kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Hilfeschrei der Christen in Pakistan 12. April 2012

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 22:29

Wir brauchen den Schutz der internationalen Gemeinschaft

 

 

Der pakistanische Minister für Nationale Eintracht, Paul Bhatti, empfiehlt einen stärkeren Dialog zwischen europäischen Regierungen und Institutionen auf der einen und privaten, nichtregierungsgebundenen Organisationen (NGO) in Pakistan auf der anderen Seite. Die Verhandlungen und Gespräche der EU und der einzelnen Staaten sollten sich nicht auf Kontakte mit der Regierung in Islamabad beschränken. In einem Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ begründet der Bruder des vor einem Jahr ermordeten Ministers Shahbaz Bhatti seine Empfehlung mit der Kompetenz und größeren Freiheit privater Organisationen. Diese Empfehlung habe er auch bei seinem jüngsten Besuch in Brüssel bei Treffen mit der Kommission und Mitgliedern des Europa-Parlaments deutlich ausgesprochen. Die privaten NGOs wüssten ganz konkret vor Ort zu helfen.

 

Besonders notwendig sei die Hilfe im Bereich der Bildung. „Analphabetismus und Intoleranz sind die wesentlichen Ursachen für die Verschlechterung der sozialen Verhältnisse und für die Spannungen zwischen den einzelnen ethnischen und religiösen Gruppen der Bevölkerung“, sagte Bhatti. Er ist wie sein ermordeter Bruder katholisch. Dessen Ministerium für die Rechte von Minderheiten war nach dem Mord unbenannt worden. Der Premierminister selbst hatte den Bruder des Ermordeten gebeten, seine Arztpraxis in Italien aufzugeben und sich als Berater des Premiers mit Ministerrang in Pakistan für die nationale Eintracht zu engagieren. Auf Einladung von Kirche in Not traf er zusammen mit dem Erzbischof von Karatschi, Joseph Coutts, mit hochrangigen Politikern in Brüssel zusammen, unter anderem mit dem Präsidenten der Europäischen Union, Hermann van Rompuy. Sein Bruder habe „einen guten Kampf gegen jede Form von Diskriminierung“ gekämpft und sich „dabei immer auf die Lehren des Neuen Testaments gestützt“. Die Minderheiten „brauchen den Schutz der internationalen Gemeinschaft“, sagte Bhatti.

 

In Pakistan leben etwa 2,2 Millionen Christen, 1,2 Millionen sind katholisch. Christen machen rund zwei Prozent der Bevölkerung aus. Auch das Blasphemie-Gesetz hat in den letzten Jahren zu mehr Willkür gegen Christen, Hindus und auch gegen Muslime geführt. Die Rechtsunsicherheit im Land wächst im gleichen Maße wie die Intoleranz und der Fanatismus. In dieser Situation sind viele Christen in Pakistan auf Hilfe von außen angewiesen. Die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“, die sich ausschließlich aus privaten Spenden finanziert, unterstützt zahlreiche Projekte im Land. Die Stiftung hilft generell Menschen, die sich im Dienst der Kirche für andere einsetzen. Jährlich werden mindestens 5.000 Projekte finanziert, die vor allem auch der Seelsorge dienen. Ein unverzichtbares Anliegen von „Kirche in Not“ ist der Einsatz für Religionsfreiheit. Seit der Gründung 1947 wird „Kirche in Not“ als Stimme für bedrängte und verfolgte Christen wahrgenommen. Alle zwei Jahre veröffentlicht das Hilfswerk eine Dokumentation zur „Religionsfreiheit weltweit“ sowie „Christen in großer Bedrängnis“, einen Bericht über die Verfolgung von Christen weltweit.

 

 

 

 

Justitia et Pax-Kommission fordert vorurteilsfreie Bildung

 

Lahore – Fidesdienst: Die Justitia et Pax-Kommission der Pakistanischen Bischofskonferenz lenkt die Aufmerksamkeit in einem vor kurzem veröffentlichten Appell erneut auf ein für die Zukunft des Landes wichtiges Thema: die Bildung. In diesem Zusammenhang fordert sie, dass Fanatismus an Schulen bekämpft wird und nichtmuslimische Schüler nicht gezwungen werden, am Koranunterricht teilzunehmen. In einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, betont der Leiter der Kommission, Peter Jacob, dass in diesem Sinne Hass und Vorurteile aus den Lehrplänen gestrichen werden müssen und die Bildungspolitik die Achtung der Menschenrechte garantieren sollte. „Zahlreiche Haushaltspläne waren in den vergangenen 30 Jahren zum Scheitern verurteilt, weil sie die grundlegenden Rechte nicht berücksichtigten. Außerdem wurden Alphabetisierungskampagnen durch Korruption und mangelnde Effizienz beeinträchtigt“, so Jacob zum Fidesdienst. Die Kommission erinnert an den Status der religiösen Minderheiten und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Artikel 20 der Verfassung Religionsfreiheit garantiert und der Artikel 22 daran erinnert, dass „niemand eine religiöse Bildung erhalten soll, die nicht dem eigenen Glauben entspricht“.

 

Dieser Artikel, so Jacob, wird im Falle von Hunderttausenden nichtmuslimischen Schülern nicht beachtet, die die Schulen in der Provinz Punjab besuchen: der Koranunterricht ist an Schulen und Universitäten ein Pflichtfach und nichtmuslimische Schüler und Studenten nehmen aus Angst vor Diskriminierung oder anderen Schwierigkeiten beim Studium, daran teil. Außerdem „werden andere Religionen mit Geringschätzung und Vorurteilen betrachtet“: es gibt Belege dafür, dass in Unterrichtsstunden und in Schulbüchern religiöser Hass verbreitet wird. Vor einem solchen Hintergrund kommt es nach Ansicht der Kommission zu einer „Kommerzialisierung der Bildung und einer Radikalisierung der Gesellschaft“. Die Kommission setzt sich für eine „qualitativ hochwertige Bildung“ ein und vertritt die Meinung, dass die öffentliche Bildung von der religiösen Bildung getrennt werden sollte, wie dies die Verfassung festlegt. Dabei fordert sie „die Suspendierung von Unterrichtsstunden und Praktiken, die den Menschenrechten widersprechen und religiöse Minderheiten diskriminieren oder diffamieren“. Nichtmuslime dürften nicht zur Teilnahme am Koranunterricht gezwungen werden, vielmehr müsse es für Christen, Hindus und Sikh andere Optionen geben. {Quelle: www.fides.org}

 

 

 

 

 

Pakistan: Christin im Gefängnis – keine legale Basis

 

Pakistan ist ja aufgrund der Anzahl der Vorkommnisse, bei denen Christen benachteiligt, diskriminiert, körperlich angegangen, verleumdet und getötet werden, ohnehin kein guter Ort.

Als ob es noch des Beweises bedurft hätte, dass auch die Rechtsstaatlichkeit dort nicht gegeben ist,

hat “compass direct news” die folgende Geschichte dokumentiert:

 

Die 26-jährige Shamim Bibi, 26, Mutter eines 6-monatigen Mädchens aus dem Distrikt Bahawalpur, wurde am 28. Februar 2012 unter Verdacht des Verstoßes gegen Paragraph 295 des pakistanischen Strafrechts in Polizeigewahrsam genommen. Dieser Paragraph, auch als “Blasphemieparagraph” international berüchtigt und von Menschenrechtsgruppen immer wieder beklagt, wird im Land üblicherweise dazu gebraucht, um alle Nichtmuslime zu einzuschüchtern, zu diskriminieren und ihnen die üblichen Staatsbürgerrechte vorzuenthalten. Dies geschieht im “Normalfall” in der Form, dass ein beliebiger Arbeitskollege, Nachbar, Geschäftspartner oder sonstiger Bekannter den betroffenen Nichtmuslim (z. Bsp. Christen) der “Blasphemie” bezichtigt. Also der Beleidigung des “Propheten” Mohammed oder des islamischen Buches “Koran”. Wichtig hierbei ist nur, dass derjenige, der dieses “Verbrechen” zur Anzeige bringt, Muslim sein muss. Wenn er dann noch eine Gruppe muslimischer “Zeugen” für diese Tat rekrutieren kann, dann ist eine Haft für das Opfer ihres Komplottes praktisch garantiert. Unzählige Fälle von Nachbarschaftsstreitigkeiten, Besitz-Konflikte u. ä. wurden auf diese Art und Weise “bereinigt”, indem der beteiligte Nichtmuslim einfach als “Blasphemiker” aus dem Weg geschafft wurde.

 

Soweit zur “Rechtspraxis” in Pakistan, bitte verzeihen Sie mir die lange Vorrede, liebe Leser, aber jetzt komme ich auf den Fall der Shamim Bibi zurück. Im Verfahrensrecht Pakistans gibt es aber auch eine Vorschrift, nach der ein in Gewahrsam befindlicher Verdächtiger sich innerhalb von 14 Tagen einer konkreten Anklageschrift gegenüber sehen muss. Konkret: bis dahin müssen die polizeilichen Ermittlungen den Anfangsverdacht bestätigt haben, oder eben nicht, woraufhin der Verdächtige freizulassen ist. Im Falle der Shamim Bibi gilt aber scheinbar diese Regelung nicht, denn ihr konnte nichts Konkretes nachgewiesen werden, aber sie ist noch immer in Haft. Tja, sie hat wohl den “falschen” Glauben, um als Staatsbürgerin behandelt zu werden.

 

Was wird ihr nun eigentlich vorgeworfen ? Sie soll “böse Anmerkungen” über Muhammad gemacht haben, auch wenn in keinem offiziellen Dokument darauf eingegangen wird, was genau Shamim Bibi geäußert haben soll. Mittlerweile hat sogar einer der zwei in der Anzeige genannten “Zeugen” ihrer “Straftat” namens Abdul Quayyum bestritten, die betreffenden Äußerungen gehört zu haben. Ebenso wird von Bekannten und Nachbarn bestritten, dass der andere in der Anzeige genannte Zeuge überhaupt in der Nähe des Hauses von Shamim und Bashir gewesen sein könne. Der ganze “Fall” Shamim Bibi basiert also auf Luft, wie auch ihr Ehemann, Bashir Masih, bekräftigt: „Shamim ist in einen komplett grundlosen Fall verwickelt worden. Ich war bei ihr, als die fraglichen Dinge passiert sein sollen, nichts von alldem ist wirklich passiert. Die Muslime haben eine falsche Geschichte zusammengebastelt, obwohl bislang nicht klar ist, wer sie dazu angestiftet hat, diese Anschuldigungen zu äußern“.

 

Nach einem Besuch im Gefängnis bei seiner Frau äußerte sich Bashir Masih wieder recht zuversichtlich. Seine Frau habe festes Gottvetrauen, dass sich die falschen Vorwürfe wieder in das auflösen würden, was sie in Wahrheit sind: heisse Luft. Nur vermisse seine Frau ihr Kind, sagte Bashir den Medien. Auch ihr Anwalt sei noch zuversichtlich, seine Mandantin bald wieder in Freiheit zu sehen. Ein Antrag auf Kautionsfreilassung, den ihr Anwalt Mabub Khan am 17. März 2012 gestellt hat, ist jedoch bislang noch nicht bearbeitet. Wie aber auch immer die juristischen Verzögerungstaktiken und Winkelzüge sein mögen, die Hintergründe der ursprünglichen Anzeige bleiben spekulativ. Beobachter schätzen, dass es sich bei der Anzeige wegen angeblicher “Blasphemie” um einen Racheakt von Verwandten Shamims handeln könne, die vor kurzem zum Islam übergetreten sind und auch Shamim dazu bringen wollten, es ihnen gleichzutun. Vier Tage nachdem diese unmissverständlich ihre Zugehörigkeit zum Leib Christi erklärt hatte, begann ihr Ärger mit dem Gesetz. Zufall? {Quelle: “compass direct news” vom 10. April 2012}

 

 

 

2 Responses to “Hilfeschrei der Christen in Pakistan”

  1. Erich Foltyn Says:

    Schutz und Hilfe der internationalen Gemeinschaft: Ich bin der Einzige, der diesen Artikel liest.


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