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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mali Islamisten und Tuareg kesseln Timbuktu ein 2. April 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 20:11

Vor dem Sturm: Tuareg-Kämpfer nahe der Stadt Kidal am 21. Oktober 2011

Im Norden Malis haben Aufständische Timbuktu angegriffen. Timbuktu ist einer der letzten Orte im Norden, die noch von Regierungstruppen kontrolliert werden. Die Ecowas versetzte eine 2000 Soldaten umfassende Eingreiftruppe in Alarmbereitschaft.

 

Im westafrikanischen Mali sind rund zehn Tage nach dem Militärputsch gegen Präsident Amadou Toumani Touré Tuareg-Rebellen und Islamisten auf dem Vormarsch. Trotz verschiedener Appelle der Putschisten, einem Waffenstillstand zuzustimmen, hat die Tuareg-Rebellengruppe „Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad“ (MNLA) ihre Angriffe in Norden Malis verstärkt und zusammen mit den Islamisten einer Gruppe namens „Ançar Dine“ (Verteidiger des Islam) nach der Stadt Kidal, die am Donnerstag erobert worden war, am Samstag auch Gao eingenommen. Gao ist der Sitz des Oberkommandos der malischen Streitkräfte für die gesamte Nordregion. Am Sonntag waren die Tuareg und die Islamisten auf dem Vormarsch auf Timbuktu, der letzten von der malischen Armee gehaltenen Stadt im Norden. Am Nachmittag wurde gemeldet, Timbuktu sei eingekesselt und der Stützpunkt der Armee liege unter schwerem Feuer. Augenzeugen berichteten dieser Zeitung telefonisch aus Timbuktu, die regulären Soldaten seien geflohen. Von den der Junta ergebenen arabischen Milizen der Bérabish, die Timbuktu verteidigen sollen, sei auch nichts mehr zu sehen. Der Führer der Putschisten, Hauptmann Amadou Sanogo, kündigte angesichts der dramatischen Entwicklungen am Sonntag an, die Verfassung sowie alle Institutionen wiedereinzusetzen. Ein konkretes Datum nannte er aber nicht.

 

Tuaregs stoppen ihren Vormarsch in Mali

 

Mit dem Fall Timbuktus droht eine Zweiteilung Malis. Die MNLA gibt vor, für ein „freies“ Azawad zu kämpfen. Diese Region umfasst das Dreieck zwischen Timbuktu und Gao im Süden, der Grenze Nigers im Osten, der Algeriens im Norden und der Mauretaniens im Westen. Die Rolle von Ançar Dine ist weniger klar. Mutmaßlich aber steht diese Gruppe unter der Kontrolle von „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim). Die Dschihadisten haben im Norden Malis ihre Rückzugsgebiete und arbeiten seit geraumer Zeit punktuell mit verschiedenen Tuareg-Sippen zusammen, unter anderem beim Transport von südamerikanischem Kokain durch die Sahara. Der Putsch gegen Touré am 22. Februar war mit dessen lascher Haltung gegenüber dem islamischen Terror im Norden begründet worden. Seit dem Putsch aber scheint der Widerstand der malischen Armee komplett zusammengebrochen zu sein. Viele Generäle waren von den Putschisten festgesetzt worden. Andere wollen sich nicht mit dem Umsturz gemein machen und haben aus Protest ihre Posten verlassen.

 

Tuaregs stoppen ihren Vormarsch in Mali: Die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (Ecowas) hat eigenen Angaben zufolge eine 2000 Soldaten umfassende schnelle Eingreiftruppe in Alarmbereitschaft gesetzt. „Wir werden alles tun, um die territoriale Integrität Malis zu verteidigen“, sagte der ivorische Präsident Alassane Ouattara, der gegenwärtig den Vorsitz der Ecowas innehat. Obwohl die Junta in den vergangenen Tagen mehrfach um ausländische Militärhilfe gebeten hatte, war am Sonntag noch unklar, ob die Putschisten einer Entsendung ausländischer Truppen bereits zugestimmt haben. Diese westafrikanische Eingreiftruppe mit Nigeria als größtem Truppensteller ist allerdings für den Lufttransport auf französische beziehungsweise amerikanische Militärflugzeuge angewiesen. Insbesondere die Präsenz französischer Soldaten ist in Mali indes nicht gerne gesehen. Frankreich unterhält in Abidjan im Nachbarland Elfenbeinküste einen Militärstützpunkt mir knapp tausend Soldaten. Hinzu kommt eine Staffel Kampfflugzeuge in Tschad.

 

Gespräche in Burkina Faso: Die Ankündigung von Putschführer Sanogo, die Verfassung wiedereinzusetzen, muss als Kapitulation der Militärs gewertet werden. Nachdem Ecowas am vergangenen Donnerstag mit der Schließung aller Landgrenzen nach Mali gedroht hatte, sollte die verfassungsmäßige Ordnung nicht wiederhergestellt werden, war am Samstag eine Delegation der Militärjunta zu Verhandlungen mit dem burkinischen Präsidenten Blaise Compaoré nach Ouagadougou gereist. Dabei hatten die Malier abermals betont, die Macht „so schnell wie möglich“ an eine zivile Regierung zurückgeben zu wollen. Nach Worten des burkinischen Außenministers Djibrill Bassolé wäre den Forderungen der Ecowas schon Genüge getan, wenn die Putschisten bis zu Neuwahlen den malischen Parlamentspräsidenten Dioncounda Traoré als Interimspräsidenten einsetzen würden. Ursprünglich sollten am 29. April Wahlen in Mali abgehalten werden.

 

Die großen Geländegewinne der Tuareg-Rebellen und der Islamisten sind indes nicht nur der unorganisierten malischen Armee, sondern vor allem der ungewöhnlich umfangreichen Bewaffnung der Rebellen geschuldet. Der harte Kern dieser Rebellengruppe setzt sich aus Söldnern zusammen, die einst in der regulären libyschen Armee Dienst versahen. Ihr Anführer, Mohamed Ag Najem, bekleidete den Rang eines Obersts. Nach Gaddafis Tod setzte sich diese Tuareg unter Mitnahme beeindruckender Waffenarsenale bis hin zu Kampfpanzern, die aus dem Militärstützpunkt von Bani Walid in Libyen stammen, in ihr Herkunftsland Mali ab, wo sie mit den Terroristen von Aqim eine taktische Zusammenarbeit vereinbarten. Mehr als 200.000 Menschen sind inzwischen vor den Kämpfen geflohen. Über die Zahl der Todesopfer liegen keine verlässlichen Angaben vor, weil das umkämpfte Gebiet nicht mehr zugänglich ist. Insbesondere Ançar Dine verweigert internationalen Hilfsorganisationen jeden Zugang zu den von der Gruppe kontrollierten Regionen, in denen die Scharia eingeführt werden soll. Dem Norden Malis drohen Zustände wie in Stammesgebieten Wasiristans, die Rückzugsorte radikaler Islamisten sind. {Quelle: www.faz.net}

 

 

Terroristen wollen Deutsche freipressen

 

 Ein in Nigeria entführter deutscher Bauingenieur befindet sich offenbar in Händen der Terrorgruppe „Al Qaida im islamischen Maghreb“.

In einer Videobotschaft fordern die Entführer die Freilassung einer in Deutschland inhaftierten Frau,

deren Mann Mitglied der „Sauerland-Gruppe“ist.

Der im Januar im Norden Nigerias entführte deutsche Bauingenieur Edgard Fritz Raupach ist offenbar in der Gewalt der Terrorgruppe „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim). Das geht aus einem Video hervor, das am Mittwoch bei dem privaten mauretanischen Onlinedienst ANI einging. Gefesselt und umringt von Bewaffneten, nennt der Deutsche in dem kurzen Film seinen Namen und bittet die deutsche Regierung um Hilfe. Das mauretanische Onlineportal hat schon oft Botschaften von Aqim veröffentlicht, die sich stets als authentisch erwiesen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin, das Video werde „gründlich geprüft“. Der Krisenstab sei um „weitere Aufklärung“ und eine Lösung bemüht. „Wir informieren Sie darüber, dass Ihr Landsmann Edgard Fritz Raupach Gefangener der Kämpfer von Aqim ist und fordern die Freilassung unserer Schwester Oum Seif al Islam al Ansariya sowie eine Entschädigung für die ihr zugefügte Folter“, heißt es in dem Video. Die mit bürgerlichem Namen Filiz Gelowicz heißende Frau sitzt in Deutschland in Haft. Sie ist die Ehefrau von Fritz Gelowicz, dem Anführer der „Sauerland-Gruppe“, und wurde im vorigen Jahr wegen Hilfe für die Gruppe zu einer Haftstrafe verurteilt. Sollte Deutschland die Frau nicht freilassen, drohe dem Deutschen „das gleiche Schicksal wie dem Italiener und dem Briten“, heißt es weiter in dem Video.

 

Anfang März waren bei einem fehlgeschlagenen Befreiungsversuch in der nigerianischen Stadt Sokoto ein Italiener und ein Brite, beide ebenfalls Bauingenieure, mutmaßlich von ihren Geiselnehmern getötet worden. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan hatte die radikale islamische Sekte „Boko Haram“ der Morde bezichtigt. Später stellte sich heraus, dass der mutmaßliche Kopf der Entführer, ein Nigerianer namens Khaled al Barnaoui, zu den Gründungsmitgliedern der algerischen „Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf“ gehörte, aus der 2007 Aqim hervorging. Der Bauingenieur, der für den Mannheimer Konzern Bilfinger Berger tätig ist, war im Januar in der Stadt Kano auf einer Baustelle verschleppt worden. Zwei Tage zuvor hatte Boko Haram in Kano ihre bisher blutigste Anschlagsserie verübt, mehr als 200 Personen kamen ums Leben. Seither fehlte von Raupach jede Spur. Aqim terrorisiert seit sieben Jahren die gesamte Sahelregion. Die Stützpunkte der Terrorgruppe liegen im Norden Malis. Dort versucht die malische Armee mit allen Mitteln, eine Tuareg-Rebellion niederzuschlagen, die mutmaßlich von Aqim-Kämpfern unterstützt wird; der Putsch in Mali vom Mittwoch hängt damit zusammen. Nach verschiedenen Schätzungen kämpfen 500 bis 2000 Mann in den Reihen von Aqim. Die Gruppe hat in den vergangenen Jahren durch die Entführung von Europäern mutmaßlich mehr als 180 Millionen Euro an Lösegeldern eingenommen. Seit 2007 hat die Gruppe 80 Menschen entführt. Sechs davon töteten die Terroristen im Zuge gewaltsamer Befreiungsversuche. Die französische Armee unterstützt sowohl die mauretanischen als auch die nigrischen Streitkräfte massiv im Kampf gegen Aqim; Paris zeigt sich dagegen verwundert über die mangelnde Kooperation der malischen Regierung. Vor zehn Tagen griffen mauretanische Kampfhubschrauber einen mutmaßlichen Aqim-Stützpunkt in Mali an. Spekulationen, wonach Aqim inzwischen sein Kampfgebiet auf den muslimischen Norden Nigerias ausgedehnt habe und dort gemeinsame Sache mit Boko Haram mache, konnten bislang weder Entkräftet noch bestätigt werden. Fest steht allerdings, dass zwischen den beiden Terrorgruppen ein Austausch besteht. So wurden Dutzende Boko-Haram-Kämpfer von Aqim in Mali trainiert und bewaffnet. Aqim dürfte im Verlauf des libyschen Bürgerkrieges viele Waffen aus der libyschen Armee erbeuten können, darunter nach Erkenntnissen algerischer Dienste auch zahlreiche Boden-Luft-Raketen. {Quelle: www.faz.net – Von Thomas Scheen, Johannesburg}

 

One Response to “Mali Islamisten und Tuareg kesseln Timbuktu ein”

  1. Emanuel Says:

    ast: ano
    02.04.2012 11:46 » melden» antworten
    00

    Zum Artikel: Mali: Rebellen erobern Norden des Landes
    keine magazine in den waffen?
    oder müssen die jeden schuss einzeln laden?
    GlernterÖsterreicher
    02.04.2012 14:12 » melden» antworten
    00

    Re: keine magazine in den waffen?
    Die halten sich ans österreichische Waffengesetz!
    GlernterÖsterreicher
    02.04.2012 11:37 » melden» antworten
    10

    Zum Artikel: Mali: Rebellen erobern Norden des Landes
    Ich hoffe der Bericht ist aktueller als das Foto vom 18. März 2004!
    TicTacToe
    02.04.2012 09:25 » melden» antworten
    00

    „ohne Worte“ … Europäischer Journalismus für Doofe


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