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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Friedrich: „Größte Gefahr ist Terrorismus, der in Deutschland selbst entsteht“ 2. März 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 13:38

Eine an diesem Donnerstag veröffentlichte Studie im Auftrag des Innenministeriums zeigt, dass mehr als 20% junger Muslime in Deutschland nicht intergrationswillig sind.

Sie seien Jugendlichemit starken Abneigungen gegenüber dem Westen, tendenzieller Gewaltakzeptanz und ohne Integrationstendenz“.

 

Den Deutsch Türkischen Nachrichten erklärte Bundesinnenminister Friedrich exklusiv im Interview, wo er die größte Gefährdung sieht.

 

Innenminister Friedrich ist der Ansicht, man sollte viel mehr über schon stattgefundene Integration sprechen. (Foto: Shane Thomas McMillan)Deutsch Türkische Nachrichten: Gibt es Hinweise auf eine verstärkte Terroraktivität in Westeuropa, um zur Destabilisierung beizutragen. Haben sie Erkenntnisse, dass in Deutschland eine erhöhte Sicherheitsstufe gilt?
 
Dr. Hans-Peter Friedrich: Wir haben keine neue Situation in Deutschland. Die Sicherheitslage ist unverändert. Dazu gehört auch, dass wir im Fokus des internationalen islamistischen Terrorismus stehen.
 
Würden sie sagen, dass hier nach einer gewissen Zeit der Unauffälligkeit wieder eine verstärkte Aktivität zu sehen ist?
 
Nein, die Aktivitäten sind seit Jahren auf einem hohen Niveau. Wir hatten im vergangenen Jahr in Frankfurt am Main den ersten vollendeten islamistischen Anschlag in Deutschland. Der Einzeltäter Arid U. ist mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Mit der Festnahme der von Al-Qaida gesteuerten Düsseldorfer Zelle Ende April 2011 und mit der Festnahme ihrer so genannten Ableger Anfang Dezember 2011 in Bochum haben wir zudem zwei wichtige Erfolge im Kampf gegen den internationalen Terrorismus erzielt. Dies war aufgrund der engen Zusammenarbeit mit internationalen Partnern möglich. Somalia ist mittlerweile zu einer zusätzlichen Gefahrenquelle geworden. Es gibt mehr und mehr Menschen, die sich dort in Terror-Ausbildungslager begeben.
 

Bei welchen Gruppierungen in Deutschland ist das Gefahrenpotenzial am größten?
 
Was neben der Al-Qaida zunehmend Probleme macht, ist der „home-grown terrorism“. Damit ist die Form des Terrorismus gemeint, die im Lande selbst entsteht, das heißt bei uns in Deutschland. Es gibt Menschen, die in Europa aufwachsen, unsere Lebensgewohnheiten kennen und ausreisen, um sich in Terror-Camps ausbilden zu lassen. Hinzu kommt das Problem der Selbstradikalisierung im Internet. Wie im Fall des Frankfurter Flughafen-Attentäters gibt es junge Menschen, die sich zunehmend von Propaganda im Netz beeinflussen lassen.
 

Haben Sie Kenntnisse darüber, welchen Milieus diese zuzuordnen sind?
 
Das ist kein Problem einer bestimmten Gesellschaftsschicht. Häufig ist es sogar Zufall, wen diese islamistische Propaganda erreicht. Radikalisierung ist ein sehr individueller Prozess. Anfällig dafür sind beispielsweise junge Menschen, die auf der Suche nach sozialen Bindungen, nach Akzeptanz, Anerkennung und Zuwendung sind. Bei ihrer Suche nach Identität, Sinn und Orientierung sind sie oftmals empfänglich für Propaganda. Andere beziehen ihre Motivation wiederum aus einer vermeintlichen Unterdrückung der Muslime durch die „westliche Welt“. Mitunter spielen auch Bekannte oder der Freundeskreis eine Rolle.

 

Hans-Peter Friedrich im Gespräch mit den Deutsch Türkischen Nachrichten. (Foto:Shane Thomas McMillan)Welche Rolle spielen die Konvertiten?
 
Konvertiten sind häufig diejenigen, die noch extremere Ansichten haben als andere. Aus diesem Grund haben wir beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unter der Rufnummer 0911/9434343 eine Hotline eingerichtet. Dorthin können sich Eltern, Angehörige und Freunde wenden, wenn sie merken, dass bei ihren Söhnen oder Töchtern, bei ihren Freunden und Bekannten irgendetwas nicht stimmt, wenn sie sich beispielsweise abschotten. Im Rahmen der Initiative Sicherheitspartnerschaft haben wir zudem eine Website eingerichtet (www.initiative-sicherheitspartnerschaft.de), auf der sich betroffene Eltern informieren können.

Welche Möglichkeiten hat hier das Innenministerium? Wir können uns vorstellen, dass mit Gruppen, zum Beispiel den Salafisten, der Dialog oder die Sicherheitspartnerschaften schwierig sind?
 
Mit fanatischen Salafisten kann man in der Tat keinen Dialog führen. Sie betreiben eine sehr gezielte Propaganda, auch – wie schon erwähnt – im Internet. Salafisten wollen einen Gottesstaat errichten, in dem die Scharia gilt.
 
Kann durch die Sicherheitspartnerschaften eine Allianz mit den Muslimen gebildet werden, so dass auch das Vertrauen der deutschen Muslime gewonnen werden kann?
 
Ja, das erste Spitzentreffen, das im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft im vergangenen Jahr stattgefunden hat, ist sehr gut verlaufen. Am 27. März werden wir nun ein gemeinsames Symposium veranstalten. Wir versuchen auf diese Weise mit den Verbänden, aber auch mit nicht organsierten Muslimen, Initiativen vor Ort anzustoßen. Vor wenigen Wochen haben wir einen Wettbewerb für gemeinsame Deradikaliserungsprojekte gestartet. Dabei wollen wir zum einen neue Ideen entwickeln und zum anderen auch bereits laufende Projekte prämieren und bekannter machen. In den Städten und Kommunen gibt es bereits viele gute Projekte zwischen Muslimen und Sicherheitsbehörden.
 

Gibt es regionale Schwerpunkte, in denen sie islamistische Aktivitäten bemerken?
 
Die Probleme sind regional natürlich sehr vielschichtig. Erst seit einigen Jahren betreibt die Bundesregierung eine gezielte, aktive Integrationspolitik. Jahrzehntelang war das nicht der Fall. Man hat früher den Fehler gemacht, an eine „Multi-Kulti-Idee“ zu glauben und nicht der Realität ins Auge zu sehen.
 
Wie kann man die Ghettoisierung, von der ja auch Deutsche betroffen sind, insgesamt aufbrechen?
 
Das ist schwierig. Wenn ganze Stadtviertel – wie in Berlin – nur von bestimmten Gruppierungen bewohnt werden, ist es nicht einfach, das zu verändern. Im Grunde kann man nur darauf setzen, dass gesellschaftliche Teilhabe in allen Wohngebieten ermöglicht wird – und dass es vor allem überall gute Bildungsangebote gibt. Natürlich geht jeder am Anfang am liebsten dorthin, wo er seine Sprache sprechen kann. Klar. Aber eine Ghettoisierung muss soweit möglich immer vermieden werden.
 

Wie wollen sie das verhindern?
 
Das kann man natürlich nicht von einem auf den anderen Tag erreichen. Das muss sich im Laufe der Zeit einspielen, über Jahre. Wir müssen die positiven Beispiele mehr in den Vordergrund heben. 40 Prozent der Mitglieder der Berliner CDU im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg haben einen Migrationshintergrund. Sie senden das Signal aus: Du kannst es schaffen!
 
Muss also jeder selbst dafür sorgen, dass er akzeptiert wird?
 
Integration verlangt beiderseitiges Bemühen und die Schaffung von Perspektiven. Ich glaube, dass wir viel mehr über die bereits stattgefundene Integration sprechen sollten, die, die sich in unserem Alltag längst niederschlägt.

 

Wo sehen Sie strukturelle Probleme beim Thema Sicherheitspartnerschaft die Rolle der Islamkonferenz? Jeder ist ja anderer Meinung. Glauben Sie, man sollte sich lieber auf das Thema Sicherheit beschränken?
 
Ich will das Thema Sicherheitspartnerschaft und Deutsche Islam Konferenz nicht vermischen. Wichtig ist doch grundsätzlich die Frage: Wie fühlen sich die religiösen Menschen in Deutschland? Ich weiß, dass Religion für einen Menschen eine sehr wichtige Funktion haben kann und deswegen muss man auch dafür sorgen, dass jeder eine Möglichkeit bekommt, seine Religion zu leben. Schwierig ist, dass die islamischen Verbände sehr heterogen sind und es nicht einen Ansprechpartner gibt.
 

Kann man erzwingen, dass sich die Muslime auf einen Ansprechpartner einigen?
 
An die Anerkennung als Religionsgemeinschaft knüpfen sich verschiedene Rechte. Zum Beispiel, dass ich den Inhalt von Religionsunterricht an der Schule bestimmen kann. Der evangelische und der katholische Religionsunterricht an den Schulen in Deutschland werden inhaltlich von den Religionsgemeinschaften bestimmt und nicht vom Staat. Wenn wir islamischen Religionsunterricht machen wollen, brauchen wir jemanden, der für die islamisch, religiösen Menschen Inhalte bestimmt. Dafür brauchen wir einen Ansprechpartner.
 

Merken sie noch eine starke Einflussnahme aus der Türkei? Immerhin werden die Imame immer noch von der Türkei bezahlt…
 
Das ist ein Thema, das mich umtreibt. Dadurch, dass wir uns so viele Jahre zu wenig um das Thema Integration gekümmert haben, hat man den türkischen Staat förmlich dazu eingeladen, zu sagen ‘jetzt kümmern wir uns um die Türken in Deutschland’. Das kann ich aber nur begrenzt akzeptieren. Es ist klar, dass Zuwanderer beispielsweise aus der Türkei nicht der Brückenkopf der Außenpolitik eines anderen Landes sein dürfen. Wer hierher kommt, hier lebt und hier seine Zukunft sucht, trägt auch Verantwortung für die Gemeinschaft in unserem Staat.
 

Dann müsste der nächste Schritt die staatliche Besoldung der Imame sein…
 
Das ist nicht zwingend. Die Kirchenmitglieder zahlen Monat für Monat Kirchensteuer, die für soziale Aufgaben in unserem Land verwendet werden. Was mir vorschwebt, ist eine Art europäischer Islam, will heißen, dass die Imame bei uns von Leuten ausgebildet werden, die hier leben und hier integriert sind.
 
Was bedeutet das für die Rolle der Ditib, wenn man den Einfluss der Türkei hier verringern möchte?
 
Die Ditib nimmt eine wichtige Aufgabe wahr. Allerdings erwarte ich von Seiten der Türkei, dass akzeptiert wird, dass die Menschen, die jetzt hier leben, Deutsche sind oder zumindest Teil der Gesellschaft, auch als solche anerkannt werden. Ich habe den Eindruck, dass viele Ditib-Vertreter diese Grundeinstellung teilen. {Quelle: www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de – Interview: Michael Maier, Merve Durmuş}

 

 

 

Umerziehungslager für Taliban:

Vom Sprengstoffgürtelbauer zum Elektriker

 

In Pakistan will das Militär ehemalige Taliban-Kämpfer in Lagern umerziehen. Nach psychologischer Schulung, Drill und Ausbildung sollen die Insassen der Gewalt abschwören, wie eine Reportage von «10vor10» zeigt.

Das Swat-Tal in Pakistan gehört zu den gefährlichsten Regionen der Erde. Hier führten die Taliban jahrelang ein Schreckensregime. Vor zwei Jahren hat die pakistanische Armee sie offiziell vertrieben.

 

«Wer tötet, ist kein guter Moslem»: Doch die Taliban sind noch da. Sie halten sich in den Bergen versteckt. Entführungen und Sprengstoff-Anschläge gegen Polizei und Armee sind an der Tagesordnung. In einigen Lagern versucht die Armee, die ehemaligen Kämpfer umzuerziehen. «10vor10» reiste ins Swat-Tal zum Lager «Sabaoon», übersetzt «aufgehende Sonne». Dort sind rund zweihundert ehemalige Kindersoldaten. Noch vor zwei Jahren trugen sie Gewehre oder Sprengstoffgürtel auf sich. Ihr Ziel war es, Ungläubige umzubringen. «Diese Kinder sind geschädigt», so eine Militärpsychologin. «Die Gesellschaft hat sich nicht um sie gekümmert. Es ist unsere Aufgabe, ihnen die Kindheit zurückzugeben.» Die Kinder lernen im Lager, dass der Islam keine Religion des Hasses sei. Wer andere tötet, kann kein guter Moslem sein, wird ihnen beigebracht. Die Kinder müssen beim Eintritt ins Lager erst einen IQ-Test machen. Wer als intelligent gilt, darf in der Schule lesen und schreiben lernen. Sie bekommen eine Ausbildung. Ein Junge beschreibt die Regeln: «Sie sagen uns hier, was richtig und was falsch ist. Wir folgen ihren Anweisungen. So werden wir anständige Menschen». Das Umerziehungslager für jugendliche Taliban ist einzigartig. Es wird von der Unesco finanziell unterstützt. Ziel ist es, die unruhige Gegend im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan sicherer zu machen. Auf der pakistanischen Seite halten sich weiter Taliban versteckt. Zwei Schweizer sind letzten Sommer von ihnen entführt worden. Sie befinden sich nach wie vor in Geiselhaft.

 

 

«Der Terror aus Afghanistan trifft auch die Schweiz»

 

«10vor10»-Reporter Thomas Vogel ist ins Swat-Tal gereist und hat ein Lager besucht, wo zweihundert ehemalige Kindersoldaten umerzogen werden. «Tagesschau Online» hat ihm einige Fragen gestellt.

«Tagesschau Online»: Was macht eine Reportage aus Pakistan für die Schweizer so spannend?

Thomas Vogel: Pakistan ist der Unruheherd der Welt. Die Taliban, die in Afghanistan von den Amerikaner verfolgt werden, flüchten über die Grenze nach Pakistan, besorgen sich dort Waffen. Der Terror, der dort geschmiedet wird, trifft auch die Schweiz.

Es sind ja immer noch zwei Schweizer in Pakistan in den Händen der Taliban…

Genau. Wir haben mit vielen Taliban-Anhängern in Pakistan darüber gesprochen. Sie sagten uns, dass sie dies nicht richtig finden, dass westliche Touristen entführt werden, um Geld zu erpressen.

Waren Sie selbst als Reporter auch in Gefahr?

Ja, täglich. Der Kameramann Matthias Gruic und ich hatten im Swat-Tal teilweise Begleitschutz von der Armee. Doch auch das ist kein sicherer Schutz. Es gibt immer wieder Taliban-Anschläge auf pakistanische Soldaten. Uns hätte es dann auch getroffen. {Quelle: www.tagesschau.sf.tv – Thomas Vogel}

 

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