kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christen in der Türkei 25. Februar 2012

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 19:51

Was religiöse Toleranz und Religionsfreiheit angeht, kann die Türkische Republik dem Osmanischen Reich das Wasser nicht reichen. Die heutige Türkei versteht sich als weltlicher Staat,

doch verweigert gerade sie den – kaum noch vorhandenen – Christen elementare Rechte.

  

 

In Antiochia nannten die Christen sich zum ersten Mal Christen. Die Stadt heißt heute Antakya und liegt auf dem Territorium der Türkei. Auch Tarsus, die Heimat des Apostels Paulus, wo Bundespräsident Christian Wulff jetzt einen ökumenischen Gottesdienst feierte, ist heute türkisch. Und viele der Stätten, die uns aus der Apostelgeschichte vertraut sind – von Ephesus bis Caesarea (heute unter dem Namen Kayseri die Heimat des türkischen Staatspräsidenten Gül) – belegen, was Wulff vor dem Parlament in Ankara sagte: Das Christentum gehört zweifelsfrei zur Türkei. Dies umso mehr, als die aus Zentralasien gekommenen Türken die ionischen Naturphilosophen, einen Thales von Milet oder Pythagoras von Samos, ja sogar Homer und die Hethiter für sich in Anspruch nehmen, wenn sie zeigen wollen, dass die Türkei „zweifelsfrei“ zu Europa gehöre. Anatolien war Kernraum des christlichen Byzanz. Erst mit der Eroberung der Kaiserstadt Konstantinopel am 29. Mai 1453 durch die Osmanen fand dieses Reich sein Ende – nach elfhundert Jahren Herrschaft. Doch auch danach lebten Millionen von Christen (neben anderen religiösen Minderheiten) in dem – nun muslimischen – Imperium der Türken, die sich damals freilich noch Osmanen nannten. Ein Idealstaat war das Osmanische Reich nicht. Es besteht kein Anlass, es schwärmerisch zu mythologisieren. So waren die Araber froh, als die osmanische Herrschaft nach vierhundert Jahren nach dem Ersten Weltkrieg endete; und auch die christlichen Völker des Balkans, die noch heute, und oft ein wenig ungerecht, vom „Türkenjoch“ sprechen, waren am Ende froh, ihre Freiheit und Unabhängigkeit errungen zu haben.

 

 

Unter den Osmanen waren Nicht-Muslime nicht gleichberechtigt

 

Doch was religiöse Toleranz und Religionsfreiheit angeht, kann die Türkische Republik dem Osmanischen Reich das Wasser nicht reichen. Da bleibt die vorgeblich laizistische Republik hinter dem islamischen Universalreich weit zurück. Unter den Osmanen waren die Nicht-Muslime zwar nicht gleichberechtigt, konnten jedoch nach Entrichtung der „Kopfsteuer“ als „millet“ oder religiös definierte „Nation“ ihre religiösen und privatrechtlichen Angelegenheiten weitgehend selbständig gestalten. Noch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert lebten in Konstantinopel/Istanbul mehr Nicht-Muslime (gayrimüslüm) als Muslime. Der türkische Autor Mario Levi, selbst spaniolisch-jüdischer Herkunft, hat diesem in der Tat multikulturellen Leben in seinem großen Roman „Istanbul war ein Märchen“ ein bleibendes Denkmal gesetzt; und der Lyriker Ilhan Berk feierte die beiden Stadtteile Galata und Pera, wo lange überwiegend Christen lebten, in seiner Dichtung. Heute gibt es kaum noch Christen in der Türkei. Ihre Zahl ist so gering, dass sie statistisch kaum zu Buche schlägt. In spätosmanischer Zeit waren es zunächst panislamische, dann jedoch vor allem schon stark national-türkisch gesinnte Kräfte innerhalb der Jungtürken, die dazu erheblich beitrugen. Nach einem Vorspiel unter dem Sultan Abdulhamid II. sorgte der Genozid an den Armeniern während der Wirren des Ersten Weltkriegs für den ersten großen Aderlass unter den Christen. Mit dem 1922 erfolgten Bevölkerungsaustausch zwischen Griechen und Türken verließen fast eineinhalb Millionen (orthodoxe) Christen Kleinasien. Daran waren die Griechen allerdings nicht unschuldig – hatten sie doch, verführt durch die westlichen Mächte, den Versuch unternommen, durch einen Eroberungskrieg „Byzanz“ wiederzuerrichten. Dies vereitelte Kemal Pascha, der dann als Atatürk Gründer der Republik wurde.

 

 

Die Türkei verweigert den Christen elementare Rechte

 

Die heutige Türkei versteht sich als weltlicher Staat, doch verweigert gerade sie den – kaum noch vorhandenen – Christen elementare Rechte. Obwohl Religion offiziell als Privatsache gilt, hält man es doch für ausgemacht, dass der Türke auch Muslim ist – auch zum Leidwesen vieler nicht gläubiger Türken. Nationalismus und Islam sind insbesondere bei den Ultranationalisten eine verhängnisvolle Symbiose eingegangen. Die Morde an Christen in den vergangenen Jahren – etwa an dem armenischen Publizisten Hrant Dink – gingen alle auf das Konto der Nationalisten, die allen Ernstes in den wenigen Christen eine „Gefahr“ für den von Atatürk monolithisch konzipierten türkischen Nationalstaat sehen. Unter der Regierung der islamisch-konservativen AKP, immerhin, hat es einige bescheidene Verbesserungen für die Christen gegeben. Doch von Religionsfreiheit kann keine Rede sein. Es wäre schon manches gewonnen, wenn das seit 1971 geschlossene orthodoxe Priesterseminar auf Chalki wieder geöffnet würde. Darauf hofft Patriarch Bartholomaios I., den der Bundespräsident nun in Istanbul besucht hat, schon lange. Bartholomaios repräsentiert nicht weniger als dreihundert Millionen orthodoxe Christen. Muslime können in Deutschland ihren Glauben unbehindert ausüben, manche – wie die Konfession der Aleviten – sogar freier als in ihrer türkischen Heimat. Die Zahl der Moscheen steigt. Eine umfassende deutsche Imam-Ausbildung wird geplant. Da war es nur recht und billig, dass der Bundespräsident im Sinne der Reziprozität die Religionsfreiheit anmahnte und sich für die Rechte von Christen einsetzte. {Quelle: www.faz.net – Von Wolfgang Günter Lerch – Bild: Der Altar der Paulus-Kirche in Tarsus, der Heimat des Apostels Paulus}

 

 

 

Zwischen Rom und Anatolien

 

Der Mord an dem Vorsitzenden der türkischen Bischofskonferenz 

 

Sogar die Eltern des Mörders waren gekommen. Beim Gedenkgottesdienst für den ermordeten katholischen Geistlichen standen sie eine Weile schweigsam in der Kirche, in der das Opfer gepredigt hatte. Später verließen sie das Gebäude durch einen Seitenausgang. Der Priester sprach in seiner Predigt von dem Glauben, dass das Blut des Opfers nicht vergebens vergossen worden sei, da sein Tod „die Beziehungen zwischen Rom und Anatolien, Italien und der Türkei, Christentum und Islam“ gestärkt habe. Das Teilen von Leid, sagte der Priester, eine die Menschen mehr als alles andere.

 

Diese Worte wurden im Februar 2007 in der türkischen Hafenstadt Trabzon am Schwarzen Meer gesprochen, am ersten Todestag des katholischen Geistlichen Andrea Santoro, der von einem 16 Jahre alten Täter in seiner Kirche erschossen worden war. Zu den Teilnehmern an dem Gedenkgottesdienst sprach Luigi Padovese, der noch von Johannes Paul II. zum Apostolischen Vikar in Anatolien ernannt worden war und später Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz wurde. Gut drei Jahre und drei Monate danach wurde Bischof Padovese selbst ermordet. Der Mörder war vermutlich sein Fahrer – wiederum ein jüngerer Mann, wenn auch zehn Jahre älter als der von nationalistischem Hass aufgestachelte Mörder von Andrea Santoro. Ein Gericht am Tatort in Iskenderun ordnete am Freitag an, dass der Verdächtige bis auf weiteres in Untersuchungshaft bleiben muss. Nach Aussagen seines Anwalts Cihan Önal leidet der als Mörder Padoveses verdächtigte Mann an Depressionen. „Der Mord ist nicht politisch motiviert, sondern ein persönlicher Zwischenfall. Mein Mandant hat psychische Schwierigkeiten“, zitierte das Massenblatt „Hürriyet“ den Advokaten. Der Verdächtigte habe die Tat bereits zugegeben und ausgesagt, er habe sie von sich aus begangen, ohne den Einfluss, die Anweisungen oder die Hilfe Dritter, hob der Anwalt hervor.

 

Die Frage nach Mittätern oder Hintermännern ist politisch besonders bedeutsam in der Türkei, wo in den vergangenen Jahren mehrfach christliche Geistliche ermordet wurden. Unter besonders grausamen Umständen kamen im April 2007 zwei zum Christentum konvertierte Türken sowie ein deutscher Missionar im ostanatolischen Malatya ums Leben. Die Opfer hatten für die Filiale eines Verlags gearbeitet, der christliche Literatur verbreitet. Die als Täter gefassten jungen Männer, die ihre Opfer vor der Tötung noch gequält hatten, gerieten bald in den Verdacht, nicht allein aus eigenem Antrieb gehandelt zu haben. Oft lässt sich bei den sehr jungen oder sogar minderjährigen Mördern von in der Türkei lebenden Christen ein Hass ausmachen, der nicht islamistisch, sondern türkisch-nationalistisch ist und sich nur vordergründig auf Religion beruft. Im Umfeld des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan wird daher immer wieder betont, die Täter stünden womöglich in Verbindung zu Strukturen des „tiefen Staates“, der Morde an Christen den Anhängern der im Islam verwurzelten Regierungspartei AKP in die Schuhe schieben wolle. Nicht selten fällt in diesem Zusammenhang das Stichwort „Ergenekon“ – jene in ihrer Größe und tatsächlichen Bedeutung schwer einzuschätzende Organisation, die angeblich auch geplant haben soll, die Regierung Erdogan zu stürzen.

 

Zumindest in Teilen hat offenbar auch Luigi Padovese nach dem Mord an Andrea Santoro, der Priester in seinem Sprengel gewesen war, solche Sichtweisen gepflegt. „Man versucht einen Feind zu finden, um den Nationalismus wiederzubeleben“, sagte er im Jahr von Santoros Tod in einem Interview mit dem „Rheinischen Merkur“. Für Padovese, der unter Polizeischutz stand, waren die Grenzen zwischen türkischem Islamismus und Nationalismus jedenfalls fließend. Wo die Grenzen im Fall seiner eigenen Ermordung verlaufen, ist indes noch umstritten. Die Behörden in Iskenderun beharren darauf, der Mord sei die Tat eines Verwirrten gewesen. Der Anwalt des mutmaßlichen Täters fügte hinzu, sein Mandat sei Muslim und nicht, wie es am Donnerstag zunächst hieß, Christ. Mehrere türkische Medien wollen erfahren haben, der mutmaßliche Täter habe bei seiner Vernehmung eine „göttliche Eingebung“ als Tatmotiv angegeben. „Hürriyet“ berichtete am Freitag hingegen, der Verdächtige habe ausgesagt, sich mit Padovese gestritten zu haben. Erst als Folge des Streites habe er auf den Bischof eingestochen. Aufhorchen lässt ein Bericht desselben Blattes, das einen Bekannten der Familie des mutmaßlichen Täters zitiert, der wissen will, dass Padovese zu seinem mutmaßlichen Mörder ein „väterliches Verhältnis“ gehabt habe, ohne dies genauer auszuführen. In einem Jahr, wenn sich die Hintergründe der Bluttat möglicherweise zu einem schlüssigen Bild zusammengesetzt haben, wird man auch für Padovese einen Gedenkgottesdienst abhalten. Vielleicht wird auch dann jemand sagen, dass sein Tod die Beziehungen gestärkt habe – zwischen Rom und Anatolien, dem Christentum und dem Islam. {Quelle: www.faz.net – Von Michael Martens}

 

 

 

Christenmorde in der Türkei

 

Der Tod in Anatolien

 

Noch immer läuft in der Türkei das Verfahren gegen die Männer, die im April 2007 drei Christen in Malatya brutal ermordeten. Anfänglich hieß es, die Täter seien „irrgeleitete Fanatiker“. Doch der Prozess offenbart, dass sie wohl gut vernetzt waren mit einer unheilvollen Parallelwelt: Dem „tiefen Staat“.

 

Stadtmitte: Frauen vor einer Moschee im anatolischen Malatya, wo 2007 drei Christen ermordet wurden. Am 18. April 2007, mittags, stand der Grafiker Gökhan Talas vor dem Büro des christlichen Verlagshauses „Zirve“ in der anatolischen Stadt Malatya und bat vergeblich um Einlass. Talas teilte sich das Büro mit zwei zum Christentum übergetretenen Türken, Necati Aydin und Ugur Yüksel, doch obwohl er an diesem Tag erst spät zur Arbeit kam, hatten sie ihm nicht geöffnet. Die Tür war sogar von innen verschlossen. Talas muss Böses geahnt haben, denn er rief die Polizei. Die fand die Räume des Verlagshauses in ein Kabinett des Grauens verwandelt: Aydin, Yüksel und der deutsche Missionar Tilman Ekkehard Geske lagen, gefesselt, mit aufgeschlitzten Kehlen, von Messerstichen entstellt, in ihrem Blut. Die Mörder hatten nicht rechtzeitig fliehen können. Drei standen blutbefleckt vor den Polizisten, ein weiterer wurde auf einem Balkon ergriffen, der fünfte wollte durch einen Sprung aus dem dritten Stock entkommen, verletzte sich dabei und blieb auf dem Pflaster liegen.

 

 

Ein türkischer Raskolnikow?

 

Das Massaker von Malatya erregte nicht nur in der Türkei Aufsehen. Ausländische Medien berichteten, türkische Politiker verurteilten die Tat. Die Festgenommenen waren junge Männer im Alter zwischen 19 und 20 Jahren. Irregeleitete Fanatiker, hieß es. Zunächst war das Medieninteresse groß, auch noch im November 2007, als der Prozess um die Christenmorde begann. Doch die Welt dreht sich weiter, Interessantes geschieht jeden Tag, und der Fall geriet aus dem Blick. Wer hat schon die Zeit, akribisch einen Prozess in einer türkischen Provinzstadt zu verfolgen, Akten zu lesen, Zeugenaussagen zu vergleichen, mit Anwälten zu sprechen? Die „European Stability Initiative“ (ESI), eine in Berlin beheimatete Denkfabrik, hat sich die Zeit genommen. In ihrem an diesem Mittwoch erschienenen Bericht „Mord in Anatolien – Christliche Missionare und türkischer Ultranationalismus“ hat sie den bisherigen Verlauf des Prozesses auf mehr als 45 Seiten skrupulös analysiert. Das Ergebnis ist eine Beschreibung türkischer Zustände, die lesen sollte, wer sich für die Türkei interessiert, zumal der Bericht nicht nur Ansichten, sondern vor allem empirische Belege oder zumindest überzeugende Indizien für diese Ansichten enthält. Im Kern steht die Frage, wer hinter den Messerwetzern von Malatya steht, da sich der Verdacht, die fanatische Jungmännerbande habe nicht allein gehandelt, im Prozess schnell bestätigte. Der Anführer des Quintetts repräsentiert den Typ des früh Gescheiterten, der sich mit einer „großen Tat“ aus seiner raskolnikowschen Grüblerexistenz befreien will. Zweimal war er durch die Aufnahmeprüfung für die Universität gefallen, ein dritter Versuch scheiterte auf halbem Wege. Wo in Petersburg eine alte Pfandleiherin als Opfer herhalten musste, richtete sich der Hass des Untüchtigen in Malatya gegen ausländische Missionare und türkische Konvertiten – allerdings nach sorgfältiger Anleitung.

 

 

Christenmord als Begleitmusik

 

Umfassend wird in dem ESI-Bericht die christen- und minderheitenfeindliche Atmosphäre herausgearbeitet, in deren Umfeld die Tat geschah. Ihr war zuvor, im Januar 2007, der in Malatya geborene armenische Publizist Hrant Dink zum Opfer gefallen. Auch sein Mörder war ein junger Mann. Der Anwalt der Opfer von Malatya war nicht überrascht: „Seit langem hatte ich erwartet, dass etwas geschehen würde. Es gab Anzeichen. Christen wurden geschlagen, ihre Kirchen gesteinigt und in Brand gesetzt, sie erhielten täglich Drohungen. Jeden Tag gab es Berichte über verräterische Pläne von Missionaren in lokalen und landesweiten Zeitungen und Sendern.“ Es gab auch Bücher wie das von Ilker Çinar, einem angeblichen Konvertiten, der während seiner Zeit als Protestant allerdings auf der Gehaltsliste des türkischen Militärs stand. Als „Aussteiger“ nach sechs Monaten schrieb er einen Bestseller und behauptete darin, jüdische und christliche Missionare wollten die Türkei unterjochen, zum Wohle Brüssels: „Der wichtigste Grund, warum den Missionaren grenzenlose Freiheit in ihrer Tätigkeit gegeben wurde, ist die EU.“ Deren Reformbedingungen seien ein gigantisches europäisches Projekt zur Wiedereroberung Konstantinopels, dessen Verlust die Christen nie verwunden hätten. Bemerkenswert dabei: Wenn Ankara einen Schritt auf die EU zugeht, so durch die Eröffnung neuer Verhandlungskapitel, ist die Begleitmusik oft ein Christenmord hinten weit in der Türkei. Bei ESI heißt es, eine Welle von „extremen antichristlichen Gefühlen schien das Land ergriffen zu haben … Die kleine christliche Gemeinde der Türkei lebte in wachsender Angst.“ Der damalige Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz, Luigi Padovese, warnte: „Wir sind hier nicht länger sicher.“ Im Juni 2010 wurde auch er ermordet, von einem psychisch gestörten Einzeltäter, wie es hieß.

 

 

Unheilvolle Parallelwelt

 

Angeblich sind immer psychisch gestörte Einzeltäter schuld, wenn einer der kaum 150000 Christen in der Türkei (bei 72 Millionen Einwohnern) getötet wird. Wer, wie ESI im Malatya-Prozess, genauer hinsieht, stellt dann aber fest: Wenn es gelingt, die Hintergründe eines Mordes aufzudecken, zeigt sich meist, dass viele der „verwirrten Einzelgänger“ intensiven Kontakt mit Sondereinheiten der Polizei oder anderen staatlichen Stellen pflegten. In Malatya standen sie, direkt oder über Mittelsmänner, in Kontakt zum „tiefen Staat“, jener unheilvollen Parallelwelt, die im Namen des Kemalismus und einer säkularen Türkei aufzutreten vorgibt. Das bekamen auch die Anwälte der Opfer zu spüren. Hetzartikel gegen sie enthielten Informationen, die ihren Telefongesprächen abgelauscht waren. Diese geheimdienstliche Fertigkeit besitzen verwirrte Messerstecher in der Regel nicht. Der Rädelsführer von Malatya wurde von einem Mittelsmann kontaktiert und zu seiner Tat aufgefordert, hatte zudem nachweislich Verbindungen zum Polizeichef der Stadt, andere Mittäter zu „Wissenschaftlern“ der Universität, die von einem extrem nationalistischen Rektor geführt wird und sich der „Erforschung“ der missionarischen Tätigkeit in der Stadt verschrieben hatte. Einer dieser „Forscher“ hatte in den Monaten vor den Morden mehr als 1400 Telefonkontakte zu dem Polizeichef, dem er als „Berater“ diente. Kontakte der Täter bestanden auch zu den ultranationalistischen „Grauen Wölfen“. Eine Fülle von Indizien im Malatya-Prozess deutet darauf hin, dass „der tiefe Staat“ hinter diesen und anderen Christenmorde in der Türkei stand, aber darauf wert legte, die Taten als Werk verwirrter, islamistischer oder von der Regierung inspirierter Einzeltäter wirken zu lassen. Neu ist das nicht, aber so detailliert wie in diesem Bericht selten zu lesen. Der Hoffnungsschimmer dabei: Früher blieben viele Fälle unaufgeklärt, doch der Prozess in Malatya verdient bisher seinen Namen. Er bringt ans Licht, was noch vor wenigen Jahren für immer im Schatten des tiefen Staates geblieben wäre. {Quelle: www.faz.net – Von Michael Martens, Istanbul}

 

Christen in der Türkei: Hass auf die kleine Herde – SPIEGEL …

 

 

13 Responses to “Christen in der Türkei”

  1. Tzimis Says:

    im osmanischen reich war es für die christen also besser als in der heutigen türkei, allein schon die knabenlese ist so grausam wie nichts aktuelles in der heutigen türkei, es geht den christen da sicher perfekt und vorallem auch nciht so gut wie moslems in christlichen ländern aber aufjedenfall um einiges besser als im osmanischen reich

    • G.'K.*V.* Says:

      …es wird Unseren Schwestern und Brüder nirgends gut oder besser gehen–

      solange das Buch Koran als Heiliges betrachtet wird! was es nicht ist…

      Das Göttliche ist in zwei Wesen, die sich in wahrer ehelicher Liebe lieben, abgebildet. Das göttliche Gute (Liebe) und Wahre (Weisheit) ist in zwei Engeln derart vereint, daß es nicht mehr zwei, sondern eins bildet.

      Es gibt nur einen Gott, einen Herrn, einen Eigentümer aller Dinge und einen heiligen Vater aller Seiner Kinder.

      Auch die gesamte Heilige Schrift und von daher die Lehren der christlichen Kirchen lehren, daß Gott ist und daß er einer ist.

      Außer Gott gibt es keinen Gott mehr, und alle Unendlichkeit und alle Ewigkeiten sind vollkommen von der Macht Seiner Liebe, Weisheit, Erbarmung und Gnade erfüllt;

      Er ist von Ewigkeiten her ein Herr über alles vollkommen, da alles aus Ihm ist und alles Seiner unendlichen Macht notwendig untertan ist.

      alles andere sind lernhilfen für deren Geist-und nicht real genug um zu überleben,…

  2. Emanuel Says:

    „Heute gibt es kaum noch Christen in der Türkei.“

    Soll ich jetzt lachen oder weinen ? Schon mal was von Alanya gehört ? Schon mal den Namen Antalya vernommen ? Oder Bodrum ? Oder oder oder ???? Millionen Deutsche gibt es in der Türkei …..ach so ja .. das sind ja keine Christen ….

    • @Emanuel –Sorry—-

      gut wenn Sie uns über Alanya
      informieren–alles muss man nicht wissen müssen…danke wenn Sie uns bereichern–übrigens Türkei ist kein urlaubsziel für mich ,nein danke

      hier ein link über Alanya

      hoffe der link klappt…

      .http://maps.google.at/maps?hl=de&rlz=1W1SUNC_deAT390&gs_sm=12&gs_upl=1954l1954l0l3891l1l1l0l0l0l0l125l125l0.1l1l0&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&biw=990&bih=478&wrapid=tlif133034146673410&q=Alanya&um=1&ie=UTF-8&hq=&hnear=0x14dca27b822cd5fb:0xd160c1c8b3dc170b,Alanya/Antalya,+T%C3%BCrkei&gl=at&ei=ZmZLT8_7HcmAOqbdjLUO&sa=X&oi=geocode_result&ct=title&resnum=3&ved=0CIABEPIBMAI

      • Dass wir …..
        (und nicht nur in Österreich) enorme Probleme gerade mit den Türken haben ist bekannt und unbestritten.
        Kein anderes Volk zeigt sich weniger integrationswillig als diese!

        ABER…….. nicht alle Türken sind gleich und man DARF NICHT ALLE über einen „Kamm scheren“.
        Die Österreicher haben auch bestens integrierte türkische Familien.
        Wo die Kinder studieren bzw. einen Beruf erlernen und einen gemischten Freundeskreis haben.

        AM SCHLIMMSTEN sind leider (dies ist meine Meinung) die zum Islam konvertierten ÖsterreicherINNEN!
        Gerade diese sind in der Erziehung ihrer Kinder fürchterlich engstirnig und dem Christentum, sowie den Österreichern ablehnend gegenüber eingestellt.
        Es sollte daher selbstverständlich sein, JEDEN……….. der sich nicht integrieren will und nicht einmal unsere Sprache beherrscht SOFORT abzuschieben!

        .. zu viele benötigen wir trotzdem nicht in Europa….hell und dunkel ist zwar ein guter Kontrast,aber in dem Falle lieber nein…

  3. Tzimis Says:

    da leben wirklich millionen deutsche in der türkei wow, dachte die allermeisten sind da nur zum urlaub machen und das die anzahl der deutschen die da fest lebt eher sehr klein ist

    • Emanuel Says:

      .. so kann man sich irren … Tzimis .. IRREN

      • Tzimis Says:

        lieber emanuel irren tuen er sie sich, die kleine kolonie von retnern sollte nichtmal 1% der bevölkerung ausmachen

        und die probleme der paar hundert leute sind doch wirklich lachhaft zu den sachen die die christliche urbevölkerung im osmanischen reich oder im staat türkei erleiden mussten

  4. Erich Foltyn Says:

    dieser Atatürk hat wahrscheinlich erkannt, dass sie zugrunde gehen würden, wenn er nicht den Islam in die Schranken weist. Aber heute ist der Lebensstandard höher und da glauben sie, sie können schon wieder Islam feiern. Aber es wird nicht funktionieren, sie werden sich selber zugrunde richten, sie werden sich selber gegenseitig abgrageln bis zum letzten Mann, nur wegen diesem Islam.

    • Tzimis Says:

      atatürk ist ein mörder übelster sorte, da würde mohammed luftsprünge vor freude machen

      klar ist der lebensstandard höher als damals, das sit er aber wohl in jedem land der welt, die türkei hat da acuh sehr von der vorschrift der nato das detuschland tr gastarbeiter aufnehmen musste profitiert, die haben ihr geld dann schön in die heimat geschickt, so hatte die türkei weniger arbeitslose und noch neues geld, die letzten jahre dann die ganzen strände mit den all inclusive billig hotels zu bauen, man hat halt als touristen land nicht den euro und profitiert so, sieht zwar alles schön aus, aber je weiter man nach osten kommt desto mehr gleicht das land als wenn immer noch 1918 wär, dazu mag das land immer mehr umsatz machen die bevölkerung ist aber weiterhin sehr arm, so wird dort fast alles auf kredit gekauft

      • Emanuel Says:

        und somit wird die „stabile Türkei“ auch bald wie ein Kartenhaus zusammenfallen …..

      • carma Says:

        oh gott-dass fehlte noch: die muslimbrüder-connection übernimmt in der türkei offen die macht, inclusive der befehlsgewalt über die größte europäische nato-armee und der kontrolle der atomwaffenstandorte im israel/iran-nahen südosten des landes…

  5. Johannes Says:

    Allein in Antalya leben mindestens 20.000 Deutsche dauerhaft, darunter einige wenige Christen.

    In Bodrum hat die allseits bekannte Claudia Fatima Roth dank ihres guten Einkommens aus Steuermitteln ihren zweiten Wohnsitz. Ihre völlig kritiklose Einstellung zum Islam und ihre feindselige Einstellung gegenüber Christen haben sicher auch etwas damit zu tun.

    Was die „Dezimierung“ der christlichen Bevölkerung in der Türkei anbetrifft, so hatte diesen ihren Beginn mit dem Fall Konstantinopels 1453. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war etwa ein Viertel der Bevölkerung christlich – heute sind es nur noch 0,2 Prozent, die sich vor allem in der Millionenstadt Istanbul verstecken kann. Die vielen deutschen Touristen in der Türkei kümmert´s halt nicht, wie sehr die Christen in diesem Land, das doch in den „Christenclub“ Europa (so Erdogan) drängt, unterdrückt werden.

    Aber ich gebe zu, dass es nicht einfach ist, auf kurzen Reisen diese Glaubensgeschwister zu finden.


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