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Massenverhaftungen von Konvertiten im Iran 25. März 2012

Filed under: Christenverfolgung,Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 21:12

Die Verfolgung von christlichen Konvertiten und Hausgemeinden wurde im Iran weiter verschärft – Verhaftungen und Einschüchterungen nehmen zu – Das Todesurteil gegen Pastor Youcef Nadarkhani wurde bisher noch nicht vollstreckt

 

 

Frankfurt am Main (kath.net/IFGM): Die Islamische Republik Iran hat die Verfolgung von christlichen Konvertiten und Hausgemeinden weiter verschärft. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) heute in einer Pressekonferenz in Düsseldorf berichtet, hat in den vergangenen Monaten die Zahl der Verhaftungen und Einschüchterungen deutlich zugenommen. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin erklärte, die berechtigte Sorge vor Irans Nuklearprogramm dürfe nicht von der Entrechtung der Bürger des Iran ablenken. Die Bundesregierung und die EU müssten die Einhaltung von Menschenrechtsverträgen unmissverständlich einfordern. Stille Diplomatie habe beim Iran ihr Ziel verfehlt. Gegenwärtig fände eine Welle von Verhaftungen in den Großstädten Ahwaz, Theran, Esfahan, Shiraz und Kermanshah statt. In den vergangenen zwei Jahren seien nach Informationen der IGFM mehrere hundert Konvertiten verhaftet und hunderte von Bibeln verbrannt worden. Teilweise würden ganze Gruppen verhaftet, so etwa am 29. Februar 2012 als Sicherheitskräfte 13 Personen in einer Kirche in Kermanshah festnahmen.

 

Die IGFM weist darauf hin, dass vor allem die Leiter von Konvertitengemeinden systematisch vom iranischen Geheimdienst eingeschüchtert und bedroht werden. Da fast allen offiziell genehmigten Kirchengemeinden Gottesdienste in der Landessprache Farsi verboten sind und ehemalige Muslime Sorge vor Entdeckung und Verhaftung hätten, träfen sich die meisten Konvertiten heimlich in Hausgemeinden. International Aufsehen erregte der Fall des iranischen Pastors Youcef Nadarkhani. Entgegen der in der Islamischen Republik gängigen Praxis der Behörden war der Vater von zwei kleinen Kindern ganz offiziell wegen „Abfall vom Islam“ und „Verbreitung nichtislamischer Lehren“ zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Das am 22. September 2010 von einem Revolutionsgericht verhängte Todesurteil ist dank internationaler Proteste noch nicht vollstreckt. In Deutschland haben sich an der Appellaktion der IGFM bereits über 43.000 Menschen beteiligt.

 

Die IGFM deutschlandweit mit Mahnwachen, Lichterketterketten und anderen Protestaktionen auf den Fall des Pastors aufmerksam. Für das Jahr 2012 plant sie insgesamt 100 Mahnwachen. Auch in Düsseldorf fand direkt im Anschluss an die Pressekonferenz eine Mahnwache auf dem Heinrich-Heine-Platz statt. Mit Transparenten, Flyern und Plakaten machten die Menschenrechtler auf die Verletzung der Religionsfreiheit und die desaströse Menschenrechtslage im Iran aufmerksam. Weitere große Aktionen wie ein Ostermarsch in der Hamburger Innenstadt am 7. April sind geplant. Das härtere Vorgehen gegen Andersdenkende war mehrfach öffentlich angekündigt worden. Der „Führer“ der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Khamanei, rief im Oktober 2010 in einer Rede eine staatliche Kampagne gegen Christen, Bahai und Juden aus. Einschüchterungen und Drohungen hatten daraufhin deutlich zugenommen. Der iranische Geheimdienstminister, der schiitische Geistliche Heydar Moslehi, hatte Ende November 2011 “neue Anstrengungen” im Kampf gegen Hausgemeinden verkündet, die nach Auffassung der IGFM nun in ihrer vollen Tragweite zu spüren seien.

 

 

 Pressefreiheit „Wer schreibt, wird eingeschüchtert„!

 

Der türkische Journalist Ahmet Şik saß wegen seiner Recherchen ein Jahr im Gefängnis. Ein Gespräch über die Haft

 

Ahmet Şik sitzt wieder in seinem Istanbuler Wohnzimmer, die Telefone auf dem Tisch vor sich ausgebreitet. Viele rufen an. Ein gutes Jahr saß der Journalist im Gefängnis wegen angeblicher »Unterstützung einer terroristischen Gruppe«. Kurz nach der Verhaftung von Şik im März 2011 wurde das Manuskript seines Buches »Die Armee des Imams« beschlagnahmt. Darin beschreibt der 41-Jährige, wie die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen (siehe auch Chancen, S. 69) auf die türkischen Sicherheitsbehörden Einfluss nimmt. Şik ist wegen seiner Arbeit Prozesse gewohnt. Er schrieb über Putschpläne der Armee und über kriminelle Netzwerke im »tiefen Staat«, wie die Verflechtung von Politik, Sicherheitskräften und Organisiertem Verbrechen genannt wird. Auch deshalb stand er vor Gericht. Recherchen wie diese führten zur Enthüllung der mutmaßlichen Untergrundorganisation Ergenekon.

 

DIE ZEIT: Herr Şik, Ihr Prozess geht weiter, aber Sie sind vorerst frei. Erleichtert?

Ahmet Şik: Nein, ich bin nicht erleichtert, weil noch so viele Journalisten im Gefängnis sitzen.

 

ZEIT: Ihr Buch über die Armee des Imams wurde konfisziert. Was wirft man Ihnen vor?

Şik: Dies ist ein politischer Prozess, befeuert von Rachegelüsten. Die Akten zeigen, dass es hier nicht um Terrorismus geht, wie behauptet, sondern um Politik. Niemand präsentiert Beweise, sondern nur Belege vom Hörensagen. Ich halte nicht die ganze Polizei für verantwortlich, sondern Teile von ihr. Ich glaube auch, dass nur einige Mitglieder der Gülen-Bewegung dahinterstecken.

 

ZEIT: Sie saßen im Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul …

Şik: … ein Bau aus Beton und Eisen. Alles so glatt und hart, es war, als würde mein Atem wie ein Echo von der Wand zurückgeworfen.

 

ZEIT: Wie hat man Sie dort behandelt?

Şik: Ein Jahr lang habe ich nur zwei Mitgefangene gesehen. Meine Frau durfte mittwochs kommen. Es war eine Art Isolationshaft, sie nannten das privilegierte Behandlung. Sie traktierten uns mit grotesken Vorschriften. Wir durften nur drei T-Shirts haben, aber dafür zwei Anzüge, als ob wir dauernd auf Hochzeiten gingen. Meine Baumwollsocken durfte ich nicht tragen, nur die Anstaltssocken aus Kunstfaser. Blaue Kugelschreiber waren erlaubt, rote verboten. Zugang zu Computern wurde strikt begrenzt – auf neun Stunden im Monat. Das Abendessen kam immer um 14 Uhr und wurde kalt bis zum Abend. Aufwärmen verboten. Sie brachten das Essen auf einem Wagen mit furchtbar lärmenden Rädern. Manchmal nachts. Ich schlug vor, die Räder auszuwechseln. Sie antworteten, das ginge nicht, weil man das dann in allen Gefängnissen machen müsste.

 

ZEIT: Wie erklären Sie sich, dass Sie als einer, der vor Jahren die Umtriebe radikalsäkularer krimineller Netzwerke im Staat aufdeckte, zusammen mit diesen Kriminellen angeklagt sind?

Şik: Sie haben mich mit den Neonationalisten, Putschisten und Faschisten aus dem Ergenekon-Netzwerk eingesperrt, die ich verabscheue und gegen die ich kämpfe. Die Prozesse gegen diese Verschwörer sind völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Justiz verhaftet Leute aus dem tiefen Staat und jene, die darüber recherchieren. Das machen sie, um die Gesellschaft einzuschüchtern und Oppositionelle mundtot zu machen.

ZEIT: Warum sitzen in der Türkei über 100 Journalisten hinter Gittern?

Şik: Es sind nicht nur Journalisten, die sitzen. Derzeit sind rund 600 Studenten im Gefängnis, weil sie Freiheit der Ausbildung und der Universitäten gefordert haben. Dorfbewohner werden verhaftet, wenn sie gegen Kraftwerke protestieren. Meinungsfreiheit war schon immer ein Problem in der Türkei.

 

 

 „Ich will hier bleiben und dafür kämpfen, dass die Dinge besser werden“.

 

ZEIT: So schlimm wie heute?

Şik: Teilweise schlimmer. In den neunziger Jahren wurden Journalisten ermordet, jetzt werden sie verhaftet. Jeder, der schreibt oder sendet, wird eingeschüchtert. Fast jeder könnte nach den Gesetzen als Terrorist angeklagt werden. Die Institutionen haben den Geist des Putsches von 1980 nicht überwunden. Staat und Regierung handeln undemokratisch, Journalisten denken undemokratisch. Es gibt in diesem Lande tatsächlich Journalisten, die Kollegen öffentlich als Terroristen brandmarken. Der ehemalige Vorsitzende des türkischen Journalistenverbands hat das getan …

 

ZEIT: … der heute ein Abgeordneter der säkularen Opposition ist. Aber viele sagen, die Probleme lägen vor allem an der islamisch-konservativen AKP-Regierung.

Şik: Die AKP ist nicht politisch-islamisch, sondern neoliberal und konservativ. Das Problem ist ihre autoritäre Tendenz. Die AKP ist genauso an den Verhaftungen schuld wie der tiefe Staat. Die AKP wirkt auf manche nur demokratisch, weil die anderen Parteien noch undemokratischer sind. Sie tut nur so, als würde sie den tiefen Staat aushebeln, aber wechselt nur das Personal aus. Sie hätte die Macht, die Dinge zu verändern, sie könnte die (von der Armee 1982 diktierte, d. Red.) Verfassung ändern. Sie ist seit bald zehn Jahren an der Regierung. Sie redet von Demokratisierung und tut nichts.

 

ZEIT: Was könnte die Lage ändern?

Şik: Eine grundlegende Veränderung der Antiterrorgesetze wäre schon Einiges.

 

ZEIT: Warum sind abweichende Meinungen in der Türkei ein Problem?

Şik: Dies ist ein Land mit lauter roten Linien. Über nichts darf man offen reden: nicht über Zypern, nicht über unsere letzten Griechen, nicht über die Armenier und was wir ihnen angetan haben. Bildung und Erziehung in diesem Land sind geprägt von einer Kultur der Gewalt und des Hasses auf andere. Die Menschen lesen nicht viel, ihre Politiker werfen mit rassistischen Sprüchen um sich. Die Gründe führen in die Anfänge der türkischen Republik und das späte Osmanische Reich zurück. Solange das Land sich nicht seiner blutigen Vergangenheit stellt, werden wir das nicht überwinden.

 

ZEIT: Haben Sie je ans Exil gedacht, um fern der Staatsanwaltschaft schreiben zu können?

Şik: Ich halte es mit dem kubanischen Sprichwort »Der Wein ist bitter, aber es ist unser Wein«. Ich will hierbleiben und dafür kämpfen, dass die Dinge besser werden. Im Gefängnis habe ich an einem neuen Buch über Polizisten und Staatsanwälte in diesem Verfahren geschrieben – mit dem Kugelschreiber.

 

4 Responses to “Massenverhaftungen von Konvertiten im Iran”

  1. Der Mensch straft sichselbst.

    na Ihr
    Mosleme Eure Satt muesst ihr selbst ernten!!

  2. Wenn jeder genau wissen würde,was uns nach dem Tod „dort oben“ erwartet,das uns immer wieder verziehen würde..

    das wir uns nur auf Gott berufen müssen um uns frei von Sünden zu sprechen.wie einfach wäre dann das Leben.
    Aber wie chaotisch dann auch

  3. bording Says:

    Kirchliche Heuchler und DUMMKÖPFE verharmlosen Bedrohung durch den Islam…… nur wenn die Institutionen und die Pölitik bereit sind zusammen zu arbeiten kann es einen Erfolg für diese Menschen geben…….

    Der Westen hätte die Macht, vor allem die wirtschaflichen Druckmittel, um ein Einlenken herbei zu führen……

    Aber ist dass nicht auch nur ein Spiel mit den Ängsten der Menschen???

    Wir haben sie als Gaukler und Theaterspieler zu genügend kennen lernen müssen…

    gr.bording

    • bording Sagt:
      26. März 2012 at 12:32 sagte—
      Kirchliche Heuchler und DUMMKÖPFE verharmlosen Bedrohung durch den Islam

      Ja ,wer immer erst dann Das Problem löst,wenn es ansteht– dann reicht die Zeit nicht mehr zu agieren reagieren!!! und beisst in den sauren Apfel!!

      wie das göttliche Leben gelebt werden sollte für das Jenseits—kurz davor bleibt keine Zeit es in Ordnung zu bringen!!
      darum bleibt der Mensch stehen und dreht sich im Kreise….


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