kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Eine Universität und ein Museum nach Shabhaz Bhatti benannt 2. März 2012

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 18:32

Im Gedenken an Bhatti müssen wir dringend an das Problem des Blasphemie-Paragraphen erinnern
 

 

Lahore – Fidesdienst: „Wenn wir Shabhaz Bhattis gedenken und ihm dabei gerecht werden wollen, müssen wir an das Problem des ungerechten Blasphemie-Paragraphen erinnern, das immer noch viele unschuldige Opfer unter Christen und Muslimen fordert“, so der katholische Anwalt und Parlamentarier Khalil Tahir zum Fidesdienst. Tahir ist auch Vorsitzender der pakistanischen Nichtregierungsorganisation „Action Against Discriminatory Laws“. Khalil Tahir war ein Kommilitone von Shabhaz Bhatti und wohnte von 1983 bis 1990 mit ihm zusammen. Als Anwalt vertritt er viele Opfer des Blasphemiepragraphen. Der Tod von Bhatti war ein großer Verlust für das Land. Damit wir sein Engagement fortführen, müssen wir die Debatte über die Änderung oder die Abschaffung des Blaspehmieparagraphen wieder anregen. Dies sage ich als Anwalt, als Christ und als pakistanischer Bürger. Die Anschuldigungen, auf denen Blasphemie-Prozesse basieren sind meistens falsch und dies sagen auch muslimische Anwälte. Das Blasphemiegesetz wurde von einem Diktator verabschiedet, der auf Druck extremistischer Gruppen handelte. Wir Bitten um eine Änderung des Gesetzes, damit es künftig nicht mehr missbraucht wird. Dazu reichen einige einfache Maßnahmen: keine Festnahme ohne Beweise, sofortige Freilassung für Unschuldige, Verfolgung falscher Zeugen, Bestrafung von Selbstjustiz. Díe Lösung des Problems des Blasphemie-Paragraphen ist ausschlaggebend für eine würdige Zukunft Pakistans“.

 

Mehdi Hasan, Journalist und Akademiker, gehört zum Vorstand der „Human Rights Comission of Pakistan“ (HRCP), die Büros im ganzen Land hat. Im Gespräch mit dem Fidesdienst betont er: „Bhatti sah sich mit einer Spaltung in der Gesellschaft konfrontiert. Auf der einen Seite gibt es eine säkulare und demokratische Vision, die auf dem Schutz der Menschenwürde und der Menschenrechte und auf den Prinzipien des Rechtsstaates gründet. Auf der anderen Seite gibt es radikalislamische Parteien und Bewegungen, die immer mehr Einfluss auf Institutionen, Gesellschaft, Politik und Kultur nehmen. Sein Mord war das Ergebnis eines Klimas des Hasses und der Intoleranz, gegen das Bhatti stets gekämpft hat und das auch den Blasphemieparagraphen hervorgebracht hat. Als Zivilgesellschaft müssen wir die Fahne der Menschenrechte und des Schutzes der persönlichen Freiheiten hoch halten, damit das Land nicht dem religiösen Extremismus verfällt und damit mehrere hunderte Jahre zurückfällt“. {Quelle: www.fides.org}

 

 

 

 

 

Bischöfe:Der Samen des Martyriums von Shabhaz Bhatti wird neue Verkünder des Evangeliums hervorbringen
 

 

Multan – Fidesdienst: „Der Samen des Martyriums von Shabhaz Bhatti wird neue Verkünder des Evangeliums hervorbringen“, so der Vorsitzende der Kommission für Interreligiösen Dialog der Pakistanischen Bischofskonferenz, Bischof Andrew Francis von Multan (Punjab), zum Fidesdienst, zum ersten Todestag des pakistanischen Ministers, der vor einem Jahr in Islamabad ermordet wurde. „Junge Christen in Pakistan“, so der Bischof, „haben sich sehr intensiv und sorgfältig auf die Gedenkfeiern für Shabhaz Bhatti vorbreitet. Seine Figur ist vor allem für diese jungen Menschen von besonderer Bedeutung, denn sie sind entschlossen, ein wahres christliches Glaubenszeugnis abzugeben und wollen dabei dem Beispiel von Shahbaz Bhatti folgen“. Die Kirche in Pakistan wird dem Aufruf des Papstes zur Neuevangelisierung folgen“, so der Bischof weiter, „Und das Gedenken an Bhatti wird viele neue Verkünder des Evangeliums in Punjab und im ganzen Land hervorbringen. Sein Martyrertod wird nicht umsonst gewesen sein: als Bischöfe versuchen wir, aus einer besonderen Perspektive an ihn zu erinnern, aus der Perspektive des Evangeliums, des Glaubens und der Hoffung“. „Was die Aufklärung des Mordes anbelangt, machen wir uns keine große Hoffnung und wir wollen dies auch nicht thematisieren: wir vertrauen auf die göttliche Gerechtigkeit und hoffen auf Gott“, so Bischof Francis weiter.

 

Die Frage der offiziellen Anerkennung des Martyriums bleibt weiterhin offen: „Wir haben im vergangenen Jahr, einen Brief an den Heiligen Vater geschrieben und um die Eröffnung eines Verfahrens für die Anerkennung des Martyriums gebeten. Am kommenden 4. März findet in Lahore die Jahresversammlung der Bischofskonferenz statt und wir werden uns erneut mit dem Thema befassen. Wir warten noch auf eine Antwort des Heiligen Stuhls. Als Bischöfe sind wir von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt und wir werden uns darum bemühen auf der Grundlage der kirchlichen Richtlinien einen solchen Prozess auf den Weg zu bringen. Für die Menschen ist Shabhaz Bhatti bereits ein Märtyrer, denn er hat sein Leben für den Glauben hingegeben. Wir hoffen, dass die Kirche seinen Märtyrertod offizielle anerkennen wird“.

 

 

 

 

Zum ersten Todestag werden

eine Universität und ein Museum nach Shabhaz Bhatti benannt

 

Islamabad – Fidesdienst: Eine Universität, die sich in Islamabad im Entstehen befindet, soll nach Shabhaz Bhatti benannt werden. Die Baugenehmigung und der Finanzierungsplan sind bereits vorhanden und das Bauvorhaben wurde auf den Weg gebracht: derzeit sucht man nach einem geeigneten Grundstück und in zwei Jahren soll der Bau der Universität abgeschlossen sein. Dies teilt Paul Bhatti, der Bruder des vor einem Jahr ermordeten katholischen Ministers für religiöse Minderheiten Shabhaz Bhatti, dem Fidesdienst mit. Paul Bhatti ist Sonderberater des pakistanischen Premierministers und Vorsitzender des „Shabhaz Bhatti Memorial Trust“, die das Projekt unterstützt. Dieses Projekt ist äußerst symbolträchtig, da Shabhaz die Bildung sehr am Herzen lag: Bildung ist in Pakistan ein Bereich, der einen Mentalitätswandel in der Gesellschaft im Zeichen der Werte des Dialogs, des Friedens und der Harmonie herbeiführen kann“. Die Universität wird von dem in Amerika lebenden koreanischen Christen Do Won Chang finanziert, der mit Shabhaz persönlich befreundet war und Eigentümer einer bekannten Bekleidungsfirma ist. Die neue Universität wird auch von der pakistanischen Regierung genehmigt und soll institutionell anerkannt werden. Die Universität soll auch ein Zentrum für die Förderung des harmonischen Zusammenlebens der Religionen beherbergen. „Damit“, so Bhatti, „werden wir das Erbe von Shabhaz pflegen, der sein Leben für die Förderung der Bildung, des Dialogs und des friedlichen Zusammenlebens hingegeben hat.“ „In Zusammenarbeit mit der italienischen Regierung wird zudem die Vergabe von Stipendien geplant, die für Studenten aus ärmeren Familien oder auch aus religiösen Minderheiten bereitgestellt werden sollen“., so Paul Bhatti weiter.

 

Ein weiteres Projekt, dessen Fertigstellung bevorsteht und das am 2. März vorgestellt und Ende März abgeschlossen werden wird, ist ein Museum, das nach Shabhaz Bhatti benannt werden wird und in der Nähe seiner Geburtsstadt Kushpur entsteht. Das Museum wird persönliche Gegenstände und Erinnerungsstücke ausstellen, die die Biographie von Shahbaz Bhatti und dessen Engagement im kirchlichen, sozialen und politischen Bereich veranschaulichen. Dem Museum ist eine kleine Grundschule angeschlossen, die ebenfalls seinen Namen trägt und das Gedenken an Bhatti wach halten soll. Am 2. März, dem ersten Todestag von Shabhaz Bhatti, sind im ganzen Land Gedenkfeiern, Trauergottesdienst und Konferenzen geplant. Die Hauptveranstaltungen finden in Lahore, Karachi, Islamabad und Peshawar statt. In Kushpur wird bereits am Morgen eine öffentliche Versammlung des vor einem Jahr ermordeten Ministers gedenken, während am Abend in Islamabad Mitglieder der von Bhatti gegründeten „All Pakistan Minorities Alliance“ (APMA) an einem Fackelzug teilnehmen werden. Am kommenden 6. März werden Vertreter des Staates und der Religionen sowie rund 5.000 Teilnehmer zu einer offiziellen Gedenkfeier erwartet.  „Ich weiß nicht, ob das Land etwas von Shabhaz Bhatti gelernt hat“, so Paul Bhatti abschließend, „Ich persönlich habe viel von ihm gelernt. Wir werden sein Bemühen um Zusammenarbeit, Dialog und Frieden fortsetzten und versuchen, damit Intoleranz zu überwinden und zum Aufbau einer besseren und friedlichen Zukunft in Pakistan beizutragen“.

 

 

Rom: Übergabe der Bibel von Shahbaz Bhatti

in der St. Bartholomäusbasilika auf der Tiberinsel,

 dem Gedenkort an die neuen Märtyrer

 

Gebet der Gemeinschaft Sant’Egidio in der St. Bartholomäusbasilika auf der Tiberinsel, dem Gedenkort an die neuen Märtyrer, am Ende eines Gedenktages an Shahbaz Bhatti, dem eng mit der Gemeinschaft befreundeten pakistanischen Minister, der am 2. März in Islamabad wegen seines Einsatzes für Dialog und Frieden in seinem Land ermordet wurde. Dem Gebet stand der Bischof Joseph Coutts von Faisalabad vor, dem Heimatbistum des Ministers. Der Bruder Paul überreichte auch im Namen seiner Familie die Bibel von Shahbaz Bhatti, die auf dem Altar aufgestellt wurde, der dem Gedenken der Glaubenszeugen aus Asien und Ozeanien gewidmet ist.

 

Predigt von Bischof Joseph Coutts

 

Es ist für mich eine Ehre, mit Euch zusammen in dieser Basilika zu beten, die den Glaubenszeugen gewidmet ist, den Christen, die in den vergangenen Jahren ihr Leben hingaben, um die Liebe Gottes zu bezeugen. Diese Basilika ist der Gemeinschaft Sant’Egidio anvertraut, der ich danke. Ich danke euch für die Einladung, ich danke für euer Wirken in Pakistan an vielen schwierigen Orten, für eure Arbeit für den Dialog, den Frieden und die Solidarität mit den Armen. Eure Liebe zu Pakistan hat zur Begegnung mit Shahbaz Bhatti geführt, der dieselbe Mission lebte wie ihr. Ich weiß, dass ihr mit ihm auf vielerlei Weise zusammengearbeitet habt, auch bei den Überschwemmungen, die viele Todesopfer gefordert haben, oder als die Christen von Gojra angegriffen und getötet wurden. Gleich werden wir seine Bibel in einer Prozession zum Altar der Zeugen aus Asien bringen. Das Wort Gottes hat seine Arbeit begleitet, es hat ihm die Leidenschaft und Kraft eines Lebens für die anderen und nicht für sich selbst vermittelt.

 

Jesus hat im Evangelium gesagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Jesus war ein Mann mit einer Mission, er wurde von Gott Vater mit einer Mission gesandt, die er erfüllen musste. Es war eine Mission, um das Leben zu geben und es in Fülle zu geben. Diese Mission Jesu wird im Wort Gottes auch anders beschrieben. Joh 1,5 „Und das Licht leuchtet in der Finsternis“. Jesus ist gekommen, um Licht der Welt zu sein. Zur Samariterin sagt Jesus: „Ich werde dir lebendiges Wasser geben“. Jesus wird auch „das Brot des Lebens“ genannt. Um diese Mission zu erfüllen, musste Jesus das Leben hingeben, er musste für die anderen Sterben. Er wusste, dass er der Welt nur neues Leben schenken konnte, indem er den Tod auf sich nahm. Deshalb sagte Jesus: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“. Dieses Geheimnis von Sterben und das Leben hingeben steht im Zentrum des christlichen Lebens. Der Menschensohn ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für alle. In der Fastenzeit sind die Christen mit Christus unterwegs, damit die Sünde und die egoistische Natur in ihnen stirbt und sie mit ihm zu einem neuen Leben auferstehen, das durch die Gnade neu wird. Das feiern wir an Ostern.

 

Clement Shahbaz Bhatti war nicht nur ein politischer Führer, er war vor allem und insbesondere ein Christ, der im katholischen Dorf Kushpur geboren wurde und in einer praktizierenden katholischen Familie aufwuchs. Shahbaz war ein Mann mit einer Mission. Er gab sich mit den erreichten Ergebnissen nicht zufrieden, es war ihm nicht genug, als erster und einziger Christ und trotz seines jungen Alters Bundesminister geworden zu sein. Das war für viele Christen ein überraschendes Ziel, die gewohnt sind, am Rand der pakistanischen Gesellschaft zu leben. Shahbaz jedoch strebte mehr an. Er achtete nicht auf den Ruf, auf Privilegien, auf ein bequemes Leben als Minister. Er hatte eine Vision vor sich. Er dachte nicht nur an die nichtmuslimischen Minderheiten in Pakistan, er strebte nach der Vision, die Jinnah, der Gründer unserer Nation, für sein Land hatte. Eine Nation, in der jeder frei sein kann, dieselbe Rechte besitzt und alle Religionen geachtet werden. Die neue Nation Pakistans solle frei von Fanatismus, Extremismus und religiösen Vorurteilen sein. Um diese Mission zu erfüllen, musste man mit der islamischen Mehrheit und den Religionsoberhäuptern in Kontakt kommen und einen Dialog beginnen. Das tat er mit großer Ehrlichkeit und geistiger Offenheit. Viele Imame und andere Religionsoberhäupter schätzen ihn deshalb. Er wollte Komitees für Harmonie und Dialog unter den Religionen gründen. Diese Komitees sollen seiner Meinung nach vor Ort in allen Städten und Dörfern tätig sein und Probleme, Spannungen durch Dialog und gegenseitige Achtung lösen. Er wusste auch, dass er die Stimme gegen alles erheben musste, was in der Gesellschaft falsch war, gegen alle Arten von religiösem Fanatismus, Vorurteile und Ungerechtigkeiten gegen religiöse Minderheiten. Shahbaz sagte, das Blasphemiegesetz sei ein gefährlicher Missbrauch und müsse geändert werden. Den religiösen Extremisten in Pakistan hat all das nicht gefallen.

 

Sie wollten diese Frage mit Schweigen umhüllen. Es wäre für ihn einfach gewesen, das zu tun oder das Land zu seiner persönlichen Sicherheit zu verlassen. Doch Shahbaz hat seinen christlichen Glauben nicht versteckt. Er hat gesagt: „Ich bin ein Christ und will zu den Füßen Jesu sitzen“. In unserer Kultur bedeutet das, jemanden als Lehrer, als Führer anzuerkennen und sein Jünger zu sein. Das war die Entscheidung von Bhatti. Einmal sagte er mir auch, dass er sich auf dem Kreuzweg befindet. Er wusste, dass er wie Jesus verfolgt werden würde in der Nachfolge auf demselben Weg. Als er vor kurzem den Heiligen Vater traf, war er sehr ermutigt und gestärkt, seine Mission fortzusetzen.

 

Shahbaz hat niemals falsch oder gewalttätig gegen irgendjemanden gehandelt,

auch nicht gegenüber den Muslimen.

 

Er sprach nicht schlecht über den Propheten Mohammad, den Koran behandelte er mit Respekt. Doch er sagte mutig die Wahrheit. Dieses Handeln hat jene herausgefordert, die engherzige und extremistische Ideen haben. Sie fingen an, in ihm eine Gefahr zu sehen, die beseitigt werden musste. Wie jene, die den Dialog und die Gewaltlosigkeit nicht akzeptieren und die Stimme Jesu zum Schweigen bringen wollen. Shahbaz war ein Mann mit einer Mission, die Mission, Frieden, Harmonie, Verständnis und Liebe in ein Land zu bringen, das von zunehmender Intoleranz und Gewalt im Namen der Religion erfüllt ist. Diese Mission ist mit seinem Tod nicht am Ende, vielmehr muss sie weitergehen. Bhatti hat uns den Weg gewiesen, den Weg des Dialogs und des Friedens, der Arbeit für die Armen und der Freundschaft mit allen. Wir müssen mutig auf diesem Weg weitergehen, damit sein Tod Frucht in Fülle bringen kann.

 

Weitere Bilder vom Gebet

 

{Quelle: www.santegidio.org}

 

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