kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kopten ziehen sich aus Verfassungsausschuss zurück 3. April 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 21:51

Die koptisch-orthodoxe Kirche in Ägypten zieht ihre Delegierten aus dem neu zusammengesetzten Verfassungsausschuss des Landes zurück.

 

Die Dominanz islamistischer Kräfte im 100-köpfigen Ausschuss mache eine weitere Teilnahme an den Beratungen über eine neue Verfassung „sinnlos“,

hieß es am Sonntagabend in einer von der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur „MENA“ verbreiteten Erklärung der Kopten.

 

Die koptisch-orthodoxe Kirche schließt sich damit dem Boykott des Verfassungsausschusses durch zahlreiche säkulare politische Kräfte an. Auch die Kairoer al-Azhar-Universität, eine wichtige Autorität im sunnitischen Islam, hatte sich zuvor aus dem Gremium zurückgezogen. Rund 60 Prozent der Mitglieder im verfassungsgebenden Ausschuss gehören den islamistischen Muslimbruderschaft oder den Salafisten an. Von den 85 Millionen Ägyptern sind 20% Christen, die meisten von ihnen koptisch-orthodox. Zur koptisch-katholischen Kirche gehören rund 400.000 Personen. Der koptisch-katholische Bischof von Minya, Ibrahim Sidrak, hatte zuletzt in der Vorwoche bei einem Besuch in Wien betont, dass Ägypten nun keine religiöse Diktatur, sondern eine zivile demokratische Regierung brauche, die die großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes in Angriff nimmt.

 

Aufregung über „Versöhnungskommissionen“

 

In der koptischen Öffentlichkeit brodelt es indes auch im Hinblick auf den „Fall Gergis“, der als symptomatisch für die herrschende Rechtsunsicherheit in Ägypten betrachtet wird. Der koptische Geschäftsmann Nabil Gergis, der in der Industriestadt Amriya bei Alexandrien drei Läden besitzt, wurde von einer sogenannten „Versöhnungskommission“ mit seiner Familie aus der Stadt gewiesen. Begonnen hatte der Fall laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Associated Press“ Ende Jänner, als auf den Handys von muslimischen Bewohnern von Amriya Videos zu zirkulieren begannen, die angeblich den Bruder von Nabil Gergis beim Sex mit einer muslimischen Frau zeigten. Obwohl der Bruder – der verheiratet ist – die Sache zurückwies, kam es zu heftigen Protestaktionen von örtlichen Islamisten. Die drei Läden der Familie Gergis wurden angezündet, die Polizei erschien erst Stunden später. Eine Versöhnungskommission„, bestehend aus Polizeioffizieren und örtlichen Notabeln, wurde eingesetzt. Die Kommission kam zum Schluss, dass alle elf Mitglieder der Familie Gergis die Stadt zu verlassen hätten, weil man ihre Sicherheit nicht garantieren könne. Nabil Gergis und seinen Angehörigen blieb nichts anderes übrig, als zu Verwandten nach Alexandrien zu ziehen. Islamisten plünderten unterdessen die Wohnungen der Vertriebenen. Auch in der Mubarak-Zeit hatten die Behörden oft bei interkonfessionellen Konflikten auf die sogenannten „Versöhnungskommissionen“ zurückgegriffen – nach Ansicht von Kritikern vor allem deshalb, um nicht gegen Täter islamischer Konfession vorgehen zu müssen. Seit dem Sturz Mubaraks kommen noch öfter als früher solche „Versöhnungskommissionen“ zum Einsatz. Die „Egyptian Initiative for Personal Rights“ sieht die „Versöhnungskommissionen“ als illegal an, die Autorität des Staates werde unterminiert, die Schwächeren – vor allem die Angehörigen der Minderheiten – hätten keine Chance, zu ihrem Recht zu kommen. {Quelle: www.kathweb.at}

 

 

Koptische Kirche verlässt Verfassungsausschuss

 

Die koptischen Christen ziehen ihre Vertreter ab. Sie schließen sich dem Boykott der säkularen Kräfte an.

Auch die Al-Azhar-Uni beteiligt sich nicht.

 

Ägyptens koptische Kirche hat sich dem Boykott des Verfassungsausschusses durch die säkularen Kräfte angeschlossen. Der zwanzigköpfige Heilige Synod beschloss einstimmig, die beiden Kirchenvertreter von dem Verfassungsausschuss abzuberufen, meldete die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA am Montag. Auch die als höchste theologische Autorität im sunnitischen Islam geltende Kairoer Al-Azhar-Universität mit ihrer dazugehörigen Moschee beteiligt sich nicht an der Ausarbeitung der Verfassung. Der Ausschuss der mit der Erstellung einer Verfassung befasst ist, wird von Islamisten dominiert. Die hundert Mitglieder der Verfassungskommission setzen sich zur einen Hälfte aus Parlamentsmitgliedern und zur anderen Hälfte aus Vertretern der Zivilgesellschaft zusammen. Dass die Muslimbruderschaft entgegen früheren Ankündigungen nun doch einen eigenen Präsidentschaftskandidaten aufgestellt hat, löste in säkularen Kreisen einen Schock aus. Der 62-jährige volksnahe und erzkonservative Khayrat al-Shater wurde am Wochenende nominiert. Das Rennen um das höchste Amt wird jetzt von den Islamisten bestimmt. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten gehört neben Shater auch Abdel Moneim Abul Futuh, ein ehemaliges Führungsmitglied der Muslimbruderschaft. Die radikalen Salafisten, die im Parlament etwa ein Viertel der Sitze belegen, unterstützen Hazem Salah Abu Ismail. {Quelle: diepresse.com}

 

2 Responses to “Kopten ziehen sich aus Verfassungsausschuss zurück”

  1. Erich Foltyn Says:

    ich habe auch schon was darüber in der Wiener Kronenzeitung gelesen, aber mich interessiert das Ganze nicht mehr, sie wollen ja nicht (sogar die Zeitungen selber), dass man das überhaupt zur Kenntnis nimmt. Und es ist nicht mein Kaffee. Angeblich läuten zwar bei Obama und noch jemand die Alarmglocken, aber die Reaktion wird Null sein. Und sie haben ja keine Macht und auch keinen Willen. Ich ertappe mich dabei, dass ich bei sämtlichen politischen Informationen nicht mehr hinhöre. Es ist nämlich egal, ob ich mich damit befasse oder sonst irgend jemand.


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