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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Nach Bethlehem könnte Jesus nicht wiederkommen 10. Januar 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 14:56

Bethlehem/Gaza/Jerusalem/Nazareth (idea): Die sich verschlechternde Situation der arabischen Christen im Heiligen Land ist der Weltöffentlichkeit an Weihnachten nicht verborgen geblieben. Aus Bethlehem, Jerusalem, Nazareth und Gaza-City berichteten Kirchenmitglieder von ihrem Gefühl, eingesperrt und ohnmächtig zu sein. So teilte der griechisch-orthodoxe Priester Vater Ibrahim Shomali der US-amerikanischen Zeitung Christian Post mit, dass die Geburtsstadt Jesu von den Israelis zunehmend abgeriegelt werde: „Selbst wenn Jesus dieses Jahr wiederkommen sollte, bliebe ihm Bethlehem verschlossen.“ Das wirklich große Problem der palästinensischen Christen sei die Frage: „Was wird passieren, wenn sie uns komplett einschließen?“ Viele hätten Bethlehem bereits verlassen: „Wenn ich das Melderegister meiner Gemeinde ansehe, fällt auf, dass viele historische Familiennamen schon von hier fort sind.“ Früher war Bethlehem überwiegend christlich. Heute leben noch etwa 25.000 Christen in der Stadt, das sind etwa 40 Prozent der Einwohner. Shomali: „In 20 Jahren werden gar keine Christen mehr in Bethlehem sein“.

 

Fünf Millionen Euro würden nichts ändern: Ähnlich wie Shomali denkt auch der evangelische Pfarrer Mitri Raheb, der in Bethlehem die Weihnachtskirche betreut. Gegenüber der Badischen Zeitung (Freiburg) sagte er, dass die Mauern um die Stadt für jeden Einwohner eine ungeheure Belastung seien. Gerade erst habe Israel 700 Hektar im Norden Bethlehems konfisziert. Das meiste Land habe Christen gehört. Laut Raheb fühlen sich Christen „wie in einer Sackgasse“. Dies würde sich auch nicht ändern, wenn Deutschland weitere fünf Millionen Euro gäbe, um den christlichen Charakter der Stadt zu erhalten. Nach Angaben der Zeitung kommen junge Palästinenser aus allen Teilen des Westjordanlands „selbst unter Inkaufnahme aufwendiger Fahrten über mehrere israelische Militärchecks hinweg“ zu den von dem evangelischen Gemeinde- und Kulturzentrum in Bethlehem angebotenen Kursen.

 

Nur 1.500 Christen in Gaza: Im Gaza-Streifen leben nur rund 1.500 Christen. Der ehemalige Vorsitzende des Rats der Kirchen in Nahost, Konstantin Dabbagh, berichtete gegenüber der Badischen Zeitung, dass es auf offizieller Ebene keine Probleme mit der Hamas gebe. „Wir hätten auch emigrieren können. Aber in unserem Alter denkt man nicht mehr an Wegziehen. Das ist unser Platz, hier haben wir unsere Freunde.“ Selbst an Weihnachten bildeten Muslime die Mehrheit unter denen, die ihm ein frohes Fest wünschten. Doch das Verhältnis zwischen Christen und Islamisten sei nicht frei von Misstrauen. Vor vier Jahren wurde ein junger Christ voll missionarischen Eifers, der Buchhändler Rami Ajad, vermutlich von Salafisten ermordet. Daraufhin flohen der Baptistenpastor in Gaza, Hanna Massad, und andere Mitglieder der Palästinensischen Bibelgesellschaft mit israelischer Hilfe nach Bethlehem. Ihr Wirken in Gaza ist umstritten, wie Dabbagh erzählt: „Die Koexistenz ist schwierig genug. Warum muss man da noch Andersgläubige bekehren wollen?“ Er habe keine Probleme, mit seiner Frau Samira jeden Sonntag zur Messe in die griechisch-orthodoxe Kirche zu gehen. An Festtagen sei die Kirche restlos überfüllt.

 

Jerusalem: Eingequetscht zwischen Moslems und Juden

 

Auch auf israelischem Boden können arabische Christen nicht in Ruhe leben. Selbst in Jerusalem befänden sie sich in einer Identitätskrise, „eingequetscht von beiden Seiten, Moslems und Juden“, teilte der katholische Pater Abu Schanab ebenfalls der Badischen Zeitung mit: „Wir Jerusalemer Christen fühlen uns als Palästinenser. Aber nicht wenige versuchen, an einen israelischen Pass zu kommen, weil sie die Hoffnung aufgegeben haben, dass sich der Nahostkonflikt noch lösen lässt.“ Die Juden seien an der Macht und die Moslems im Aufwind. Schanab: „Aber ich empfinde die gleiche Passion für dieses Land wie sie.“ Von Anfeindungen in der Jerusalemer Altstadt berichtete der armenisch-orthodoxe Priester Narek Garabidian: Auf dem Weg zum theologischen Seminar sei er immer wieder von ultraorthodoxen Juden bespuckt worden.

 

Nazareth: Plakate der Islamisten provozieren

 

Besonders viel Angst mache arabischen Chrisen das offensive Vorgehen der radikal islamistischen Salafisten. In Nazareth – der Stadt, wo Jesus aufwuchs – seien kürzlich auf dem Platz vor der katholischen Basilika Plakate mit der Aufschrift „Islam ist der einzige Weg in den Himmel“ aufgetaucht. „Eine klare Provokation, bestimmt für die arabischen Christen“, erklärt der katholische Politikwissenschaftler Wadie Abunassar. Unter den 70 000 Einwohnern des alten Nazareths gebe es fast noch genauso viele Christen wie Moslems. Doch wie lange noch? Abunassa: „Wer wagt schon, Anzeige gegen die Salafisten zu erstatten? Die könnten einem am Ende gefährlich werden, weil die Polizei sie doch nie verhaftet“. {Das Bild zeigt die Geburtskirche in Bethlehem. Foto: Wikipedia/Berthold Werner}.

 

Ein Kommentar eines unserer Leser

 

Gerade haben wir in allen Weihnachts-Gottesdiensten gehört:

Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlecht Davids war“ (Luk 2,4).

 

Wie kann also Bethlehem heute eine arabische Stadt sein,

die von israelischem Militär abgeriegelt ist?

 

Ehe die militanten Araber aufgrund merkwürdiger Abkommen und auf Druck des Westens Bethlehem, die Geburtsstadt des „Großen Königs“ und „Davidsohns“, des MESSIAS JESHUA, einnehmen konnten, war die Stadt weitgehend friedlich. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung nannten sich christlich. Touristen konnten ohne Bedrängung Stadt und Geburtskirche (aus dem 4. Jh.) besuchen. Mit der Übernahme durch die PLO änderte sich jedoch alles. Der Terrorist und Friedensnobelpreisträger Arafat bezeichnete Bethlehem nun als „palästinensische Stadt“ – wogegen die die deutschen Bischöfe, die doch obige Geschichte in ihren Gottesdiensten zur Weihnacht noch unverändert lesen, niemals Einspruch erhoben! Bethlehem wurde danach zu einer Hochburg des islamisch-arabischen Terrors, so dass Israel sich gerade hier durch eine teilweise hohe Mauer vor hinterhältigen Angriffen und Selbstmordattentätern schützen musste. Auch arabische Christen wurden immer mehr von den Kämpfern der PLO bedrängt, so dass sie Bethlehem verließen und teilweise ins israelische Kernland oder nach USA auswanderten. Von den offiziellen Vertretern der lutherischen Kirche sowohl vor Ort als auch aus Deutschland erhielten sie kaum Hilfe, obwohl doch die EKD enorme Geldmengen nach dort fließen lässt!

 

Das alles hat viel mit der „Palästinensischen Theologie“ zu tun, die Rudolf Pfisterer in seinem Buch „Israel oder Palästina?“ aufgegriffen und beschrieben hat und die von den Leitern der EKD nicht etwa abgelehnt, sondern stillschweigend oder auch bewusst mitgetragen wird. Worum geht es dabei? Das AT wird als ungültig abgelehnt. Alle Zusagen des AT über das erwählte Volk seien nach der Babylonischen Gefangenschaft bereits in Erfüllung gegangen. Das Besitzrecht an dem kleinen Land – viele Male sowohl im AT als auch NT als Gottes Eigentum bezeichnet und Erez Israel für alle Zeiten vom HERRN als Besitz zugesichert – sei hinfällig. Dabei haben die arabischen Länder eine größere Fläche als die Europas. Diese Sicht vertreten auf lutherischer Seite der frühere arabische Bischof Nasser, sein arabischer Nachfolger Younan, 2010 mit „standing ovations“ zum Präsidenten des Lutherischen Weltbundes (LWB) gewählt, und der örtliche lutherische Pfarrer Mitri Raheb. Alle drei sind glühende „Palästinenser“ und von der „Palästinensischen Theologie“ zutiefst beseelt. Ex-Bischof Nasser lehnt die Verbindlichkeit der ganzen Bibel und den Bund GOTTES mit Israel rundweg ab und fragt: „Ist der Gott, den wir als Jesus Christus unseren Herrn kennen, der gleiche Gott wie der Gott der Hebräer im Alten Testament? … Ich bin ja nicht damit einig, dass der Bund Gottes mit den Juden noch andauert …“ (Pfisterer a.a.O. S.194) Younan und Raheb denken ebenso.

 

Deutlich wird die „Palästinensische Theologie“ auch von einem anderen Araber, dem katholischen Priester und Theologieprofessor Theodor Khoury auf den Punkt gebracht: „Jeder Gläubige, der durch seine Theologie das religiöse Recht Israels in Palästina zu rechtfertigen versucht, ist ein Ungläubiger, der Gott und Jesus Christus verleugnet“ (Pfisterer a.a.O. S. 194) Diese klaren Aussagen wurden von keinem der deutschen Bischöfe, die doch oft mit den Vertretern dieser merkwürdigen Theologie zusammentrafen, bemängelt oder gar richtig gestellt. So hat der bayerische Ex-Bischof Friedrich sechs Jahre lang in Jerusalem als Propst gelebt und doch keine Einwände erhoben! Aber er äußerte, „Herzschmerzen“ zu haben, wenn er an das angebliche Unrecht durch die israelische „Besatzungsmacht“ im eigenen Lande(!) dachte! Wie einseitig arabische und deutsche Kirchenleiter die Situation im arabisch besetzten Bethlehem sehen, wurde im Jahre 2002 deutlich, als etwa 200 schwer bewaffnete militante Araber wochenlang die Geburtskirche besetzt hielten, die Mönche als Geiseln nahmen und die zweitheiligste Stätte des Christentums im Innern verwüsteten und mit Kot und Urin beschmutzten. Es gab weder von lutherischen Leitern Einspruch noch von dem damaligen lateinischen Patriarchen Michel Sabah – nicht einmal als die grüne Fahne des Propheten mit dem islamischen Glaubensbekenntnis auf dem Dach dieses ältesten christlichen Gotteshauses gehisst wurde. Erst als die israelische Armee die Kirche hermetisch abriegelte, aber nicht in sie eindrang, regte sich Empörung. Nicht jedoch gegen die Terroristen, sondern gegen das Eingreifen der israelischen Armee und dass diese angeblich auf die ev. Weihnachtskirche geschossen hätte. Diese Behauptung des Pfarrers Mitri Raheb stellte sich später als eindeutige Lüge heraus, die dann auch noch von den deutschen Bischöfen Friedrich und Knuth ungeprüft weiter verbreitet wurde. Die israelische Armee war aber nach Aufgabe der arabischen Terroristen gut genug, 40 hinterhältig angebrachte Sprengstofffallen in dem Gotteshaus unter Lebensgefahr zu entschärfen. Als am 12. Mai 2002 die Geburtskirche wieder neu geweiht wurde, gab es keine Worte der Korrektur, des Bedauerns oder gar des Danks seitens der „evangelischen“ Kirchenleute, die den Lügen des Mitri Rahebs aufgesessen waren. Das hätte nicht zur Kirchenpolitik im „Heiligen Land“ (korrekt: Israel) gepasst, die einseitig gegen Israel ausgerichtet ist und damit dem Bestreben von PLO und HAMAS, Israel zu vernichten, sehr entgegen kommt.

 

9 Responses to “Nach Bethlehem könnte Jesus nicht wiederkommen”

  1. anti3anti Says:

    „Selbst wenn Jesus dieses Jahr wiederkommen sollte, bliebe ihm Bethlehem verschlossen.“

    Für einen Juden ist das Betreten von Bethlehem mit Lebensgefahr verbunden.

    • saphiri Says:

      Der Feigenbaum soll euch dafür ein Beispiel sein:

      Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, dann wisst ihr, dass es bald Sommer ist. Wenn nun all diese Ereignisse eintreffen, könnt ihr sicher sein:

      Das Kommen des Menschensohnes steht unmittelbar bevor.

      Ja, ich sage euch:

      Dieses Volk wird nicht untergehen, bevor das alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber gelten für immer. Niemand weiß, wann das Ende kommen wird, weder die Engel im Himmel noch der Sohn.

      Den Tag und die Stunde kennt nur der Vater.

      Wenn der Menschenohn kommt, wird es auf der Erde zugehen wie zur Zeit Noahs, als die große Flut hereinbrach. Damals dachten die Menschen auch nur an Essen, Trinken und Heiraten. Selbst als Noah in die Arche stieg, glaubten die Leute nicht an das Unheil, bis die Flut sie alle mit sich riss.

      So wird es auch beim Kommen des Menschensohnes sein.

      Zwei Männer werden auf dem Feld arbeiten. Der eine wird angenommen, und der andere bleibt zurück.

      Zwei Frauen werden Getreide mahlen; die eine wird angenommen, die andere bleibt zurück.

      Deshalb seid jederzeit bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr kommen wird. Eins ist sicher:

      Wenn der Hausherr wüsste, wann ein Dieb bei ihm einbrechen will, würde er wach bleiben und sich vor dem Einbrecher schützen.

      Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet

  2. carma Says:

    ein grossteil der evangelisch-protestantischen kirche sieht sich seit jeher im gegensatz zu den usa u.a. eher im links-grünen milieu beheimatet. hinzu kommt das ex-ddr-erbe sozialistischer prägung, welches bis heute auch unter kirchenleuten „nachstrahlt“. mit der mentalen gleichschaltung usa, (ehm.) südafrika und eben israel sieht man in gaza und westbank minderheiten dunkleren hauttyps von der üblen weißen kapitalistischen rasse (als die werden israelis überall in afrika wahrgenommen!) bedroht, es gilt also, einen genozid an einem indigenen zu verhindern. Auf diese reflexe kann man sich auch in den deutschen kirchen verlassen, der uralte antijudaismus luthers mag hier eine neue ausdrucksform gefunden haben, ungeachtet der tatsache, dass er auch das werk mohammeds dem teufel zugeschrieben hat!

    • Emanuel Says:

      Denn aus der Liebe fließt die wahre Lehre … Selbst wenn Sie sich in der Lehre irren, aber in Ihrem Leben, den Nächsten aus dem Herzen lieben, werden Sie niemals vom Herrn verstoßen…. Sollten Sie aber denken, Sie haben die “ einzig wahre Lehre “ und keine Liebe in Ihrem Herzen gegen den Nächsten, werden Sie unweigerlich in den Höllen landen … egal in welcher Kirche Sie sind, egal in welcher Position Sie in dieser Kirche sind ….

  3. schwebchen Says:

    Ich bin sehr froh, schon vor Jahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten zu sein. Sie hat sich in den letzten ca. 100 Jahren jedem Zeitgeist angebiedert: zuerst den Nazis, dann den Kommunisten, jetzt dem Islam. Ich bin in eine Freikirche eingetreten und sehe mit Schmerzen auch diese dem Zeitgeist verfallen, in den Anfängen noch und nicht komplett, dazu sind viel zu viel wache Menschen Mitglied dieser Freikirche, aber von der Führung her ist da schon eine erschreckende Tendenz sichtbar. Das ist bitter.

    • Emanuel Says:

      Gratuliere ! Ich bin erst seit etwa drei Jahren auf der Suche nach dem wahren christlichen Glauben und habe meinen Verstand lange rein halten können vor religiösen Irrlehren !!!!
      Suchen Sie nicht die Lehre , suchen Sie die Liebe, Liebtätigkeit oder auch Nächstenliebe … dann werden Sie finden ….
      Denn aus der Liebe fließt sich die wahre Lehre … Selbst wenn Sie sich in der Lehre irren, aber in Ihrem Leben, den Nächsten aus dem Herzen lieben, werden Sie niemals vom Herrn verstoßen…. Sollten Sie aber denken, Sie haben den „wahren Glauben“ und keine Liebe in Ihrem Herzen gegen den Nächsten, werden Sie unweigerlich in den Höllen landen … egal in welcher Kirche Sie sind, egal in welcher Position Sie in dieser Kirche sind ….

    • Engelchen Says:

      schwebchen…
      Ich bin auch vor Jahren ausgetreten wegen steuerlichen Gründen aber jetzt könnte ich sagen dass es für mich noch einige Gründe mehr gibt nicht mehr in der Kirche zu sein,Freikirche finde ich gut,ich finde sowieso dass man alle Religionen verbieten sollte!!!
      Wegen Religionen gibt es ja Krieg und Hass auf dieser Erde,oft denke ich das hat das Böse erfunden um die Menschen kaputt zumachen 😦
      Ich glaube an die Liebe und Gott ist Liebe,ich trage ihn in meinem Herzen und das ist wichtig!!

      • Emanuel Says:

        Denn aus der Liebe fließt die wahre Lehre … Selbst wenn Sie sich in der Lehre irren, aber in Ihrem Leben, den Nächsten aus dem Herzen lieben, werden Sie niemals vom Herrn verstoßen…. Sollten Sie aber denken, Sie haben die “ einzig wahre Lehre “ und keine Liebe in Ihrem Herzen gegen den Nächsten, werden Sie unweigerlich in den Höllen landen … egal in welcher Kirche Sie sind, egal in welcher Position Sie in dieser Kirche sind ….

        …ist doch zu schön und dann auch noch von mir …

  4. Emanuel Says:

    Vers 7: Und ihr, seid fruchtbar und mehret euch; breitet
    euch aus über die Erde und mehret euch auf ihr.

    Daß die Vermehrung so sei wie der Trieb, dafür möge als
    Beispiel dienen:
    Wer den Grundsatz annimmt, daß der Glaube allein
    selig mache, wenn er auch kein Werk der Liebtätigkeit tue, d.h. wenn
    er auch keine Liebtätigkeit habe, und so den Glauben trennt von der
    Liebtätigkeit, nicht bloß infolge des von Kindheit an angenommenen
    Grundsatzes, sondern auch weil er meint, wenn man die Werke der
    Liebtätigkeit oder die Liebtätigkeit für das Wesentliche des Glaubens
    erklären, und so fromm leben würde, so könne man nicht anders
    als ein Verdienst in die Werke setzen (was jedoch falsch ist), – der
    verwirft so die Liebtätigkeit, achtet die Werke der Liebtätigkeit für
    nichts und bleibt bloß in der Vorstellung des Glaubens, welcher keiner
    ist ohne sein Wesentliches, welches ist die Liebtätigkeit. Indem
    ein solcher diesen Grundsatz bei sich begründet, tut er es keineswegs
    aus einem Trieb zum Guten, sondern aus einem Trieb zum Angenehmen,
    daß er nämlich in der Zügellosigkeit der Begierden leben
    könne; und wer unter solchen dies mit vielem begründet, der tut es
    nicht aus Liebe zur Wahrheit, sondern aus Selbstverherrlichung, um
    dadurch größer, gelehrter und höher als andere zu erscheinen und so
    unter die Geehrten und Reichen erhoben zu werden, somit aus dem
    Angenehmen des Triebes; und dieses Angenehme macht, daß die
    Gründe dafür sich mehren, denn wie gesagt, wie der Trieb beschaffen
    ist, so auch die Vermehrung. Im allgemeinen kann, wenn ein
    oberster Grundsatz falsch ist, aus demselben überall nur Falsches
    folgen, denn alles bildet sich nach dem obersten Grundsatze;


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