und neue Fronten
    sind entstanden: Russland liefert
    Waffen, um mit dem Assad-Regime
    nicht den letzten Partner in
    der arabischen Welt und die einzige
    Militärbasis am Mittelmeer
    zu verlieren, und der Iran braucht
    Syrien als Verbündeten gegen
    Saudi-Arabien. Die westlichen
    Staaten und Israel wollen vor allem
    Stabilität, und sind dabei unterschiedlicher
    Ansicht, wie diese
    zu erreichen ist. Hinzu kommen
    Einzelinteressen der Türkei und
    der Hisbollah im Libanon.
    Die Angst vor der Nato
    Die SyrerInnen haben zudem das
    Pech, dass die LibyerInnen vor
    ihnen revoltierten. Die militärische
    Intervention der Nato macht
    den Widerstand gegen das Assad-
    Regime bei Friedensbewegten wie
    AntiimperialistInnen suspekt,
    schwenkten die befreiten Bengasi-
    LibyerInnen doch amerikanische
    Fahnen. Mit ihrer Intervention
    hat die Nato somit nicht nur die
    Diktatur Gaddafis beseitigt, sondern
    auch die Solidarität mit der
    Revolution in Syrien. Selbst wenn
    es nach einem Jahr Aufstand nicht
    einmal die geringsten Anzeichen einer Nato-Intervention gibt, haben
    Teile der Friedensbewegung
    schon mal präventiv auf Solidarität
    mit den SyrerInnen verzichtet.
    Der fehlende
    Wohlfühlfaktor
    Zusätzlich zur einfachen politischen
    Analyse fehlen auch die klaren
    Bilder. Mohammed Al Attar,
    ein syrischer Dramatiker, schreibt
    in einem Essay: »Der Mangel an
    Unterstützung für den friedlichen
    Widerstand in Syrien kann
    zum Teil mit dem Fehlen eines
    symbolischen Bildes vergleichbar
    mit Ägyptens Tahrir-Platz erklärt
    werden.«
    Schöne Bilder von entschlossenen,
    fröhlichen Menschen, die
    diskutieren, singen, campen wie
    auf dem Tahrir, wie auf dem Platz
    der Kasba in Tunis oder dem Platz
    vor dem Gerichtsgebäude in Bengasi,
    können die syrischen AktivistInnen
    nicht produzieren. Sie demonstrieren
    meist in Seitenstraßen
    oder im Dunkeln. Denn wenn sie
    es doch auf einem zentralen Platz
    versuchen, werden sie oft nach nur
    zehn Minuten auseinander getrieben
    und verhaftet. Nur wenn die
    Menschen an über 600 Orten
    gleichzeitig auf die Straße gehen,
    wie inzwischen an den meisten
    Freitagen, sind die Sicherheitskräfte
    überfordert.
    Die Bilder der syrischen Revolution
    bieten deshalb keinen
    Wohlfühlfaktor. Sie sind geprägt
    von Tod, Zerstörung, Folter und
    Verzweiflung, aber auch von Verbissenheit
    und Trotz. Sollte der
    Aufstand scheitern, droht vielen
    AktivistInnen und ihren Familien
    die bekannte Härte des syrischen
    Regimes. Sie werden deshalb ihre
    Proteste fortsetzen, denn ein Zurück
    gibt es für sie nicht mehr.
    Es ist beschämend genug, ein
    Jahr lang geschwiegen zu haben.
    Es ist höchste Zeit, unsere Bedenken
    und Vorurteile zu überwinden
    und die syrischen AktivistInnen
    solidarisch zu unterstützen. Wege
    dafür gibt es genug, nur müssen sie
    auch gegangen werden.

    • carma Says:

      der richtige kommentar zur richtigen zeit, der die schwierigkeiten und irritationen aufzeigt, mit denen man sich innerlich herumschlägt, nicht nur die linken…
      da sich immer augenscheinlicher islamisten in den umsturzversuch einmischen, deren langfristige absichten man zur genüge kennt, ein ähnliches szenario wie in ägypten anzunehmen ist, ist eine unhinterfragte solidarität mit der „revolution“ ebenso leichtfertig und naiv, wie die annahme, assads regime könne nocheinmal den „karren“ herumbekommen. wir können uns maximal neutral und abwartend verhalten, da wir keinerlei erfahrungen mit volks(?)-revolutionen islamischer prägung haben als die des irans. eine weitgehend sekulare republik syrien, in der auch christen, aleviten oder konfessionslose gruppierungen demokratisch und gleichberechtigt eingebunden sind, wird es in einer mehrheitlich islamisch(sunnitisch) verharrenden bevölkerung nicht geben – kann es nicht geben! DAS ist des „pudels kern“, die tragödie islamischer gesellschaften, die zwar aus der enge ihres korsetts ausbrechen möchten, es aber nur noch enger schnüren, weil freiheit v.a. freiheit vom islam bedeuten würde…

      in der psychologie kennt man dieses verhalten in hörigen partnerschaftsverhältnissen, die es trotz gewalttätiger beziehung unmöglich machen, auszubrechen, weil man schon als kind geistige und körperliche unterdrückung/gewalt als prägende bindungsform erfahren hat. autorität und aggression werden indirekt als „liebe“ empfunden und lebenslang in pervertierten beziehungen gesucht. diese menschen sind nicht im eigentlichen sinne liebesfähig – wie es eben mohammed wohl auch nicht war: waisenkind, schon in der jugend autoritäre beduinenclan-gesetzlichkeit, frühe berufstätigkeit, eine wesentlich ältere und durch ihre handelsaktivität und gesellschaftlichen position verhärtete ehefrau als mutter-u. vaterersatz?! etc…

      • carma Says:

        das verhalten von menschen mit beziehungsstörungen, borderline-syndrom, persönlichkeitsstörungen und/oder paranoider schizophrenie/narzissmus, gotteswahn etc. in bezug auf mohameds biographie (werdegang seiner „propheten-laufbahn“) und einer pervertierten Gottesvorstellung erklärt viele verhaltensmuster islamischer gesellschaften – den vergeblichen versuchen, psychotische glaubensinhalte in eine gesunde lebenspraxis zu überführen. ein psychotiker kann andere wahrheiten als die seinen nicht erkennen, ertragen oder gar kritik an seinem weltbild aufkommen lassen, da seine schein-rationalität von einer ins negative und pervertierte verschobenen emotionalität (depression/paranoia) fehlgesteuert (abgespalten) wird…

  5. carma Says:

    dieses generationen-übergreifende „psycho-drama“ verfestigt sich umso mehr, je enger der „gläubige“ sich an den koran und mohameds „vorbildliche“ lebensweise bindet – dies gilt erst recht für eine islamische kinder – u. schulpädagogik, die nun fatalerweise selbst in einer europäischen „wissensgesellschaft“ die gehirne und herzen der jugend vereinnahmen darf…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s