kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Was ist von einem zu erwarten, dem Genozid vorgeworfen wird? 15. Januar 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 15:30

Amnesty wirft ihm Verschwindenlassen, Folter und andere Misshandlungen zahlreicher Menschen vor: General Mohamed Ahmed Mustafa al-Dabi in Khartum. (21. Dezember 2011)Die Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien gerät selber ins Zwielicht. Ihr sudanesischer Anführer soll schwere Menschenrechtsverletzungen zu verantworten haben.

 

Die syrische Opposition hat die Abberufung des Leiters der ins Land entsandten Beobachtermission der Arabischen Liga gefordert. General Mohammed Ahmed Mustafa al-Dabi diene «dem repressiven Regime des sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir», erklärte Omar Idilbi vom Örtlichen Koordinationskomitee. Es sei zu befürchten, dass al-Dabi nicht neutral sein könnte. Der in Paris ansässige Dissident Hajtham Manna forderte die Arabische Liga auf, al-Dabi entweder abzulösen oder dessen Befugnisse einzuschränken. «Wir kennen seinen Hintergrund und seine dürftige Erfahrung in diesem Bereich», sagte er mit Blick auf al-Dabi. «Was ist von einem Leiter einer Beobachtermission zu erwarten, dem in seinem eigenen Land Genozid vorgeworfen wird», sagte Oppositionspolitiker Ausama Monadshed vom Syrischen Nationalrat. Der Nationalrat sehe «die Stellung al-Dabis als Leiter der Beobachtermission angesichts der Anschuldigungen mit tiefer Sorge.» Deshalb werde man in einem Antrag an die Arabische Liga um dessen Ablösung bitten, erklärte Monadshed.

 

Willkürliche Festnahmen und Folter: Al-Dabi ist ein Vertrauter des sudanesischen Präsidenten al-Bashir und leitete einst den sudanesischen Militärgeheimdienst. Derzeit führt er die Beobachtermission der Arabischen Liga, die die Lage in Syrien untersuchen soll. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete, dass der sudanesische Militärgeheimdienst unter der Führung al-Dabis zu Beginn der 1990er Jahre für «willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen, das Verschwindenlassen, Folter und andere Misshandlungen zahlreicher Menschen im Sudan» verantwortlich gewesen sei. Gegen den sudanesischen Präsidenten al-Bashir liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur vor. Ein Vertreter der Arabischen Liga in Kairo verteidigte die Wahl al-Dabis. Er geniesse die Unterstützung aller Mitglieder der Liga. «Wir folgen unserem Gewissen. Die Mission und deren Abschlussbericht werden über die Zukunft Syriens entscheiden», erklärte er.

 

Erneut Tote bei Protesten: Ungeachtet der Anwesenheit der Beobachtermission gingen syrische Soldaten laut Aktivisten in Damaskus gewaltsam gegen Regimegegner vor. Etwa 20’000 Menschen hätten vor der Grossen Moschee in Duma demonstriert, als auf sie geschossen worden sei, sagte Rami Abdul Rahman von der in London ansässigen Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights. Dabei seien vier Menschen getötet worden. Ganz in der Nähe hätten Mitglieder der Beobachtermission der Arabischen Liga ein städtisches Gebäude besucht. Insgesamt seien am Donnerstag 21 Menschen von Sicherheitskräften des Regimes getötet worden, die meisten in Vororten der Hauptstadt, sagte Abdul Rahman. Die Örtlichen Koordinationskomitees sprachen gar von 28 Getöteten.

 

USA wollen Beobachtern mehr Zeit lassen: «Wir müssen den Beobachtern Zeit lassen, sich zu organisieren und die Aufgabe in Gang zu bringen», sagte ein Sprecher des US-Aussenministeriums. Washington mahnt damit zur Geduld mit den Beobachtern der Arabischen Liga, nachdem diese harsche Kritik entgegennehmen mussten. «Wir sollten sie ihre Arbeit tun und dann ihr Urteil fällen lassen.» Die Regimegegner in der Stadt Homs, die als Hochburg der Opposition gilt, hatten gestern ein Treffen mit den Beobachtern abgelehnt. Als Grund für die Verweigerung gaben sie an, die Beobachter hätten sich in Begleitung von syrischen Militärs in die Stadt begeben. Ohne diese Begleitung hätten sich die Vertreter der Arabischen Liga offenbar nicht in Homs bewegen wollen. Die Mission der Arabischen Liga sei nichts als eine politische Farce, sagte eine regierungskritische Organisation in Damaskus gegenüber CNN . Die US-Regierung hat die syrische Führung zudem aufgerufen, den Beobachtern der Arabischen Liga freien Zugang zu allen Teilen des Landes zu geben. «Es ist wichtig, dass sie zu allen Gebieten Zugang haben, um eine vollständige Untersuchung vorzunehmen», sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums weiter. Zuvor hatte bereits die französische Regierung mehr Zeit für die Beobachtermission gefordert.  {Quelle: www.tagesanzeiger.ch}

 

 

Peitsche und Zwiebelmesser

Terror, Folter und ethnische Säuberungen

Der Horrorstaat Sudan

 

Die Macht ergriff Umar Hassan el-Baschir „im Namen Allahs, des Gütigen und Barmherzigen“ – doch Milde wollte der General nicht walten lassen. „Wer diese Nation verrät, hat es nicht verdient zu leben“, verkündete Baschir nach seinem Putsch 1989 und drohte: „Wir werden unsere Reihen von Verrätern und Gesinnungslosen, von Feinden des Volkes und der Streitkräfte säubern.“ Der Staatschef hielt Wort – zum Entsetzen von Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerken. Das „barbarischste Regime der Welt“, so die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker, knechtet Afrikas größten Flächenstaat, den seit Jahren – weitgehend selbstverschuldete – Hungerkatastrophen und ein grausamer Bürgerkrieg erschüttern. Uno-Experten schätzen, daß bereits ein Drittel der 29 Millionen Sudanesen hungern. Errichtet haben Baschir, 51, und sein Vordenker Hassan el-Turabi, 63, eine militante Religionsdiktatur, gegen die selbst der Iran des Ajatollah Chomeini liberal wirkt, einen Folterstaat, der an das afrikanische Horrorregime Idi Amins erinnert. Alle politischen Parteien und Gewerkschaften wurden verboten, oppositionelle Politiker eingekerkert oder verschleppt, die ohnehin schon benachteiligten Animisten und Christen im Süden des Landes weiter entrechtet und zuweilen sogar mit der „Hunger-Waffe“ unterbliebener Lebensmitteltransporte gezielt ins Elend gestürzt. Statt wie früher 40 Tageszeitungen erscheinen heute im Sudan nur noch 4, streng staatlich kontrollierte. Mehrere Geheimdienste beschatten alle Verdächtigen rund um die Uhr.

 

Das Schreckensregime wird nach außen hin von einem Kabinett regiert, unter Vorsitz von Präsident und Premier Baschir. Wichtiger ist der nur Insidern bekannte „Rat der Vierzig“ – ein Gremium von Offizieren und Islamideologen, die in regelmäßigen Geheimsitzungen die Anordnungen ihres fanatisch-fundamentalistischen Chefs entgegennehmen: Hassan el-Turabi. Der in Großbritannien und Frankreich ausgebildete Islampolitiker „übt mehr Macht aus als selbst Irans Ajatollah Chomeini in seinen besten Zeiten“, beklagt der vor kurzem wieder einmal nach längerer Haft freigelassene Sadik el-Mahdi, letzter gewählter Regierungschef des Sudan vor dem abrupten Ende der demokratischen Ära. In der Tat gängelt Turabi, der keinen Regierungsposten bekleidet, sogar die Junta, Armee und Polizei – ein ganzes Volk. Nach Ansicht westlicher Experten sind die volksweit „Geisterhäuser“ genannten Foltergefängnisse – eines befindet sich in unmittelbarer Nähe der Residenz des deutschen Botschafters – noch schlimmer als die Lager von Saddam Hussein. Die unzähligen willkürlichen Festnahmen rauben den Bürgern das letzte Gefühl von Sicherheit – jeder weiß, daß Oberst Schams el-Din, berüchtigtes Mitglied des allmächtigen Vierziger-Rates, nächtens selbst Razzien durchführt und seine sadistischen Gelüste an Opfern austobt.

 

Willkür und Schreckensherrschaft verbirgt die Junta hinter einer Fassade der Legalität. Ein Nationales Sicherheitsgesetz wurde so geändert, daß Verhaftungen offiziell der Kontrolle der Gerichte unterworfen sind. Dennoch kann jedermann ohne Anklage und Verfahren eingekerkert werden, wenn ein Magistrat dem zustimmt und der Gefangene formal keinen Einspruch erhebt. Eine zynische Show: Amnesty International ist „nicht ein einziger Gefangener bekannt“, der Widerspruch gewagt hätte. Berichte von Inhaftierten lesen sich wie aus einem Handbuch für Folterer: Verbrennungen, herausgerissene Fingernägel und Auspeitschungen bis zur Ohnmacht sollen bei Verhören fast schon gängige Praxis sein. Seit Machtergreifung Baschirs, schätzte der Amnesty-International-Generalsekretär Pierre Sane, seien Zehntausende von Menschen in der Haft umgekommen.

 

Die Scharia, die islamische Rechtsordnung, von dem Regime seit 1989 wieder angewandt, führt mitunter zur Blutorgie. Ein Beispiel: das Schicksal des Christen John Robien Ayai, 18, der 1994 auf offener Straße aufgegriffen und ohne Anwalt durch ein Schnellgericht abgeurteilt, dann verstümmelt wurde. Ayai berichtete Anfang des Jahres der Gesellschaft für bedrohte Völker, die Gefangenenwärter hätten ihn „mit einem normalen Küchenmesser, das man zum Zwiebelschneiden benutzt“, so lange gequält, bis die Hand ab war. Eine rapide Verelendung der Massen hat das Regime die letzten Sympathien gekostet. „Die können sich nur noch auf die Nutznießer ihrer Verbrecherherrschaft verlassen“, befand Mamun el-Scharfi, Sprecher der gemäßigt islamischen Umma-Partei, der im Kairoer Exil mit seiner „baldigen Rückkehr“ rechnet. Über 70 % der arbeitsfähigen Bevölkerung sind ohne regelmäßiges Einkommen. Der Laib Brot kostet 50 sudanesische Pfund, ein Kilo Fleisch ist unter 1200 Pfund nicht zu haben; der monatliche Durchschnittslohn liegt bei 1400 Pfund. Internationale Hilfsorganisationen berichteten von den ersten Hungertoten in Khartum. Das von der Natur mit genügend fruchtbarem Ackerland und üppigen Bewässerungsmöglichkeiten gesegnete Nilland leidet schwer: Der seit zwölf Jahren wieder tobende Bürgerkrieg zehrt die letzten Ressourcen auf; Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht; Zehntausende sind Opfer von Zwangsumsiedlungen, mit denen die Junta das Land ethnisch säubert, rebellische Stämme ausrotten will.

 

Das Blutvergießen wird immer schlimmer,

weil die Turabi-Ideologen

den widerspenstigen nichtislamischen Süden mit Gewalt bekehren wollen,

dazu aber militärisch kaum in der Lage sind: ein Konflikt, der von Regierenden wie Aufständischen ohne jede Rücksicht auf die Zivilbevölkerung ausgefochten wird.

 

Kaum ein Regime hat eine so militante Außenpolitik wie der Sudan, der sich als einzig „rechtmäßiger“ islamischer Staat auf dem Schwarzen Kontinent versteht und Andersgläubige gewaltsam missionieren will – per Revolutionsexport. Das Duo Turabi/Baschir läßt in allseits bekannten Trainingslagern arabische Veteranen des afghanischen Bürgerkriegs zum Einsatz in ihren „gottlosen“ Heimatländern ausbilden – westliche Botschafter kutschieren interessierte Gäste schon mal im eigenen Wagen ungehindert zu den als Farmen getarnten Extremistencamps. Seit Jahren steht der Sudan auf der Liste der „Terrorstaaten“ des US-Außenministeriums – für Turabi eine „Liste der Ehre“. Ein Höhepunkt des staatlich verordneten Terrors war der – knapp fehlgeschlagene – Anschlag auf den ägyptischen Staatspräsidenten Husni Mubarak in Addis Abeba im vergangenen Juni. „Das Maß ist voll“, erklärten ägyptische Spitzenpolitiker, die Luftwaffe erwägt inzwischen Einsätze gegen die Terroristenlager.

 

Der östliche Nachbar Eritrea, der wegen des Revolutionsexports um die eigene Stabilität fürchtet, brach die diplomatischen Beziehungen ab und erlaubte den sudanesischen Oppositionsparteien, in der Hauptstadt Asmara eine gemeinsame Widerstandsfront, die „Nationale Demokratische Sammlung“, zu gründen. Das Nachbarland Äthiopien drohte, die Beziehungen zu beenden. Die größte Gefahr für die Junta aber kommt wohl vom Volk. Empört über eine drastische Erhöhung der Brotpreise und Verhaftungen von Studenten, rebellierten am vorvergangenen Wochenende in Khartum tagelang auf den Straßen. „Den aufbegehrenden Massen schließen sich immer mehr Soldaten und Polizisten an“, berichtet aus seinem Exil Oppositionsführer Mubarak el-Fadil el-Mahdi, 45. Dennoch gab sich Manfred Kanthers Kollege im Sudan, Innenminister General Bakri Hassan Salih, vergangene Woche zuversichtlich. Den Protesten, schwor der Militär in Khartum, werde er ein Ende machen. Sein Rezept: „unnachgiebige Härte“. {Quelle: www.spiegel.de}

 

3 Responses to “Was ist von einem zu erwarten, dem Genozid vorgeworfen wird?”

  1. Emanuel Says:

    {Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch}
    Dieser „Bericht“ der Syrischen „Opposition“ , ist eigentlich auf dieser Seite ungewöhnlich.
    Normalerweise werden doch Berichte ausgewählt, die die Hintergründe beleuchten und von den wahren Verfolgten berichten. Diesen Bericht empfinde ich als Lügenpropaganda …..

    • Erich Foltyn Says:

      die arabische Liga ist ja total unfähig, erstmals dass sie wenigstens einen gewissen Willen zeigen. Dass sie unfähig sind, wussten wir schon lange, aber in dem Moment, wo sie etwas tun, wird auf der ganzen Welt ihre Unfähigkeit offensichtlich. Es ist ja auch der Westen und die ganze UNO unfähig, aber für den Islam in diesen Ländern wäre die arabische Liga zuständig und nicht die Amerikaner oder die EU. Der Islam in allen islamischen Ländern ist ja nur noch ein Bombenwerfen und Straßenkämpfe, was niemals enden wird. Und im Sudan wird auch gemeuchelt und egal, ob jetzt der sudanesische Chef der Beobachtungsmission involviert ist, die arabischen Länder sind alle nicht astrein. Sie können sich bald alle gegenseitig beobachten, was das für ein Sauhaufen ist. Nur schert sich niemand um einen Beobachter, die Serben haben damals die UNO-Beobachter an Brückengeländer und Bäume gefesselt und dafür haben sie von der UNO eine Belobigung bekommen, weil die Welt ist ja so böse, nur solche sind die Guten.

  2. Emanuel Says:

    Syrien
    Nichts wurde erreicht
    15.01.2012 · Die Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien ist gescheitert. Wie geht es nun weiter? Hier und da wird schon angeregt, man könne eine Neuordnung Syriens mit Assad an der Spitze, doch „ohne die anderen“ anstreben.
    Von WOLFGANG GÜNTER LERCH

    Noch so ein tendenziöser main-stream Bericht … Die Frage , die sich bei diesem verrückten Bericht stellt, ist , wer sind denn die „Assad ja, aber ohne die anderen“ ? Es wird immer bekloppter in unseren Medien …


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