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Kofi Annans Friedensplan für Syrien 21. April 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 20:15

Befehl für internationale Katastrophe?

 

Der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat kürzlich einen Friedensplan für das umkämpfte Syrien vorgelegt. Doch wie objektiv und gerecht ist dieser eigentlich? Welche Rolle spielt Kofi Annan als Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, und in wessen Auftrag handelt der Friedensnobelpreisträger wirklich? Unser USA-Korrespondent Webster Tarpley enthüllt katastrophale Hintergründe.

 

Der UN-Sicherheitsrat hat am vergangenen Samstag eine Beobachtermission in Syrien beschlossen, die über die Umsetzung des Plans wachen soll. Nach wenigen Tagen des so genannten Waffenstillstands in Syrien waren sechs UNO-Beobachter im Land eingetroffen. Weitere 250 Beobachter sollen folgen. Westliche Medien veröffentlichen Berichte, dass die Stadt Homs wieder von Artilleriegeschützen der Regierungstruppen beschossen worden sei. Andererseits berichtet die syrische Nachrichtenagentur SANAvon Dutzenden von Verletzungen des Waffenstillstands durch die Aufständischen. Die Rebellen sollen Armee und Polizei vielfach angegriffen haben. Zur gleichen Zeit fand eine Debatte im UNO-Weltsicherheitsrat statt, an der die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland (vertreten durch Peter Wittig aus dem Auswärtigen Amt) teilnahmen. Hier wurde der Fokus nahezu ausschließlich auf die Tätigkeit des syrischen Regimes konzentriert und die Verbrechen und Gräueltaten der Opposition außer Acht gelassen, obwohl einige dieser Berichte durchaus auch in der europäischen Presse zu lesen waren. Was die Todesopfer angeht, so haben wir es mit einer neuen Runde des inflationären Wettkampfs zu tun. Hier überbieten sich der syrische Nationalrat und das Koordinierungskomitee:

Wer kann die höchste Zahl von Todesopfern täglich melden?

 

Es scheint, als ob der Friedensplan des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan kein Friedensplan im richtigen Sinne ist, sondern nur die Vorstufe für einen größeren Krieg. Diesen Friedensplan wollen wir zunächst einmal näher betrachten. Kofi Annan ist weltweit gewürdigt: Von der englischen Königin Elisabeth II. als Ritter ausgezeichnet und mit zahlreichen internationalen Ehrendoktorwürden und dem Friedensnobelpreis dekoriert.

{1} Erster Punkt seines Friedensplans: »Beide Seiten sollen sich an einem legitimierten Friedensprozess beteiligen, in Verbindung mit dem Gesandten«. Also in Verbindung mit Kofi Annan.

{2} Waffenstillstand: »Beide Seiten sollen den Kampf einstellen, die Regierung soll die Truppenteile aus den Großstädten abziehen«. Dabei ist nur davon die Rede, dass der Gesandte zusammen mit der Opposition Ähnliches für die Oppositionsseite verhandeln muss.

{3} Humanitäre Hilfe.

{4} Freilassung der Gefangenen.

{5} Freizügigkeit im ganzen Land.

{6} Freiheit für Demonstrationen, politische Reden und ähnliches.

 

Dieser Friedensplan ist grundsätzlich unzulänglich und nicht ausgewogen, ein Plan ohne Gleichgewicht. Es ist an keiner Stelle von fremden beteiligten Staaten die Rede, nie also geht es um die Einmischung ausländischer Staaten. Vergeblich sucht man auch nach Hinweisen auf die Todesschwadronen, die salvadorianische Lösung ist das, was man für Syrien gewählt hat – eine Tradition, die im State Departement angewandt wird in Verbindung mit Namen wie John Dimitri Negroponte und seinem Stellvertreter Robert Stephen Ford, dem US-Botschafter in Damaskus. Die Todesschwadronen wurden im Rahmen des Irakkriegs bereits entfesselt und haben sich nun auch auf das Territorium von Syrien verlagert. Niemals ist in Kofi Annans Friedensplan die Rede von Waffenlieferungen aus dem Ausland. Man weiß inzwischen, dass die reaktionären Monarchien des Golfs, also Saudi-Arabiens und Katars, viel Geld bezahlen – hier ist von hundert Millionen Dollar die Rede; diese Summe macht alle oppositionellen Kämpfer in Syrien zu Söldnern, zu Söldnern des Königshauses Saudi-Arabiens und Katars. Am Freitag, dem 13. April 2012 hat das Weiße Haus in Washington zwölf Millionen Dollar für »nicht tödliche Hilfe« freigestellt, für Laser und andere Gerätschaften, die sich eben doch sehr gut zu Tötungszwecken eignen. Man kann also beobachten: Es finden massive Hilfen statt, eine massive Bewaffnung, massive Zahlungen, auch an Kämpfer aus dem Ausland. Doch davon ist hier niemals die Rede.

 

Es soll praktisch ein rechtsfreier Raum entstehen mit diesen Plänen. Die syrische Armee soll sich zurückziehen. Das wird durch diesen Friedensplan klar.

Aber was dann?

Wer sorgt für Recht und Ordnung in den Großstädten?

Niemand. Oder besser gesagt: Al-Kaida.

 

Niemals ist die Rede von der Beteiligung der Oppositionellen an freien Wahlen. Die freien Wahlen stehen jetzt im Monat Mai bevor. Warum steht nicht im Friedensplan, dass die Rebellen die Waffen niederlegen und sich am demokratischen Prozess beteiligen müssen? Nirgendwo findet sich auch der Punkt, an dem die Rede von der Entwaffnung der Rebellen ist. Denn schließlich müssen, wenn man von Frieden spricht, alle Waffenlieferungen gestoppt werden und alle fremden Kämpfer und Truppen, alle französischen Offiziere und Söldner müssten natürlich nach Hause geschickt werden. Das alles steht jedoch nicht in Kofi Annans Friedensplan. Niemals ist in den Texten, die ich gesehen habe, die Rede davon, dass es fremden Staaten verboten ist, sich einzumischen in die inneren Angelegenheiten Syriens. Ganz im Gegenteil: Dieser Plan ruft die Gewalt erst auf den Plan. Das heißt, die Rebellen haben gute Gründe, den Kampf fortzusetzen. Denn sie können sichergehen, dass alle Todesopfer automatisch durch den arabischen Fernsehsender Al Jazeera und andere westliche Presseorgane nur dem syrischen Regime von Präsident Assad zugeschrieben werden.

 

Wir sollten uns also die Frage stellen: Wer ist eigentlich Kofi Annan? Nun, er ist ein typischer Vertreter der britischen Kolonialverwaltung. Annan ist zum Teil für eine ganze Reihe von Katastrophen in der internationalen Welt der letzten Jahrzehnte verantwortlich: Da war 1994 der Völkermord in Ruanda. Kofi Annan war zu dieser Zeit beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen, er leitete die UNO-Friedenstruppen. Seine passive Haltung erntete eine Menge Kritik, man wirft ihm eine Mitverantwortung am Völkermord in Ruandavor. (An verantwortlicher Stelle für Afrika und Ruanda soll Annan auch Nachrichten über den Völkermord – mindestens 800.000 Tote – zurückgehalten oder abgemildert haben.) Vorwürfe gegen Annan gibt es auch im Zusammenhang mit dem Irakkrieg 2003. Annan hatte geäußert, die US-Invasion sei illegal gewesen, doch unternahm er nichts dagegen. Im Falle der Islamischen Republik Iran schenkte er dem Vorwand Glauben, die Urananreicherung des Landes sei eine Vorbereitung für Atomwaffen. Kofi Annan kam gegen den Widerstand vieler Länder in sein Amt, vornehmlich durch die Intervention der USA. Die USA hatten eine weitere Amtszeit von Boutros Boutros-Ghali 1997 als Generalsekretär der Vereinten Nationen blockiert, Nutznießer wurde Kofi Annan.

 

Am 17. April, fand ein wichtiger Feiertag statt in Syrien. Denn am 17. April 1946 ging das französische Kolonialmandat zu Ende. An diesem Tag begann die Unabhängigkeit des Landes. Es ist ironisch und tragisch, dass genau 66 Jahre danach wichtige Kräfte im internationalen Leben die Unabhängigkeit Syriens überhaupt immer noch nicht akzeptiert haben. Der Plan von Kofi Annan ist KEIN Friedensplan. Er ist meiner Ansicht nach viel mehr dazu geeignet, eine internationale Katastrophe herbeizuführen.

Sehen Sie das Video von Webster Tarpley hier.

{info.kopp-verlag.de – Webster G. Tarpley}

 

7 Responses to “Kofi Annans Friedensplan für Syrien”

  1. Erich Foltyn Says:

    die ganze Weltgemeinschaft muss schon wieder auf den Knien rutschen vor einem Assad oder anderen, ähnlichen Typen, dabei war die UNO unsere große Hoffnung, dass nicht jeder Schmalspur-Diktator die ganze Welt beherrschen kann. Hitler hat die UNO eine Quatschbude genannt, doch die Welt heute sollte schon etwas gescheiter sein. Aber nein, sie liefern uns täglich eine internationale Demonstration von Hilflosigkeit, dass es Gott erbarme. Und dann machen sie einen Militäreinsatz mit astronomischen Kosten, von dem sie wissen, dass es ohnehin keinen Erfolg haben wird und nie sprechen sie Klartext über die internationalen Medien, sodass es einigen das Gesicht zerfetzt vor Wut, weil sie das Ganze verursacht haben. In Wirklichkeit ist es nämlich so, dass es sämtlichen Großmächten wurscht ist, weil wir sind ja die Letzten, die die Hunde beißen, falls wir irgend eine Kritik haben.

    • Emanuel Says:

      …wenn du stirbst, wirst du staunen über deine Dummheit …
      Knecht Christi: „Langsam reicht es mir mit Bleidigungen! Wenn Sie damit nicht aufhören, muss ich Sie ein für allemal sperren. In meinem Blog wird keiner jemanden beleidigen oder beschimpfen. Wie schon mal gesagt: Sie können dann einen anderen Blogger belästigen, aber mich bitte nicht mehr“!

      • Emanuel Says:

        Werter Knecht ! Es liegt mir wirklich fern jemanden zu beleidigen ! Falls meine Beiträge diesen Eindruck erwecken, entschuldige ich mich wirklich von ganzem Herzen !!!
        Ich sage Ihnen nochmals, ich suche nach dem wahren christlichen Glauben .. Alles was mir falsch erscheint, kritisiere ich zur Zeit .. vermutlich zu unsensibel .. Also ich suche nur nach der Wahrheit und nach der Liebe .. beleidigen möchte ich wirklich dabei niemanden … Ich bin auch viel zu klein dazu … Wenn Sie mich hier sperren wollen, bitte , tun Sie es .. Dann habe ich es vielleicht verdient .. Sein Sie aber gewiss, dass ich Ihre Arbeit und Mühe sehr schätze …

      • @Lieber Emanuel,
        der weise?? der lernbare

        indem Sie sich entschuldigen und es Ihnen auffällt sind Sie bereits das Stück weiter.
        Einn Tip vieleicht setzen Sie mal 1Tag aus….oder warten was passiert wenn Sie nichts dazu sagen bzw.schreiben was Ihnen nicht gefällt,,,es löst sich einiges ganz anders als wir denken!Gottes Auge ist ja wachsam!!
        gehen Sie in die Tiefe in sich .

        den wilden Affen“ markieren, wie in der Tierwelt. Wer dort am lautesten und aggressivsten wirkt, behält die Macht im Rudel. Bis ein Anderer kommt, der es noch stärker kann
        wollen Sie das??
        Wissen ist Macht und Güte und Geduld eine Göttliche Tugend Emanuel.

      • Emanuel Says:

        Issachar (@SaphiriIssachar) Sagt:
        22. April 2012 at 15:06

        Danke liebe Issachar .. !

  2. Emanuel Says:

    Werter Knecht .. meine Inspiration von oben,

    “ wenn du stirbst, wirst du staunen über deine Dummheit “ ..
    ist alles andere als eine „Beleidigung“.
    Ich habe mir alles nochmal genau überlegt.. Oberflächlich betrachtet, haben Sie vollkommen recht !

    Genauer nachgedacht betrifft meine Inspiration aber uns alle !!

    Wenn wir mit unseren Falschheiten sterben .. und in das andere Leben übertreten … werden wir staunen und überrascht sein – über die vielen falschen Einstellungen , die wir uns in unserem Leben angeeignet haben …

    Also .. meine Beiträge sind keine Beleidigungen .. sondern Aufrufe zum Nachdenken und In-Sich-Gehen..

    Wenn Sie glauben, dass dieses nicht zu Ihrer Seite passt, bitte ich Sie , mich hier zu entfernen …

  3. carma Says:

    die arglistigen „babaren(bärtigen)“ wollen an die macht, früher oder später in JEDEM islamischen land. solange das ziel der „umma“ nicht erreicht ist, werden sie ihre „revolution“ überall hintragen – auch die türkei ist ein wackelkandidat, deren engament für die sunnitischen radikalen noch fatal enden könnte…


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