kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Papst Benedikt soll zur Trauerfeier nach Ägypten kommen 18. März 2012

Filed under: Kirche Zu Hause — Knecht Christi @ 00:12

Seine Heiligkeit Papst Benedikt, Oberhaupt der katholischen Kirche, soll nach Ägypten kommen, um an der Trauerfeier und der Beisetzung Papstes Schenuda teilzunehmen. Dies wurde auf dem ägyptischen TV-Sender Alhayat (die Sendung „Masr Elgedida“ mit Moataz Eldemerdasch) verkündet. Der gast dieser Sendung ist der koptische Parlamentarier Dr. Ihab Ramzy, welcher zu erklären versuchte, wie ein Papst beigesetzt und wie sein Nachfolger gewählt wird. Seine Exzellenz Bischof Moussa, Jugendbischof, bat die Kopten, die zu Tausenden im Kairoer Dom versammelt sind, den Dom zu verlassen, damit erstens die Metropoliten und Bischöfe aus allen Bundesländern und der ganzen Welt hineinfahren können, und damit zweitens der Dom darauf vorbereitet wird, die Gäste aus allen Ländern zu empfangen, die ihr Beileid aussprechen möchten. Denn der Leichnam des verstorbenen Papstes wird am morgigen Sonntag gegen 13:00 aufgebahrt, damit das koptische Volk sich von seinem Papst verabschiedet und seinen Segen erlangt. Der Leichnam bleibt drei Tage aufgebahrt. Das heißt, dass die Trauerfeier am Dienstag stattfinden wird. Die Jugend der koptischen Bewegung „Maspero’s Union“ übernehmen die Ordnung und die Sicherheit des Domes. Vor kurzem wurden Barrikaden vor dem Dom errichtet, um Ordnung zu schaffen.

 

Der Jugendbischof Moussa sprach zu den versammelten Kopten, welche Trost untereinander suchten, und teilte ihnen mit, dass seine Heiligkeit in seinem Testament bestimmte, im Kloster des Heiligen Bischoy in Natrontal beerdigt zu wollen. Die koptische Kirche braucht aber jede Menge Zeit, um eine Trauerfeier zu gestalten, auf die das ganze Ägypten stolz sein kann. Denn es geht im Endeffekt um eine gigantische Persönlichkeit, die Ägypten und die ganze Region prägte. Das Staatsradio verkündete vor kurzem, dass der kairoer Flughafen die Sicherheit erhöhte, weil viele Staatschefs und internationale Personen aus der ganzen Welt in den nächsten drei Tagen zum Kairoer Dom kommen, um dem koptischen Papst die letzte Ehre zu erweisen und ihr Beileid auszusprechen. An dieser Stelle danken wir Kopten Ägyptens (19 Millionen) und im Ausland (3 Millionen) dem Parlament, der Übergangsregierung und dem Militärrat für die wunderbaren Worte, mit denen sie Papst Schenuda beschrieben. Wir danken jedem Moslem in Ägypten, der uns sein Beileid aussprach und das Ableben Papstes Schenuda als Verlust für Ägypten betrachtet. Möge Christus den Kopten den himmlischen Trost schenken und seine Kirche in Ägypten beschützen. Ehre sei Gott in Ewigkeit; Amen.

 

 

Am Abend versammelten sich in Kairo mehrere Tausend Kopten vor der Kathedrale von Kairo, um für Papst Schenuda zu beten.

 

Ägyptens Großmufti Ali Gomaa beschrieb seine Heiligkeit papst Schenudas Tod als „Tragödie und großes Leid für Ägypten und sein Volk„.

Auch die Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der Muslimbruderschaft trauerte um das Oberhaupt der Kopten und würdigte Papst Schenudas „bedeutende Beiträge“ zur Innen- und Außenpolitik des Landes.

 

Papst Schenouda war Ende 1971 zum Papst von Alexandria und Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche gewählt worden. Weltweit gehören über 20 Millionen Menschen der koptischen Kirche an. Die altorientalischen Kirche geht auf den Evangelisten Markus zurück, als dessen 116. Nachfolger Schenouda III. galt. Die koptische Kirche ist die größte christliche Gemeinde im Nahen Osten und stellt in Ägypten knapp 20% der Bevölkerung. Sie sehen sich in jüngster Zeit verschärften Angriffen seitens islamischer Fanatiker ausgesetzt. Papst Benedikt XVI. hat am Samstagabend zum Tod des koptischen Patriarchen Papst Shenouda III. kondoliert. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für den Verstorbenen, hieß es laut Kathpress in einer Mitteilung des Vatikan. In Österreich verabschiedeten sich die Koptisch-Orthodoxe Diözese von ihrem unvergesslichen Vater, Hirten und Führer“, wie es in einer ersten Reaktion hieß. Kardinal Schönborn erklärte im Gespräch mit Kathpress: Mit dem Tod von Papst Schenuda verliert die Christenheit einen der profiliertesten und nachhaltig wirksamsten Oberhirten {Quelle: www.kleinezeitung.at}.

 

 

In einer am Abend verbreiteten Erklärung sprach Erzbischof Zollitsch allen koptischen Christen in Deutschland und ihrem Bischof Damian sein Mitgefühl aus.

 

Er würdigte seine Heiligkeit Papst Schenudas fast 40 Jahre dauernde Arbeit an der Spitze der koptischen Kirche. «Papst Schenuda war bemüht, zur Beruhigung zwischen den immer neu aufflammenden Konflikten zwischen Muslimen und Kopten zu vermitteln. Er war ein Mann des Dialogs mit dem Islam und ein Garant für einen lebendigen ökumenischen Dialog», heißt es in der Erklärung.

{Quelle: www.berliner-zeitung.de}

 

 

Papst Benedikt XVI. hat am Samstagabend zum Tod des koptischen Patriarchen Papst Shenouda III. kondoliert.

 

Das katholische Kirchenoberhaupt sei im Apostolischen Palast im Vatikan informiert worden und bete für den Verstorbenen, hieß es laut Kathpress in einer Mitteilung des Vatikan vom Samstagabend. Die katholische Kirche vereine sich in Trauer und Gebet mit den koptischen Christen, schrieb Vatikansprecher Federico Lombardi. Für alle unvergessen bleibe das Treffen Papstes Schenudas III. mit Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000, der ein großer Moment im ökumenischen Dialog gewesen sei. Das ägyptische Fernsehen hatte zuvor am Samstagabend berichtet, dass der koptische Papst Schenuda III. am Samstag im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Der „Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles vom Heiligen Markus“, so sein offizieller Titel, stand seit 14. November 1971 einer der ältesten und wichtigsten christlichen Kirchen mit weltweit rund 20 Millionen Gläubigen vor. Laut Tradition war er der 116. Nachfolger des Evangelisten Markus.
 

Seine letzten Amtsjahre waren von wiederholten gewaltsamen Übergriffen auf die christliche Minderheit in Oberägypten überschattet. Unter anderem starben zu Silvester 2011 vor einer Kirche in Alexandria etwa 24 Menschen bei einem Bombenattentat. Nach dem Sturz von Staatspräsident Hosni Mubarak im „Arabischen Frühling“ nahmen Anschläge auf Kirchen und christliche Einrichtungen zu. Im Oktober wurden in Kairo bei Zusammenstößen zwischen Muslimen und Kopten 27 Menschen getötet. Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche bemühte sich um einen gemäßigten Kurs der politischen Zurückhaltung und warnte vor allem die christliche Jugend vor einer Radikalisierung. Papst Schenuda III. wurde am 3. August 1923 als Nasir Gayid Rafail in Abnoub in der oberägyptischen Provinz Assiut geboren. Nach Studien der Theologie, Geschichte und Archäologie trat er 1954 ins Kloster ein. Der damalige Kopten-Papst Kyrillos VI. ernannte ihn zu seinem Privatsekretär. 1962 folgte die Bischofsweihe. Am 14. November 1971 wurde er als Papst Schenuda III. zum Oberhaupt der koptischen Kirche gewählt.
 

Seit der ägyptischen Revolution von 1952 sind fast zwei Millionen koptische Christen ausgewandert. Dadurch entstanden auch in Europa, Nordamerika und Australien koptische Gemeinden. Für sie entsandte der Patriarch Seelsorger und begann vor einigen Jahren, Diözesen zu errichten und Bischöfe zu bestellen. So steht der kopischen Kirche in Österreich Bischof Anba Gabriel vor. Auch in Ägypten hat Papst Schenuda III. in seiner Amtszeit die pastorale Arbeit wesentlich ausgebaut. Schon als Student der Kunstgeschichte unterrichtete er Kinder in der Sonntagsschule. Von seinem Vorgänger wurde er zum Bischof mit der Verantwortung für die ganze Sonntagsschulbewegung bestellt – ein Engagement, das er auch nach seiner Patriarchenwahl 1971 weiterführte. Aus dieser Bewegung gingen viele Berufungen hervor, so dass die fast ausgestorbenen Klöster in Ägypten heute wieder Hunderte Mönche zählen. Zudem gibt es zahlreiche Priesteramtskandidaten. Seit langem war Papst Schenuda III. im ökumenischen Dialog der Kirchen engagiert. 2000 wurde er von der Weltkulturorganisation Unesco mit dem Madanjeet-Singh-Preis für Friedensförderung und Gewaltfreiheit ausgezeichnet. Noch im November wurde er in Abwesenheit für seine Verdienste als Brückenbauer zwischen den christlichen Konfessionen sowie zwischen Christen und Muslimen in Ägypten mit dem Preis des Augsburger Hohen Friedensfests 2011 geehrt. {Quelle: www.tt.com}

 

2 Responses to “Papst Benedikt soll zur Trauerfeier nach Ägypten kommen”

  1. Dr. Sabri Abdel Fattah Says:

    Mein herzlichstes Beileid und Mitgefuehl spreche ich nicht nur unseren Bruedern- koptischen Christen- , sondern auch dem ganzen aegyptischen Volk aus, Das Oberhaupt des kptischen Kirche Aegyptens war einer derjenigen, die sich fuer die nationale Einheit zwischen den Muslimen und den Christen einsetzte.


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