kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Hilfe, Schmeißt mich hinaus, ich bin ein Gutmensch! 23. März 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 23:00

Das Mobbing der Moslems

Moslemhetze vereint Europas Rechtspopulisten, die politische Mitte ist ratlos
 

 

Daheim in Frankreich, holte Marine Le Pen nach ihrer Ballnacht in der Wiener Hofburg schnell der politische Kater ein. Mit Vorwürfen wegen ihrer Teilnahme am Wiener Korporations-Ball konfrontiert, veröffentlichte sie schnell eine offizielle Erklärung. Den Vorwurf ewiggestriger Gesinnung sollte darin unter anderem das Argument entkräften, dass selbst Theodor Herzl, der Vater des modernen Zionismus, ein Burschenschafter gewesen sei. Der Antisemitismus ihres Vaters Jean-Marie Le Pen ist für seine Tochter längst obsolet geworden. Das Feindbild Marine Le Pens, Kandidatin des Front National für die kommende Präsidentschaftswahl, sind die französischen Moslems, die sie mit den Besatzern im Zweiten Weltkrieg verglich. Sie agiert hier im internationalen Gleichschritt: Die meisten rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien Europas sind zu dem Schluss gekommen, dass „die Ausländer“ als Kampagnenaufreger nicht mehr taugen. Denn viele Fraktionen positionierten sich als „neue Arbeiterparteien“, doch die Arbeiter in ganz Europa bestehen heute zu einem erheblichen Teil aus Migranten und deren Nachkommen (in Wien beispielsweise gut 60 Prozent). Wenn eine Anti-Ausländer-Kampagne alle Zuwanderer vor den Kopf stößt, schreckt sie zu viele Wähler ab.
 

Was tun? Es brauchte ein neues Feindbild, das drei Kriterien erfüllte: Die Gruppe sollte relativ klein (also für das Wahlergebnis kaum relevant) sein, sich als unintegrierbar und gefährlich darstellen lassen, und die Polemik gegen sie durfte nicht öffentlich tabuisiert sein. Die Lösung lag auf der Hand: Ein paar Jahre nach den Anschlägen in New York breitete sich das politische Mobbing gegen Moslems aus. Europaweit begannen die Kampagnenmanager im Rechtsaußen-Spektrum voneinander abzuzeichnen, die beiden Lieblingsmotive: Minarettwälder, die wie abschussbereite Marschflugkörper in den Himmel ragen, und die Burka. In Europa zwar – außer von saudischen Touristinnen – kaum getragen, eignet sich die Burka hervorragend zur Emotionalisierung: Die abgebildeten Frauen erscheinen gleichzeitig furchteinflößend und gesichtslos, so wie bei den Sverigedemokraten. In deren (aus dem öffentlichen Fernsehen verbannten, dafür auf Youtube millionenfach aufgerufenen) Spot schnappt eine Horde Burkaträgerinnen einer schwedischen Pensionistin im Rollstuhl die Sozialleistungen weg.
 

 

Während das WienerischeDaham statt Islam sich wohl kaum ins Schwedische oder Holländische übertragen lässt, kopieren die europäischen Rechtspopulisten ansonsten einander auch bei den Slogans fleißig. Am beliebtesten ist die Formel Nein zum Islamismus“: Die rechtspopulistischen Bewegungen – die durch das neue gemeinsame Feindbild erstmals zu einer internationalen Zusammenarbeit gefunden haben – behaupten unisono, dass der mit abendländischen Werten unvereinbare Islamismus die geistige, kulturelle und rechtliche Hegemonie in Europa anstrebe. Diese Kampagnen drücken wie Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab eine Kernemotion aus: den Zorn darüber, die Falschen hereingelassen und jetzt ein scheinbar unlösbares Problem am Hals zu haben. Und das zeitigt Wirkung. Mittlerweile glauben vier von zehn Wienern, dass „Muslime in Österreich den Staat unterwandern und immer mehr Macht bekommen“; bei Pensionisten sind es knapp sechs von zehn. Wähler der FPÖ stimmen zu mehr als 80 Prozent sowohl dieser Aussage zu als auch, dass „die hohe Geburtenrate bei zugewanderten Musliminnen eine Gefahr für das österreichische Volk“ sei.
 

 

Die trockenen Befunde der Sozialforschung manifestieren sich im Wiener Alltag in einer etwas ruppigeren Tonalität – wie etwa nach der Gemeinderatswahl 2010, als eine hohe SP-Funktionärin gefragt wurde, wann sie denn beginnen würde, alle Moslems aus dem Grätzel zu schaffen. Oder vor dem Match Österreich gegen Türkei im vergangenen September im Praterstadion, vor dem junge Fußballfans skandierten: Wir bauen eine U-Bahn, von Istanbul bis Auschwitz„!  Die Moslems als die „neuen Juden“? Nicht, wenn die Shoah der Maßstab ist. Aber der Antimuslimismus bläst Differenzen zwischen Moslems und Mehrheitsbevölkerung ins Groteske auf und schwelgt in Deportationsfantasien. Damit hat er den Reifegrad des Antisemitismus des frühen 20. Jahrhunderts längst erreicht. „Die jetzt verfolgt werden, werden andere sein“, meinte vor wenigen Wochen Ariel Muzicant im Falter-Abschiedsinterview. Die politische Mitte Europas ist ratlos. Viele finden keine Antwort auf Sarrazin, weil sie von seinem depressiv-visionslosen Grant angesteckt worden sind. Und denjenigen, denen das gedeihliche Zusammenleben von Moslems mit dem Rest der Gesellschaft machbar scheint, fehlt eine Strategie.
 

Was tun? Eine langfristige Strategie liegt in Erhalt und Ausbau sozialer Durchlässigkeit zwischen Moslems und dem Rest der Bevölkerung. Das Unwort „Parallelgesellschaft“ verdeckt, wie dicht gerade in einer Stadt wie Wien die muslimische mit der nichtmuslimischen Bevölkerung verwoben ist, jedenfalls in der Berufswelt und, durch den sozialen Wohnbau, auch räumlich. Die wichtigste Baustelle, um soziale Durchmischung statt Segregation zu erreichen, ist im Augenblick sicher das Bildungssystem. Die andere Strategie versucht der Xenophobie den Nährboden zu entziehen. Aus der Forschung wissen wir, was Fremdenfeindlichkeit mindert: etwa das Gefühl, seine Biografie noch halbwegs im Griff zu haben; ebenso das Fehlen von Abstiegsängsten. Steigerung von Selbstwirksamkeit und ökonomische Sicherung sind gerade in Zeiten der Krise keine leichten Aufgaben – aber wären auch ohne den Nebeneffekt der Ausländerfeindlichkeitsprophylaxe verfolgenswerte Ziele. Handfeste Sozialpolitik ist das eine, die begleitende Kommunikation scheitert in der Praxis aber meist an der Aufgabe des Re-Framing: Rechtsaußen gibt in der Debatte einen „Entweder die oder wir“-Rahmen vor, und aus diesem gilt es auszubrechen (was übrigens auch Inan Türkmen in „Wir kommen“ nicht wirklich gelungen ist, siehe Seite 12).

Europa ist gefordert, seine Werte nicht nur klarer zu definieren, sondern auch durchzusetzen. Hass zu predigen, soll weder in irischen Kirchen noch in Wiener Moscheen möglich sein, und vor Zwangsheiraten gehören sowohl Kreuzberger Türkinnen als auch kosovarische Christinnen geschützt. Bezüglich weniger dramatischer Themen sorgt vielleicht eine tabulose Herangehensweise, die den Erfolg des Klaumaukfilms „Türkisch für Anfänger“ erklärt, für eine längst fällige Entkrampfung. Damit die langfristigen Strategien überhaupt fruchten können, müsste der erste Schritt jedoch sein, das politische Moslemmobbing in Europa einzubremsen. Denn es gilt für Gesellschaften das Gleiche wie für Betriebe: Solange dem Mobbing nicht klare Grenzen gesetzt werden, lässt sich keine reale Herausforderung mehr sinnvoll angehen. {Quelle: Das österreichische Magazin „Falter“ – Der Autor ist Sozialforscher und einer der Gründer des Sora-Instituts – Bild: Schweiz, Frankreich, Dänemark, Österreich: Die europäischen Rechtspopulisten verwenden dieselben Bilder in ihren Kampagnen. Burkaträgerinnen sind besonders beliebt. Die abgebildeten Frauen erscheinen gleichzeitig furchteinflößend und gesichtslos}.

 

2 Responses to “Hilfe, Schmeißt mich hinaus, ich bin ein Gutmensch!”

  1. Bazillus Says:

    In diesem Artikel werden „Rechtspopulisten“ wieder einmal verteufelt. Der Autor ist Sozialforscher. Er sieht das Dilemma leider nur einseitig und legt sich fest auf soziale Komponenten. Auch dieser Gutmensch verleugnet die Tatsache, dass der Islam selbst die Ursache nicht nur von Terrorszenarien ist, die hier hinlänglich beschrieben wurden, sondern auch von sozialem Brennstoff, die in der islamisch gerechtfertigten rechtlichen Frauenunterdrückung grundgelegt ist. Da wo Machos herrschen und Frauen rechtlich unterdrückt werden findet sich in aller Welt politischer, weil sozialer Sprengstoff der Überbevölkerung, der Spirale von Angst, Gewalt, Zwangsehe, Kinderehe, die dann wieder durch üppige Nachkommenschaft die Spirale der Armut, der Bildungslosigkeit und mithin des Frustes, der in neuen Gewaltakten münden kann, in Gang setzt. Die Fremdenfeindlichkeit wird in Europa jedoch durch übertriebene und weiterhin viel zu lockere Asyl- und Einwanderungspolitik genährt offensichtlich von der EU gesteuert. Diese Überfremdung vor allem in Ballungszentren ist es, die Sorgen machen muss. Das hat aber nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, sondern damit, dass die Bereitschaft der Einwanderer muslimischer Religionsideologie sich nicht in die Gesellschaften der Aufnahmeländer vollständig integrieren zu wollen mit zunehmender Einwanderung immer geringer wird und sich somit Gegengesellschaften bilden, in denen sich dann radikale Kräfte, die die Aufnahmegesellschaft verachten und hassen, schon von Religions wegen verachten müssen, bilden, aus denen dann Dschihadkämpfer werden. Kein Soziologe macht sich einmal die Arbeit, welche Auswirkungen indoktrinierte Islamlehre auf das menschliche Verhalten haben kann. Der Fremde ist per se mit dem Kindchenschema ausgestattet. Die Realitäten ausgrenzender Denkweisen werden schlicht und einfach nicht zur Kenntnis genommen.

    Die stereotypen Scheuklappen, die der Autor hier in seinem Artikel aufbaut, sollte er einer Überprüfung unterziehen. Selbstverständlich ist Hass als Reaktion auf Einwanderung abzulehnen, vor allem, wenn Einwanderung friedlich insbesondere im Einklang mit der Aufnahmegesellschaft passiert. Ich habe da noch nie Hass in meiner Umgebung festgestellt. Muslime sind nicht Feindbild und dürfen nicht Feindbild sein, jedoch die Lehre des Islam sollten Soziologen endlich einmal kritisch unter die Lupe nehmen, damit sie das Verhalten der Menschen, die sich hier nicht integrieren dürfen, besser nachvollziehen können.

    Wieder so eine Äußerung eines Soziologen, die immer auf die Menschen der Aufnahmegesellschaft angewandt wird wie „…Solange dem Mobbing nicht klare Grenzen gesetzt werden, lässt sich keine reale Herausforderung mehr sinnvoll angehen“. Das Mobbing, wie der Herr Sozialforscher des Magazins Falter der Aufnahmegesellschaft vorwirft, ist im Koran grundgelegt. Dieser Satz trifft nicht nur auf unsere Gesellschaft zu, sondern ist die religiöse Ausdrucksform der Ausgrenzungsdenke von religiösen Muslimen. Aber solange sich Sozialforscher nicht mit den Doktrin, den Lehren, den Schriften und den Menschen, die dieser Lehre anhängen, intensiv auseinandersetzen, weil dies ja auch mitunter gefährlich sein kann, greift man nach altbewährter Manier die eigene Kultur an. Da ist man dann im Einklang und fühlt sich getragen von dem Mainstream, dem Linksdiktat der Parteien, die die sozialen Konflikte nur in der mangelnden Unterstützung der Aufnahmegesellschaft grundgelegt sehen und man kann beruhigt auf „Rechtspopulisten“ und Islamkritiker in jedweder Form einschlagen.

    Mir fällt auf, dass sich nie jemand rechtschaffen mit den Argumentationen der sachlichen Islamkritik auseinandersetzt. Solange dies niemand tut, solange wird Europa weiterhin die von der EU eingeleitete kanalisierte Beute der weiteren islamisierung bleiben. Menschen wie dieser Autor tragen nicht unerheblich dazu bei.

    Die im letzten Satz erläutertendn Floskel: „Die abgebildeten Frauen erscheinen gleichzeitig furchteinflößend und gesichtslos“ muss richtig gestellt werden. Burkatragende Etwasse sind fruchteinflößend und gesichtslos. Sie erscheinen nicht nur so. Sie sollen gesichtslos sein, damit gottlose Ungläubige sie nicht sehen dürfen, Herr Sozialforscher. Das ist Korandiktat. Sie sind das Markenzeichen einer patriarchalischen Machokultur, die hier keinen Eingang, geschweige denn auch nur einen Fußbreit Einflussnahme nehmen dürfte, aber durch solche Artikel die Legitimation dazu erhalten.

    Ich wäre dafür, einseitig links gestrickte Sozialforscher unter die Burka zu verdonnern, damit endlich einmal eine objektivere Haltung zu radikalen Lehren des islams eingenommen wird. Bitte nicht nur die Aufnahmegesellschaften kritisieren, sondern auch die Gesellschaften, die uns der Islam hier beschert. Dann kann auch soziologisches Gleichgewicht in der Beurteilung von sozialen Integrationsproblemen gelingen.

  2. Erich Foltyn Says:

    hier steht, dass in Österr. 6 von 10 Pensionisten glauben, der Islam unterwandert den Staat und man liest, daß 50% der Bevölkerung über 60 ist. Aber die Politik verzichtet gern auf diese Wählerstimmen, weil das sind ja böse rechtsextreme Hetzer und altersschwache Islamophobe und jede Partei verzichtet gern auf die Stimmen der Katholiken, weil das Linke ja so gut ist. Außer die CPÖ (Christl. Partei), aber die hat fast keine Anhänger. Und die Rechten, die sind eine Minderheit, also ein paar Leute, wenn die etwas wollen, müssen sie hetzen, damit es überhaupt jemand wahrnimmt. Und die anderen sind dann dagegen, weil sie sind ja nicht rechts. Ich habe ja den neuen Bundespräsidenten Deutschlands Gauk für intelligenter gehalten als Wulff, aber bei seiner Rede hat er auch nur vom Kampf gegen den Rechtsextremismus gesprochen. Es war ja in Deutschland noch gar kein solcher Terroranschlag wie in Frankreich, aber wenn einer kommt, dann wird man sich noch lang nicht dagegen aussprechen. Man wird nur seine Hilflosigkeit kundtun und die Freude, dass der Islam so gut ist, dass nicht jeder Moslem einen Terror macht, obwohl es im Koran gefordert wird. Das ist ja das Gute am Gläubigen, dass er das gar nicht glaubt, was seine Religion ist. Und auf das verlassen sich alle.


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