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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägyptisches Blasphemiegesetz misst mit zweierlei Maß 18. Januar 2012

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 15:25

 

Keine Diskriminierung wegen Religionszugehörigkeit!

 

 

Kairo/Frankfurt am Main (18. Januar 2012): Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass in Ägypten in den vergangenen Monaten vermehrt Angehörige der koptischen Minderheit wegen Blasphemie angeklagt wurden. So fand am 14. Januar die Anhörung des koptischen Milliardärs und Politikers Naguib Sawiris statt, der über Twitter eine Karikatur verbreitete, die Micky Maus mit Bart und Gewand der radikal-islamistischen Salafisten und Minni Maus mit Gesichtsschleier zeigt. „Das Blasphemiegesetz wird anscheinend nur gegen Kopten angewandt“, erläutert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. „Wenn Muslime den christlichen Glauben öffentlich schmähen und dämonisieren, sehen die Behörden jedoch darüber hinweg“.

 

Naguib Sawiris, einer der reichsten Männer Ägyptens und Gründer der liberalen Partei der „Freien Ägypter“ musste sich hingegen wegen „Beleidigung des Islam“ und „Verhöhnung islamischer Symbole und Kleidung“ vor Gericht verantworten. Obwohl sich Sawiris öffentlich entschuldigte und beteuerte, niemanden beleidigen zu wollen, brachte der islamistische Anwalt Mamdouh Ismail den Fall gemeinsam mit vierzehn weiteren Anwälten vor Gericht. Das Verfahren wurde auf 11. Februar vertagt, sollte Sawiris schuldig gesprochen werden, droht ihm eine Haftstrafe. Ein weiterer Fall ereignete sich Ende Dezember 2011. Der 17-jährige koptische Schüler Gamal Masood wurde in der südlichen Provinz Assuit verhaftet, weil er auf seiner Facebook-Seite eine Zeichnung veröffentlichte, die muslimische Mitschüler als Beleidigung des Propheten Mohammed ansahen. Zahlreiche Muslime protestierten tagelang vor seinem Haus und steckten es schließlich in Brand. Obwohl Gamal Masood die Anschuldigungen zurückwies, wurde er verhaftet, sein Verfahren ist für den 7. Februar angesetzt. Nach Angaben des Anwalts Naguib Gubrail, Vorsitzender der „Ägyptischen Union der Menschenrechtsorganisationen“ wurde seine Klage, die er wegen „Beleidigung des Christentums“ gegen Yasser Borham, einer Führungsperson der radikal-islamistischen Salafisten einbrachte, vom Gericht nicht verfolgt. Wie die IGFM berichtete, bezeichnete Borhamy die christliche Lehre gegenüber einer unabhängigen ägyptischen Zeitung als „fehlerhaft“ und vertrat öffentlich die Ansicht, Muslime sollten Kopten keine Weihnachtsgrüße überbringen.

 

Art. 98f „Verachtung von Religionen“: Die IGFM fordert, dass Artikel 98f des ägyptischen Strafgesetzbuches, der auch unter dem Stichwort „Verachtung von Religionen“ bekannt ist, entweder gestrichen oder gleichermaßen für alle Religionen angewandt wird, für Muslime ebenso wie für Kopten. Artikel 98f sieht für „Verachtung von Religionen“ Geldstrafen von mindestens 500 ägyptischen Pfund (etwa einem ortsüblichen Monatslohn, rund 60 Euro) oder Haftstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren oder vor. {Quelle: www.igfm.de}

 

 

 

 

 

 

 

One Response to “Ägyptisches Blasphemiegesetz misst mit zweierlei Maß”

  1. Freiheitsfreund Says:

    Schon bei Naguib Sawiris‘ 14. Sprechsekunde habe ich aufgehört. Mit belehrender Stimme bekommt man gesagt: „Many Muslims are enlightened – the Koran is an enlightening book“.

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=R1foSArpc4Y#t=14s … Und tschüss


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