kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vieles über Naag Hamadys Massaker 4. Januar 2012

Filed under: Islamischer Terror,Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 20:09
 
 
 

 

Ein Offizier zielte absichtlich und traf das recht Auge eines älteren Kopten beim Protest am nächsten Tag des Masskers

 

 

 

Dasselbe geschah mit diesem jungen Kopten – Gummigeschoss ins Auge!

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Elkoscheh-Massaker – 21 Märtyrer – vom 31. Dezember 1999 bis zum 3. Januar 2000

 

 

 

Missglücktes Attentat führte zum Blutbad

 

Während die Kopten das Fest der Fleischwerdung am 06. Januar feierten, wurde ihre Freude in unbeschreibliche Trauer verwandelt. In der Stadt Naag Hamady (Bundesland Kena) zelebrierte Bischof Kyrillos die Weihnachtsmesse mit dem koptischen Volk. Seltsam war aber die Abwesendheit der muslimischen Gratulanten. Kein Moslem ließ sich in der Kirche blicken, wie es bei Weihnachten und Auferstehungsfest üblich ist. Niemand vom Rathaus, Parlament oder den verschiedenen Parteien oder Zeitungen; einfach kein muslimischer Verantwortliche seitens der Regierung! Nach der Messe fuhr seine Exzellenz Bischof Kyrillos in seinem Auto weg. Kaum erreichte sein Auto den Nasser-Bank-Platz (Katzensprung von der Kirche des Heiligen Johannes, wo die Weihnachtsmesse gefeiert wurde), versuchte jemand ihn aufzuhalten, bis ein grüner Fiat sich ihm näherte, in dem vier vermummte Männer mit Maschinengewehre saßen. Die Hand des Herrn streckte sich aus und verhinderte, dass sie Bischof Kyrillos töten. Dies ist nicht meine Theorie oder einen Text, den ich unrecherchiert übernahm, sondern die Worte seiner Exzellenz, die man auf Youtube als Video sehen bzw. herunterladen kann. Darüber berichteten gestern sogar die islamischen Sender wie Al-Jazeera und Arabia; BBC, Associated Press und Reuters. Die Freude darüber, dass Bischof Kyrillos unversehrt diesen feigen Anschlag überlebte, dauerte leider nur ein paar Sekunden. Die islamischen Terroristen öffneten das Feuer auf die Kopten, welche gerade von der Kirche rauskamen, nachdem sie an der Eucharistie teilnahmen. Binnen wenigen Sekunden starben acht Kopten unter dem Kugelhagel, während weitere 21 Kopten verletzt wurden; fünf von ihnen schweben in Lebensgefahr. Sie können das Video auf unserer Seite sehen, um mit eigenen Augen zu verfolgen, wie die Erschossenen auf Straße lagen, während Männer und Frauen hysterisch schrien. Sie werden zugleich feststellen, dass das Rathaus keinen einzigen Polizisten postierte.

 

 Warum? Diese Frage stellten nicht nur die Christen in Naag Hamady, sondern alle Christen in Ägypten und im Ausland! Man wird an das Massaker von Elkoscheh erinnert, das sich auch zum Anfang des Jahres ereignete, weil Bischof Wissa sich nicht biegen ließ, als das Innenministerium im Jahr 1998 über Tausend Kopten wegen Racheakt einer muslimischen Familie an zwei Kopten inhaftierte. Bischof Wissa bestand darauf, Gerechtigkeit gelten zu lassen, was der ägyptischen Regierung nicht in den Kram passte. In Januar 2000 wurde die Polizei vom Dorf Elkoscheh herausbefördert, welche alle Wege abschnitten, welche ins Dorf führten, damit niemand von den Kopten das Dorf verlässt (Beweise liegen vor). Dasselbe tat der tapfere Bischof Kyrillos, als er sich nicht versöhnen lassen wollte, bevor man die Kopten entschädigt, deren Hab und Gut bei den letzten Unruhen von Farschut (in November 2009) demoliert oder verbrannt wurde. Seine Stärke erzürnte die ägyptische Regierung, die sich daran gewöhnt hat, dass der Kopte seine andere Wange hinhält, wenn sie ihn auf die Rechte schlägt. Darum mussten die Kopten den Preis ihrer Rebellion teuer bezahlen, damit sie ihren Peinigern aufs Wort gehorchen. Sie müssen schreien und klagen wie Kleinkinder, damit sie in der Zukunft zäh wie Gummi werden. Wie jedes Mal stellen wir dieselben Fragen: Wo war die Polizei? Wo bleibt Mubarak, der niemals die Angriffe gegen Christen verurteilte, wie er und die ganze Nation, das Land und die benachbarten Länder auf den Kopf stellten, als eine Kopftuchträgerin in Dresden von einem Russen-Deutscher erstochen wurde? Ist das Blut eines Kopten so wertlos geworden? Ist es noch nicht deutlich genug, dass die Kopten rausgeekelt werden, damit sie um ihr Leben das Land verlassen müssen? Vor zehn Jahren verloren wir 21 Märtyrer und am Heiligabend weitere 8 Märtyrer. Sie werden nicht die letzten Märtyrer sein.

 

Unser herzliches Beileid sprechen wir den Familien der Märtyrer aus, und beten zum Herrn, dass er ihnen Trost schenkt. Wie soll es ihnen gehen, wenn wir allein wie Kleinkinder weinten?

 

 

 

Warum wurde eine Autopsie bei unseren Märtyrern durchgeführt?

 

 

Diese Frage stellte der koptische Priester „Youannes Boshra“ bei der Pressekonferenz, die am Donnerstag, den 14. Januar 2010, in Wien abgehalten wurde. Wenn man sein „Duden“ aufschlägt, um nachzusehen, was das Wort „Autopsie“ bedeutet, wird man Folgendes lesen: „Untersuchung des menschlichen Körpers nach dem Tod zur Feststellung der Todesursache“. Die ganze Welt wusste Dank der modernen Technik, dass die acht jungen Leute durch die absichtvolle Erschießung ums Leben kamen. Das heißt also, dass die Todesursache mehr als deutlich war. Warum wurden die Leichen der acht Opfer aufgeschlitzt? War es nicht genug, was für Horror die Familien der acht Märtyrer am Heiligabend erleben mussten, sodass sie ihre Lieblinge so sehen, was in ihrem Gedächtnis geritzt wurde? Was haben euch die Kopten getan, sodass sie diese Brutalität von ihren Landesleuten erleben? Habt ihr keine Kinder? Woraus sind eure Herzen? Unsere Herzen schmolzen, als wir die Schreie der Mütter hörten! Am Podium saßen zwei koptische Priester, einen koptischen Menschenrechtler und zwei junge Männer, die in Österreich geboren und aufgewachsen sind. Die Pressekonferenz fand in einem ziemlich großen Saal eines beliebten Cafes statt. Der Saal war überfüllt, sodass etliche Teilnehmer stehen mussten. Dabei bedanken wir uns an der ersten Stelle bei unseren christlichen Schwestern und Brüdern in Wien, welche als Vertreter der menschenrechtlichen Organisationen zu uns kamen, um ihre koptischen Freunde zu unterstützen.Dabei handelte es sich um: Pro Oriente, IGFM, CSI, Kirche in Not, Akademikerbund, die Christen (Hr. Gehring) und die orientalischen Christen. Der österreichische TV-Sender ORF (Sendung: Orientierung) nahm die ganze Zeit auf, was auch das Ö1-Radio, Radio-Maria und Stephansdom-Radio taten.

 

 

Worüber wurde gesprochen? Pater Youannes äußerte sein tiefes Bedauern bezüglich der ungerechten Behandlung, welche die Kopten in Naag Hamady nach dem grausamen Massaker und während des Trauermarschs zum Friedhof erfuhren. Jeder der Vertreter der koptischen Organisation griff einen Punkt im Hinblick auf die Verfolgung der Kopten in Ägypten auf: Ein Abgeordneter namens „Abd Elrehim Elghoul“ ist der Drahtzieher, weil er geschworen hat, die Christen zu vernichten. Er beschimpfte Bischof Kyrillos, der ihn bei den Parlamentswahlen wegen seiner extremen Haltung gegenüber den Kopten nicht unterstützte. Die Christen machen mehr als die Hälfte der Einwohner Naag Hamadys aus. Der Anführer der dreiköpfigen Bande, die unsere Weihnachten in Heulorgie verwandelten, wurde durch diesen Elghoul frisch vom Gefängnis entlassen, um das Blutbad anzurichten. Denn laut Aussagen der Augenzeugen gilt Elkamuny als seine rechte Hand. Darum wurde danach verlangt, nicht nur die vermeintlichen Mörder gerecht und entsprechen zu verurteilen, sondern auch ihre eigentlichen Auftraggeber.

 

 

 Einige, sowohl Gäste als auch Veranstalter bzw. Referenten, stellten die Frage, wo Mubarak von all diesem Leid abgeblieben ist? Niemals entschuldigte er sich bei den Kopten für die Schlamperei des Innenministeriums und der Gouverneure. Zu keiner Zeit sprach er den Kopten sein Beileid aus. Da erinnerte man sich an den Fall Marwa Elscherbiny, wegen derer Ermordung Ägypten kopfstand. Die Regierung zahlte über drei Mil. Doller für Rechtsanwälte, die sich bei den deutschen Gerichten einmischten. Er und sein Regime tun alles dafür, um die Kopten zu erniedrigen, damit sie entweder freiwillig auswandern oder vor Trauer drauf gehen. Über die Attentate in den letzten zehn Jahre wurde ebenfalls berichtet, wobei man erklärte, dass niemand zur Rechenschaft gezogen wurde, obwohl von 1972 bis jetzt mehr als 4000 Kopten Opfer der islamischen Gewalt wurden, welche von der ägyptischen Regierung unterstützt wurde und immer noch wird. Am Ende meinten viele, dass der nationale und internationale Druck die optimale Lösung sei. Denn das Regime Mubaraks macht, was es will.

 
 
 
 

Müll und Steine von Balkonen der Moslems für unsere Märtyrer

 

Ich weiß wirklich nicht, aus welchem Stoff diese Menschen sind? Sind das Leute, wie ich und du? Nicht einmal Respekt vor den Toten haben sie, obwohl sie überall verbreiten, dass sie fromm und menschlich wären. Während die Kopten ihre Märtyrer zu Grabe trugen, nachdem Bischof Kyrillos und Bischof Biemen mit 15 Priestern die Trauerfeier in der Kirche des Heiligen Johannes hielten, entleerten die muslimischen Frauen ihre Mülleimer aus ihren Balkonen. Sie bewarfen die verbitterten Kopten mit Müll und ihre Kinder schleuderten Steine. Diese gehässige Szene ist keine Seltenheit, wie einer der blauäugigen Gutmenschen damit argumentieren wird. Als Augenzeuge kann ich von dem erzählen, was ich mit eigenen Augen sah und eigenen Ohren hörte, als am 21. Oktober 2005 ganze Bezirke in Alexandria demoliert wurden. In der Iskandarany-Straße und Ibn-Zahrun-Straße jubelten manche Frauen in den Balkonen, weil man die Läden der Ungläubigen und protestantische Kirchen zerstörte. Erinnern Sie sich lieber an den 11. September 2001! Ich werde nie mein Leben lang diese Szene vergessen. Moslems in Libanon, Jordanien und Palästina tanzten auf Straßen und verteilten Süßigkeiten und Getränke. Laut der Erzählung eines deutschen Ingenieurs, der in Saudiarabien arbeitet, feiern viele Moslems in verschiedenen islamischen Ländern an diesem Tag. Entweder sind wir aus dem Mars oder sind diese Menschen nicht normal. Wie kann ich mich über den Tod von 3000 Unschuldigen freuen? Wie kann man jubeln, wenn man Menschen sterben sieht?  Sie wurden wütend, weil die Kopten laut schrien: „Mit Seele und Blut verteidigen wir das Kreuz“ – „Kyrieeleison“. Diese Moslems haben Kinder und trotzdem können sich nicht in die Lage der Mütter, Väter und Geschwister der Erschossenen versetzen. Wissen Sie warum? Weil sie vom Hass erfüllt auf jeden sind, der Nicht-Moslem ist. Wie kann man so brutal und bösartig sein? Sie sagen, dass sie an einen Gott glauben. Welcher Gott ist das, der zu Hass einlädt? Wie werden wir jemals mit Leuten in Frieden leben können, die an Folgendes glauben?

„O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht Juden oder Christen zu Freunden. Freunde sind sie nur gegeneinander. Und wer von euch sie als Freunde nimmt, gehört er zu ihnen. Allah rechtleitet das Volk der Frevler nicht “ (Sure Almeida – Tisch:51)

 

„Bekämpft die an Allah und an den jüngsten Tag nicht glauben, die nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter untersagt haben, und nicht an die Religion der Wahrheit glauben, von denen, welche die Schrift empfingen, bis sie Tribut erniedrigt aus der Hand zahlen. Die Juden sagen, Ezra sei ein Sohn Gottes, die Christen sagen, der Messias sei ein Sohn Gottes. Das ist ihre Rede mit ihren Mündern, ähnlich der Rede derer, die vordem ungläubig waren. Allah bekämpft sie, von wo aus sie auch lügen“ (Sure Altauba – Buße:28-30)

 

„Wer eine andere Religion außer dem Islam anstrebt, wird von ihm nicht angenommen. Er ist aber in dem nächsten Leben der Verlorenen einer “ (Sure All-Omran:85).

 

„Die Religion vor Allah ist der Islam. Diejenigen, welche die Schrift empfingen, gerieten in Streit, erst nachdem sie die Erkenntnis erreichten. Aus Streitsucht untereinander tun sie das. Allah aber ist schnell beim Gericht gegen den, der Allahs Verse abschwört“ (Sure All-Omran:19).

 

„O ihr, die ihr glaubt, nur Schmutz sind diejenigen, die Allah beigesellen (Moschrikien). Sie sollen sich nach diesem ihrem Jahr der Anbetungsstätte [Kaaba] nicht nähern“ (Sure Altauba – Buße:28).

 

„Wenn ihr den Ungläubigen begegnet, schlagt ihnen den Nacken ab. Nachdem ihr sie niedergemacht habt, zieht die Fesseln fest “ (Sure Kampf / Mohamed:4).

 

M „Da sprach Issa, der Sohn Marias: O Kinder Israels, ich bin ein Gesandter Allahs an euch, und Bestätiger dessen, was ich von der Thora in den Händen halte, und Verkünder eines Gesandten, der nach mir kommen wird, dessen Name Ahmed ist. Als er ihnen aber mit deutlichen Wundern kam, sagten sie: Das ist offenbare Zauberei “ (Sure Alsaaf – Schlachtlinie:6).

 

„Wenn ihr denen begegnet, die ungläubig sind, dann schlagt ihnen die Nacken ab“

[Sure Mohamed:4].

„Ergreift sie und tötet sie, wo ihr sie auch findet. Nehmet von ihnen weder Beistand noch Helfer“ [AlnisaaWeiber: 89]

„Bekämpft sie, damit es keine Beigesellung mehr geben wird, und bis die Religion nur für Allah sein wird “ [Sure Albakara – Kuh:193].

„Bekämpft alle Götzendiener ausnahmslos“ [Altauba:36]

 

„Bekämpft die Vorstände des Unglaubens. Wollt ihr nicht Leute bekämpfen, die Vertreibung des Gesandten erstreben und zuerst euch anfielen? Fürchtet ihr sie? Bekämpft sie, Allah wird sie durch eure Hände strafen und zu Schanden machen. Er wird euch gegen sie helfen und die Busen des gläubigen Volkes heilen“ [Sure Altauba – Buße:12-14].

 

„Schrecken will ich in die Herzen derjenigen setzen, die ungläubig sind. So schlaget ihnen über die Nacken, schlaget ihnen alle Fingerspitzen ab. Dies, weil sie Allah und seinem Gesandten trotzten. Wer Allah und seinem Gesandten trotzt, wahrlich, Allah ist gewaltig in der Bestrafung“ [Alanfal:12,13].

 

„Tötet die „Moschrikien“, wo ihr sie auch findet, fanget sie ein, belagert sie und stellet ihnen aus jedem Hinterhalt nach“ [Sure Altauba – Buße:5].

 

„Das ist die Vergeltung derer, die Allah und seinen Gesandten bekämpfen, und die Verderben auf Erden anstreben, dass sie erschlagen oder gekreuzigt werden, oder ihnen Hände und Füße wechselseitig abgeschlagen werden“ [Sure Almaedaa – Tisch:33].

 

„Bekämpft die an Allah und den jüngsten Tag nicht glauben, die nicht heilig halten, was Allah und sein Gesandter geheiligt haben, und die Religion der Wahrheit nicht anerkennen, von denen, welche die Schrift empfingen, bis sie Tribut (Geziah) aus der Hand zahlen und gering sind“ [Altauba – Buße:29].

 

„O Prophet, bekämpfe die Ungläubigen und die Heuchler und sei streng gegen sie. Ihr Aufenthalt ist die Hölle, schlimm ist die Hinreise“ [Altauba:73].

 

„Und Allah brachte die von den Schriftleuten, die jenen beistehen wollten, von ihren Burgen herab und warf Schrecken in ihre Herzen, dass ihr einen Teil erschlugt und einen Teil gefangen nahmt. Und er ließ euch ihr Land erben und ihre Wohnstätten und ihre Habe, ein Land das ihr nie zuvor betratet. Und Allah ist über alle Dinge mächtig“ [Sure Alahsab – Verbündete:26,27].

 

 

Heute erinnert mich an gestern

 
 

Bevor die traurigen Kopten die Kirche verließen, in der die Trauerfeier für die acht Märtyrer gehalten wurde, ordnete Bischof Kyrillos an, dass sie das nicht tun, bevor die Polizei grünes Licht gibt. Denn die Moslems versammelten sich, weil die Angehörigen der Opfer und zirka 3000 Kopten vor dem Krankenhaus demonstrierten, in dem unsere Märtyrer lagen. Die Moslems wurden wütend, weil die Kopten Kreuze hochhoben und laut schrien: „Mit Seele und Blut verteidigen wir das Kreuz“. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sollen die koptischen Jugendlichen über den Gouverneur und die ägyptische Regierung geschimpft haben. Selbst wenn das geschehen wäre, warum fühlen sich die Moslems dann beleidigt? Ist es nicht genug, was sie bereits angestellt haben? Ich weiß wirklich nicht, was ich getan hätte, wenn einer der Erschossenen mein Vater oder mein Bruder wäre. Gönnen sie ihnen nicht zu trauern? Oder ist das von vornherein ein Szenario, welches sich wiederkehrend wiederholt?

 

   Sie glauben mir nicht! Ich erzähle Ihnen dann über eine Trauerfeier, die haargenau auf diese von Naag Hamady passt. Es geschah in Alexandria, als wir auch acht Erschossenen in Elschatby beerdigen wollten, wo der Friedhof der Kopten liegt und wo wir bestürmt wurden.  

 

Elnobarya, Mai 1990

 

Zu dieser Zeit war ich mit den Prüfungen beschäftigt. Vier Fächer hatte ich hinter mir und es blieben noch vier. Ich war gewohnt, in die Kirche zu gehen, bevor ich zur Fakultät ging und eine Prüfung schreibe. Ein kurzes Gebet und der Segen Gottes gab mir ein gutes Gefühl. Als ich durch das Straßentor ging, fand ich einige unserer Mitdiener, die um „Peter“ weinten. Um ehrlich zu sein, musste ich beten und mich schnell auf dem Weg zur Uni machen. Nachdem ich mit der fünften Prüfung fertig war, erfuhr ich von meinen Mitstudenten, was sich ereignet hat. Der Priester des Markusdoms in Alexandria, dessen Frau, deren Nichte und sechs Diakon wurden bei einer Zugschranke heimtückisch erschossen. Dies geschah am Freitag, nachdem der Priester und jene Kopten die Messe in Elnobarya feierten. Die Moslems konnten nicht ertragen, dass eine Kirche in ihrer Gegend existiert. Die Nachricht ging rasend schnell um die ganze Welt und wir waren nicht nur empört, sondern auch stocksauer. Mit „Peter“ und dessen Bruder „Malak“ verbrachte ich schöne Stunden, ob beim kirchlichen Dienst oder Fußball. Daher war der Schmerz persönlich und  äußerst tief. Konfus ging ich zu Markusdom wie üblich zu Fuß. Zu dieser Zeit sahen die Straßen normal aus. In der Kathedrale traf ich einige Mitstudenten, Mitdiener und Freunde. Gegen 14 Uhr verließen wir den Hof und gingen in die Kirche, weil die Trauerfeier anfing. Ich werde es nie im Leben vergessen, was sich abspielte, als die 9. Särge herein getragen wurden. Kein Auge blieb trocken! Keiner konnte sich beherrschen, als ob man um den eigenen Bruder getrauert hätte. Ich konnte aber keine Ruhe finden, da die emotionale Erregung zu hoch war.

Insofern entschied ich mich, nach Hause zu gehen….

 

Als ich durch das Straßentor ging, fiel mir auf, wie die Straßen eine andere Gestallt annahmen. Ich lief die Straße „Kirche der Kopten“ hinunter, bis ich die Straße „Prophet Daniel“ erreichte. Überall standen die blauen LKWs von Nationalgarde. Sie versperrten jede winzige Gasse, die zur Kathedrale führt. Bei der Kreuzung „Prophet Daniel & Elhorya“ dachte ich mir: „Da laust mich der Affe“! Ich sah einen bärtigen Polizisten von der Spezialeinheit im Schwarzen, der hochrangig war! Vor lauter Müdigkeit und Trauer schlief ich ein, nachdem ich etwas zu mir nahm. Am Abend erfuhr ich, was auf dem Weg zu Friedhof der Christen in Elschatby passierte. Pater Markus wurde in den Katakomben des Doms beigesetzt. Die anderen acht Särge aber wurden durch das Nebentor (Prophet Daniel Str.) geschleust, weil die Führung der Kirche erahnte, was sich ereignen konnte. Trotzdem ereilten die trauernden Kopten den Marsch und alle sagten: „Kyrieeleison“! Die Spezialeinheiten mussten eingreifen, da die Moslems bei „Ibrahims Moschee“ und der Straßenbahnstation „Die muslimischen Jugendlichen“ auf uns Kopten warteten, um noch einige von uns zu töten, damit keiner mehr auf die Idee kommt, eine Kirche zu erbauen. Bevor der Marsch mit den acht Särgen die Kreuzung „Safia & Saad Zaghlul“ erreichte, wurden die Kopten von Männern in Zivil überrascht, die sie mit Stocken schlugen. Einige der Jugendlichen ließen sich dies nicht gefallen, vor allem weil keiner dies verdiente, und weil sie nur ihre Toten beerdigen wollten. Der Priester, der sich momentan in Italien aufhält, umarmte den Stellvertreter des Innenministers, um ihn zu stützen. Dies half aber gar nicht, da die Regierung sich schon dafür entschied, etliche Kopten für ungewisse Zeit zu inhaftieren. Einer davon war mein bester Freund „Nagy“, der Architektur studierte. Er ging nicht wie ich nach Hause, und weil er keiner Fliege etwas zuleide tun kann, konnte er nicht wegrennen, als die Bestien der Nationalgarde sinnlos versuchten, so viele Kopten wie möglich in ihre LKWs zu stopfen, um sie einzukerkern.

 

Das nannte sich später „Politik der Balance“!

 

In Haft verbrachte „Nagy“ mit anderen „54 Männern“ verschiedener Altersgruppen sagenhafte „55 Tage“ in einem unbekannten Gefängnis. Wie ausgewechselt war er nach seiner Entlassung. Eines weigerte er sich: „Über das zu erzählen, was er im Gefängnis erlebte“! Ich erfuhr, dass ihm erlaubt wurde, die restlichen Prüfungen in seiner Fakultät (in Gliem) zu schreiben: Aber in Handschellen, was seine Seele zerfraß. Einmal erwähnte ich den Namen eines Offiziers und darauf reagierte er äußerst cholerisch. Er hieß „Magdy Nadim“. Diesen Namen werde ich nie vergessen, zumal dieser Herr damit bekannt wurde, dass er korrupt und gewissenlos war. Dieser Offizier bezeugte vor dem Richter, dass er Nagy verhaftete, weil er randalierte. Jedoch schenkte der Richter diesem Offizier keinen Glauben, weil er Nagy nicht in die Augen sehen konnte, als Nagy ihn fragte: „Sind Sie sich sicher, dass Sie über mich sprechen“? Hin und wieder mal machte er Andeutungen, wie brutal sie im Gefängnis behandelt wurden: Verhör mitten in der Nacht nach dem Schlafentzug!   Obwohl ich dem lieben Gott, Jesus Christus, dankbar bin, dass er mir diese bittere Erfahrung ersparte, kann ich die Bilder nicht vergessen, welche an diesem schwarzen Tag in meinem Gedächtnis eingeritzt wurden. Ich komme über den Verlust von „Peter“ und die seelische Verstümmelung meines Kumpels „Nagy“ keinesfalls hinweg. Wir sind ja alle Opfer!

 

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