kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bleib zuhause oder geh nach Somalia! 14. Februar 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 16:17

Al Qaida verfolgt eine neue Strategie für Dschidahisten aus Deutschland:

Reisen in pakistanische Terrorcamps sind outReisen nach Somalia sind in!

Immer wieder riefen sie ihre Brüder in Deutschland dazu auf, alles hinter sich zu lassen und dahin zu kommen, wo der Islam verteidigt werde. Und viele junge Männer, ob aus Hamburg, dem Rheinland oder Berlin, folgten den Aufrufen, die das Internet in ihre Wohnstuben brachte. Dutzende junge Islamisten reisten in den vergangenen Jahren, mitunter mit ihren Frauen, ins Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan. Viele fanden dort den Tod – als Selbstmordattentäter, bei Gefechten mit der pakistanischen Armee oder durch Drohnenangriffe der Amerikaner. Viele kamen zurück – manche desillusioniert, andere mit einem Auftrag. Das Terrornetz Al Qaida rekrutierte die Kämpfer aus dem Westen gezielt, so hört man aus Berliner Sicherheitskreisen, nach einem Sechs-Stufen-Plan. Zunächst wurden Personen aus westlichen Ländern wie Deutschland durch Videos und Internet-Propaganda ermutigt, ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zu kommen. Dort wurden sie – Stufe zwei – zu Multiplikatoren ausgebildet, um nach ihrer Rückkehr weitere Unterstützer zu rekrutieren. Vor allem lernten sie, wie man konspirativ elektronisch kommuniziert. Die Rückreise geschah – Stufe drei – auf dem Landweg über Iran und die Türkei mit der Hilfe von Schleusern von Al Qaida. In Europa warben sie – vierte Stufe – unter Bekannten aus der islamistischen Szene neue Unterstützer. Dabei sollten sie sich, um nicht aufzufallen, westlich verhalten und ebenso kleiden. Schließlich – fünfte Stufe – galt es, eine sichere elektronische Kommunikation mit der Al-Qaida-Führung aufzubauen. Sodann galt es – sechste Stufe – für Al Qaida zu arbeiten. Man konnte Geld sammeln. Oder Anschläge vorbereiten und ausführen.

 

Vom Sechs-Stufen-Plan erfuhren die deutschen Sicherheitsbehörden zuerst durch die Amerikaner, die in die elektronische Kommunikation von Al-Qaida-Leuten eingedrungen waren. Deswegen konzentrierten sich Terrorfahnder auf die Reisebewegungen hiesiger Islamisten nach Pakistan und Afghanistan. Als Stratege hinter dem Plan galt ein Scheich mit Kampfnamen Younis al-Mauretani. Die Befragung verhafteter Dschihad-Reisender, vor allem der 2009 aus Hamburg ausgereisten Rami Makanesi und Ahmad Sidiqi, bestätigte den Fahndern von Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz, dass der Plan existierte. Scheich Younis hatte ihn den beiden selbst mehr oder weniger detailliert dargelegt. Freilich kamen beide nicht über Stufe drei hinaus. Anders war es im Fall der Düsseldorfer Zelle. Deren Kopf, der heute 30 Jahre alte Marokkaner Abdeladim El-Kebir, schaffte es, den Sechs-Stufen-Plan fast bis zum Ende zu durchlaufen. Er wurde im Frühjahr 2010 im Lager in Pakistan ausgebildet, ging über Land zurück nach Deutschland, rekrutierte weitere Personen, baute eine – zumindest scheinbar – sichere Kommunikation mit Al Qaida auf und bereitete einen Anschlag vor. El-Kebir verfügte über einen direkten Draht zum Al-Qaida-Kommandeur Atiyah Abd Al Rahman.

 

Der Libyer, Nummer zwei des Terrornetzwerks, war neben Scheich Younis der Kopf des Plans, zuständig für Anschläge im Ausland. El-Kebir hatte elektronisch direkten Kontakt zu ihm. Bei der Vorbereitung zu seinem Anschlag ging er höchst konspirativ vor, kleidete sich westlich, mied die Moschee, wechselte die Internet-Cafés, von denen er kommunizierte. Zu Hause schaltete er den Fernseher ein, um ein Abhören der Gespräche zu verhindern. Auf der Straße trug er eine Perücke. Die Polizei griff erst zu, als er mit seinen beiden Komplizen Zünder baute und von einem Anschlag an einer Bushaltestelle die Rede war. Auch zwei Islamisten, Yusuf O. und Maqsood L., die derzeit in Berlin vor Gericht stehen, haben die Stufen eins bis fünf des Plans durchlaufen. Sie wurden im Sommer 2010 von Scheich Younis rekrutiert. O., der aus Berlin stammt, wurde nach Wien geschickt und versuchte, unter den Bekannten L.s Mittäter für einen Anschlag zu gewinnen – mit mäßigem Erfolg. Der Afghane L. wiederum versuchte das Gleiche unter den Bekannten O.s in Berlin. Er gab sich allerdings so westlich, dass er unter den dortigen Islamisten Misstrauen erregte. Er lief mit Rastazöpfen herum und rauchte Hasch. Bei seiner Festnahme fand man einen USB-Stick in seiner Unterhose – mit dem Namen der 13 Bekannten seines Komplizen.

 

Verfassungsschützer vermuten, dass es noch weitere Zellen geben könnte, die versuchen, nach dem Sechs-Stufen-Plan einen Anschlag auszuführen. Allerdings sind die Möglichkeiten Al Qaidas, den Plan weiterzuverfolgen, seit mehr als einem halben Jahr stark eingeschränkt.

Der Spiritus Rector des Unternehmens, Scheich Younis al-Mauretani, wurde im August 2011 in Pakistan unter Mithilfe der Amerikaner gefasst und sitzt seitdem in Haft. Der zweite Kopf der Aktion, Atiyah Abd Al Rahman, wurde im gleichen Monat durch einen Drohnenangriff der Amerikaner getötet.

 

 

Die Sorge bei Al Qaida vor Spionen ist groß

 

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Al Qaida deshalb den Plan nicht weiterverfolgt. Dafür spricht viel. Denn die Sorge unter Al-Qaida-Leuten ist groß, dass die westlichen Nachrichtendienste Spione in ihre Reihen einschleusen, die sich als Kämpfer ausgeben, aber in Wirklichkeit nur durch elektronische Signalsender Ziele für Drohnenangriffe markieren wollen. Fast wöchentlich werden Al-Qaida-Führer durch amerikanische Drohnen getötet, am Donnerstag kam der für Anschläge zuständige Badr Mansur bei einem solchen Angriff nahe der afghanischen Grenze ums Leben. Für den Strategiewechsel Al Qaidas spricht auch die Entwicklung der Ausreisezahlen nach Afghanistan und Pakistan. Verließen 2010 noch 24 Personen aus der hiesigen islamistischen Szene Deutschland mit diesem Ziel, so waren es im vergangenen Jahr nach Erkenntnis des Verfassungsschutzes nur noch ganze sechs. Zum neuen bevorzugten Ziel derer, die aus Deutschland in den Dschihad ziehen, entwickelt sich hingegen Somalia. In den drei Jahren 2008 bis 2010 fuhren nur sechs Islamisten aus Deutschland dorthin, allein im vergangenen Jahr waren es zwölf – doppelt so viele wie ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet. Dass Al-Qaida-Führer Aiman al-Zawahiri diese Woche in einer Videobotschaft offiziell verkündete, die radikalislamische Shabaab-Miliz in Somalia habe sich dem Terrornetz angeschlossen, passt da ins Bild.

 

 

Qaida setzt auch auf einzelne Dschihadisten

Mindestens ebenso sehr setzt Al Qaida aber auf diejenigen Dschihadisten, die zu Hause bleiben und die vor allem über das Internet ausgebildet werden sollen. Die Möglichkeiten von Einzelnen oder kleinen Gruppen, sich dort zu radikalisieren, zu vernetzen und für Anschläge vorzubereiten, gelten als bei weitem nicht ausgeschöpft. Dass gerade ein solcher Täter, der sich in Rekordzeit über das Internet radikalisierte, den ersten erfolgreichen Terroranschlag eines Islamisten in Deutschland verübte, weist auf die Gefahr hin, die diese Strategie birgt. Arid Uka, ein im Frankfurter Stadtteil Sossenheim aufgewachsener junger Mann aus dem Kosovo, hatte sich in Facebook den Namen „Abu Reyyan“ gegeben. Auf seinem iPod fanden sich 229 islamistische Gesänge, auf dem Laptop islamistische Predigten, auf einem USB-Stick eine Rede Usama Bin Ladins. Vor knapp einem Jahr erschoss er zwei amerikanische Soldaten auf dem Frankfurter Flughafen und verletzte zwei weitere schwer. Der Anschlag, den er in einem Militärbus mit Soldaten, die nach Afghanistan unterwegs waren, beging, forderte nur deshalb nicht noch mehr Opfer, weil seine Pistole Ladehemmung hatte. Vor zwei Tagen ist der 22 Jahre alte Mann vom Oberlandesgericht Frankfurt zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Wegen der besonderen Schwere der Schuld kann er nicht in fünfzehn Jahren entlassen werden. Seine Radikalisierung war den Behörden nicht aufgefallen. {Quelle: www.faz.net}

 

 

 

Afghanistan: Frieden mit den Taliban?

 

Die Lage in Afghanistan ist verzwickter denn je: Wenn die Nato und die USA im Jahr 2014 ihre Truppen aus dem Land abziehen, wird höchstwahrscheinlich kein Frieden einkehren. Auch wenn die deutschen Soldaten bald von 350.000 auf 230.000 Mann reduziert werden, könnten den Taliban zusätzliche Kräfte zuwachsen, die bisher von der Isaf-Schutztruppe ausgebildet worden sind. Der Aufbau afghanischer Sicherheitskräfte ist in Wirklichkeit der Aufbau einer Miliz, die jedoch nicht homogen ist, sondern in sich zersplittert. Nach Abzug der ausländischen Truppen würde der mühsame Zusammenhalt wegfallen und die bewaffneten Milizen wären ein Garant für einen Bürgerkrieg. Auch die Taliban sind nicht im Mindesten geschwächt und aus Pakistan scheint ihnen immer wieder Hilfe zuteil zu werden. In dem Krieg in Afghanistan und den Aufständen in Pakistan denken wir westlich geprägten Menschen oft, dass es dem Gegner um die gleichen Dinge und Werte geht wie einem selbst. Wir wollen den Menschen Bildung, Freiheit, Demokratie, Marktwirtschaft, Gleichberechtigung und Menschenrechte bringen. Der Gegner aber hasst Bildung, Freiheit, Demokratie, Marktwirtschaft, Gleichberechtigung und Menschenrechte. Schon wähnen wir uns auf der „richtigen” Seite.

 

Was aber ist, wenn der Gegner aus ganz anderen Gründen kämpft?

 

Vielleicht spielen diese westlich geprägten oder auch fortschrittlichen Werte nur eine Nebenrolle in diesem Konflikt. Somit würde der Westen auch nur eine Nebenrolle spielen. Vielleicht sind die Probleme in dieser Region eigene Probleme, die nichts mit den Segnungen, die wir den Menschen bringen wollen, zu tun haben. Aus den veröffentlichten Dokumenten bei Wikileaks geht hervor, dass ausgerechnet der pakistanische Geheimdienst einer der größten Unterstützer der Taliban ist. Nach einem Putsch Da’uds im Jahr 1973 in Afghanistan sowie vor allem nach der Proklamation der Demokratischen Volksrepublik Afghanistan 1978 und dem Einmarsch russischer Truppen im Jahr darauf formierten sich im Exil in Pakistan bzw. Iran sehr unterschiedliche parteiähnliche islamische Widerstandsorganisationen (tanzimat): schiitische und sunnitische bzw. traditionell islamische, islamistische und national-demokratisch orientierte. Gemeinsam waren ihnen nur der Gegner Sowjetunion und das Konzept des Dschihad (religiöser Kampf) gegen sie.

 

Von diesem Konzept stammt auch die Sammelbezeichnung “Mudschaheddin” (“die den Dschihad führen”). Sie wurden von Pakistan und Iran sowie von den Westmächten (bes. USA) mit Geld und Waffen versorgt, und Pakistan und Iran nahmen massiven Einfluss darauf, welche Widerstandsbewegungen besonders stark werden sollten, während das den Westmächten offensichtlich nicht so wichtig war. So wurden islamistische Gruppen auf Kosten national-demokratischer Bewegungen bevorzugt. Nach dem Rückzug der Russen (und zum Teil durchaus schon vorher) entbrannte ein heftiger Kampf zwischen den Parteien um die Macht in Afghanistan, in den sich seit Ende 1994 die Taliban, eine radikal-fundamentalistische Gruppierung grösstenteils in Pakistan ausgebildeter Koranschüler, einschalteten. Den Taliban gelang es, eine gewisse Kontrolle über einen großen Teil des afghanischen Territoriums zu erringen.

 

Vor dem Hintergrund der Religionsentwicklung in Afghanistan und Pakistan, der inhomogenen Bevölkerung, der Multi-Religiosität und der vielen verschiedenen Völker ist ein Kultur- und Glaubenskampf, wie ihn die Taliban führen, viel besser zu verstehen. Man sieht, wie die Probleme dieser beiden Staaten in ihnen selbst begründet liegen, und dass wir westliche Mächte nur am Rande beteiligt sind. Mit der Errichtung eines explizit islamischen Staatswesens in Afghanistan und Pakistan wurde die religiöse Vielfalt hinweggefegt. Damit verlor auch die Religionsvielfalt ihre Kernfunktion als bindende Kraft, die Harmonie in eine facettenreiche und uneinheitliche Volksgemeinschaft brachte. Die Taliban aber versuchen nun, mit ihrer islamistischen Sichtweise eine neue Harmonie und bindende Kraft zu etablieren. Der Zorn der Taliban richtet sich nicht so sehr gegen Freiheit, Kapitalismus oder Demokratie; Begriffe, von denen sie nur eine vage Vorstellung haben, als vielmehr gegen diese tief verwurzelte religiöse Tradition. Um das Vakuum zu schaffen, in dem sich ihre islamistische und rigoros ablehnende Vision des Islam verwirklichen lässt, muss eine ganze Welt zerstört werden: die Welt der Kultur, das heißt die Welt der Poesie, der Musik, des Mystizismus, der Toleranz. Dann wird eine neue Harmonie entstehen können, eine islamistische und verneinende Kultur. Im Grunde ist der Islamismus eine brachiale Zensurbewegung, die sich hauptsächlich gegen die Vielfalt und Kultur im eigenen Land wendet.

 

Vor diesem Hintergrund ist der Kampf der Taliban neu zu bewerten. Er ist erst einmal nicht gegen westliche Werte gerichtet, er richtet sich gegen eine regionale und synkretistische Kultur. Die Taliban wollen eine Kultur mit und durch einen triumphalistischen und globalen Islam; einen Islam, der einen neuen Geist der Rigidität und Intoleranz mit sich bringt. Der Islamismus ist ein modernes Gegenkonzept gegen die Ideologien des 20. Jahrhunderts, in Afghanistan insbesondere gegen den Kommunismus, der die Politik Afghanistans seit den 60er Jahren mitbestimmte. Er steht im selben Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne wie dieser und hat seine Wurzeln nicht im traditionellen afghanischen Islam, sondern in ausländischen Strömungen, vor allem der ägyptischen Muslimbruderschaft und der indischen Deobandis. Generell vertragen sich der Sufismus, der in Afghanistan und Pakistan sehr verbreitet ist, und der vorwiegend politisch interessierte Islamismus schlecht: Volksreligiöse Elemente, Heiligenkult, Wallfahrtswesen, Musik und die Liebe zur Poesie sind vielen Islamisten ein Dorn im Auge. Eine zersplitterte Miliz ohne Führung wäre nur ein weiteres destabilisierendes Element auf dem Weg zum Bürgerkrieg. Deshalb müssen alle an den Verhandlungstisch, insbesondere die verschiedenen Parteien in Afghanistan und auch Pakistan. Die Taliban fürchten, dass insbesondere Staatschef Karsai nach einem Rückzug der USA und Nato, obwohl er bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten dürfte, aufgrund der instabilen Lage ein Ausnahme-Gesetz erlassen und sich doch noch einmal aufstellen lassen könnte. {Quelle: me-magazine.info}

 

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