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Katholische Kirche auf der arabischen Halbinsel wächst weiter 2. April 2012

Filed under: Kirche,Konvertiten — Knecht Christi @ 23:52

„Arabischer“ Bischof Hinder präsentierte in Wien Zahlen und Fakten zur Situation der Katholiken im Mittleren Osten: „Wir sind eine Kirche von Ausländern für Ausländer„.
 

 

Wien (www.kath.net/ KAP): Die katholische Kirche auf der arabischen Halbinsel ist – entgegen einer weit verbreiteten Meinung – weiter auf Wachstumskurs: Nahezu die Hälfte aller Katholiken im Mittleren Osten leben mittlerweile in den Ländern rund um den Persischen Golf – etwa drei Millionen. Zahlen und Fakten rund um diese im Schatten der Verfolgungssituationen im Irak und anderen Ländern des Nahen Ostens fast vergessenen Gläubigen präsentierte der „arabische“ Bischof Paul Hinder bei einem Vortrag in Wien. Der aus der Schweiz stammender Kapuziner ist Apostolischer Vikar für das südliche Arabien und für die Katholiken in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Oman und im Jemen zuständig. Die Situation sei gegenwärtig „fast paradox“, so Hinder: So gebe es unter dem Eindruck von Revolution und kriegerischen Auseinandersetzungen eine anhaltende Emigrationsbewegung der Christen aus den angestammten Ländern des Nahen Ostens wie etwa dem Irak oder Ägypten – auf der anderen Seite erlebe er in den Golfländern einen „anhaltenden Wachstumskurs einer jungen, vitalen, aber strukturschwachen Kirche“. Dieser seit den 1960er Jahren aufgekommene Trend gehe vor allem mit dem Zuzug vieler Katholiken aus dem Westen einher, die in den wirtschaftlich florierenden Ländern Arbeit suchen, so Hinder. Ihre Gläubigen seien multinational, multilingual, kulturell aufgeschlossen und gehörten zu 80 Prozent dem lateinischen Ritus an. „Wir sind eine Kirche von Ausländern für Ausländer“, so Hinder. In einem Durchgang durch die von den beiden apostolischen Vikariaten Kuwait und Arabien betreuten Länder (Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Katar, Oman, Jemen und Saudi-Arabien) zeichnete Bischof Hinder das Bild einer agilen, jungen Kirche, die sich unter sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen als eine beachtenswerte, vor allem soziale Kraft etabliert hat.

 

Am unsichersten im Jemen

 

Am unsichersten gestaltet sich derzeit die Situation im Jemen. Unter den aktuell rund 24 Millionen Einwohnern gebe es nurmehr rund 4.000 katholische Christen, organisiert in vier Pfarren. In der Stadt Aden gibt es noch drei restituierte katholische Kirchen. Es herrsche eingeschränkte Kultusfreiheit, die Sicherheitslage für Christen sei aber generell problematisch, so Hinder. „Undurchsichtig“ sei die Lage vor allem seit dem Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh. „Niemand weiß, wohin die Reise geht“. Nicht minder angespannt sei die Lage für die Christen in Saudi-Arabien. Zwar seien unter den rund 26 Millionen Einwohnern rund 1,5 bis 2 Millionen Katholiken – für diese gebe es jedoch weder Kultus- noch Religionsfreiheit. Private Gottesdienstfeiern würden toleriert, bei öffentlichem Bekanntwerden könnten diese jedoch auch zu Verhaftung oder Landesverweis führen. Der vergleichsweise hohe Anteil an Katholiken hängt laut Hinder vor allem mit dem hohen Anteil von Philippinos zusammen – rund zwei Millionen -, die in Saudi-Arabien Arbeit suchen. Deutlich besser gestalte sich die Lage dagegen in den Ländern Oman, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für die rund 80.000 Katholiken im 2,7 Millionen Einwohner zählenden Oman herrsche auf dem Gebiet kirchlicher Liegenschaften Kultusfreiheit. Probleme bereite die Visa-Beschaffung für Priester aus dem Ausland, aber ansonsten sei die Beziehung zu den Behören gut.

 

 

Emirate: Sieben katholische Schulen

 

Ähnliches gelte für die Vereinigten Arabischen Emirate, deren acht Millionen Einwohner zu 80 Prozent aus Ausländern bestehen. Die Zahl der Katholiken wird auf 500.000 bis eine Million geschätzt, organisiert in sieben Pfarren. Auch hier gebe es auf dem Gebiet der Kirchenliegenschaften Kultusfreiheit. Seit dem Jahr 2007 unterhält der Heilige Stuhl mit den Emiraten offizielle diplomatische Beziehungen. Es gibt sieben katholische Schulen, die rund 17.000 Schüler „aus allen sozialen Schichten und allen Religionen“ unterrichten, so Hinder. Auch in Katar bilden die Ausländer die Mehrheit unter den 1,7 Millionen Einwohnern. Die Zahl der Katholiken beläuft sich auf rund 250.000. Bis vor wenigen Jahren musste die Seelsorge dort noch im Geheimen betrieben werden. Seit Amtsantritt des gegenwärtigen Emirs Hamad bin Chalifa Al Thani 1995 habe sich die Lage jedoch verbessert, seit 2008 gebe es eine große katholische Kirche und weitere, vom Emir gratis zur Verfügung gestellte kirchliche Liegenschaften. Ähnliches gelte auch für Bahrein und Kuwait. In Bahrein leben laut Hinder gegenwärtig rund 60.000 Katholiken, es gebe eine eigene katholische Schule und gute Beziehungen zu den Behörden. Die seit rund einem Jahr andauernden politischen Unruhen hätten bisher für die Katholiken noch keine gravierenden Folgen gehabt, so Hinder. In Kuwait, dessen Bevölkerung von 3,5 Millionen ebenfalls zu rund 70 Prozent aus Ausländern besteht, leben rund 350.000 Katholiken. Kuwait-Stadt ist seit den 1950er Jahren Sitz des Apostolischen Vikars, seit 2001 auch Sitz des Apostolischen Nuntius für Kuwait, Bahrain und Katar. Seit 2009 hat dieses Amt der kroatisch-kanadische Vatikandiplomat Petar Rajic inne.

 

 

 

Anonymität über Diskriminierung von Christen in Europa brechen

Das wachsende Interesse der Medien für die zunehmenden Fälle von Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa mache das anonyme Leid der betroffenen Christen zunehmend publik, schreibt der Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in einer Medienmitteilung. Dies gehe aus dem am 19. März veröffentlichten Bericht 2011 hervor, dem einzigen umfassenden Bericht über Fälle von Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa, wie der CCEE schreibt. „Die europäischen Bischöfe verfolgen mit grosser Aufmerksamkeit diese Vorfälle von religiöser Intoleranz und Diskriminierung in Europa“ so Mgr. András Veres, Bischof von Szombathely (Ungarn) und seitens des CCEE zuständig für die Arbeit der Beobachterstelle. Die gemeldeten Beispiele von Diskriminierung seien ein alarmierendes Anzeichen für eine relativ unbekannte, jedoch wachsende Tendenz, die an die ausschlaggebende Rolle der Religion als sozialer Zusammenhalt erinnere, unterstrich der ungarische Bischof. „Der Glaube an Gott darf nicht als Schuld oder als Schwäche gelten“, führte Veres weiter aus. Die Bischöfe Europas träten für all diejenigen ein, deren Rechte verletzt wurden. Ferner erinnerten sie auch daran, „dass die Religionsfreiheit ein wertvolles Gut ist, das gewahrt werden muss, um weiterhin als Pfeiler des Friedens auf unserem Kontinent zu dienen”.
 

 

Intoleranz und Diskriminierung – keine Verfolgung

Nach Angaben der CCEE bezeichne die Beobachterstelle mit Intoleranz und Diskriminierung das wachsende Phänomen der Ungleichheit und der sozialen Ausgrenzung von Christen in der westlichen Welt. Der Begriff „Intoleranz“ beziehe sich auf die soziale, der Begriff „Diskriminierung“ auf die rechtliche Dimension des Problems. Verfolgung sei im Zusammenhang mit ausgegrenzten Christen in Europa ein unpassender Begriff, da er auf eine systematische Misshandlung hinweise, die mit Gefängnisstrafe, Folter, Hinrichtung oder dem Einziehung von Vermögen verbunden sei. Der Bericht 2011 soll einen umfassenden Überblick der zahlreichen Vorfälle von Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa geben und ist auf der Homepage des „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe“ (Beobachterstelle zu Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa) einsehbar (siehe Link unten). Die Beobachterstelle ist Mitglied der Plattform der Europäischen Menschenrechtsagentur und arbeitet eng mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zusammen. Sie ist ein unabhängiges Organ des Rats der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Zum Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gehören die 33 Bischofskonferenzen, die es derzeit in Europa gibt. Sie werden von ihren Vorsitzenden, den Erzbischöfen von Luxemburg, des Fürstentums von Monaco, der Maroniten auf Zypern sowie dem Bischof von Chisinau (Moldawien Rep.) und dem Eparchialbischof von Mukachevo rechtlich vertreten. Vorsitzender des CCEE ist Kardinal Peter Erdő, Erzbischof von Esztergom-Budapest, Primas von Ungarn. Stellvertretende Vorsitzende sind Kardinal Angelo Bagnasco, Erzbischof von Genua, und S.E. Mgr. Józef Michalik, Erzbischof von Przemysl. Generalsekretär des CCEE ist Mgr. Duarte da Cunha. Der Sitz des Sekretariates befindet sich in St. Gallen (Schweiz).  {Quelle: APD – www.intoleranceagainstchristians.eu  –  www.zukunft-ch.ch}

 

4 Responses to “Katholische Kirche auf der arabischen Halbinsel wächst weiter”

  1. Emanuel Says:

    „Auch in Katar bilden die Ausländer die Mehrheit unter den 1,7 Millionen Einwohnern. Die Zahl der Katholiken beläuft sich auf rund 250.000. Bis vor wenigen Jahren musste die Seelsorge dort noch im Geheimen betrieben werden. Seit Amtsantritt des gegenwärtigen Emirs Hamad bin Chalifa Al Thani 1995 habe sich die Lage jedoch verbessert, seit 2008 gebe es eine große katholische Kirche und weitere, vom Emir gratis zur Verfügung gestellte kirchliche Liegenschaften. Ähnliches gelte auch für Bahrein und Kuwait. In Bahrein leben laut Hinder gegenwärtig rund 60.000 Katholiken, es gebe eine eigene katholische Schule und gute Beziehungen zu den Behörden.“

    Das verstehe ich jetzt nicht. Stimmen dann die Nachrichten gar nicht, das in Saudi Arabien Bibeln streng verboten sind ? Und das man bestraft wird, wenn man in der Öffentlichkeit ein Kreuz -Schmuck am Hals trägt ?

    Ich befürchte , hier will uns wieder „jemand “ so richtig verarschen … kann das sein… ? Teufel- Satan???

    Ihr seid echte Dreckschweine …

    • Erich Foltyn Says:

      Wahrscheinlich ist ja sowohl das Gute, wie das Schlechte wahr (oder auch nicht), die Welt ist ja bekanntlich voller Widersprüche und sie ist so riesengroß, dass die ausgefallensten Vorfälle passieren, die die Leute ein paar Meter daneben gar nicht für möglich halten. Der gelernte Medienkonsument kann sich daher nur nach einem Gesamteindruck orientieren und ich bin ja nicht aufgrund von einem extremen Vorfall oder von jedem Vorfall ein Hüter der Menschheit. Die Menschheit ist groß genug, dass sie sich um sich selber kümmern kann und ich brauch nicht persönlich intervenieren (wie viele Extremisten), als wäre ich selber der UNO-Generalsekretär, sein Stellvertreter oder das Gegenteil von ihm.

  2. Erich Foltyn Says:

    wenn hier nicht zeitweilig Erfolgsmeldungen kommen über das Zurückgehen des Islam, dann ist ja die Welt trostlos. Aber meiner Meinung nach wäre bei der weltweit offensichtlich mangelhaften Qualität des Islam ein Aderlass durch Abfall von 25% der Moslems vom Islam nur eine natürliche Erscheinung, die man aber vermisst. Der Islam ist ja total überbewertet. Wenn die weltweit nichts Positives zusammen bringen an Anderen, keine guten Dienste und nichts, wofür sie auf eine positive Art Werbung für den Islam machen können, statt mit Bombenattentaten zu drohen, dann hat der Islam in dieser Welt eigentlich nichts verloren. Weil Eingottglauben nur, damit man die Leute anpofelt, das ist kein Grund für eine Religion.

  3. Emanuel Says:

    Frage eines Anfängers an den werten Bazillus und die anderen Weisen der Kirche :

    Rachel gebar ihren 2. Sohn und starb danach. Sie nannte ihren 2. Sohn „Benoni“. Aber sein Vater , Jakob, nannte ihn „Benjamin“. Als Rachel ihren „Benoni“ gebar, waren sie auf dem Weg nach Ephrata.

    Was besagt denn die katholische Kirchenlehre dazu ????


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