kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Sudan: Ausweglose Situation für die Christen 27. April 2012

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 23:10

 

 

Im Sudan werden die Christen zwar von der Regierung in Khartum vertrieben,

aber die Grenzen im Süden des Landes sind geschlossen.

Sie sitzen in der Falle, während die Feindseligkeiten gegen sie zunehmen.

 

 

Am 8. April hat die Regierung in Khartum den Christen ein Ultimatum gestellt: sie haben dreissig Tage Zeit, um entweder das Land zu verlassen oder sich als sudanesische Bürger registrieren zu lassen. Zu ihrer grossen Verwunderung mussten die Christen allerdings feststellen, dass alle Land- und Flugwege in den Süd-Sudan bereits abgeriegelt waren. Jene, die in den Süd-Sudan übersiedeln wollten, sitzen nun in einem Land fest, in dem der Islam immer radikaler wird und sie als Christen als Feinde gelten, die bekämpft werden müssen. Vorletzte Woche erklärte die sudanesische Regierung, dass sie sich mit dem Süd-Sudan im Kriegszustand befinde, seitdem sich die beiden Länder in der erdölreichen Region von Heglig gegenüberstehen.

 

 

«Sie verbrannten Bibeln»

 

Am 21. April überfielen Hunderte das Schulungszentrum der presbyterianischen Kirche des Sudans in Khartum. Auf dem Gelände befinden sich die Kirchen verschiedener Denominationen, die ebenfalls verwüstet wurden. Bei den Angreifern handelte es sich vor allem um islamische Extremisten. «Sie verbrannten Bibeln (Bild) und steckten die theologische Ausbildungsstätte für Bischöfe und die Studentenunterkünfte in Brand», berichtet Pastor Youssif Matar Kodi. Bereits am 9. April wurde die Bibelschule von Gerief, die Pastoren aller Denominationen ausbildet, von etwa hundert Muslimen gestürmt. Die Angreifer verkündeten, die Ausbildungsstätte befinde sich auf dem «muslimischen Boden ihrer Vorfahren». Ein Student der Bibelschule berichtet, sie hätten gerade eine Gebetsversammlung abgehalten, als die Aggressoren erschienen. «Die Tatsache, dass beim Übergriff niemand verletzt wurde, ist eine Gebetserhörung», erklärt er weiter. Die Zahl der im Sudan verbliebenen Christen ist schwierig zu ermitteln, da seit der Unabhängigkeit des Süd-Sudans im Juli 2011 bereits viele in den neugegründeten Staat emigriert sind.

 

Gebetsanliegen

 

Danken wir Gott, dass beim Übergriff auf die Bibelschule von Gerief niemand verletzt wurde

Beten wir für diejenigen, deren Unterkünfte bei diesen Angriffen zerstört wurden und die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben

Beten wir dafür, dass die Regierung in Khartum die Grenzen zum Süd-Sudan wieder öffnet und die Christen ausreisen lässt

 

Im Dienst der verfolgten Christen weltweit

 

 

Open Doors Tage 2012

 

Für die diesjährigen speziellen Open Doors Tage, 12. Mai in Strengelbach, 13. Mai in St. Gallen, haben wir Christen aus dem Nahen Osten und Nordafrika eingeladen, die als Augenzeugen von den Herausforderungen und den neuen Möglichkeiten berichten, die durch die Entwicklungen des Arabischen Frühlings entstanden sind. Spannendes Kinderprogramm! Flyer zum Herunterladen auf der Webseite. {Quelle: www.portesouvertes.ch}  

 

 

Initiative gegen anhaltenden Terror in Kirkuk

 

Lasst uns Brücken bauen für den Frieden
 

 

Königstein/Wien, 27.04.2012 – Gegen Gewalt und Terror im nordirakischen Kirkuk haben sich der katholisch-chaldäische Erzbischof von Kirkuk, Luis Sako, sowie fünfzig Vertreter des sunnitischen Islam wie arabische Stammesführer und Vertreter der Lokalregierung ausgesprochen. Auf Initiative des Erzbischofs unterzeichneten sie ein Dokument mit dem Titel „Lasst uns Brücken bauen für den Frieden“ (Let us build bridges for peace), das gestern veröffentlicht wurde. Die Unterzeichner verpflichten sich, in der zwischen Kurden und der Bagdader Zentralregierung umstrittenen Stadt Kirkuk friedlich zusammenzuleben. Im Gespräch mit dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ begründete Erzbischof Sako sein jüngstes Engagement für einen dauerhaften Dialog mit den Worten: „Wir Christen haben einen Auftrag zu Frieden und Versöhnung, der für alle Menschen gilt, nicht nur für Christen“. Die erdölreiche Stadt im Nordirak verfügt über eine knappe kurdische Bevölkerungsmehrheit. Bereits für 2007 war ein Referendum vorgesehen, in dem über den Wechsel der Stadt zur Autonomen Region Kurdistan oder den Verbleib unter der Bagdader Zentralregierung abgestimmt werden sollte. Die Abstimmung war seither immer wieder verschoben worden. Kritiker werfen den Kurden vor, erst demografische Fakten durch Zuzug von Kurden und die Ansiedlung von Arabern schaffen zu wollen, um das Referendum in ihrem Sinne beeinflussen zu können. In diesem Zusammenhang kommt es in Kirkuk seit Jahren zu schweren Terrorangriffen. Erst am Donnerstag vergangener Woche detonierte vor einer Polizeiwache eine Autobombe, bei der vier Polizisten ums Leben kamen.
 

Die Unterzeichner des Dialogpapiers erteilen jeder Form von physischer und verbaler Gewalt eine klare Absage. „Gewalt wird die Situation nicht ändern und verbessern, sondern unsere Stadt im Gegenteil in einem See von Ungerechtigkeit, Benachteiligung und Unterentwicklung ertränken.“ Erzbischof Sako wird von den verfeindeten Parteien der Stadt wegen seiner persönlichen Integrität als Vermittler geschätzt. Sein Haus gilt als neutraler Ort der informellen Begegnung, weil die chaldäischen Katholiken aufgrund ihrer geringen Zahl nicht als politisch relevanter Faktor betrachtet werden. Ihre Zahl wird vom Erzbischof auf etwa 10.000 bis 12.000 Personen geschätzt, was vier Prozent der Bevölkerung Kirkuks entspricht. {Herbert Rechberger, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich:  war vor kurzem in Nord-Irak. Er steht gerne für Anfragen oder Interviews zur Verfügung. Weitere Fotos könnnen Sie selbstverständlich kostenlos anfordern.  „Kirche in Not“, das sich ausschließlich aus privaten Spenden finanziert, hilft Menschen, die sich im Dienst der Kirche für andere einsetzen. Jährlich werden mindestens 5.000 Projekte finanziert, die vor allem auch der Seelsorge dienen. Ein unverzichtbares Anliegen von „Kirche in Not“ ist der Einsatz für Religionsfreiheit und Versöhnung. Seit der Gründung 1947 wird „Kirche in Not“ als Stimme für bedrängte und verfolgte Christen wahrgenommen. Alle zwei Jahre veröffentlicht das Hilfswerk eine Dokumentation zur „Religionsfreiheit weltweit“ sowie „Christen in großer Bedrängnis“, einen Bericht über die Verfolgung von Christen weltweit}.

 

4 Responses to “Sudan: Ausweglose Situation für die Christen”

  1. K.G. Says:

    Lasst uns Brücken bauen für den Frieden“
    Zurück zur Frage nach der realistischen Chance:
    Es entscheiden nicht nur die Politiker, sondern jeder einzelne Bürger durch sein oder ihr Engagement oder Interesse, wie es mit der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft ausschaut
    . Dieses als gemeinnützig anerkannte Projekt, das übrigens Paul Spiegel als „sehr bemerkenswert“ bezeichnete, hätte die Substanz, ein Umdenken in einer Sache anzustoßen, die das Fundament unserer Kultur betrifft. So bliebe niemand, der in diesem Land lebt, von den Folgewirkungen dieses Paradigmenwechsels unbeeinflußt.
    Der Schritt in die Integration ist der Schritt ins Miteinander. Bevor ich den Anderen annehmen kann, muß ich mich selber annehmen können. Das bedeutet die Annahme meiner Vergangenheit, aber auch der Vergangenheit des Landes, in dem ich lebe.
    Jede Blockade hier, – eine solche drückt das Holocaust-Mahnmal aus, macht also darauf aufmerksam – blockiert ein gesundes Miteinander in einer Gesellschaft, läßt sie in einem gespaltenen Zustand.
    „Terror der Einsamkeit“ nannte das der Architekt des Mahnmals Peter Eisenman. Unser Projekt wäre einer der Anfangspunkte einer notwendigen Entwicklung, welche in ein neues Miteinander münden würde – eine Überlebensnotwendigkeit sogar, wenn der Überfluß zur Neige geht.
    Eine solche Bedeutung und Wirkung haben tatsächlich die Zeichen einer Kultur und es ist unsere Verantwortung, Zeichen zu setzen, die das Land in einer guten Weise weiterbringen – zum Segen aller. Was hat ein Umdenken mit Freiheit zu tun? Alles – denn in dieser Möglichkeit beginnt sie.

  2. K.G. Says:

    Es wäre eine berechtigte Frage Ihrerseits, ob Sie sich „mit diesem Thema“ deutscher Vergangenheitsbewältigung beschäftigen sollen.

    Wer will heute noch davon hören? Wurde es nicht bereits totgeredet?
    Gilt es nicht jede weitere unwürdige Debatte zu vermeiden?
    Wir stecken im Prozess fest – deshalb die negativen Gefühle – und das tut dem Land und der Gesellschaft nicht gut.

    Das Friedensmal Wendepunkt im Garten der Versöhnung
    Der Baum des Lebens durchbricht den Gewaltkreis.

    Der Frieden bedarf der fortdauernden Bemühung des Friedenstiftens. Die positive Kraft der Zeichen zu nutzen ist ein effektiver Weg, um an einer friedlicheren Welt zu bauen.
    Krieg und Frieden haben Ursachen auf einer tieferen Ebene des kollektiven und auch individuellen Bewußtseins.
    Der Mensch kann nur im Rahmen seiner inneren Worte und Bilder denken; gelangt deshalb ein Symbol des Friedens ins Bewußtsein, so bewirkt es tatsächlich mehr Frieden in der Welt.
    Zudem vermittelt ein Verständnis des hier vorgestellten Ansatzes den Schatz eines inneren Wissens, der den Weg hin zu mehr Glück und Frieden auch im eigenen Leben deutlicher machte.
    Diese Betrachtung reicht in jene Seelentiefe des Herzens, die uns mit dem Raum jenseits unserer Worte verbindet und in der eine Heilung der Vergangenheit geschehen kann.


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