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Erdogans Bruch mit Israel war lange geplant 1. März 2012

Einsortiert unter: Reportagen — Knecht Christi @ 21:50

Eine geheime E-Mail soll belegen, dass Erdogan bereits 2010 vorhatte, mit Israel zu brechen. Drei Monate später kam es zur Provokation der “Hilfsflotte” für Gaza.

 

 

Zwei Sätze werfen ein neues Licht auf die türkische Außenpolitik der vergangenen zwei Jahre. Bisher wird sie, zumindest in der Türkei, aber auch vielerorts im Westen, oft so dargestellt: Wegen der Halsstarrigkeit der EU, die die Türkei nicht aufnehmen möchte, hat sich Ankara der muslimischen Welt zugewandt. Unabhängig davon hat sich das Verhältnis der Türkei zu Israel verschlechtert, weil Israel im Jahr 2010 brutal gegen die „Hilfsflotte“ der „Mavi Marmara“ vorging und seither eine Entschuldigung dafür verweigert.

 

Plante Erdogan, mit Israel zu brechen?

 

Und jetzt die beiden Sätze, die alles ändern. Sie stehen in einer von Wikileaks veröffentlichten internen E-Mail der US-Sicherheitsfirma Stratfor. Deren Chef, George Friedman, traf im Februar 2010 offenbar mit dem einstigen US-Außenminister Henry Kissinger zusammen, nachdem dieser kurz davor den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen hatte. Friedman verfasste für sein engeres Team eine Zusammenfassung der aus dem Gespräch gewonnenen Erkenntnisse. Darin steht, in einer E-Mail vom 20. Februar 2010: „Erdogan hat ihm (Kissinger, die Red.) klargemacht, dass er plant, irgendwann mit Israel zu brechen und sich zur islamischen Welt zu orientieren. Er hat vor, deren Führer zu werden“. Mehr nicht, aber diese beiden Sätze haben es in sich. Erdogan plante, mit Israel zu brechen?

 

Der Gazastreifen: Der Gazastreifen ist ein rund 40 Kilometer langes und fünf bis zehn Kilometer breites Gebiet an der südlich von Israel gelegenen Mittelmeerküste. Bis 1967 … Drei Monate später, Ende Mai 2010, kam es zur Provokation der „Hilfsflotte für Gaza“, organisiert von der türkischen fundamentalistisch-muslimischen „Hilfsorganisation“ IHH. Dabei gingen eigens für die Expedition rekrutierte, gewaltbereite Islamisten mit Eisenstangen und Messern gegen die enternden israelischen Kommandos vor – am Ende waren neun Türken tot, von den Israelis erschossen. Die IHH gehört zur radikal antisemitischen Islam-Bewegung Milli Görüs, der auch Erdogan, Staatspräsident Abdullah Gül und andere führende Mitglieder der türkischen Regierung und der Regierungspartei AKP entstammen.

 

Der Einfluss der Türkei: Israel hat immer behauptet, dass der Zwischenfall eine sorgfältig geplante, von der türkischen Regierung gutgeheißene und mit ihr koordinierte politische Provokation darstellte. Das Ziel: Entweder bis zum Gazastreifen vorzustoßen und einen politischen Triumph zu feiern oder einen blutigen Eklat herbeizuführen, um Israel als Bösewicht darzustellen. So oder so wäre das Ergebnis eine dramatische Änderung der politischen Dynamik im Nahen Osten und rund um den Gazakonflikt. Erdogan und die türkische Regierung haben immer beteuert, sie hätten nichts damit zu tun gehabt – die „Hilfsflotte“ sei eine private Initiative gewesen, die sie nicht beeinflussen konnten. Im vergangenen Jahr ließ die Regierung dann allerdings doch ihren Einfluss spüren, als sie dazu beitrug, eine Wiederholung der Hilfsflotte zu verhindern.

 

Beziehung zu den USA aufs Spiel setzen? Jedenfalls macht Friedmans Bericht, wenn er zutrifft, die israelische Darstellung der Ereignisse sehr viel wahrscheinlicher und zum Mittel einer von langer Hand geplanten Hinwendung Erdogans zur islamischen Welt – um, wie zu osmanischen Zeiten, die Türkei zu deren Bannerträger zu machen. Die E-Mail-Korrespondenz zeigt auch, dass die Stratfor-Mitarbeiter skeptisch sind: Sie können nicht glauben, dass Erdogan so denken könnte, denn wie kann er es riskieren, die Beziehungen zu Israel und zu den USA aufs Spiel zu setzen?

 

“Mehr Macht für die Türkei”: „Erdogan will mit Israel und den USA brechen? Versucht er das aktiv, gibt es andere denkbare Gebiete (außer im Falle eines israelischen Angriff gegen Iran, die Red.), wo er das tun könnte?“, fragt eine Mitarbeiterin namens Jennifer Richmond. Dass Erdogan mit den USA brechen will, ist aber nicht, was Kissinger gesagt haben soll. Selbst Friedman versteht die Nuance offenbar nicht, denn auch er geht in der Korrespondenz davon aus, dass ein Bruch mit Israel einen Bruch mit den USA bedeutet. Tatsächlich aber hat Erdogan zwar die Wende zu einer konfrontativen Israel-Politik vollzogen, aber nicht in einem Ausmaß, das die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten gefährden könnte. Im Gegenteil : Washington scheint sich mit der Idee anfreunden zu können, dass eine „berechenbare“, gemäßigte muslimische Kraft wie die Türkei die islamische Welt als führende Macht gestaltet, zumal das am Ende – wie auch jetzt im Syrien-Konflikt – wohl gegen den Iran gerichtet wäre. Friedman gerät in seiner Analyse denn auch zu dem Schluss, „mehr Macht für die Türkei“ sei wohl das voraussehbare Ergebnis der zu erwartenden Entwicklung.

 

Andere Leckerbissen von Kissinger/Friedman: Im Februar 2010 konnte er noch nicht wissen, wie die türkische Wende gegen Israel konkret aussehen würde. Dass die IHH offenbar zum Instrument Erdogans in dieser Strategie wurde, wirft freilich neue Fragen auf. Vor allem diese: Ist es ein Indiz dafür, dass Erdogan und die AKP doch nicht so weit von jener radikal-islamischen Milli Görüs entfernt sind, der sie einst entsprangen, von der sie sich aber seither nach außen hin distanziert haben? Die E-Mail und die Korrespondenz dazu offenbaren einen allgemeinen Konsens der Beteiligten (im Februar 2010), dass Israel irgendwann den Iran angreifen wird. Das ist der Rahmen, in dem Erdogans vermutete Wende gegen Israel diskutiert wird. Die E-Mail enthält aber auch andere Leckerbissen aus dem Hause Kissinger/Friedman: In Deutschland, so heißt es da in Bezug auf die Wirtschaftskrise und deren politische Folgen, „trifft eigentlich nur die Deutsch Bank Entscheidungen“. Wohlgemerkt, nicht die Bundesregierung. Und die Japaner „werden tun, was die anderen sagen“. {Quelle: Welt online  - www.welt.de – von Boris Kálnoky – Foto: AFP Recep Tayyip Erdogan hat immer beteuert, die Hilfsflotte sei eine private Initiative gewesen, die sie nicht beeinflussen konnten. Im vergangenen Jahr ließ die Regierung dann allerdings doch ihren Einfluss spüren, als sie dazu beitrug, eine Wiederholung der Hilfsflotte zu verhindern}

 

7 Responses to “Erdogans Bruch mit Israel war lange geplant”

  1. Erich Foltyn Sagt:

    ist ja egal. ob das alles abhängt von einem geheimen E-Mail, ob es das gegeben hat oder nicht. Es ist eine größere Entwicklung, aber nicht gar zu groß. Weil Erdogan ist mit ein paar Kriegsschiffen am Mittelmeer herum gefahren, das machen alle. Und was kann er damit bewirken ? Nichts. Erst wenn er einen Schuss abfeuert überhaupt, aber bei einer Gewehrkugel ist noch immer nichts. So ist das eben auf der Welt. Wozu regen wir uns auf ? Wenn es uns trifft, hilft uns sowieso keine Regierung auf der Welt. Falls sie überhaupt etwas machen und nicht das Gegenteil.

  2. “Erdogan hat ihm klargemacht, dass er plant, irgendwann mit Israel zu brechen und sich zur islamischen Welt zu orientieren. Er hat vor, deren Führer zu werden.”

    ja ,aber nicht in diesem Film!!

    Nach hinten losgegangen ?
    Mitnichten !
    Eine einwandfreie Bestätigung für die “Verschwörungstheoretiker”, dass in der Politik nichts zufällig geschieht.

    Und nun ?
    Macht das den Mord an den Menschen hübscher ?
    Israel hat also offensichtlich Erdogan genau das geliefert, was er brauchte.
    Auf ein wenig Provokation mit einem mit Hilfsgütern beladenen Kahn reagiert es mit Blutvergiessen.

    Übrigens lügt die Springerpresse wie üblich:
    Nicht Erdogan hat gesagt, er wolle Führer der islamischen Welt werden (so wird es suggeriert), sondern das war ein Verdacht Kissingers nach dem Gespräch.
    So steht es in der Originalquelle.
    http://www.todayszaman.com/news-2727…or-emails.html

    Die israelischen Beziehungen zur Türkei haben sich stetig verschlechtert, seit die islamische AKP im Jahr 2002 an die Macht kam

    • Zitate

      Zwei Sätze werfen ein neues Licht auf die türkische Außenpolitik der vergangenen zwei Jahre.
      Bisher wird sie, zumindest in der Türkei, aber auch vielerorts im Westen, oft so dargestellt:
      Wegen der Halsstarrigkeit der EU, die die Türkei nicht aufnehmen möchte, hat sich Ankara der muslimischen Welt zugewandt.

      ja sie wurden schon einmal vertrieben—und keiner will sie in Eu!!!ropa

  3. auch wenn Muslime uns so sehen-als Tiere sorry gefällt mir der Vergleich wie oben nicht so gut_Bild!!
    Vergleicbar als gebratenes Huhn—

  4. Ralf Sagt:

    Alleine im Dezember wurden die Fälle von 15 Frauen in acht Provinzen bekannt, die von Männern vergewaltigt worden waren.

    Die meisten der Fälle ereigneten sich in Istanbul und Antalya. Hier wurden neun der Täter festgenommen. Die Täter waren zwischen 23 und 52 Jahre alt.

    Schwere Schläge musste auch eine andere Frau in Konya einstecken, nachdem sie am vergangenen Donnerstag die Beziehung zu ihrem Freund beenden wollte. Der Streit zwischen Kezban G. und ihr Freund Mahmut. A. begann auf offener Straße, nachdem sie erfahren hatte, dass er bereits verheiratet ist.
    Als Kezban G. Mahmut A. anschließend erklärte, dass Schluss sei, begann er sie in aller Öffentlichkeit zu misshandeln, bis Passanten eingriffen und die beiden trennen konnten.
    Während auch diese junge Frau im Hospital landete, befindet sich der Täter noch immer auf der Flucht.

    • masary Sagt:

      Das so was Menschen machen ist nicht menschlich.aber freund das hat mit diesen tehma überhaupt nicht zu nd ztun.alleine in berlin werden über 600 vergewaltigungen,bekannt tendes steigend.

  5. masary Sagt:

    Vieles werd über Erdogan spekuliert ,das ehr die führerachaft im islamischen welt übernehmen möchte,aber das ist nur dumm ,man würde niemals Erdogan als führer nehmen weil sein verständnis mit dem islam nichts zü tun hat,. keine islamische welt würde das akseptieren ,alleine schon wegen der mitgliedschaft in der nato.


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