kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Siwa-Oase brennt lichterloh 1. März 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 21:20

Warum brannten 7000 Hektar in Siwa?

 

 

Am späten Nachmittag des vorgestrigen Dienstags, den 28. Februar 2012, und genau gegen 16 Uhr brannte das Dorf Maschandt in der ägyptischen Oase Siwa. Es wundert mich, dass keine einzige Zeitung im deutsprachigen Raum darüber berichtete. Beim zweiten Video schildern die Moderator vom TV-Sender Alhayat (nicht dem Konvertitensender) über die Schlamperei der ägyptischen Regierung und des Militärrats. Erst gegen 20 Uhr nahm die Sendung Hilferufe der Beduinen entgegen. Als sie – das Team dieser Sendung – die Polizei, Feuerwehr und das Innenministerium verständigten, hieß es: „Ja, wir schicken schon Hilfe“! Wissen Sie, woher die Hilfe kam? Aus Marasa Matrouh (4-stündige Entfernung) und Alexandria (7-stündige Entfernung)! Die zwei Ambulanzen, die eingetroffen waren: Eine kleine und eine Große! Mehr nichts … Es gab eine winzige Klinik, aber gar keinen einzigen Arzt. Erst gegen 4 Uhr vom gestrigen Mittwoch schickte der Militärrat einige Löschflugzeuge und einige Feuerwehrfahrzeuge trafen aus Alexandria ein. Bis zum Mittag brannte Siwa lichterloh. Die Ursache verschwiegen die Mieden wie immer. Die Beduinen sangen aber …! Die verheerenden Brände waren eine Rache Aktion der Waffen- und Drogenhändler, welche von den beduinischen Stämmen daran gehindert wurden, Waffen und Drogen von Libyen nach Ägypten zu bringen. Vermutet wird auch, dass die Bärtigen auf die pharaonischen Tempel abgesehen haben, welche sie vernichten wollen, weil sie Götzen seien. Wenn das sich bewahrheiten sollte, sind Luxor und Assuan an der Reihe. Hier haben Sie etwas über diese wunderschöne Oase. Da gibt es nicht nur Dattel und Oliven, sondern auch Schwefel und jede Menge Mineralien und Metalle. Nicht umsonst ist Siwa für Heilbäder bekannt.

 

Siwa

Hieroglyphe
pndj (pendj)

 

Tempelberg
Blick auf den Tempelberg von Aghurmi mit dem berühmten Ammoneion

 

Im äußersten Nordwesten des ägyptischen Staatsgebiets, unweit der Grenze zu Libyen, senkt sich das Becken der Oase Siwa ca. 24m tief unter den Meeresspiegel in die umgebende, hier im Schnitt 200m über den Meer gelegene, Libysche Wüste ein. Die Depression ist annähernd keilförmig mit einer stumpfen, rund 9km breiten „Spitze“ im Westen und einer maximalen Nord-Süd-Ausdehnung in ihrem Ostteil von 28km. Die Strecke vom östlichen zum westlichen Ende beträgt dabei etwa 82km. Von der somit rund 300km2 großen Oasensenke sind nur rund 4km2 Kulturland mit mehreren Hundert Brunnen, von denen die größeren zur Bewässerung der Dattel- und Olivenhaine sowie der Gärten mit Orangenbäumen, Weinstöcken und kleinen Weizenfeldern genutzt werden. Neben mehreren Salzsümpfen erstrecken sich in der Oasensenke auch zwei Salzseen: der Birket Siwa und der Birket Aghurmi. Bis vor wenigen Jahren konnte die Oase nur mit Genehmigung durch die Militärbehörden ersucht werden. Inzwischen sind diese Genehmigungen nicht mehr nötig. In der Oase bieten einige einfache Hotels und ein staatliches Rasthaus Unterkunftsmöglichkeiten an.

 

Geschichte: Obwohl es Vermutung gibt, dass es spätestens im Neuen Reich engere Kontakte zwischen dem Niltal und Siwa gegeben habe und dass auch in dieser Zeit der pharaonische Amun-Kult in die Oase gelangt sei, kann die Anwesenheit der Ägypter in Siwa bislang nicht vor die 26. Dynastie, die Saitenzeit, nachgewiesen werden. Richard Lepsius äußerte aber die Vermutung, dass die Eroberung der Oase Siwa, die stets eher zu Libyen als zu Ägypten zugehörig galt, vom Niltal aus bereits während der 25. Dynastie erfolgt sein könnte, als die nubischen Kuschiten über Ägypten herrschten. Da vor allem unter Pharao Taharqa Aktivitäten in den übrigen Oasen belegt sind, lag es für Lepsius nahe, ihm auch die Einverleibung Siwas ins ägyptisch-nubische Großreich und die Gründung des Ammon-Orakels zuzuschreiben. Archäologisch gibt es aber für eine Anwesenheit der 25. Dynastie in Siwa noch keine Beweise. Ältestes sicher datierbares Relikt in Siwa ist der unter dem saitischen Pharao Amasis (570-526 v. Chr.) errichtete Tempel von Aghurmi, das Ammoneion, Sitz des berühmten Orakels. Dennoch war die Oase bereits früher bewohnt, und zwar von einer libyschen Bevölkerungsgruppe. Der Ortsname „Siwa“ ist unägyptisch und wohl libyscher Abkunft. Der von dieser vorägyptischen „Urbevölkerung“ verehrte Lokalgott dürfte eine Quellgottheit gewesen sein, die nach der pharaonischen Okkupation, als die Oase zumeist Tscha (T3) oder Tschai (T3jj) hieß, rasch durch Amun/Ammon verdrängt wurde. Allerdings gibt die Oasenliste im Tempel von Edfu nicht den erwartenden Amun, sondern den von Isis dorthin gebrachten Horus als Hauptgott der siebten Oase an, die mit Siwa identifiziert wird. Der in Edfu genannte Oasenname ist stark zerstört; er dürfte Penta (Pnt3) oder Pentj (Pndj) [Abb. O10] gelautet haben.
 

Eine Gründungslegende des Orakels wird durch Herodot überliefert. Wie ihm Priesterinnen im griechischen Dodona berichteten, soll sowohl deren Orakel als auch das von Siwa durch die Ankunft je einer schwarzen, sprechenden Taube initiiert worden sein, die beide gemeinsam vom ägyptischen Theben aus los geflogen waren. Von thebanischen Priestern will Herodot hingegen, als er vor Ort nach den Wurzeln der Geschichte forschte, erfahren haben, dass einst zwei Amun-Priesterinnen von Phöniziern geraubt und nach Libyen und Griechenland verschleppt worden seien, wo sie jeweils die Orakelkulte begründet haben sollen. Bereits Herodot versucht, aus den beiden vermeintlich widersprüchlichen Überlieferungen den gemeinsamen historischen Kern herauszuarbeiten. Durch Herodot sind uns auch die Art einige der Anfragen an das Orakel bekannt geworden. Nach Berichten des selben antike Autor, endete das Vorhaben des Perserkönigs Kambyses (525-522 v. Chr.), die Oase vom Niltal aus zu erobern, in einem Desaster, alle seiner Soldaten kamen in einem Sandsturm um. Bis heute wurde der Ort des Dramas trotz verschiedener Versuche nicht gefunden. In der Spätzeit konnte Siwa, da die Kräfte der Regenten im Niltal aufgrund der Bedrohung durch die Perser gebunden waren, eine gewissen Selbständigkeit behaupten. Hinweise dafür ist einerseits das  Hakoris (Achoris), der in Mendes im Nildelta residierende dritte König der 29. Dynastie (392-380 v. Chr.) durch Seth-irdis (Sth-jr-dj-s), den in Hieroglyphentexten als „Fürst der Fremdlandbewohner“ (wr hßstjw) bezeichneten Lokaldynasten von Siwa, gleichrangig mit dem Pharao opfernd vor die Götter tritt bzw. ein anderer Machthaber in Siwa ein, der „Große Fürst der Fremdländer“ (wr ‚3 hßswt) Wen-amun, der sich auf einer der Opferszenen an der Tempelwand von Umm Ubaida sogar als „Geliebter Sohn des Amun-Re“ bezeichnet. Auch in der Ptolemäerzeit führte Siwa ein weitgehend selbständiges Dasein. Im Frühjahr kam es im Frühjahr 331. zur denkwürdigen Befragung des Amon-Orakels durch Alexander des Großen (Alexander III.) und in Folge zur Inthronisation als Pharao (siehe auch die Seite von Alexander dem Großen).
 

Frühe Reisende: Vor allem wegen der Schilderung des Ammon-Orakels in den antiken Quellen hat Siwa, das in islamischer Zeit bei den Einheimischen bis in die jüngere Vergangenheit den Namen Santariya trug, in besonderem Maße Faszination auf frühe Ägypten reisende ausgeübt. Als Wiederentdecker der Oase in der Neuzeit gilt der Engländer William George Browne (1768-1813), der sie 1792 erreichte. Auf Es folgte wenig später der Hildesheimer Pastorensohn Friedrich Konrad Hornemann (1772-1801). Die aus ihren Aufenthalten in den anderen Oasen bekannten Abenteuer- und Forschungsreisenden gelangten teils ebenfalls nach Siwa, so 1819 Frederic Cailliaud und der damalige französische Generalkonsul in Ägypten, R. Drovetti. Im November desselben Jahres besuchte der deutsche Konsul Heinrich Freiherr von Minutoli mit mehreren Begleitern die Oase. Der Forschungsaufenthalt dieser Gruppe ist von besonderem Interesse, da man trotz eines nur einwöchigen Aufenthalts eine Reihe von alten Bauten dokumentierte, die heute entweder völlig verschwunden sind oder sich zumindest in erheblich schlechterem Erhaltungszustand präsentieren, wie z. B. der Tempel von Umm Ubaida, dessen Blöcke nach der Zerstörung 1897 rasch demontiert wurden. Erwähnenswert ist vielleicht noch der wenig bekannten Orientreisenden Hermann Burchardt (1857-1909). Von ihm liegen als ungehobenen Schatz im Berliner Völkerkundemuseum alten um 1880 in Siwa entstandenen historischen Schwarzweiß Aufnahmen. Ansonst sind noch einige erfolgreiche und weniger erfolgreiche Reisen nach Siwa bekannt. Wie auch in den anderen Oasen schlummern auch hier unter dem Sand noch interessante Dinge die es zu entdecken bzw. wiederentdecken gibt. {Quelle: www.sennefer.at – Literatur & Bilder: J. Willeitner, Die Ägyptischen Oasen (2003), Seite: 114-125}
 

 

 

Siwa (ägyptisch: Sekhetam = „Palmland“; arabisch ‏واحات سيوة‎, DMG Wāḥāt Sīwa) liegt als die westlichste Oasengruppe Ägyptens in der libyschen Wüste und erstreckt sich zwischen der Qattara-Senke im Norden und dem Ägyptischen Sandmeer im Süden. Sie erstreckt sich über eine Länge von 80 km und eine Breite von 2-20 km und liegt als Depression im Durchschnitt 18 m unter dem Meeresspiegel. Siwa ist die Heimat von ca. 23.000 Einwohnern, die Mehrheit gehört der Bevölkerungsgruppe der Berber an. In Siwa wird die Berbersprache Siwi gesprochen. Die Oasengruppe ist somit die einzige berberische Sprachinsel Ägyptens. Außer dem Hauptort Siwa sind noch einige Dörfer (Aghurmi, Abu Schuruf, Chamisa, Bilad Al-Rum und Bahi Al-Din) und Militärstationen in der Oase verstreut. Die großen Gärten und Plantagen in Siwa bestehen vor allem aus ca. 300.000 Dattelpalmen und ca. 70.000 Olivenbäumen. Für den lokalen Verbrauch werden gleichzeitig aber auch Gemüse, Trauben, Feigen, Orangen, Aprikosen und andere Agrarprodukte angebaut. {Quelle: de.wikipedia.org}

 

One Response to “Siwa-Oase brennt lichterloh”

  1. Klicke, um auf Alexander-der-Grosse.pdf zuzugreifen

    Motive für den Besuch des Ammon-Orakels

    Zu Beginn des Jahres 331 unternahm Alexander eine Reise zum

    Orakelheiligtum des Gottes Ammon in der Oase Siwa, das neben Delphi und Dodona zu den drei großen Orakeln der griechischen Welt zählte. In dieser Gottheit trafen sich die Traditionen dreier verschiedener Länder – Libyen, Ägypten und Griechenland.

    Ursprünglich war die Oase Siwa die Heimat eines
    örtlichen libyschen Gottes gewesen, den die Ägypter mit ihrem eigenen Herrn Amun, dem Widdergott und Schöpfer des Universums, identifizierte. Die Riten in Siwa nahmen ägyptische Formen an, und das Orakel erfolgte auf ägyptische Weise.

    Die Griechen, die seit dem 6. Jh. in der Kyrenaika siedelten, identifizierten den Gott Amun wiederum mit ihrem höchsten Gott und sprachen von Ammon bzw. Zeus-Ammon, wobei der Namen Ammon sowohl auf den Amun der Ägypter als auch auf das griechische ‘ammos’ (= Sand) verwies. Während die zentrale Bedeutung des Amun als Reichsgott in Ägypten sukzessiv abnahm, wuchs besonders während der Herrschaftszeit von König Amasis (570-525) auf Betreiben der Stadt Kyrene die Bedeutung des Orakels in ganz Griechenland

    Dieser Hintergrund läßt Alexanders Entscheidung zum Besuch der Oase Siwa verständlich werden, denn als Hellene mußte seine Neugierde auf das Orakel geweckt worden sein, das bei den Griechen für seine Wahrhaftigkeit berühmt war. Zudem konnte der Besuch des Orakels in mehrfacher Hinsicht hilfreich sein. Zum einen als neuer Herrscher von Ägypten erwies Alexander dem ägyptischen Gott Amun seinen Respekt, die seine Herrschaftsposition über Ägypten zusätzlich festigte. Zum anderen gehörte er dem griechischen Kulturkreis an, so daß ihm die Befragung und Reverenz vor Zeus-Ammon naheliegen mußten. Und zuletzt stellte dieser Besuch auch eine religiös-kultische Verbindung zu Makedonien her, da hier seit dem späten 5. Jh. ebenfalls ein Ammon-Kult betrieben wurde.

    Schluss:
    Ägypten wurde besonders

    durch den Bau der Stadt Alexandria—-

    in seinen ursprünglichen Strukturen verändert.
    Es stand als Handelstor den Mittelmeerländern offen, so daß der fremde Bevölkerungsanteil, besonders die der griechischen Einwanderer, in den Zeiten Alexanders und Ptolemaios Soter an Zahl und Bedeutung wuchs. Hieraus entwickelte sich für die zukünftigen Herrscher das ernstzunehmende Problem, einen „annehmbaren modus vivendi für die beiden Bevölkerungsgruppen von Ägyptern und Griechen zu finden

    http://home.versanet.de/~tuschen/arbeitszimmer/alexander.htm


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