kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gedanken über das Wort Jesu am Kreuz 29. Januar 2012

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 23:14

Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen„!

 

Diese Worte Jesu am Kreuz bereiteten mir immer, sobald ich sie in der Karwoche vernahm,  Schwierigkeiten. Ich dachte immer bei mir, dass Jesus, den ich von kleinauf  als den Sohn Gottes ansah, wie meine Eltern es mir beibrachten und die Kirche es entsprechend verkündete und lehrte,  doch nicht einen Moment seines irdischen Lebens seinen Glauben verlieren könne, weil er doch der Sohn Gottes sei. Er hätte doch wissen müssen, dass sein Vater ihn immer umfängt. Dieses Wort war das „mächtigste“ Wort, welches mich an der  Sohnschaft Gottes ein wenig zweifeln ließ. In Verbindung mit seiner Angst im Garten Gethsemane sah ich als eine Art Fortsetzung des Zweifels unseres Herrn Jesus Christus an Gott. Ich bemühte mich  dann immer um irgendwelche gedanklichen „Krückenargumente“, die mich denken ließen, dass Jesus in dieser Situation ganz Mensch sei, und so auch einen Moment von seinem Vater getrennt gewesen sei, so wie wir Menschen eben, wenn wir Sünden begehen und: Er hätte in diesem Moment vor lauter Schmerz am Kreuz doch auch so denken können. Niemand hätte es ihm verübeln können. 

 

Diese Worte für sich genommen hörten sich ja so an, als ob Jesus am Kreuz kurzzeitig seinen Glauben verloren haben könnte. Auch Menschen anderer Religionen argumentierten mit diesem Wort, dass dieses doch eindeutig gegen die Sohnschaft Jesu gegenüber Gott spräche. Ich war auch geneigt kurzzeitig öfter einmal, dieser Argumentation zu folgen. Aber immer wieder gaben mir dann andere Episoden und Worte Jesu Halt, so dass ich immer wieder an seine Sohnschaft glauben konnte, nicht zuletzt Aussprüche der Bergpredigt und andere gewichtige Worte wie a) dass er im Vater sei und der Vater in ihm, b) man nur durch ihn zum Vater komme, c) wenn ihr mich kennen würdet, würdet ihr auch den Vater kennen,  d) Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, e) Wer an mich glaubt (nicht: wer mir glaubt!), hat das ewige Leben, f) wer von diesem Brote isst, wird leben, auch wenn er stirbt, f) mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott, g) ehe Abraham ward, bin ich, h) Mein Reich ist nicht von dieser Welt,  usw.  All diese seine  Aussprüche hörten sich in keiner Weise so an, als wäre Jesus nur Mensch. Auch seine Heilungswundertaten im besten Sinne dieses Wortes, seine Autorität der Sündenvergebung und Dämonenaustreibung und nicht zuletzt Tod und Auferstehung ließen mich eindeutig an die Gottessohnschaft Jesu glauben. Nur dieses Wort Jesu am Kreuz passte so gar nicht in diese Kette von Aussprüchen, die mich glauben ließen, dass Jesus der Sohn Gottes sei.

 

Ich weiß nicht, wie es den Lesern dieses blogs mit diesem Wort ergangen ist, die wie ich so uninformiert waren. Ich hatte nun einmal solche Gedanken. Und der Glaube ist ja nie ganz fertig und bleibt statisch erhalten.  Immer wieder zweifelte ich, immer wieder kamen mir Gedanken von innen heraus, die Jesus doch in die Nähe des Seins eines Propheten rücken ließen, nicht zuletzt gemessen an diesen Worten „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen“. Sie erschienen so überaus trostlos, so Gottverloren, so Gottverlassen. Ich konnte mir Jesus als den Sohn Gottes mit diesem Ausspruch in der Verkündigung irgendwie nicht  vorstellen. Dann kam der 28.01.2012 und ich musste 58 Jahre alt werden, damit ich im Internet auf einen Kommentar stieß, der mir überzeugende Klarheit betreffend dieses Satzes lieferte. Warum hat der Religionsunterricht, warum hat sich keine Predigt mit diesem Wort Jesu am Kreuz beschäftigt, die mir viel früher Klarheit verschafft hätten. Ein mir völlig unbekannter Kommentator  gab mir die Gewissheit, die ich benötigte, dieses Wort anders zu verstehen, als ich es bisher verstand. Diesem Kommentator danke ich an dieser Stelle sehr.

 

 

 

Lassen wir ihn zu Wort kommen:

Jesus wurde nie von Gott verlassen. Jesus IST Gott.

Ich lese hier immer wieder als Antwort: „Gott hat ihn verlassen, weil er alle Sünden auf sich genommen hat und Gott kann nicht mit einem Sünder sein“. Diese Aussage ist nicht nur hirnlos, sondern auch herzlos. Gott ist gerade den Sündern am nächsten! Gerade sie brauchen seine Hilfe am meisten! Würde Gott die Sünder nicht lieben, würden sie nicht mehr auf der Welt wandern. Gott ist die absolute bedingungslose Liebe. Selbst, wenn du Gott VERFLUCHST, wird er dich lieben, denn er steht immer mit offenen Armen und wartet auf dich. Was Jesus am Kreuz tut, ist beten. Er rezitiert Davids 22. Psalm. Er geht Gott lobpreisend in den Tod.

 

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen,

bist fern meinen Schreien, den Worten meiner Klage?

 

Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe. Aber du bist heilig, du thronst über dem Lobpreis Israels. Dir haben unsre Väter vertraut, sie haben vertraut, und du hast sie gerettet. Zu dir riefen sie und wurden befreit, dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet. Alle die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: „Er wälze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien! Der reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat.“ Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, mich barg an der Brust der Mutter. Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, vom Mutterleib an bist du mein Gott. Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe, und niemand ist da, der hilft. Viele Stiere umgeben mich, Büffel von Baschan umringen mich. Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reißende, brüllende Löwen. Ich bin hingeschüttet wie Wasser, gelöst haben sich all meine Glieder. Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen. Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen, du legst mich in den Staub des Todes.

 

Viele Hunde umlagern mich, eine Rotte von Bösen umkreist mich. Sie durchbohren mir Hände und Füße. Man kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und weiden sich an mir. Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand. Du aber Herr, halte dich nicht fern! Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe! Entreiße mein Leben dem Schwert, mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde! Rette mich vor dem Rachen des Löwen, vor den Hörnern der Büffel rette mich Armen! Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen. Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn, ihr alle vom Stamm Jakobs, rühmt ihn; erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels! Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; er hat auf sein Schreien gehört. Deine Treue preise ich in großer Gemeinde; ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten. Die Armen sollen essen und sich sättigen; den Herrn sollen preisen, die ihn suchen. Aufleben soll euer Herz für immer. Alle Enden der Erde sollen daran denken und werden umkehren zum Herrn: Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder. Denn der Herr regiert als König; er herrscht über die Völker. Vor ihm allein sollen niederfallen die Mächtigen der Erde, vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen. (Meine Seele, sie lebt für ihn; mein Stamm wird ihm dienen.) Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen, seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk; denn er hat das Werk getan“.

 

Es beginnt mit „Herr, warum hast du mich verlassen“

und es endet mit „Sein Werk ist vollbracht“

 

Das ist es. Der Tag der Folter und Kreuzigung Jesu war der tragischste Tag der Weltgeschichte. Aber die letzten Worte des Herrn waren kein Zeichen von Versagen. Im Gegenteil. Durch diese Worte, durch diesen Psalm, zeigt Jesus, dass dies ein Triumph ist. Und schaut euch doch mal den Inhalt des Psalms an! Von Anfang bis Ende beschreibt dieses Lied was? Jesus Geburt, Leben und Tod und Auferstehung! Der Psalm 22 ist eine Biographie! Davids Psalmen sind nicht aus eigener Kreativität entstanden. Durch Gottes Inspiration hat er diese Meisterwerke geschaffen. Nicht nur die Melodie ist göttlichen Ursprungs (Die Melodien sind NICHT in Vergessenheit geraten. Die Orthodoxe Kirche hat die Psalmen bewahrt. In einer Syrisch-Orthodoxen Kirche könnt ihr sie sogar in der Originalsprache hören.) sondern auch der Text. David betet nicht nur, sondern prophezeit auch noch Jesus Kommen. Oder schauen wir uns doch mal an, was er in einem anderen Psalm sagt: „Denn es kreisten mich ein viele Hunde, der Übeltäter-Rotte schloss mich ein, sie durchstachen mir Hände und Füße.“ (Ps 21, 17) Diese Prophezeiung ist in jedem Detail präzis. Denn weiter heißt es: „Sie teilten sich meine Kleider und warfen das Los um mein Gewand.“ (Ps 21, 19) Alles geschah gemäß der Prophezeiung – jede Kleinigkeit. Davids Psalmen kündigen Jesus an, usw.

 

O Herr, Du Sieger, unser Erlöser, Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

 

Wohl dem Leser und der Leserin, der/die den Zusammenhang dieser Worte mit dem Psalm gekannt haben. Denen dürften diese Worte Jesu zu keiner Zeit Interpretationsschwierigkeiten bereitet haben. Nach dem heutigen Lesen dieser Zeilen sind meine Zweifel wie weggeblasen. Es fiel mir heute wie Schuppen von den Augen. Ich war blind und habe ein Stückweit sehen gelernt, aufgeklärt durch eine Seele wie Herrn oder Frau koljac. Diese Zeilen haben  mir ein Stück weit die Augen geöffnet, welche Großtat unser Herr Jesus Christus für uns getan hat. Viele Kommentatoren dieser Diskussion über das oben zitierte Wort Christi am Kreuz haben so argumentiert wie ich.

 

Ob unsere Priester diesen Zusammenhang kennen?

Warum hat noch keiner über diese Zusammenhänge gepredigt?

Warum ist dieses doch so gedanklich negativ besetzte Wort Jesu am Kreuz ohne das Wissen um den Psalm 22 nicht Gegenstand des Religionsunterrichts?

 Welche Dimensionen sich durch das Wissen um diesen Psalm, dessen Anfang Jesu am Kreuz zitiert hat,  sich auftun können!  Auch das letzte Wort Jesu am Kreuz, “Es ist vollbracht“ hat eine ganz andere, eine überdimensionierte Wendung bekommen, jedenfalls für mich.

Ich jedenfalls danke Gott für diese Erkenntnis,

die ein mir völlig unbekannter Mensch mir geschenkt hat.

 

 

 

5 Responses to “Gedanken über das Wort Jesu am Kreuz”

  1. Johannes Says:

    In aller Behutsamkeit gebe ich zu bedenken, dass die bekannte jüdische Religionswissenschaftlerin Prof. Ruth Lapide (2x wöchentlich in Bibel-TV) diese Textstelle „warum?“ mit „wozu?“ übersetzt. Das ergäbe natürlich einen anderen Sinn.

  2. fartaabpaarse Says:

    Seid gesegnet. Bei uns ist ein wichtiger Artikel über die Situation in Ägypten erschienen:

    http://parseundparse.wordpress.com/2012/01/30/arabischer-winter-agyptens-bittere-ernte/

  3. EnnaB Says:

    Die Welt als Wille und Vorstellung
    „Dieser Welt, diesem Tummelplatz gequälter und geängstigter Wesen, welche nur dadurch bestehen, dass eines das andere verzehrt, wo daher jedes reißende Tier das lebendige Grab tausend anderer und seine Selbsterhaltung eine Kette von Martertoden ist, wo sodann mit der Erkenntnis die Fähigkeit, Schmerz zu empfinden, wächst, welche daher im Menschen ihren höchsten Grad erreicht und einen um so höheren, je intelligenter er ist, – dieser Welt hat man das System des Optimismus anpassen und sie als die beste unter den möglichen andemonstrieren wollen. Die Absurdität ist schreiend.

    Inzwischen heißt ein Optimist mich die Augen öffnen und hinsehen in die Welt, wie sie so schön sei, im Sonnenschein, mit ihren Bergen, Tälern, Strömen, Pflanzen, Tieren und so fort. Aber ist denn die Welt ein Guckkasten? Zu sehen sind diese Dinge freilich schön; aber sie zu sein, ist etwas Anderes

    Verlassen
    heit
    Irgendwann macht jeder Mensch die Erfahrung der Verlassenheit. Er kommt darüber hinweg, früher oder später, gereift oder verbittert. Verlassen zu werden ist eine der größten Enttäuschungen, die wir im Leben erfahren. Ent-täuschen bedeutet, dass wir bis jetzt einer Täuschung erlegen sind, die wir nun mit Bitterkeit akzeptieren müssen.
    Entweder wurden wir von Anderen getäuscht oder wir selbst haben uns Illusionen hingegeben.

    Ich finde dich nicht mehr. Nicht in mir, nein.
    Nicht in den andern. Nicht in diesem Stein.
    Ich finde dich nicht mehr. Ich bin allein.

    Ich bin allein mit aller Menschen Gram,
    den ich durch Dich zu lindern unternahm,
    der du nicht bist. O namenlose Scham…

    Später erzählte man: ein Engel kam -,

    Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht
    und blätterte gleichgültig in den Bäumen…

  4. Bazillus Says:

    Werter Johannes: Welche Sinnänderung ergäbe das „wozu“? „Warum“ ist die Frage nach dem grundsätzlich Sinnhaften, „wozu“ lenkt die Frage möglicherweise nach einem eingegrenzten Sinn, aber letztlich doch nach dem Sinn. Letztlich sehe ich da nicht soviel Unterschied. Wenn ich mir vorstelle, dass Jesus „Mein Gott, mein Gott, wozu hast Du mich verlassen?“, so würde ich diese Frage nicht verstehen.

  5. Emanuel Says:

    Lassen wir ihn zu Wort kommen:
    Jesus wurde nie von Gott verlassen. Jesus IST Gott.

    Das ist überhaupt das Alpha und das Omega von allem ! Hier müssen alle Christen vollkommen eins werden.
    Falls der Knecht es erlaubt habe ich dazu einen sehr erhellenden Text ;

    2025. „Und will dir und deinem Samen nach dir geben das Land
    deiner Pilgerfahrten“, 1. Mose 17/8, daß dies bedeutet, der Herr habe
    sich alles mit eigenen Kräften erworben, welches ist das Land der
    Pilgerfahrten, erhellt aus der Bedeutung von pilgern, sofern es ist unterwiesen
    werden, wovon Nr. 1463; und weil der Mensch sich Leben
    verschafft hauptsächlich durch Unterweisung in Wissensdingen,
    Lehren und Erkenntnissen des Glaubens, so ist demnach die Pilgerfahrt
    das Leben, das er so sich erworben hat. Auf den Herrn angewandt,
    ist es das Leben, das Er Sich verschaffte, durch Erkenntnisse,
    Kämpfe in Versuchungen und Siege in denselben; und weil Er es
    Sich (erwarb) mit eigenen Kräften, so wird hier durch Land der Pilgerfahrten
    dieses bezeichnet.
    Daß der Herr alles mit eigenen Kräften Sich errungen und mit
    eigenen Kräften das menschliche Wesen mit dem Göttlichen und das
    Göttliche mit dem Menschlichen vereinigte und so allein die Gerechtigkeit
    wurde, erhellt deutlich bei den Propheten, wie bei
    Jes. 63/1, 3, 5: „Wer ist der, welcher aus Edom kommt, einhertritt
    in der Größe seiner Kraft; die Kelter habe Ich allein getreten, und
    von den Völkern ist nicht irgend jemand mit Mir. Ich schaute umher,
    und niemand half; Ich staunte, und es unterstützte niemand (Mich);
    darum leistete Mir Heil Mein Arm“: Edom für das menschliche
    Wesen des Herrn; die Kraft und der Arm für die Macht, und daß aus
    eigener, wird deutlich gesagt, daß nämlich „niemand half, niemand
    unterstützte, daß Ihm Heil verschaffte Sein Arm“.
    Jes. 59/16, 17: „Er sah, daß niemand da ist und staunte, daß
    niemand in das Mittel trat; und Heil verschaffte Ihm Sein Arm,
    und Seine Gerechtigkeit, sie stützte Ihn; und Er zog an Gerechtigkeit
    wie einen Panzer, und setzte auf Sein Haupt den Helm des
    Heils“: ebenso, daß mit eigener Kraft, und daß Er so zur Gerechtigkeit
    wurde.
    Daß der Herr die Gerechtigkeit ist, bei Dan. 9/24: „Siebzig Wochen
    sind bestimmt, die Missetat zu sühnen und herbeizubringen die
    1. MOSE 17/8 2025.
    – 511
    Gerechtigkeit der Zeitläufe und zu versiegeln das Gesicht und den
    Propheten und zu salben den Heiligen der Heiligen“.
    Jerem. 23/5, 6; 33/15, 16: „Dem David will ich einen gerechten
    Sproß erwecken, und er wird regieren als König und verständig
    handeln und Gericht und Gerechtigkeit üben im Lande; in Seinen
    Tagen wird Jehudah errettet werden und Israel wird im Vertrauen
    wohnen; und dies Sein Name, mit dem man Ihn nennen wird, Jehovah,
    unsere Gerechtigkeit“: darum wird Er auch genannt die
    Wohnung der Gerechtigkeit, Jerem. 31/23; 50/7 und bei Jes. 9/5, 6:
    Wunderbar und Held.
    Daß der Herr so oft dem Vater zuschreibt, was Sein ist, wurde
    erklärt Nr. 1999, 2004; denn Jehovah war in Ihm, folglich im einzelnen
    des Seinigen. Dies kann durch Ähnliches, obwohl nicht Gleiches,
    beim Menschen versinnlicht werden: die Seele des Menschen
    ist in ihm, und weil in ihm, so ist sie auch in seinem einzelnsten, nämlich
    im einzelnsten seines Denkens und im einzelnsten seines Handelns.
    Alles, was irgend seine Seele nicht in sich hat, ist nicht sein.
    Die Seele des Herrn war das Leben selbst oder das Sein selbst, das
    Jehovah ist, denn Er war empfangen aus Jehovah, somit war dieser in
    Seinem einzelnsten; und weil das Leben selbst oder das Sein selbst,
    das Jehovah ist, Ihm angehörte, wie die Seele dem Menschen angehört,
    so war auch Sein das dem Jehovah Angehörende, und dies ist
    es, wenn der Herr sagt, daß Er im Schoße des Vaters sei: Joh. 1/18
    und daß alles, was der Vater hat, Sein sei: Joh. 16/15; 17/10, 11.
    Aus dem Guten, das der Jehovah ist, vereinigte Er das göttliche
    Wesen mit dem menschlichen (Wesen), und aus dem Wahren vereinigte
    Er das menschliche Wesen mit dem göttlichen Wesen), somit
    alles und jedes aus Ihm selbst; ja Sein Menschliches war sich selbst
    überlassen, damit Er von Sich aus gegen alle Höllen kämpfen und sie
    besiegen möchte, und weil Er in Sich selbst das Leben hatte, das Sein
    eigen war, so hat Er jene mit Seiner Macht und mit Seinen Kräften
    überwunden; wie dies auch bei den Propheten in den angeführten
    Stellen deutlich gesagt wird.
    Darum nun, weil Er mit eigenen Kräften Sich alles erwarb,
    wurde Er die Gerechtigkeit und errettete die Geisterwelt von den höl-
    2025. 1. MOSE 17/8
    – 512 –
    lischen Genien und Geistern und befreite so das Menschengeschlecht
    vom Untergang, (denn das Menschengeschlecht wird durch
    Geister regiert), und so erlöste Er es; darum heißt Er so oft im Wort
    des Alten Testaments Befreier und Erlöser und Heiland, welches ist
    Sein Name Jesus.


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