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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Scharia im Nord-Mali mit Vergewaltigungen 11. April 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 13:27

Tuareg des Würzburger Africa Festivals flohen vor islamischen Rebellen

Timbuktu ist jetzt eine leere Stadt

 

 

Alhous Ag Tajou und El Kassim sind Tuareg. Bis vor wenigen Tagen lebten sie in Timbuktu in Mali. Alhous betrieb dort ein Reisebüro und ein kleines Hotel, denn in den vergangenen Jahren zog es verstärkt Touristen in die Wüstenstadt am Rand der Westsahara. Beim Würzburger Africa Festival waren die beiden seit 2004 jedes Jahr zu Gast, um in einem authentischen Tuareglager über ihre Heimat zu berichten. Auch in diesem Jahr wollen sie wiederkommen. Ob dies angesichts der turbulenten Ereignisse in Mali möglich sein wird, muss sich zeigen. Kurz vor Ostern konnte Stefan Oschmann, der Organisator des Festivals, noch mit Alhous Ag Tajou telefonieren. Es war der Tag des Einmarsches der Rebellen in Timbuktu. Da zeigte sich der Tuareg zuversichtlich. Es gehe ihm gut, sagte er, die Rebellen seien in der Stadt, doch alles sei friedlich. Klar werde er an Pfingsten nach Würzburg kommen, sagte Alhous voller Überzeugung. Doch die Dinge überstürzten sich in Mali. Weitere Versuche, Alhous zu kontaktieren blieben erst einmal erfolglos. Er sei ins benachbarte Burkina Faso geflohen, war zu hören. Und in der Tat konnte ihn Oschmann dort am Ostermontag erreichen. Hals über Kopf hatten Ag Tajou und El Kassim mit ihren Familien Timbuktu verlassen müssen. Timbuktu sei zu gefährlich geworden, sagte Ag Tajou, der zu den gemäßigten Tuareg gehört, am Telefon. „Timbuktu ist jetzt eine leere Stadt“, beschrieb er die Lage. Denn mit den islamistischen Rebellen, die jetzt das Sagen haben, wollen viele Tuareg nichts zu tun haben. Sie haben die 50 000-Einwohner-Stadt verlassen.

 

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Immer wieder gab es in den vergangenen 50 Jahren Aufstände des Nomadenvolkes der Tuareg gegen die Staatsregierung. Die „Herren der Wüste“ fühlten sich wirtschaftlich benachteiligt. Doch Mitte der 1990er-Jahre verständigten sich beide Seiten. Kleinere Scharmützel hatte es immer wieder gegeben, im Januar 2012 eskalierte die Situation im Tuareg-Gebiet im Norden Malis jedoch wieder. Tuareg-Rebellen, die in Libyen für Diktator Gaddafi gekämpft hatten, waren nach dessen Tod praktisch „arbeitslos“. Die bestens bewaffnete mehrere Tausend Mann starke Truppe kehrte nach Mali zurück. Als „Nationale Bewegung zur Befreiung von Azawad“ (landessprachlich für das Tuareg-Gebiet) wollten sie die Unabhängigkeit der Region erzwingen. Die schlecht ausgestattete malische Armee floh in die Hauptstadt Bamako im Süden und putschte gegen die Regierung, der sie Unfähigkeit im Kampf gegen den Terror vorwarf. Denn mit den Tuareg-Rebellen hatte sich im Norden die Islamistengruppe Ansar el Din (Verteidiger des Islam), ein El-Kaida-Ableger, verbündet. Und während die Armee im Süden putschte, fielen die Rebellen im Norden ein und eroberten die wichtigen Städte Kidal, Gao und zuletzt das zum Weltkulturerbe gehörende Timbuktu.

 

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Während die Tuareg-Rebellen für ein eigenes Staatsgebiet kämpfen, geht es Ansar el Din um mehr. Sie wollen Mali zu einem islamistischen Staat machen. In Timbuktu haben sie bereits ihre schwarze Fahne gehisst und Frauen das Tragen von kurzen Röcken und Hosen verboten. Henner Papendieck, regelmäßiger Africa-Festival-Gast und langjähriger Leiter des Entwicklungsprojekt Mali-Nord, war kurz vor Ausbruch der Unruhen noch in Mali. Er berichtet, dass die Einwohner Timbuktus mit den islamistischen Rebellen „absolut nichts zu tun haben“. Papendieck fürchtet auch nicht, dass die Rebellen sich über die Bibliotheken in Timbuktu hermachen, wo Zehntausende wertvolle Bücher und Schriften mit dem islamischen Wissen der malischen Blütezeit im 15./16. Jahrhundert lagern: „Das sind für diese Leute nur Truhen voll Altpapier“. Inzwischen hat der malische Präsident den Weg für eine Übergangsregierung freigemacht. Innerhalb von 40 Tagen soll es Neuwahlen geben. Das Land bleibt aber gespalten. Eine der Rebellengruppen hat im Norden den unabhängigen Staat Azawad ausgerufen, der aber von keinem Land anerkannt wird. Alhous und El Kassim warten derweil in Burkina Faso ab, wie sich die Lage zu Hause entwickelt. Ob und wann sie zurückkehren können, ist offen. Aber einen Plan wie sie an Pfingsten nach Würzburg kommen, haben sie bereits. Zunächst wollen sie zurück nach Bamako und von dort mit dem Flugzeug nach Frankfurt. Nach Würzburg ist es dann ja nicht mehr weit.

 

 

 

Die Tuareg
 

Seit Jahrhunderten hat das Nomadenvolk der Tuareg seinen Lebensraum im Gebiet der heutigen afrikanischen Staaten Mali, Algerien, Niger, Libyen, Burkina Faso und Marokko. Von den 15,4 Millionen Einwohnern Malis gehören etwa 300 000 dem Volk der Tuareg an. Sie leben im Norden des Landes. Sie haben eine eigene Sprache, das Tamashek. Sie werden auch das „blaue Volk“ genannt, weil sie mit Indigo gefärbte Kleidung tragen. Mit ihren Karawanen spielten die Tuareg eine wichtige Rolle beim Salztransport durch die Sahara. Heute kommen hierfür immer häufiger Transportfahrzeuge zum Einsatz, sehr zum Nachteil der Tuareg. 1990 bis 1995 revoltierten die Tuareg in Mali unter ihrem legendären Führer Mano Dayak gegen die Regierung, weil sie sich unterdrückt und ausgegrenzt fühlten. Mitte der 1990er Jahre wurde ein Friedensvertrag mit der Regierung geschlossen. Doch im Zuge des Bürgerkriegs in Libyen flammten die Unruhen im Norden Malis wieder auf, als Tuareg, die vorher für Diktator Gaddafi kämpften, aus Libyen vertrieben wurden und Gebiete im Norden Malis unter ihre Kontrolle brachten. {Quelle: www.mainpost.de – Von Karl Georg Rötter}

Mainpost Würzburg

 

 

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Tuareg-Rebellen haben im Norden von Mali einen eigenen Staat ausgerufen.

International wächst nun die Angst vor einem unkontrollierbaren Scharia-Staat,

Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe.

 

 

 

„Wir erklären feierlich die Unabhängigkeit von Azawad, die von heute an gilt“, verkündet Mossa Ag Attaher, Sprecher der Nationalen Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA), im Fernsehen. Auch in einer im Internet verbreiteten Erklärung geben die Tuareg-Rebellen die Unabhängigkeit von Azawad bekannt. International wächst nun die Angst vor einem neuen Problemstaat, Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe. Der Vormarsch der Tuareg begann mit einem Militärputsch in der Hauptstadt Bamako: Am 22. März stürzten Soldaten unter ihrem Anführer Amadou Sanogo den Präsidenten Amadou Toumani Touré. Die Armee zog sich anschließend weitgehend aus dem Norden Malis zurück. Das ermöglichte den Tuareg-Rebellen, angeführt von dem früheren Gaddafi-Getrauen Mohammed Ag Najem, ein schnelles Vorrücken: Die wichtigsten Städte der Region, Kidal, Gao und Timbuktu fielen schnell in die Hände der Tuareg. Im Süden Malis herrschen nun die Putschisten der Armee, im Norden die Tuareg.

 

Die Lage ist allerdings sehr unübersichtlich:

Islamistische Gruppierungen unterstützten zunächst die Tuareg,

sollen sich aber nun von den Nomaden distanziert haben.

 

Ein Sprecher der Gruppe Ansar Dine sagte am Freitag in einer Videobotschaft, erkenne die Unabhängigkeitserklärung der Tuareg nicht an. „Wir sind gegen Revolutionen, die nicht im Namen des Islam sind“, sagte der Sprecher. Ziel sei es, das islamische Recht der Scharia zu verhängen. Bewohner berichteten, dass die Islamisten die MNLA aus Timbuktu verdrängt hätten. Eine weitere Islamistengruppe erklärte, die Kontrolle in Gao übernommen zu haben. Die Tuareg erklärten zwar, dass der neue Staat  im Einklang mit den Grundsätzen der Vereinten Nationen stehen solle und alle Grenzen mit den Nachbarländern  anerkannt würden. Doch international wachsen die Befürchtungen, dass in der Region ein unberechenbarer Scharia-Staat entstehen könnte.

 

Amnesty warnt vor „schwerer humanitäre Katastrophe

 

Malis frühere Kolonialmacht Frankreich erklärte umgehend, eine Unabhängigkeitserklärung, die von den anderen afrikanischen Staaten nicht anerkannt werde, habe für die Regierung in Paris keinerlei Bedeutung. Die französische Regierung wolle die internationale Gemeinschaft gegen die „islamistische Gefahr“ in der westafrikanischen Sahel-Zone und gegen den al-Qaida-Ableger im nordafrikanischen Maghreb mobilisieren, sagte Außenminister Alain Juppé. Einen Militäreinsatz gegen die Tuareg schloss Juppé allerdings aus. Der Weltsicherheitsrat hatte bereits am Mittwoch ein Papier verabschiedet, in der unter anderem die Angriffe der Tuareg scharf verurteilt wurde. Amnesty International befürchtet nun eine „schwere humanitäre Katastrophe“. In den von den Tuareg eroberten Städten habe es „Tage voller Plünderungen, Entführungen und Chaos“ gegeben, die humanitäre Lage verschlechtere sich zusehends. In Gao sei die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Die Vorräte an Lebensmitteln und Medikamenten der Hilfsorganisationen seien geplündert worden. Die meisten Helfer seien geflüchtet. Zudem gebe es Berichte über Vergewaltigungen. Caritas International warnt, in Gao, Kidal und Timbuktu seien 90.000 Vertriebene ohne Hilfe. {Quelle: www.sueddeutsche.de}

 

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