kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Zum Gedenktag: Papst Kyrillos als Anachoret 8. März 2012

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 23:34

Dies war eine hagere Zusammenfassung des Lebens vom Papst Kyrillos VII (Nr.116) {Sehen Sie bitte unten}. Nun führen wir dem werten Leser prägnante Anekdoten über Papst Kyrillos als Anachoret an. Im Grunde gibt es Vieles zu erzählen. Deshalb lassen wir einen Anachoreten Einiges darüber erzählen, der noch am Leben ist, jedoch sich nicht angibt.

 

Anfangs lehnte Papst Kyrillos ab, dass ich in den Wüsten als Anachoret wanderte. Durch seine Gelehrtheit und weise Erfahrung meinte er, dass dieser Begehr auf Hochmut ruhte. Stattdessen schickte er mich zum Kloster des Heiligen Mina in Maryot. Dort verbrachte ich etliche Monate, während denen ich überfordert war. Denn ich musste die Beichte abnehmen, die Gäste betreuen, das Wasser schöpfen und das Essen zubereiten. Darum bat ich meinen Meister, Papst Kyrillos, mir zu erlauben, zu meinem ersten Leben zurückzukehren. Er stimmte mir zu, betete für mich und ließ mich mit dem Versprechen gehen: „Ich werde mit dir sein“! Jenes Versprechen löste er sowohl während seines Lebens als auch nach seinem Ableben ein. Denn er besuchte mich sporadisch im Geist!

 

Einer seiner Besuche war im Jahr 1963, nachdem ich zu meinem ursprünglichen Kloster heimkehrte. Wäh-rend ich in meiner Zelle weilte, ging die Tür der privaten Kammer auf. Vor mir sah ich meinen geliebten Meister, Papst Kyrillos, stehen. Das Kreuz in seiner Hand strahlte ein wundersames Licht und sein Gesicht leuchtete, als ob er ein Engel wäre. Mit einer Metanya begrüßte ich seine Heiligkeit. Darauf sagte er mir: „Lass uns in die Kirche gehen“. Dort warf er sich vor dem Altar nieder; und ich nach ihm. Dann begab er sich zu den in dieser Kirche verwahrten Reliquien der Heiligen. Zu mir sagte er: „Wir verehren die Heiligen und Märtyrer aufgrund ihres tug-endhaften Lebens. Sie eiferten sich entschlossen um des Namens unseres Herrn, Jesu Christi, willen. Wegen ihrer absoluten und festen Liebe zu Christus ehren wir sie“. Ich machte ihm dann eine Metanya und er segnete mich und betete für mich. Schließlich ging er wieder fort.

 

 

 

Seine Heiligkeit besuchte im Geist die Orte, in denen die Reliquien verwahrt sind, und zwar ägyptenweit! Dies tat er unregelmäßig, ohne dass jemand davon etwas wusste. Denn er erbat ihre Unterstützung bei der Führung der Kirche. Ebenso hielt er nach seinem Tod sein Wort!

 

Am 9. März eines Jahres (sein Todestag) wünschte ich mir, die Feier im Mina-Kloster im Geist zu erleben. Deswegen betete ich zu meinem Herrn und Gott, Jesus Christus, dies mir zu ermöglichen. In der Nacht, und während ich keinen Ausweg fand, kamen zwei der Märtyrer zu mir. Sie waren Hl. Abbanub und Hl. Zios (beide waren Kinder. Das Gedächtnis vom Zweiten feiert die Kirche am 26. Tuba). Sie forderten mich auf, mit ihnen zu gehen. Nur bis zur Maryots Wüste begleiteten sie mich, weil sie zum Makarius-Kloster gingen, um mit einer Gruppe von Anachoreten aus dem Berg „Barnug“ an einer Messe anlä-sslich des Gedächtnistags vom Papst Kyrillos teilzuhaben. Wir legten einen Teil der Strecke zurück, und zwar in der Nähe vom Natrontal. Dann ließen sie mich allein. Es war aber stockdunkel und ich war konfus, weil ich nicht wusste, wie ich zu Mina-Kloster gelangen konnte? Zum Herrn schrie ich und erbat dabei die Fürbitte des Hl. Mina, damit er mich zu seinem Kloster führte. Plötzlich sah ich eine Lichtsäule, welche die ganze Gegend erhellte. Zur Stelle, an der die Lichtsäule stand, begab ich mich. Da fand ich mich auf dem Dach der Kirche des Klosters. Durch eines ihrer Fenster betrat ich sie. Sie war überfüllt, aber ich fand trotzdem einige betagte Anacho-reten aus dem Barnugs Berg, welche mir mitteilten, dass Papst Kyrillos VII persönlich zu der Feier kommen werde.

 

Plötzlich öffnete sich die Decke der Kirche und dadurch stieg seine Heiligkeit vom wundersamen Licht umgeben und in glorreichem Gewand herab. Da wurde die Kirche vom Licht erfüllt. Er setzte sich auf einen Stuhl und in dem Moment hegte ich den Wunsch, ihm die Füße zu waschen. Dies erlaubte seine Heiligkeit meiner schwachen Person, nachdem einer der Anachoreten eine mit Wasser gefüllte Schüssel brachte. Als ich damit fer-tig war, bat ich den Papst darum, dass Wasser in meiner Zelle zu besprengen, was er mir auch erlaubte! Letzten Endes kehrte ich zurück, wie ich kam. Unterwegs wollte ich mich vergewissern, dass das Wasser Wirklichkeit und nicht erträumt war. Deshalb beäugte ich den Behälter, in dem ich es verwahrte. Wie der Blitz verwandelte es sich von seinem flüssigen Zustand in eine schneeweiße Salbe!

 

Um einen Beweis für seinen überragenden Rang darzubieten, den er jahrelang vor seiner Weihe zum Papst erlangte, schildere ich folgende Ereignisse: „Im Jahr 1937 kam eine Person zu Bischof Mina Abba Samuel (der verstorbene Abt des Samuel-Kloster / dies geschah, als er noch ein Laie war), um ihm davon zu berichten, dass es einen Eremiten gab, der in einer Windmühle lebte. Die beiden Diener und Diakone besuchten Pater Mina, den Eremiten, in der Windmühle, der sie herzlich empfing. Zu dem später gewordenen Bischof sagte er: „Besuche mich wieder“! Weil er ein Diakon war, diente er mit dem Eremiten am in der Windmühle eingebauten Altar. Später eröffnete er dem Eremiten, Pater Mina Elbaramosy, dass er sich den Reihen der Mönche anschließen wollte. Pater Mina Elbaramosy schlug vor, das Los zu ziehen. Drei Mal zogen sie das Los und jedes Mal war das Ergebnis, dass dieser Laie bei dem Eremiten in der Windmühle bleiben sollte. Dies setzte er um, indem er ein Jahr mit Pater Mina, dem Eremiten, verbrachte, nachdem er von seiner Arbeit kündigte. Bei seinem jährlichen Besuch seiner Familie in Oberägypten fragte ihn seine Mutter, ob er nicht heiraten wollte. Darauf sagte er: „Möge der Wille des Herrn geschehen“. In der Nacht träumte seine Mutter, dass ein Greis mit langem Bart und einem Stock vor ihr stand und sie fragte: „Was willst du von dem Jungen? Hat er etwa dir gesagt, dass er heiraten will? Lass ihn doch dem Herrn dienen“! Am nächsten Morgen erzählte sie ihrem Sohn davon, der ihr nichts davon verriet. Sie aber segnete ihn und erbat ihm den Beistand Christi. In der nachfolgenden Nacht sah sie im Traum denselben Greis wieder. Er sagte diesmal zu ihr: „Keine Sorge! Dein Sohn ist in meiner Obhut“.

 

Mit Heiliger Karas, einem der ältesten Anachoreten Ägyptens

 

In einem der Krankenhäuser Londons sollte Pater Bischoy Kamel (verstorbener Hirte der Kirche des Heiligen Georg in Sporting – Alexandria) operiert werden. Er litt an Krebs und dies sollte entfernt werden. Am Abend fragte der Hirte seine Gattin (Temav Angel), ob die Ärzte alles für die morgige Operation vorbereiteten? Als sie ihm das bejahte, bat er sie darum, ihm eine Flasche zu bringen. Jene Flasche war mit Weihwasser gefüllt, welches Papst Kyrillos segnete. Der tugendhafte Priester segnete seinen Leib mit dem gesegneten Wasser und sagte: „Wir sollten auch unsere Vorbereitung treffen“. Bevor er operiert wurde, bat er um die Erlaubnis, ein Bild von der Mutter Gottes unter seinem Rücken zu haben. In dem Operationssaal traute keiner der Ärzte seinen Augen! Es gab keine Spur von Geschwüren. Obendrein waren Zeichen von einem chirurgischen Eingriff zu vermerken, der nicht von men-schlicher Hand geführt wurde!?! Nachdem der Schnitt zugenäht wurde, rannte eine Schwester überall umher, während sie das Bild der Heiligen Jungfrau Maria in der Hand hielt. Sie schrie laut: „Die Jungfrau vom koptischen Priester heilte ihn“! Es geht aber weiter…! Eine irakische Dame lag in demselben Krankenhaus und litt an völligem Nierenversagen. Sie hörte vom Wunder und schickte zu Pater Bischoy, um ihn um einen segenbringenden Gegen-stand zu bitten. Mit seiner Gattin schickte er jener Dame etwas von demselben Weihwasser des Papstes Kyrillos. Am Abend vernahm man schallendes Geschrei aus dem Zimmer der Irakerin. Ihr behandelnder Arzt konnte sich nicht beherrschen, als er feststellte, dass es ihr zwei völlig neue und funktionstüchtige Nieren erschaffen wurden“!?!

 

Es vergingen mehrere Epochen, ohne von einem dermaßen tugendhaften und gnadenreichen Eremiten wie seiner Heiligkeit Papst Kyrillos VII zu hören. Man erfuhr von Päpsten, die etwa zwei Jahrzehnten in Einsamkeit verbrachten. Jedoch hörte man nicht von den Früchten ihrer Isolation, was auf Papst Kyrillos nicht zutraf. Denn die Früchte des ruhigen Lebens seiner Heiligkeit waren nicht nur spürbar, sondern auch wirksam. Papst Kyrillos beeinflusste das Mönchtum, und zwar deutlich und ein-prägend. Ebenso brachte er die Würde des Lebens in Einsamkeit zum Vorschein, weil er es selber praktizierte. Dadurch belebte er es und ließ es als der mittlere Rang des Mönchtums florieren. Was die Anachoreten betrifft, welche den obersten Rang des Mönchtums darstellen, sagte man, dass ihre Zahl zunahm. Sie liebten es, mit ihm zu beten. Offen gesagt war der Rang der Anachoreten mit Rätselhaftigkeit verhüllt. Dass sie sich den Gläubigen in den Kirchen nicht zeigten, war mit der Abwesenheit der Lichtsäule zu begründen, an die sie sich lehnen konnten. Der Gleichmut des Volkes und die Passivität seines Dienstes ließen die Anachoreten sich von ihm entfernen. Wir glichen dem Volk zu der Ära vom Propheten Samuel und Eli, dem Priester. Sie wurde mit folgenden Worten beschrieben: „In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten. Visionen waren nicht häufig“ (1Sam.3:1). Hingegen fand Papst Kyrillos großen Trost, dass sie zu ihm kamen, und dass er ihnen mit eignen Händen das Sakrament der Eucharistie reichte. Sie versammelten sich um ihn, um gemeinsam zu beten. Dies ist das würdigste Zeugnis für die Erhabenheit des Mönchtums und klarer Beweis dafür.

 

Sie – die Anachoreten – sind Mönche, die nicht an einen gewissen oder festen Ort gebunden sind. Sie irren in den Wüsten umher. Dies tun sie wegen ihrer großen Liebe zu unserem Herrn, Jesus Christus. Der weltliche Besitz interessiert sie nicht. Weder Kleidung noch die nötige Nahrung sind ihnen wichtig. Allerdings kümmert Gott sich um ihre Bedürfnisse und lenkt sie fortwährend. Es ist aber von erheblicher Bedeutung, zu erwähnen, dass Papst Kyrillos zu seiner Lebzeit ihr Führer war. Dies bezeuge ich, weil ich das mit eigenen Augen sah. Überdies erlebte ich, wie sie ihn umgaben, und wie er sie beriet. Sein Stellvertreter lebt bis zum heutigen Tag, dessen Namen ich nicht erwähnen darf, damit er auf mich nicht böse wird. Dieser ehrwürdige Vater teilt die restlichen Väter für verschiedene Orte ein. Zum Beispiel schickt er zwei Väter am Sonntag zum Samuel-Kloster, um an der Messe dort teilzunehmen. Dasselbe tut er mit den übrigen Vätern…nach Schi-Hat’s Wüste, Alt-Kairo, Libyen oder den Oasen, wo es dort in den Felsen gemeißelte Altäre gibt. An den Sonntagen versammeln sie sich bei den Klöstern des Heiligen Antonius und des Heiligen Paul, da sie dort – im Berg am roten Meer – gerne beten. Für sie ist es keineswegs mühevoll, Altäre in den Felsen zu meißeln oder geweihte Tafeln zu bringen, um Messen zu halten. Hin und wieder befinden sie sich in einer der verlassenen Kirchen von Alt-Kairo. Es ist eine geistliche und unsicht-bare Welt, deren Tore sich nicht irgendjemandem öffnen.

 

Zu guter Letzt schildere ich das folgende Wunder: „Im Jahr 1991 und während der Fastenzeit wurde ich von beiß-endem Bauchweh gezerrt. Kein Medikament half dagegen. Ich war wegen meines hohen Alt-ers äußerst geschwächt. Dies passierte im März, und zwar nachdem wir den Gedenktag Papstes Kyrillos feierten. An der Pforte des gnädigen Herrn klopfte ich und erbat die Fürbitte Papstes Kyrillos, damit ich von diesen horrenden Schmerzen erlöst werde. In einer der Nächte ging ich im Geist zum Mina-Kloster. Dort betrat ich seine Grabstätte und rief nach ihm. Der Grabstein aus Marmor wurde beiseite gelegt. Sein Sarg öffnete sich und dessen Deckel wurde geschoben. Der Leichnam des Papstes bewegte sich. Dabei streckte seine Heiligkeit seine Rechte aus, in der er ein Kreuz hielt, ohne ein Wort zu verlieren. Neben mir standen zwei der Anachoreten, mit denen ich in inniger Freundschaft stand. Beide baten mich, die Stirn des Papstes zu berühren, und dann mich zu bekreuzigen. Ich aber wurde von großer Furcht ergriffen und wagte es nicht, die Stirn seiner Heiligkeit zu berühren. Während ich zögerte, befahl mir der Engel des Herrn, der das Grab öffnete, dies zu tun. Ich schob seine Hirtenkrone ein wenig und fand seine Stirn von Öl durchnässt. Von dem Öl nahm ich mit den Fingerspitzen und salbte damit Stirn, Hals und Handgelenke. Den Engel fragte ich, ob ich das Grab wieder bedecken sollte; obwohl ich wusste, dass dies meine Kraft überragte? Darauf antwortete er mir, dass ich ihm dies überlassen sollte. Auch im Geist kehrte ich zu meiner Zelle zurück und am nächsten Morgen war ich kerngesund und bekam den Appetit auf Essen wieder, als ob ich gar nicht krank gewesen wäre“!}

 

Papst Kyrillos war erzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre (1Tim.4:6). Daher war er ein untadliger Verwalter, der nicht überheblich war (Titus 1:7). Er widmete sich dem Aufbau des Leibes Christi (Eph.4:12). Dem-zufolge wirkte Christus in ihm (Gal.2:8) und machte ihn zum Leitbild (1Pet.2:3). Gott verherr-lichte sich durch ihn: „Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen. So wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt“ (2Kor.4:7 / Ps.115:1 / Ez.36:22).

 

 

 

AM 9. März denken die Kopten an Papst Kyrillos, den Sechsten

 

 

Papst Kyrillos ist der Vorgänger seiner Heiligkeit Papst Schenuda. Er verließ unsere vergängliche Welt am 09. März 1971, aber bis jetzt lebt er in den Herzen der Kopten. Seit den 70igern werden viele Jungs nach ihm oder seinem Fürbitter, dem Heiligen Mina, benannt, sodass wir unendlich viele Minas und Kyrillos haben. Nach seinem Ableben verfassten die Mönche des Klosters, welches er aus dem Sparschwein der Kinder von Gamal Abd Elnasser kaufte (weil er seine Tochter von einem bösen Geist befreite), ein zweiteiliges Buch über sein Leben. Danach folgte eine Serie von Büchern, die bis jetzt erscheinen. In diesen Büchern werden die Wunder, die der Herr durch die Fürbitte seines Heiligen Papst Kyrillos vollbrachte. Heute erzähle ich Ihnen etwas über Papst Kyrillos als Anachoret aus meinem Buch: Die Anachoreten!

 

Papst Kyrillos war erzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre (1Tim.4:6). Daher war er ein untadliger Verwalter, der nicht überheblich war (Titus 1:7). Er widmete sich dem Aufbau des Leibes Christi (Eph.4:12). Demzufolge wirkte Christus in ihm (Gal.2:8) und machte ihn zum Leitbild (1Pet.2:3). Gott verherrlichte sich durch ihn: “Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen. So wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt” (2Kor.4:7 / Ps.115:1 / Ez.36:22).

 

“In einem der Krankenhäuser Londons sollte Pater Bischoy Kamel (verstorbener Hirte der Kirche des Heiligen Georg in Sporting – Alexandria) operiert werden. Er litt an Krebsgeschwür und dies sollte entfernt werden. Am Abend fragte der Hirte seine Gattin (Temav Angel), ob die Ärzte alles für die morgige Operation vorbereiteten? Als sie ihm das bejahte, bat er sie darum, ihm eine Flasche zu bringen. Jene Flasche war mit Weihwasser gefüllt, welches Papst Kyrillos segnete. Der tugendhafte Priester segnete seinen Leib mit dem gesegneten Wasser und sagte: “Wir sollten auch unsere Vorbereitung treffen”. Bevor er operiert wurde, bat er um die Erlaubnis, ein Bild von der Mutter Gottes unter seinem Rücken zu haben. In dem Operationssaal traute keiner der Ärzte seinen Augen! Es gab keine Spur von Geschwüren. Obendrein waren Zeichen von einem chirurgischen Eingriff zu vermerken, der nicht von menschlicher Hand geführt wurde!?! Nachdem der Schnitt zugenäht wurde, rannte eine Schwester überall umher, während sie das Bild der Heiligen Jungfrau Maria in der Hand hielt. Sie schrie laut: “Die Jungfrau vom koptischen Priester heilte ihn”! Es geht aber weiter…! Eine irakische Dame lag in demselben Krankenhaus und litt an völligem Nierenversagen. Sie hörte vom Wunder und schickte zu Pater Bischoy, um ihn um einen segenbringenden Gegenstand zu bitten. Mit seiner Gattin schickte er jener Dame etwas von demselben Weihwasser des Papstes Kyrillos. Am Abend vernahm man schallendes Geschrei aus dem Zimmer der Irakerin. Ihr behandelnder Arzt konnte sich nicht beherrschen, als er feststellte, dass es ihr zwei völlig neue und funktionstüchtige Nieren erschaffen wurden”!?!

 

Es vergingen mehrere Epochen, ohne von einem dermaßen tugendhaften und gnadenreichen Eremiten wie seiner Heiligkeit Papst Kyrillos VII zu hören. Man erfuhr von Päpsten, die etwa zwei Jahrzehnten in Einsamkeit verbrachten. Jedoch hörte man nicht von den Früchten ihrer Isolation, was auf Papst Kyrillos nicht zutraf. Denn die Früchte des ruhigen Lebens seiner Heiligkeit waren nicht nur spürbar, sondern auch wirksam. Papst Kyrillos beeinflusste das Mönchtum, und zwar deutlich und einprägend. Ebenso brachte er die Würde des Lebens in Einsamkeit zum Vorschein, weil er es selber praktizierte. Dadurch belebte er es und ließ es als der mittlere Rang des Mönchtums florieren. Was die Anachoreten betrifft, welche den obersten Rang des Mönchtums darstellen, sagte man, dass ihre Zahl zunahm. Sie liebten es, mit ihm zu beten. Offen gesagt war der Rang der Anachoreten mit Rätselhaftigkeit verhüllt. Dass sie sich den Gläubigen in den Kirchen nicht zeigten, war mit der Abwesenheit der Lichtsäule zu begründen, an die sie sich lehnen konnten. Der Gleichmut des Volkes und die Passivität seines Dienstes ließen die Anachoreten sich von ihm entfernen. Wir glichen dem Volk zu der Ära vom Propheten Samuel und Eli, dem Priester. Sie wurde mit folgenden Worten beschrieben: “In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten. Visionen waren nicht häufig” (1Sam.3:1). Hingegen fand Papst Kyrillos großen Trost, dass sie zu ihm kamen, und dass er ihnen mit eignen Händen das Sakrament der Eucharistie reichte. Sie versammelten sich um ihn, um gemeinsam zu beten. Dies ist das würdigste Zeugnis für die Erhabenheit des Mönchtums und klarer Beweis dafür.

 

Sie – die Anachoreten – sind Mönche, die nicht an einen gewissen oder festen Ort gebunden sind. Sie irren in den Wüsten umher. Dies tun sie wegen ihrer großen Liebe zu unserem Herrn, Jesus Christus. Der weltliche Besitz interessiert sie nicht. Weder Kleidung noch die nötige Nahrung sind ihnen wichtig. Allerdings kümmert Gott sich um ihre Bedürfnisse und lenkt sie fortwährend. Es ist aber von erheblicher Bedeutung, zu erwähnen, dass Papst Kyrillos zu seiner Lebzeit ihr Führer war. Dies bezeuge ich, weil ich das mit eigenen Augen sah. Überdies erlebte ich, wie sie ihn umgaben, und wie er sie beriet. Sein Stellvertreter lebt bis zum heutigen Tag, dessen Namen ich nicht erwähnen darf, damit er auf mich nicht böse wird. Dieser ehrwürdige Vater teilt die restlichen Väter für verschiedene Orte ein. Zum Beispiel schickt er zwei Väter am Sonntag zum Samuel-Kloster, um an der Messe dort teilzunehmen. Dasselbe tut er mit den übrigen Vätern…nach Schi-Hat’s Wüste, Alt-Kairo, Libyen oder den Oasen, wo es dort in den Felsen gemeißelte Altäre gibt. An den Sonntagen versammeln sie sich bei den Klöstern des Heiligen Antonius und des Heiligen Paul, da sie dort – im Berg am roten Meer – gerne beten. Für sie ist es keineswegs mühevoll, Altäre in den Felsen zu meißeln oder geweihte Tafeln zu bringen, um Messen zu halten. Hin und wieder befinden sie sich in einer der verlassenen Kirchen von Alt-Kairo. Es ist eine geistliche und unsichtbare Welt, deren Tore sich nicht irgendjemandem öffnen.

 

Papst Kyrillos und Gamal Abd Elnasser

 

Zum Gedenktag des Papstes Kyrillos, des Sechsten – Teil I

 

Zum Gedenktag des Papstes Kyrillos, des Sechsten – Teil II

 

Zum Gedenktag des Papstes Kyrillos, des Sechsten – Teil III

Einsortiert unter: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 15:06 – 9. März 2011

 

2 Responses to “Zum Gedenktag: Papst Kyrillos als Anachoret”

  1. G.*K.* Says:

    AM 9. März denken die Kopten an Papst Kyrillos, den Sechsten

    Auch wir sollten an ihn Gedenken –

  2. Hildegard Says:

    Flehen wir beständig um seine Fürbitte am Throne Gottes, in diesen so schwierigen Zeiten. Er wird gewiss weiterhin uns beistehen und Gottes Hilfe erbitten.
    Gedenken wir nicht nur heute, sondern täglich. Papst Kyrillos hilft allen, die ihn darum bitten.


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