kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Tumulte bei erster Sitzung des ägyptischen Parlaments 23. Januar 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 16:01

Vor Beginn der Parlamentssitzung versammelten sich die Abgeordneten zum Gebet.

Bei der konstituierenden Sitzung des von Islamisten geprägten neuen ägyptischen Parlaments ist es zu Auseinandersetzungen gekommen.

 

Mehrere Abgeordnete wollten den Eid auf die Verfassung nicht mit der vorgeschriebenen Formel ablegen.

 

 

Mit Streitereien über die Vereidigung der Abgeordneten hat die konstituierende Sitzung des ägyptischen Parlamentes begonnen. Mehrere Abgeordnete wollten den Eid auf die Verfassung nicht mit der vorgeschriebenen Formel ablegen. Ein Islamist fügte einen Hinweis auf das islamische Recht („Scharia“) ein. Ein anderer Abgeordneter schwor auf die „Märtyrer der Revolution des 25. Januar“. Das neue Parlament wird von den Islamisten dominiert. Geleitet wurde die erste Parlamentssitzung nach der Entmachtung von Präsident Hosni Mubarak im vergangenen Februar von Alterspräsidente Mahmud al-Saka von der liberalen Al-Wafd-Partei. Er rief die 508 Abgeordneten zu Beginn auf, der „Märtyrer der Revolution“ zu gedenken, die im vergangenen Jahr während der Massenproteste gegen Mubarak getötet worden waren. Gleichzeitig lobte er die Rolle der Militärführung, die nach Mubaraks Rücktritt die Macht übernommen und eine Übergangsregierung eingesetzt hatte.

 

 Diese beiden Frauen sitzen für die Muslimbruderschaft im Parlament.

70 Prozent der Abgeordneten stammen aus den Reihen der islamistischen Parteien.

 

Dabei entfallen etwa 47 Prozent auf die sogenannten moderaten Islamisten der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (Muslimbrüder) und etwa 24 Prozent auf die radikalen Islamisten der Partei des Lichts. Nur rund zwei Prozent der Abgeordneten sind Frauen. Zehn Abgeordnete gehören der christlichen Minderheit an, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. {Quelle: www.sueddeutsche.de}

 

 

 

 

 

 Ihre Partei "Freiheit und Gerechtigkeit" war  auf 45,7 Prozent gekommen und...

 

 

Erste Sitzung in Ägypten – Parlament ohne große Macht

 

 

In Kairo tagt erstmals das frei gewählte ägyptische Parlament: Ein Jahr nach der Revolution am Nil eigentlich ein Grund zum Feiern.

Doch viele Ägypter sind besorgt: Das Parlament hat kaum Befugnisse. Stattdessen zieht der mächtige Militärrat hinter den Kulissen die Strippen.

 

Stacheldrahtverhau, Polizeikordons, in den Seitenstraßen geparkt Dutzende Mannschaftswagen, in denen Sicherheitskräfte auf ihren Einsatzbefehl warten: Rund um das ägyptische Parlament im Stadtzentrum von Kairo hatte sich die Staatsmacht am Montagmorgen zum Kampf gerüstet. Der Polizei gegenüber standen Grüppchen von Demonstranten, die auf Plakaten die sofortige Übergabe der Macht vom herrschenden Militärrat an eine zivile Übergangsregierung forderten. Anlässlich der ersten Zusammenkunft des ersten frei gewählten ägyptischen Parlaments seit 1952 kam jedoch in Kairo keine Festtagsstimmung auf; die Stimmung war angespannt. Würde es auch heute wieder Tote geben, wie bei so vielen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in den vergangenen Monaten? Ein Jahr nach der Revolution am Nil zeigen sich viele Ägypter zutiefst enttäuscht von der Freiheit, die begann, als Dauerpräsidenten Husni Mubarak am 11. Februar vergangenen Jahres nach wochenlangen Volksaufständen zurücktrat. In vielen Fällen ist die sich stetig verschlechternde Wirtschaftslage Grund für die Enttäuschung: Die anhaltenden Unruhen am Nil halten ausländische Investoren und gut ein Drittel der sonst anreisenden Touristen fern. Der Mangel an Urlaubern macht sich in Ägypten, in dem jeder achte Arbeitnehmer in der Tourismusbranche arbeitet, empfindlich bemerkbar. Andere sind politisch unzufrieden. Ihnen geht der Wandel zur Demokratie viel zu langsam voran, erscheint der über Ägypten herrschende Militärrat immer mehr als Junta, die ebenso autoritär agiert wie einst der „Pharao“ Mubarak.

 

 Saad al-Katatni, Generalsekretär der Partei der Muslimbrüder, wird vermutlich...

Saad Elkatatny, baldiger Parlamentschf – ein Moslembruder

 

 

Die Mehrheit wählte konservativ-religiös

 

Dabei brachten die Ägypter den Prinzipien und Institutionen der Demokratie anfangs noch großes Vertrauen entgegen. An den Parlamentswahlen, die vom 28. November bis zum 18. Januar in drei Etappen stattfanden, drängten so viele Ägypter zur Urne wie nie zuvor. Eine überwältigenden Mehrheit der Ägypter wählte dabei konservativ-religiös:Islamistische Parteien erhielten laut amtlichem Endergebnis 70,4 Prozent der 498 Mandate. Das Bündnis rund um die „Freiheit und Gerechtigkeit“-Partei der Muslimbrüder kam auf 45,7 Prozent der Stimmen, die radikalislamische „Partei des Lichts“ landete auf dem zweiten Platz und sicherte sich gemeinsam mit anderen kleineren Parteien aus dem Lager der Salafisten 24,6 Prozent der Sitze. Erste Amtshandlung der Abgeordneten am Montag wird die Wahl eines Parlamentspräsidenten sein. Es wird erwartet, dass der Generalsekretär der Partei der Muslimbrüder, Saad al-Katatni, gewählt wird.Doch trotz der vornehmlich friedlich verlaufenen Wahlen haben die Ereignisse dieses Winters die Demokratiebegeisterung vieler Ägypter gedämpft und sie davon überzeugt, dass ihre Revolution noch lange nicht vollendet ist.

 

Das jetzt gewählte Parlament hat nur eingeschränkte Befugnisse, der Ministerpräsident sowie die Minister werden weiter von dem seit der Abdankung Mubaraks herrschenden Militärrat SCAF bestimmt. Zwar sollen die Abgeordneten bis zum Sommer eine Zweite Kammer, den Schura-Rat, wählen, der dann unter Mitwirkung des Parlaments eine neue Verfassung formulieren und dem Volk zum Referendum vorgelegen soll. Auch soll im Juli ein neuer Präsident gewählt werden. Doch Kritiker des Militärrats bezweifeln, dass der Zeitplan eingehalten werden wird: „Der SCAF wird versuchen, den demokratischen Prozess zu verzögern“, sagt Nabil Abdel Fattah, Soziologe am Al-Ahram Zentrum für Politische Studien in Kairo gegenüber SPIEGEL ONLINE. Der Militärrat werde sich bemühen, den revolutionären Prozess zu einer Teilreform umzumünzen. „Sie setzen alles daran, ein autoritäres Regime unter der Kontrolle der militärischen Institutionen beizubehalten.“ Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch ist besorgt über den postrevolutionären Stand der Dinge in Ägypten. In einem am Sonntag veröffentlichen 676-Seiten Report kommt HRW zu dem Schluss, die Lage habe sich seit dem Fall Mubaraks „nicht verbessert“. Das seit 44 Jahren geltende Notstandsgesetz sei – obwohl seine Abschaffung eine der Hauptforderungen der Revolutionäre war – nach wie vor in Kraft und eines der Instrumente, mit denen der SCAF sich an der Macht halte. „Das ägyptische Militär scheint entschlossen, sich für seine Einflussbereiche eine Sonderrolle außerhalb der demokratischen Prinzipien zu sichern“, sagte HRW-Direktor Kenneth Roth am Sonntag in Kairo.

 

 

Zum Jahrestag der Revolution werden massive Proteste erwartet

 

Kritiker sagen gar, dass der Militärrat schärfer gegen die Opposition vorgehe, als Mubarak das je getan habe. Tatsächlich sind seit dem Sturz Mubaraks im Februar vergangenen Jahres etwa 12.000 Zivilisten von Militärgerichtshöfe abgeurteilt worden – mehr als in 30 Jahren Mubarak-Herrschaft. Allein seit Oktober vergangenen Jahres haben Sicherheitskräfte nach Angaben der Opposition mehr als 80 Demonstranten getötet. Am Samstag hatte der Militärrat eine Amnestie angekündigt, etwa 2000 inhaftierte Demonstranten sollen freigelassen werden. „Sie wollen uns einlullen, damit wir am 25. nicht auf die Straße gehen“, sagte Walaa Eid vom Bündnis 6. April, das vergangenes Jahr federführend bei der Organisation der Massenproteste war. Für das Jubiläum des Volksaufstands werden massive Demonstrationen in der Hauptstadt erwartet. Der Militärrat hat bereits gedroht, notfalls mit Gewalt gegen die Proteste vorzugehen. Feldmarschall Hussein Tantawi sagte, das Militär werde nicht erlauben, dass Ägypten „in Brand gesetzt“ werde. „Die Streitkräfte sind das Rückgrat, das Ägypten schützt. Dieses Rückgrat soll angegriffen werden. Das werden wir nicht zulassen.“ Die liberale Tageszeitung „al-Masri al-Joum“ berichtete am Mittwoch, dass sich die Sicherheitskräfte speziell auf die geplanten Kundgebungen vorbereiten. So sollten unter anderem Chemikalien gegen Demonstranten eingesetzt werden, die sechs Monate lang auf der Haut sichtbar bleiben. Auch der Einsatz scharfer Munition sei zugelassen. Polizei und Militär seien jedoch angewiesen, zuerst auf die Füße der Protestierenden zu schießen. {Quelle: www.spiegel.de – Aus Kairo berichtet Ulrike Putz}

 

6 Responses to “Tumulte bei erster Sitzung des ägyptischen Parlaments”

  1. Bernhardine Says:

    Und die Ironie der Geschicht´:
    Die ägyptischen Musel-manen/Innen habe ein Adipositasproblem, siehe Bilder.
    Alt werden sie so aber nicht, gell!

  2. Emanuel Says:

    … und die goldene Uhr am Arm des Bärtigen auf einem Bild ganz rechts ist auch nicht schlecht …

  3. Kairo (dpa) – In Ägypten ist erstmals ein Mitglied der ehemals verbotenen Muslimbruderschaft Parlamentspräsident. «Wir kündigen dem ägyptischen Volk und der ganzen Welt an, dass die Revolution weitergeht»,

    na Klasse –und wo bleiben Die Christen??

    sagte Saad Al-Katatni in Kairo während der konstituierenden Sitzung des ersten frei und demokratisch gewählten Parlaments in der Geschichte Ägyptens. Rund 70 Prozent der Abgeordneten gehören islamistischen Parteien an. Dagegen bekamen Frauen, Christen und die sogenannte Revolutionsjugend nur wenige Mandate.

    • Tumulte bei erster Sitzung des ägyptischen Parlaments

      war doch vorraus zu sehen.

      Flüge nach Kairo vor «Revolutionsgedenken» gestrichen
      Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Flüge von und nach Kairo gestrichen. Grund sind Sicherheitsbedenken. Air France, Austrian Airlines sowie Fluggesellschaften aus Italien, Libyen, dem Jemen und Tunesien haben ihre Flüge abgesagt, weil es kaum Nachfrage gibt.

      Offenbar befürchten viele Menschen, dass es rund um den 25. Januar zu Unruhen und Ausschreitungen kommen könne. Am «Jahrestag der Revolution» wollen mehrere Parteien und Aktionsbündnisse der «Märtyrer» gedenken. Einige wollen das zu Protesten gegen den Militärrat nutzen.

      Ich hoffe dort fliegt so schnell keiner dort hin,bis alle in Frieden lebten,..

  4. Abendländer Says:

    Ich hatte von Anfang an Zweifel, daß eine freiheitliche Ordnung in einem mehrheitlich islamischen Land Einzug halten wird. Mir war klar, daß Muslimbrüder das für sich nutzen.

    Es gibt nur eine Chance für Freiheit am Nil. Nach dem Vorbild des Sudan sollte Oberägypten ein Staat für koptische Christen werden. Wenn der Südsudan Wirklichkeit geworden ist, kann eine Koptische Republik Oberägypten auch Wirklichkeit werden.

    In Ägypten sind die koptischen Christen in Oberägypten besonders stark vertreten. Wenn sich die Mehrheit der koptischen Christen dort ansiedelt, werden sie zur Mehrheit. Die Staatsbürgerschaft müßte an die Mitgliedschaft in einer koptischen Kirche gekopptelt werden und Muslime grundsätzlich von ihr ausschließen. Die großen Kirchen im verbleibenden muslimischen Staat sollten unter internationale Treuhandschaft kommen. Auch das koptisch-christliche Kairo würde ich der Koptischen Republik Oberägypten zuschlagen.

    Auch anderswo im Nahen Osten hat Freiheit nur eine Chance, wenn Staaten gebildet werden, wo Christen in der deutlichen Mehrheit sind und Muslime keine Staatsbürger werden können. Diese Staaten werden einen steten Strom der Rückwanderung aus der ganzen Welt und Einwanderung aus Islamabtrünnigen haben.

    Die Staatengemeinschaft müßte dafür eintreten und auch Waffen an die dortigen Christen liefern.

  5. saphiri Says:

    Das ägyptische Parlament ein Unterwerfungstempel mit Schlaferlaubnis.
    „Den seinen gibts Allah im Schlaf“

    Kein Urlaubstourismus in diese religiös-fanatische Region, selbst wenn sie uns noch was zahlen würden, damit wir mit unserer Anwesenheit dieses hinterhältige Treiben gut hiessen.

    Es verläuft bisher alles so, wie Aiman Mazyek es organisierte, die „brennenden Kerzenlichter“ der muslimischen Jugend hat der islamischen Sache gedient. Und die europäischen Deppen haben sich einlullen lassen und den Erfolg garantiert.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s