kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ehrenmord.de und 1001geschichte.de berichten über Bereicherung 10. April 2012

Filed under: Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 21:00

Salafisten stürmen Minas Kirche in Imbab

Spurensicherung: „Eindeutig waren es viele Tiere, welche die Kirche stürmten und niederbrannten„!

 

Dilara Ö. – geboren: 1992: Mordversuch: 1. Januar 2012
 Wohnort: Steinbüchel (Leverkusen) – Herkunft: unklar – Kinder: 1 Tochter (zur Tat 2 J.)
 Täter: ihr Mann Yusuf (zur Tat 36 J.)
 

Dilara ist 19 Jahre alt und hat eine zweijährige Tochter. Das könnte (muss aber nicht) auf eine Zwangsheirat hinweisen. Am 1. Januar 2012 wirft Yusuf seine Ehefrau aus dem Fenster im 3. oder 4. Stock. Sie landet auf dem Asphalt. Nachbarn rufen den Notarzt. Die 2jährige Tochter war bei der Tat anwesend und wird zu Verwandten gebracht. Dilara wird notoperiert und überlebt mit Kopfverletzungen und Knochenbrüchen. Auch Tage später wird sie noch im künstlichen Koma gehalten. Yusuf wird festgenommen, aber danach in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das könnte unter Umständen die Vermutung stützen, dass Dilara den Mann nicht freiwillig geheiratet hat. Diese Tat ist vermutlich nur mit einer Aussage des Opfers aufzuklären. Allerdings ist wegen ihrer Verletzungen unklar, ob Dilara sich jemals wird erinnern können. Es kann sich bei diesem Fall also auch um die Tat eines schwer psychisch kranken Mannes handeln (und nicht um einen Ehrenmord). Für Hinweise (auch auf die Nationalität von Opfer und Täter) sind wir dankbar. Der Express gibt an, der Name Yusuf sei geändert.

 

 

Abdoal / Abdelkader D. – geboren: 1976: erschossen: 1. Januar 2012
 Wohnort: Hildesheim / Sarstedt (Niedersachsen) – Herkunft: Syrien
 Kinder: 5 oder 6 (zur Tat 3-12 J.) – Täter: Mohammed O., Ehemann von Abdoals Geliebter

 

1994 kommt Abdoal nach Hildesheim. Er heiratet die Syrerin Neval und bekommt mit ihr fünf oder sechs Kinder. 2010 trennt er sich und beginnt eine Affäre mit Yasmin. Sie ist seine Cousine, ebenfalls verheiratet und hat vier Kinder. Yasmin verlässt wohl ihren Mann und zieht zunächst in ein Frauenhaus. Vermutlich wollen Abdoal und Yasmin zusammen durchbrennen. Doch Yasmins Familie ist gegen die Beziehung und droht Abdoal mit dem Tod. Mitte 20. Am 1. Januar 2012 schießen zwei Männer an einer roten Ampel etwa zehnmal in sein Auto. Abdoal verblutet. Eine Woche später wird ein 47jähriger Syrer in Gelsenkirchen festgenommen, der die Tatwaffen besorgt haben soll. Er gilt als Wortführer eines weitverzweigten Clans. Auch das das Fluchtauto wird gefunden. Gut zwei Wochen nach der Tat wird Mohammed O. (38 J.), der Ehemann von Abdoals Geliebter festgenommen. Er hatte sich bei seinem Bruder versteckt. Der zweite Täter ist noch auf der Flucht. Es handelt sich vermutlich um den 33jährigen Besitzer des Fluchtwagens.

 

 

Aylin – geboren: 1983: fast erstochen: 28. Januar 2012
 Wohnort: Köln-Holweide – Herkunft: Türkei
 Kinder: keine gemeinsamen, sonst unklar – Täter: ihr Lebensgefährte Ahmet D. (zur Tat 41 J.)

 

Am 28. Januar 2012 sticht Ahmet mit einem Küchenmesser 11mal auf seine Lebensgefährtin (oder Geliebte) ein. Ein Zeuge schreitet ein. Daraufhin versucht, Ahmet, sich selbst zu verletzen (was für einen Ehrenmord recht ungewöhnlich ist). Nachbarn rufen die Polizei. Die Beamten finden die beiden Verletzten im blutverschmierten Dachgeschoss. Die Tat fand entweder in Aylins Wohnung oder auf dem Flur vor ihrer Wohnung statt. Beide werden notoperiert. Aylin schwebt zwei Tage später noch in Lebensgefahr. Als Grund für die Tat wird bislang die Trennungsabsicht der Frau genannt. Damit sei Ahmet nicht zurechtgekommen. Der Express gibt an, Aylin sei nicht der richtige Name der Frau. Da bislang so wenig bekannt ist, kann man nicht beurteilen, ob es sich tatsächlich um ein Ehrmotiv handelt

 

 

Fauzia – geboren: 1980: erstochen: 3. Februar 2012
 Wohnort: Werther (Gütersloh) – Herkunftsland: Kurden / Jesiden, vermutl. aus Syrien
 Kinder: 3 Töchter (zur Tat 10, 13, 15 J.) – Täter: ihr Mann Bedil (zur Tat 36 J.)

 

Fauzia und ihr Mann Bedil sind Jesiden, vermutlich aus Syrien (unklar). Mit 16 Jahren bekommt Fauzia ihre erste Tochter, was möglicherweise auf eine Zwangsheirat hinweist. Jesidische Heiratsregeln sind streng und werden mitunter brutal durchgesetzt. Im Laufe der Jahre erhalten beide, Fauzia und Bedil, die deutsche Staatsbürgerschaft. Es folgen zwei weitere Töchter. Am 31. Januar 2012 verprügelt Bedil seine Frau. Fauzia ruft die Polizei, die ihn für 10 Tage der Wohnung verweist. Am 3. Februar besucht ein Polizeibeamter die Wohnung, um zu kontrollieren, ob er das Verbot respektiert. Eine Stunde später kommt Bedil und ersticht seine Frau vor den Augen der 15jährigen Tochter. Danach ruft er die Polizei. Die beiden anderen Töchter sind zum Zeitpunkt der Tat in der Schule. Alle drei kommen in die Obhut des Jugendamts. Ihr Vater Bedil macht in seiner Vernehmung und vor dem Haftrichter keine Angaben zur Tat. Das Westfalen-Blatt zitiert eine Jesidin aus Bielefeld, die sagt, Fauzia hätte ihren Mann bereits mehrmals verlassen. Ihre Familie habe sie aber immer wieder gedrängt zurückzugehen.

 

 

Alexandra K. – geboren: 1986: erschlagen: 3. Februar 2012
 Wohnort: Schorndorf (Baden-Württemberg) – Herkunft: Opfer: Griechenland; Täter: Pakistan
 Kinder: keine – Täter: ihr Exfreund Naveed Hussain (zur Tat 27 J.)

 

Naveed Hussain wohnt in einer Sozialunterkunft in Urbach. Er ist arbeitslos oder arbeitet zwischenzeitlich bei einem Pizzabringdienst. Er stammt aus Pakistan, hat einen britischen Pass und wohnt seit seiner Jugend in Deutschland. Er ist der Polizei bekannt u.a. wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung. Ende 2011 trennt sich seine griechische Freundin Alexandra von ihm, möglicherweise, weil er sie geschlagen hat. Am 3. Februar 2012 trifft sich Alexandra mit Naveed in einer Gartenlaube, vielleicht zu einer Aussprache. Dort erschlägt er sie mit einem Werkzeug. Später findet der Bekannte, dem die Laube gehört, die Leiche mit eingeschlagenem Schädel und ruft die Polizei. Die Polizei fahndet bundesweit nach dem Täter. Drei Tage später wird er in einer Sammelunterkunft für Asylbewerber in Schwäbisch Gmünd gefasst.

 

 

Ahmet Ertürk – geboren: 1973: erschossen: 6. Februar 2012
 Wohnort: Duisburg-Beeck – Herkunft: Türkei
 Kinder: 2 – Täter: sein Nachbar Erkan Cosar (zur Tat 35 J.)

 

Dies ist ein Ehrenmord an einem männlichen Opfer. Das Muster ist für diese Fälle typisch: Denn das männliche Opfer wollte einer Frau helfen, aus ihrer gewalttätigen Ehe zu entkommen. Der Täter Erkan ist verheiratet mit Ayse. Sie haben zwei Kinder. Bekannte berichten von häuslicher Gewalt und brutalen Übergriffen. Ayse wendet sich an ihren Nachbarn Ahmet, der einen Computerladen betreibt und als sehr religiös gilt. Seine Familie versucht, Ayse bei der Trennung zu helfen. Das will ihr Mann Erkan nicht akzeptieren. Im Oktober 2011 kommt es zu einer Prügelei, die bei der Polizei angezeigt wird. Am 6. Februar 2012 hat Ahmet Möbel in seinen Kleinlaster geladen und parkt vor seinem Haus ein. Neben ihm hält sein Nachbar Erkan. Er zieht eine Pistole und schießt ihm 6mal in Kopf und Brust. Danach geht der Täter in eine Gaststätte und lässt von dort die Polizei rufen. Dann geht er wieder nach draußen und schießt erneut auf sein Opfer. Dessen Eltern (die ihm beim Tragen der Möbel helfen wollten) beobachten die Szene. Diese öffentliche Inszenierung ist typisch für einen Ehrenmord. In der nahe gelegenen Duisburger Grundschule wird es später Diskussionen darüber geben, dass manche Schüler den Mord als Ehrenmord rechtfertigten. Der Täter lässt sich nach der Tat von der Polizei festnehmen, verweigert aber die Aussage. Das Opfer stirbt im Krankenhaus. Ayse ist nicht der richtige Name der Frau.
 

 

 

Nancy R. – geboren: 1993: erstochen: 19. März 2012
 Wohnort: Hamburg – Herkunft: Indien
 Kinder: keine – Täter: ihr Exfreund Kaka (zur Tat 18 J.)

 

Die 15jährige Nancy kommt aus Indien nach Hamburg und verliebt sich auf einer Hochzeitsfeier in den ein Jahr jüngeren Kaka, einen Asylbewerber, ebenfalls aus Indien. Er ist in Plauen gemeldet. Die Teenager bleiben in Kontakt. Doch Nancys Eltern sind gegen die Beziehung und schaffen die Realschülerin im Februar 2012 nach Dänemark. Nancy ist jetzt 19 Jahre alt und wird im Schnellverfahren an Dayya S. verheiratet. Er ist ebenfalls aus Indien, vermutlich ein Importbräutigam. Nach der Zwangsheirat weist Nancy ihren Exfreund ab. Trotzdem trifft sie sich wohl wieder mit ihm. Am 11. März 2012 wird sie als entführt gemeldet. Sie meldet sich aber bei der Polizei und gibt an, freiwillig bei ihrem Exfreund zu sein. Ihren Eltern sagt sie, dass sie ihren Ehemann nicht mehr liebt. Diese verprügeln Kaka später mit Golfschlägern. Dann trifft sich Nancy wieder mit ihrem Exfreund, der inzwischen illegal in Hamburg lebt, sagt ihm aber, dass die Trennung endgültig sei. Am 19. März 2012 ist Nancy auf dem Weg von ihrem Büropraktikum (oder Ausbildung) nach Hause. Ihr Exfreund Kaka lauert ihr auf und ersticht sie auf offener Straße. Zeugen rufen die Polizei zur Robert-Schuman-Brücke in Hamburg. Der Täter wird festgenommen. Er hat leichte Schnittverletzungen am Hals. Möglicherweise wollte er einen Selbstmordversuch vortäuschen. Nancy stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Das Motiv des Täters ist undurchsichtig. Sollte es dabei um eine erhoffte Aufenthaltsgenehmigung gehen, ist dies kein Ehrenmord. Über Hinweise freuen wir uns!

 

 

1001 Nacht

 

 

Geschichte 238 – Daisy (Tunesien)

 

Sieben „verflixte“ Jahre – meine verlorene Jugend

 

Seit bald einem Jahr bin ich nun rechtskräftig geschieden. Ich lebe jetzt in einer glücklichen Beziehung. Und dennoch gibt es da diese sieben Jahre, die wohl sehr schwer in ein paar Worte zu fassen sind. Darum möchte ich meine Geschichte nicht chronologisch, sondern nach Schlagworten erzählen. Aller Anfang ist schön. Ich habe Bilel in Wien kennengelernt, kurz nach meinem Schulabschluss. Durch meinen Sommerjob auf einem Campingplatz traf ich seinen Bruder und damit dann auch ihn. Im Nachhinein frage ich mich oft, wie schnell ich so blöd sein konnte. Denn Anfang Juli lernte ich ihn kennen und Ende September waren wir standesamtlich verheiratet. Er braucht Papiere, um arbeiten zu können und setzte mich unter Druck. Mein gesamtes Umfeld schrie auf, meinen Eltern verheimlichte ich die Heirat. Er vermittelte mir das Gefühl, dass alle gegen uns sind, also wir gegen den Rest der Welt…
Erste Probleme. Die Probleme begannen eigentlich gleich zu Anfang. Da war der Druck ihn zu heiraten, mich von meinen Freundinnen zu entfernen, die ja gegen uns waren und ihm eine gute Frau zu sein. Es kam zu einer Zeit, als er begann, mich zu schlagen. Da gab es auch ein erstes Aufbäumen meinerseits und er hörte in der Moschee, dass er mich nicht schlagen dürfte. Darum entschuldigte er sich. Ach ja, alleine ging ihm das wohl nicht ein.

 

Islam

 

Als ich Bilel kennen lernte war er recht gläubig, er betete und hielt sich an die Regeln des Islams, ich zeigte Interesse am Glauben und wurde auch recht schnell Muslima. Warum genau, das ist eine andere Geschichte. Nun kam es aber auch, dass ich im Laufe der Jahre feststellen musste, dass er mir einerseits predigte, wie ich mich als gute Muslima zu verhalten habe, er selbst fiel aber sehr vom Glauben ab. Diese Doppelmoral machte mich verrückt.
Betrügen. Nach ca. 3 Jahren begann er im Internet auf Flirtseiten aktiv zu sein. Dort gab er sich als „getrennt lebend“ oder „geschieden“ aus. Ich war schockiert, es gab mitten in der Nacht wilde Szenen, bei denen er mich auch wieder schlug oder nicht aus der Wohnung ließ. Dazu kamen viele SMS, die Tatsache, dass er das Handy versteckte und Frauen, die mir sagten, sie hätten etwas mit ihm (gehabt), wenn ich doch mal an sein Handy und damit Nummern kam. Besonders eine Frau in Tunis schien es ihm angetan zu haben. Er stellte sie als arme Irre dar, die ihm nachlief. Dass er sie aber anrief, wie ich es auf den Auszügen der Telefongesellschaft sah, dass konnte er mir nicht erklären. Sie erzählte mir im Nachhinein, dass er sie erpresste (Brüder in Tunis sollten nicht wissen, dass die Schwester was mit einem verheirateten Mann hat) und mich als arme Irre darstellte. Dazu kamen Videos, die ich am Handy fand, Inhalte waren grausig. Und von ihm aufgezeichnete Telefongespräche, er beim Telefonsex mit einer anderen. Das ist nur ein kleiner Auszug seines „Schaffens“. Warum ich das zuließ? Er war ein perfekter Lügner, toll im Manipulieren. Entweder habe ich mir alles eingebildet, oder wenn er nichts mehr leugnen konnte, war ich schuld, weil ich so eine schlechte Frau war…

 

Geld

 

Geld war das um und auf für ihn. Er wollte es nur nicht in Wien ausgeben. Er wohnte ohne schlechtes Gewissen in der Wohnung meines Vaters. Dem musste ich sagen, dass ich keine Geld habe, warum mein lieber Ehemann aber das Geld für Autos, unzählige Tunesienurlaube und das Zeug, das er rüber schaffte hatte, dass sollte ich ihm auch erklären, alleine natürlich. Hier nahm er es wohl mit dem berühmten Ehrgefühl nicht mehr so genau. Seine Gier nach Geld ging soweit, dass er auch eine Zeit lang Drogen verkaufte und verurteilt wurde. Ich fand in meiner Wohnung Plastiktüten für den Verkauf, hinter meinen Kopftüchern versteckt. Die kurze Reise nach Italien war Drogenbeschaffung. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, in welche Gefahr er mich damit brachte. Ich studierte zu dem Zeitpunkt. Die Unterstützung leistete mein Vater, er fragte nur immer, wann ich denn endlich verdiene. Das Geld, das meine Familie für mich angelegt hatte wurde geplündert, gefragt, ob meine Großeltern nicht noch was haben, mir wurde schlecht. Dazu kamen zwei Kredite, mit deren Geld er sich Wohnungen in Tunis kaufte, natürlich haben die Banken ihr Geld nie wieder gesehen. Ich habe nicht unterschrieben beim Kredit, die einzig gute Tat von ihm.

 

Zwei Leben

 

Ich sollte vor anderen Männern nicht reden, nicht so „peinlich“ sein, also nicht meine Meinung sagen. Nun bin ich aber eigentlich ein lustiger Mensch, der immer gerne Spaß hat. Wenn ich mit ihm zusammen war, war ich ein Roboter, mein Leben führte ich mit meinen Eltern, auf der Uni und wenn er nicht da war, das war oft der Fall. Denn er blieb gerne mal 4 Monate in Tunis. So war es auch recht leicht am Ende, mich von ihm zu lösen, denn da war eigentlich schon lange nichts mehr.

Das Ende: Wann es eigentlich zu Ende war, ist schwer zu sagen. Ein wichtiger Punkt war, dass er sogar auf der Hadsch nach Mekka, die er nur wegen mir unternehmen konnte (wurde von einem Saudi bezahlt für Konvertiten und er als Begleiter durfte gratis mit, obwohl andere Männer das sehr wohl bezahlt hatten), mit seiner Flamme telefonierte. Auf der heiligsten Reise telefoniert er mit seiner Affäre, erzählt ihr, dass er sie heiraten möchte, na dann… Es war kein endgültiger Krach, es war einfach einmal zu viel. Als ich wieder einmal die Nummer der anderen fand, sagte ich: „Raus.“ Er blieb noch eine Zeit in der Wohnung, schwankte zwischen Entschuldigungen und Wutanfällen. Ich war emotional so weit von ihm entfernt, dass ich mich nicht mehr rumkriegen ließ.

 

Scheidung: Im Juli 2010, nachdem es 2 Monate vorbei war, fuhr ich nach Griechenland, zu Freunden, die ich 7 Jahre nicht sehen durfte. Dort traf ich auch meine erste große Liebe wieder, er ist der Mann, der mich in der darauffolgenden Zeit gestärkt hat. Denn mein Ex war gemütlich in Tunis und sah es überhaupt nicht ein nach Wien zur Scheidung zu kommen. Es folgten Hinhaltetaktiken, erst sagte er, er kommt bald, dann lassen wir uns sofort scheiden, dann hatte er es doch nicht so eilig. Endlich, im November 2010 war er in Wien. Und die Schlacht konnte beginnen… Aus Angst, sein Aufenthaltsrecht wegen der Drogengeschichte nun endgültig zu verlieren, weigerte er sich, ließ Termine platzen, bis der Richterin der Geduldsfaden platzte. Ein letztes Mal musste ich durchhalten, nämlich, als er „seine Sicht der Dinge“ darstellte. Er wollte sich zwar nicht scheiden lassen, weil er an eine Zukunft glaubte (Na klar…), andererseits war ich eine eifersüchtige Furie, die ihm das Leben zur Hölle machte. Da ruhig zu sitzen, ist verdammt schwer. Ich habe es durch die Hilfe meines Partners irgendwie geschafft und endlich, im Jänner 2011 war ich frei. Sobald die Scheidung durch war, war ich nicht mehr interessant für ihn. Nur einmal noch schrieb ich ihm über facebook, er solle doch endlich die Postadresse ändern, da ich nicht seine Mahnungen bekommen möchte. Die Antwort? „Ich verstehe nicht, warum du mich so hasst, dass du meine Briefe nicht willst, immerhin hasse ich dich nicht und du hast mir auch viel Schlechtes getan“ Da musste ich lachen.

 

Resümee: Ich war bei meiner Heirat 19, ich hatte wohl eine irre Art von Torschlusspanik, da alle Freundinnen einen festen Freund hatten. Verliebt war ich eigentlich nie, im Nachhinein betrachtet, irgendwann nur abhängig. Ich frage mich in meiner jetzigen Beziehung oft, ob ich einen „so guten Mann“ überhaupt verdiene, obwohl es nur der normale Respekt ist, den mein Freund mir entgegenbringt. Das ist wohl der Schaden, den ich mitbekommen habe. Und ich frage mich oft, wie verdammt naiv ich doch gewesen bin und warum ich nicht früher den Schlussstrich gezogen habe. Aber diese Fragen bringen mich nicht weiter, sondern nur der Blick in eine Zukunft, die nicht viel mit meiner Vergangenheit zu tun hat.

 

 

Geschichte 239 – NoraDeutschland/Ägypten

 

Für seinen Aufenthaltsstatus schreckte er vor nichts zurück

 

Lange Zeit habe ich mich nicht getraut, meine Geschichte aufzuschreiben. Da ich aber glaube, dass meine Daten hier absolut sicher sind, werde ich es nun tun, um auch andere Frauen vor so einem Schicksal zu bewahren. Es war 2006, als ich meinen Mann hier in Deutschland kennenlernte. Er ist Ägypter und war hier mit einer Deutschen verheiratet. Wir haben uns in der Arztpraxis kennengelernt, wo ich arbeite. Er hatte Magenprobleme und wurde bei uns behandelt. Wir kamen irgendwie ins Gespräch und er erzählte mir, dass er so krank sein, weil seine Frau ihn so schlecht behandelt hatte und ihn in seine Heimat abschieben wollte, weil sie einen anderen hat. Er tat mir sehr leid, weil er weinte. Er kam dann mehrmals in die Praxis und wir freundeten uns an. Wochen später rief er mich an und lud mich auf einen Kaffee in ein Kaufhaus-Café ein. Ich ging hin. Ich weiß nicht, wie es geschah, aber ich verliebte mich in seine traurigen Augen und wollte ihm helfen. Wir trafen uns immer öfter und so kam es, dass ich ihn eines Tages zum Essen in meine Wohnung einlud. Ich war selbst geschieden und lebte seit 2 Jahren schon alleine. Auch mein 1. Mann hatte mich betrogen und deshalb konnte ich ihn gut verstehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich 35 Jahre alt. Der Ägypter, ich nenne ihn mal A., 5 Jahre jünger. A. arbeitete bei einer Zeitarbeitsfirma und verdiente nicht viel. So kam es dann, dass er nach ein paar Wochen zu mir zog.

 

Nun ging es darum, dass sein befristeter Aufenthalt ablief, weil seine Scheidung ausgesprochen wurde. Er bettelte und flehte, ich möge ihn heiraten, damit er nicht in seine Heimat abgeschoben werden könne. Er würde dort sofort in ein Gefängnis kommen, weil er einen korrupten Polizisten geschlagen hatte und sich einer politischen Gruppe, die gegen das Regime ist, angeschlossen hatte. Außerdem schwor er mir immer und immer wieder seine Liebe und war auch wahnsinnig lieb und zärtlich zu mir. Er gab mir seinen Lohn und wir machten gemeinsame Kasse. Alles schien perfekt. Also heiratete ich ihn und kurz darauf war ich schwanger. Das Leben war für mich perfekt. Bis zur Geburt unserer Tochter war alles easy. Dann aber begann der Terror. Quasi über Nacht entwickelte sich mein so liebevoller Mann zum Tyrannen. Ich brauche hier im Einzelnen nicht aufzuführen, was ich aushalten musste. Es ähnelt vielen Geschichten hier. Beschimpfungen, Schläge und ein Mann, der sich nur noch um seine Kumpels kümmerte. Geld gab es nur noch sporadisch. Ich wollte eigentlich nach der Geburt wieder so schnell wie möglich arbeiten und wir wollten uns die Kindererziehung teilen.

 

Davon wollte er nun nichts mehr wissen. Er war nie da und ich konnte nicht arbeiten gegen. Er belog und betrog mich, bis ich nicht mehr konnte. Ich zog mit meinem Kind zu meiner Mutter, die unterm Dach eine kleine Wohnung für uns einrichtete und reichte die Scheidung ein. Die gemeinsame Wohnung habe ich gekündigt. Meine Möbel musste ich in einer Nacht- und Nebel-Aktion herausholen. Er musste dann ausziehen und sich eine neue Bleibe suchen. Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, aber seine Anwältin muss auch auf seine Krokodils-Tränen hereingefallen sein. Jedenfalls tat sie alles, um mir das Sorgerecht streitig zu machen, was ihr Gott sei Dank nicht gelang. Mein Mann erzählte ihr, dass ich ihn schlecht behandeln würde und er deshalb schon Magengeschwüre hätte. Das brachte mich auf die Idee seine Ex-Frau ausfindig zu machen. Den Namen hatte ich ja aus der Scheidungsurkunde. Ich fiel aus allen Wolken bei dem, was sie mir erzählte. Sie war sehr viel älter als er und konnte keine Kinder mehr bekommen. Aus diesem Grund hat er sie verlassen. Sie war nur dafür da, ihn nach Deutschland zu holen. Er sagte ihr dann, dass er sich eine Jüngere suchen würde, hat sie ebenfalls belogen und betrogen, ihr auch ständig Geld gestohlen und sie bei der kompletten Familie schlecht gemacht.

 

Tja so war‘s. Ich musste erkennen, dass er nicht nur seine 1. Frau, sondern auch mich benutzt hat. Unser Kind sichert ihm den Aufenthalt. Inzwischen sind wir geschieden und A hat eine Landsmännin geheiratet. Das war wohl von Anfang an so geplant. Sie leben in meiner Stadt, keine Ahnung wovon. Sein Besuchsrecht nimmt er nur noch selten war. Unser Kind interessiert ihn nur dann, wenn er auf eine Behörde muss und den tollen Vater spielt. Unterhaltszahlungen kommen natürlich auch nicht. Aber ich bin froh, dass er Ruhe gibt und ich mich zusammen mit meiner Mutter (weil ich wieder arbeite), der Erziehung meines kleinen Schatzes widmen kann. Vielleicht finde auch ich eines Tages wieder einen liebenswerten Lebenspartner. Die A-Geschichte ist für mich abgeschlossen.

 

 

Geschichte 240 – ada (Kenia)

 

Am Ende war es doch nur Betrug

 

Ich beginne diese Geschichte im Jahr 2004. Nach einem Burnout war ich mit 53 Jahren frühpensioniert und nach 10 Jahren Ehe war ich mittlerweile von meinem damaligen Mann aus Ghana geschieden. Ich kannte Kenia von alleinigen und auch gemeinsamen Reisen und machte nun dort Urlaub in Mombasa, vorerst im Hotel. Mit meinem langjährigen, guten Freund H. habe ich einen Trip nach Lamu unternommen, wo ich A. kennenlernte. Nach dem Urlaub ergab sich über Zufälligkeiten und Umwege die Möglichkeit für mich, in Mombasa dauerhaft und günstig eine kleine Wohnung am Nordstrand von einem Bekannten zu übernehmen. Ich griff zu und begann eine Beziehung mit A. Wir lebten zusammen und nach 3 Jahren auf und ab konnte ich mich aus dieser Bezness- Beziehung lösen. Auch war ich mit E. befreundet, die es im Leben schwer gehabt hatte und der ich gerne helfen wollte. Ich schaffte es tatsächlich für sie ein Visum für Deutschland zu erhalten, nahm sie mit und dann ist sie abgehauen und untergetaucht – auch Bezness wenn man so will, wenn auch nur im freundschaftlichen Rahmen – und trotzdem nicht minder leidvoll!

 

Ich hatte also schon einige Erfahrungen mit dem Bezness-Geschäft gemacht, und doch kann ich sagen: Ich war nicht vorbereitet auf das was kommen sollte, war nicht auf S. vorbereitet. Ich wohnte nun dauerhaft, zumindest 9 Monate im Jahr in meinem Appartement in Kenia. Mein afrikanischer Traum war in Erfüllung gegangen. Nachdem ich 2 Jahre keine Liebesbeziehung hatte, traf ich S. Er arbeitete bei M. und fuhr mit dessen Boot Touristen spazieren. Ich war mit meiner „Freundin“ – die, nebenbei bemerkt auch den Kenia-Virus hat, unterwegs und landete im Katamaran von S. Er kannte mich bereits, denn er hatte mich, wie ich heute weiß, schon länger am Serena-Beach „studiert“. Auf diesem Segeltörn hat er in erster Linie aufmerksam zugehört. Aus den Gesprächen wusste er nun auch wo ich wohnte und brachte mir fortan morgens und von sich aus einen frischen Obst- Korb,(na, eigentlich war es eine Plastiktüte) den er auch definitiv nie bezahlt haben wollte. Ich lud ihn immer auf eine Tasse Tee ein und wir freundeten uns an. Meistens kam er alleine, manchmal auch mit seinem Chef. Eines Tages wurde ich auf seine, mit entzündlichen Blasen übersäten Schienbeine aufmerksam. Auf mein Drängen hin hat er sich von einem Hautspezialisten behandeln lassen. Dieses war die erste Rechnung, die ich- selbstverständlich – denn er hatte ja kein Geld – übernommen habe.

 

Freunde von mir, die er durch mich kennengelernt hatte, wollten zu diesem Zeitpunkt gerne für ein paar Tage in mein Appartement. Mein Freund hatte das mitbekommen und mir angeboten, wir beide könnten ja für die Tage eine gemeinsame Reise machen. Die Idee gefiel mir und so kaufte ich die Tickets für uns für eine Inselhopper-Tour. Die erste Nacht in einem Doppelzimmer war die Nacht in der ich anfing mich in ihn zu verlieben, vorher war nichts Sexuelles zwischen uns. Wir verbrachten eine superromantische Woche auf den verschiedenen Inseln, wo er einfühlsam auf mich und meine Bedürfnisse als Frau einging und es wirklich verstand, mir Geborgenheit zu vermitteln. Ich kann sagen: nie war ich im Leben so glücklich. Nach unserer Rückkehr war mein Appartement noch für eine Nacht von meinen Freunden belegt und er hat , kreativ wie er war, für uns ein Zelt im Garten organisiert und aufgebaut… er wusste einfach ganz genau welche Knöpfe er bei mir drücken musste um mich zu kriegen, und es funktionierte !

 

In der nun folgenden Zeit sprachen wir (eigentlich mehr er) viel von einer gemeinsamen Zukunft. „Not for the season, for life!“ Ich war zu dem Zeitpunkt bereits über beide Ohren in ihn verliebt. In seinem Namen kaufte ich ein eigenes Katamaran, genauer gesagt ein „Topkat“- für 3500,-€ (Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es nur 3000,- gekostet hatte), er hatte also da angefangen, sich Geld abzuzweigen. Nach und nach wurde seine 5 jährige Tochter in unser gemeinsames Leben integriert und wir waren praktisch eine kleine Familie und wurden dafür durchaus auch beneidet. Natürlich zahlte ich alles für uns Drei von Lebensmittel, Kleidung bis zu Schulgeld und Arzt. Ein Tag lief bei uns ungefähr so ab: Als erstes stand ich auf, dann irgendwann S. Auf der Toilette gab es seinen ersten Joint (von insgesamt tägl. 6-8), dann ging er joggen und Krafttraining machen. Danach waren wir gemeinsam auf dem Markt, machten Einkäufe, segelten, waren am Strand und hatten es einfach schön…. Zumindest hab ich es so zutiefst als schön empfunden. Er kochte für uns und er saß oft spätnachmittags hinterm Haus und hat sich mit Freunden Geschichten erzählt, kam dann rein und wir schauten gemeinsam fern und dergleichen. Auch hatten wir oft Besuch von Musungus (weiße Frauen) aber auch genauso viel von seinen Freunden und unternahmen auch viele Trips.

 

Innerhalb dieser gemeinsamen Zeit , die über ein Jahr anhielt, kaufte ich ihm unter anderem ein Motorrad, bezahlte den Führerschein (alle Klassen) baute von meinem Geld sein Haus fertig, bezahlte größere Rundreisen durch ganz Kenia (das er bis dahin nicht kannte) übernahm für ein Neugeborenes aus seiner Familie eine teure Operation, bezahlte ihm einen Pass und, und, und. Zusammenfassend habe ich für ihn ca. 20.000,-€ ausgegeben. Er hatte an anderer Stelle durchaus versucht noch mehr für sich rauszuholen… wie z.B. Grundstücke und dergleichen, worauf ich aber nicht einging. Mittlerweile kann ich erkennen, dass auch fortwährende, latente Manipulation ein wichtiger Faktor bei diesem „Geschäft“ ist. So wird darauf geachtet das die europäischen Frauen untereinander besser im Streit leben damit sie sich nicht zu viel unterhalten und zusammen schließen, werden also absichtlich gegeneinander aufgestachelt. S. hat Streit provoziert um sich Freiräume zu verschaffen, wofür auch immer. Ich hatte ihn jedenfalls immer mal wieder rausgeschmissen, was er, glaub ich, auch so wollte. Aber er hatte so eine emotionale Abhängigkeit geschaffen, dass ich ihn natürlich immer wieder genommen habe – es musste! Insgesamt waren wir ca. 1,5 Jahre zusammen.

 

Am Rande möchte ich auch erwähnen, dass Vodoo und Religion – im Namen Allahs – auch eine Rolle spielte. („A miracle will come…“ usw, sprich Hoffnungen und eine „höhere Macht“ benutzt wird). Ich war im Sommer 2011 ungefähr 6 Wochen in Deutschland. Um ihn zu überraschen hatte ich dort für ihn eine Verpflichtungserklärung/Einladung beantragt und erhalten. Als ich in Mombasa ankam, konnte er mich nicht vom Flughafen abholen, da er, wie er mir telefonisch mitteilte, in Nairobi zur Moschee- Einweihung sei, aber er wäre 3 Tage nach meiner Anreise wieder da. Ein gemeinsamer Bekannter sagte mir noch am selben Tag, dass er S. aber noch am Vortag in Mombasa am Strand mit einer anderen Europäerin gesehen hätte – einer Französin. Am nächsten Morgen kamen sein Freund und seine Schwester zu mir, bestätigten meine schlimmste Befürchtung mit den Worten: „Ja, aber das mit der Musungu ist zwar wahr, aber nicht das Schlimmste, der Kat ist weg!“. Vom Verschwinden des Katamarans wurden mir nun fortan immer zwei völlig verschiedene Varianten erzählt und ich wusste, dass es gelogen sein musste… mittlerweile, Monate später, behauptet das auch niemand mehr, jeder weiß, dass es irgendwo versteckt ist. Nach und nach kamen auch weitere Fakten ans Licht. Unter Anderem, dass er bereits 8-9 Daus, finanziert von anderen Frauen besessen, und nach Beendigung der Beziehung jeweils wieder verkauft hatte. Dass er, seit er 12 Jahre alt ist nicht mehr zur Schule ging und seitdem sein Leben nur über Bezness-Beziehungen finanziert. Und auch nur am Rande möchte ich hier erwähnen: ich weiß, in Afrika ist überleben auch nicht leicht, die Armut treibt die Menschen oft zu solch einem Verhalten. Trotzdem: er hat mich belogen, betrogen, abgezockt und fallengelassen, als ich zu viel wusste… er hat für die Schauspiel-Leistung 5 Oskars verdient!

 

Mein Kummer, mein Leid welches aus dieser emotionalen Vergewaltigung (den so fühlt es sich an!) entstanden ist, ist immer noch unermesslich. Ich sehe und verstehe das mittlerweile alles ganz deutlich und doch kann ich es nicht begreifen, was er mir angetan hat. Immer wieder mache ich mir bewusst, was hier passiert ist und kann es doch nicht glauben und erwische mich dabei, dass ich ihn wieder haben will. Wahnsinn, verrückt. Aber genau da wollte er mich ja auch hinhaben. Ich habe durch die Beziehung mit ihm und seiner wahren Motivation, die ich nicht gesehen habe, Selbstachtung und Selbstvertrauen- vor allem zu meinen Gefühlen und meinem Instinkt verloren, es ist als ob ich glaube, das nur er mir diese zurückgeben könnte, wie auch immer. Es ist schwer zu Recht und da raus zu kommen, auch jetzt noch 5 Monate später. Ich halte an dem Schmerz fest, weil er das Einzige ist, was mir von ihm und der schönen Zeit mit ihm geblieben ist. Furchtbar ! Ich hoffe, dass es bald vorbei geht.

 

 

Geschichte 241 – JihanÄgypten

 

Abenteuer Sharm el Sheikh – inklusive Gefängnis

 

2009 war ich zum ersten Mal in Ägypten. Der Urlaub in Sharm war ein Traum und ich wusste bereits am 3. Tag, dass ich in diesem Land bleiben wollte. Und entgegen vieler Vermutungen hatte das nichts mit einem Mann zu tun, sondern einfach, weil ich was etwas erleben wollte und reif war für eine Veränderung. Ich fühlte mich irgendwie „angekommen“. Zwei Monate nach meinem ersten Urlaub flog ich erneut nach Sharm el Sheikh um mich nach Arbeit, Wohnung und Lebensunterhaltungskosten zu informieren. Ich knüpfte Kontakte und bereitete alles für mein neues Leben dort vor. Alles lief super, ich bekam einen gut bezahlten Job, eine tolle Wohnung am Strand und ich hatte Kontakte zu anderen Deutschen und zu Einheimischen. Alles lief perfekt und im kommenden Jahr war es dann soweit. Die ersten Monate waren ein Traum. Es lief alles wie ich es wollte (weiterhin ohne Habibi). Im Gym lernte ich Ihn dann kennen und das Schicksal nahm seinen Lauf. Sein Name war A. Mohamed und er war ein Traum von einem Mann. (Euch alles darüber zu erzählen würde hier den Rahmen sprengen, deswegen konzentriere ich mich aufs Wesentliche).

 

Wir trafen undverliebten uns und alles schien perfekt. Bis er mich eines Abends von meiner Wohnung abholte. Kurz darauf klingelte jemand energisch an der Tür. Es war ein Ägypter den ich kannte und der sich wohl mehr von mir erhofft hatte. Dem Dormann hatte er gesagt, ich sei seine Frau und der solle ihm immer melden, wann ich gehe und vom wem ich Besuch bekam. Da mein Habibi ja in meiner Wohnung war, war der Andere nicht weit. Alle Nachbarn kamen schon zusammen, und nach der kurzen Antwort, von ihm: „Das ist die Wohnung meiner Frau“, interessierte sich auch keiner mehr für den Lärm. Die Polizei die ich alarmierte, legte einfach wieder den Hörer auf, dreimal hatte ich einen Notruf absetzen wollen. Keine Reaktion. Als wir die Lichter löschten um abzuwarten ob er ginge, kam er über den Balkon. Leider habe ich zu spät reagiert und er drückte von außen, ich von innen. A. Mohamed bat mich, ins Schlafzimmer zu gehen, um das nicht mit ansehen zu müssen, was er nun tun wollte. Er öffnete die Tür, packte den Einbrecher, riss ihn zu Boden, setzte sich auf ihn und verpasste ihm eine Ohrfeige nach der anderen. Schließlich war er viel größer und äußerst gut trainiert. Die Sache schien geklärt und der kleine Einbrecher fing vor Angst an zu heulen. A. Mohamed war natürlich mein Held. Am nächsten Tag erhielten wir einen Anruf, dass der Einbrecher überall herumerzählt hatte, wir hätten ihn bestohlen und mit einem Messer verletzt. Also gingen wir direkt zur Polizei um das zu melden. Da ich aber keine Touristin mehr war, sondern ein Visum für ein Jahr hatte, war das nicht innerhalb von ein paar Minuten geklärt.

 

Wir wurden alle inhaftiert (Die Botschaft erklärte mir später, dass ich Glück hatte, das ich nur 24 Stunden festgehalten wurde). Den Einbrecher holte man bei seiner Arbeit ab. Uns behielt man gleich da. Er hatte bereits Anzeige gegen uns erstattet, wegen Körperverletzung und Raub und zudem wäre ich seine Frau und hätte ihn betrogen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel Hass mir von ALLEN Männern im Gefängnis entgegenkam. 24 Stunden wurde ich festgehalten, in einem ägyptischen Gefängnis, obwohl ich nicht das Geringste getan hatte. Telefon und Pass nahmen sie mir ab. Einen Anwalt bekam ich nicht. Ich hatte einfach stillzustehen, den Mund zu halten und zu warten. Keine Toilette, kein Wasser, kein Telefon, nichts. Wollte ich was fragen, pöbelten die Beamten nur „Shut up“. Nach ein paar Stunden Wartezeit kam der Anwalt des Einbrechers um uns einen Deal vorzuschlagen: Ich solle 10 000 Pfund bezahlen und die Sache sei erledigt. (Keine Ahnung ob da sogar die korrupte Polizei mit drinsteckte) . Ich verweigerte. Schließlich käme es einem Schuldgeständnis gleich. Also wurden wir alle in Handschellen nach El Tur verfrachtet, um vor den Staatsanwalt zu treten. Vor Ort standen die Anwälte schon aufgereiht und ich konnte einen auswählen. Knapp 100 Euro hat mich der gekostet (Ich hätte auch mehr bezahlt, so eingeschüchtert war ich). Nach 24 Stunden durften wir dann gehen. Aber das war‘s dann mit dem Abenteuer Sharm. Das Risiko war zu hoch, dass er uns erneut irgendetwas anhängen würde. Sei es Drogen in der Wohnung verstecken, oder ähnliches. Also machten wir uns auf nach Kairo zur Familie meines Habibis.

 

Dort blieben wir 3 Monate, bevor wir nach Hurghada gingen, um unser Leben wieder allein zu leben. Alles war super, meine Familie und meine Freunde fanden meinen Habibi auch toll. Aber alles änderte sich plötzlich. A. Mohamed war von heute auf Morgen nicht mehr derselbe. Ständig kontrollierte er mich, verbot mir alleine rauszugehen, nicht mal auf den Balkon durfte ich. Es wurde einfach unerträglich. Ich musste einfach nach seinen Launen leben. Wenn er abends zur Arbeit ging (Security im Hardrock in Hurghada) schloss er die Tür ab oder nahm den Internetstick mit, damit ich mit niemandem Kontakt haben konnte. Unser Streiten wurde immer heftiger, immer brutaler. Nicht nur von seiner Seite. Ich ließ mich nie einschüchtern und quittierte miese Beschimpfungen meist mit einer Ohrfeige. Ich könnte das hier ewig ausführen. Es war einfach nicht mehr schön mit ihm zusammen zu leben. Er erfüllte alle Kriterien die ich mir bei einem Mann wünsche. Aber seine Launen und Aggressionen ließen sich einfach nicht länger aushalten. Also floh ich in einer Nacht und Nebel -Aktion ins Hotel. (Am Flughafen hätte er mich gleich gefunden) Ich war komplett verschleiert, sodass der

 

Dormann nicht gleich wusste, wer ich war. Nur an der Tasche schien er es wohl erkannt zu haben. Nach 3 Tagen im Hotel ging mein Flug und selbst darüber wusste er Bescheid. Er ließ mich sogar noch am Flughafen ausrufen. Ich verleugnete einfach ihn zu kennen, so konnte er nichts tun. Die Botschaft wusste bereits Bescheid und hat mir Hilfe angeboten, falls etwas schief ginge. Wir hatten eine tolle Zeit miteinander und ich glaube auch, dass seine Gefühle echt waren. Ich habe ihm folgendes Ultimatum gestellt: Wenn er mich wirklich liebt, werde ich auf ihn warten. Und zwar hier, in Deutschland. Ich werde ihm kein Geld geben, ihm keine Einladung schicken und ihn nicht heiraten. Er akzeptierte und wir haben bis heute Kontakt. Drei Mal hat er von der Botschaft bereits eine Absage erhalten, nach Deutschland einzureisen. Vor einem Monat hat er mir via Skype geschrieben, dass er eine Lösung habe, wie er endlich zu mir kommen könne. Der Kontakt wurde dann ab November 2011 immer weniger. Wenn wir dann via Skype telefoniert hatten, haben wir meist beide geheult, weil er nicht ohne mich leben wollte und ich nicht nachgeben, weil das Vertrauen weg war. Nun habe ich per Zufall herausgefunden, dass er vor einem Monat ein Mädchen aus Italien geheiratet hat. Soviel dazu. Ob er irgendwann vor meiner Tür stehen wird, weiß ich nicht. Aber falls nicht, bleibt mir sicher einiges erspart. Seit ich weiß, dass er die Italienerin geheiratet hat, nur um nach Europa zu kommen, ist mir klar, dass er auch nur den Aufenthaltsstatus wollte. Ich lebe nun seit einem Jahr wieder in Deutschland und bin froh, so glimpflich davon gekommen zu sein. Es überrascht mich nicht, dass er jetzt eine Neue hat, es war einfach der letzte Schlussstrich der mir gefehlt hatte um das abzuhaken.

 

1001 Nacht Bezness


http://www.1001geschichte.de/wahre-geschichten-221/


 

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