kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der Heilige Silvester 31. Dezember 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 18:45

Festtag, Gedenktag ist der 31. Dezember –  * in Rom –  † am 31. Dezember im Jahr 335 –  Patron: für ein gutes neues Jahr

 

Noch einmal raffte das Heidentum unter den Kaisern Maximin und Maxentius alle Kraft zusammen, um das verhasste Christentum, das sich trotz Feuer und Schwert in allen Provinzen des römischen Reiches ausgebreitet hatte, zu stürzen und zu vernichten. Auf`s neue floss das Blut der Märtyrer und aus den Gefängnissen war das Echo unüberhörbar von den Gesängen der heiligen Bekenner bestimmt, die sich freuten, für Jesus sterben zu dürfen.  Dreihundert Jahre lang hatten sich die Fürsten der Heiden gegen das Christentum und seine heilige Kirche erhoben und mit wahnsinniger Wut versucht, den Glauben des Gekreuzigten von der Erde verschwinden zu lassen. Dies war jedoch vergeblich, denn das Blut der Märtyrer brachte immer wieder neue Bekenner hervor. Die Hölle hatte ihre Kraft erschöpft; das Kreuz, bisher ein Gegenstand des Hasses und der Verachtung, sollte über den Erdkreis erglänzen und in seinem Segen spendenden strahlenden Glanz sollten sich die Völker der Welt sonnen. Zur Vollbringung seines Werkes hatte Gott bereist sein Werkzeug ausersehen. Es war der tapfere Konstantin, der Sohn des Kaisers Konstantinus und der heiligen Helena. Obwohl ein Heide, war er doch den Christen hold und nahm sie unter seinen Schutz. Aber zu Rom lag Kaiser Maxentius, der Christenfeind, mit seinem mächtigem Heer und machte ihm den Thron streitig. Konstantin hatte nur ein kleines, aber tapferes Heer. Mit diesem zog er nach Rom, zur Schlacht bereit.

 

Als er die Grenzen Italiens erreicht hatte, erschien ihm mit einem Mal am Firmament über der Sonne ein Kreuz mit der Inschrift:

In hoc signo vinces” „durch dieses Zeichen wirst du siegen„.

 

Dieses Wunder, das von seiner ganzen Armee gesehen wurde, trat gegen Abend ein. Anfangs konnte er dies Wunder nicht fassen, doch in der folgenden Nacht wurde es ihm durch eine Erscheinung erklärt. Es erschien ihm nämlich Jesus Christus. In seiner Hand hatte er eine Fahne, auf der das Kreuz abgebildet war und befahl ihm, eine ähnliche anfertigen zu lassen. Sie solle man in der Schlacht voran tragen, sie soll das sichere Unterpfand des Siege sein. Bald trat das Kreuz an die Stelle der Götzenbilder, welche bisher die kaiserliche Fahne trug. Konstantin benutzte nun die Fahne mit dem Kreuz und ließ diese Fahne voraus marschieren und eilte so von Sieg zu Sieg. Im Angesicht der Mauren Roms traf sein Heer mit dem des Maxentius zusammen. Konstantin siegte in der Kraft des Kreuzes Christi; das Heer des Maxentius wurde geschlagen, dieser selbst ertrank in den Wogen des Tiber. Das Heidentum hatte die erste Todeswunde erhalten. Während nun dieser weltgeschichtliche Kampf statt fand, hatte sich der heilige Papst Sylvester mit mehreren seiner Priester auf den Berg Soracte zurück gezogen und lebte dort in den Höhlen dieses Berges. Er hielt sich in Rom für nicht sicher genug, denn dort wütete das Schwert des Henkers und das der Soldaten. Eines Tages hatte er bewaffnete Männer bemerkt, welche an den steilen Fußsteigen empor kletterten und jemanden in den Bergschluchten zu suchen schienen. Sogleich drängte sich ihm der Gedanke auf, ein solcher Versuch an einem solchen Ort könne ihm nur die Marterkrone bringen. Freude im Antlitz sprach er zu seinen Priestern: „Sehet, die glückliche Zeit ist da, sehet der Tag des Heils bricht an,“ und ging den Soldaten entgegen. Aber die Soldaten kamen nicht, um ihn nach Rom zum Martertod zu führen.. Kaiser Konstantin war siegreich in Rom eingezogen und hatte die Soldaten abgeschickt den heiligen Vater abzuholen, damit er seinen Sitz in Rom wieder einnehme und ungehindert die Herde Christ weide. Groß war die Freude der Christen, als sie das Antlitz ihres geliebten Bischofs und Vaters wieder sahen. Kaiser Konstantin glaubte bereits an Jesus Christus und freute sich, den Vater der Christenheit zu sehen. Er versicherte ihm, daß alle Verfolgungen der Christen ein Ende haben und der christliche Glaube frei und ungehindert ausgeübt werden darf.

 

Bald nach dieser Unterredung ging auf dem Forum Romanum, „römischen Marktplatz“, ein Ereignis vor sich, welches eines der größten und schönsten war, das Rom und die damalige Welt gesehen hat. Diesen Platz, umgeben von prächtigen Tempeln, Hallen und Säulen, hatte der Kaiser Konstantin ausersehen um im Angesicht des römischen Volkes und seines hohen Rates der Welt die Freiheit des christlichen Glaubens und das Leichenbegräbnis des Heidentums zu verkünden. Der Kaiser nahm auf der Tribüne Platz, wo der Magistrat seinen Sitz hatte. Von der Höhe dieser Tribüne richtet Konstantin diese Worte an die Versammlung: „Die traurigen Spaltungen der Geister können kein glückliches Ende nehmen, so lange nicht ein Strahl des reinen Lichts der Wahrheit diejenigen erleuchtet, welche die Finsternis einer tiefen Unwissenheit einhüllen. Man muß als die Augen der Seele öffnen. Der Irrtum des Götzendienstes muß absterben.  Lasset uns diesem Aberglauben entsagen, den die Unwissenheit angenommen und die Unvernunft erlaubt hat. Der Herr, der Einzige und Wahre, der im Himmel regiert, sei allein angebetet. Was uns betrifft, die wir hier versammelt sind, so haben wir mit Hilfe Christi, unseres Gottes, diesem Irrtum bereits abgeschworen und wir erklären kurz, was wir verordnen im Gewissen uns gedrungen fühlen. Wir wollen, daß die Kirchen der Christen wieder geöffnet werden und zwar so, daß die Bischöfe des christlichen Gesetzes alle Vorrechte genießen, welche den Priestern der heidnischen Tempel zuerkannt worden sind. Und damit die ganze römische Welt es wisse, daß wir vor dem wahren Gott, vor Christus das Haupt beugen, so haben wir beschlossen, ihm zu Ehren eine Kirche im inneren unseres Palastes zu bauen. Dieses wird der ganzen Welt beweisen, daß keine Spur von Zweifel oder von unserm früheren Irrtum im Grunde unseres Herzens zurück blieb.

 

Kaum hatte der Kaiser das letzte Wort gesprochen, als die Stimme des Volkes, welches größtenteils aus Christen bestand, losbrach und sich fast zwei Stunden lang im lautesten Ton vernehmen ließ: „Wehe denjenigen, welche Christus verleugnen! Der Gott der Christen ist der einzige Gott! Die Tempel der Heiden müssen geschlossen, die Kirchen der Christen geöffnet werden.“ Immer drohender aber wurde das Rufen. Die Christen, die sich erinnerten, was sie alles von den Heiden erdulden mußten und wie man sie oft als Feinde der Kaiser angeklagt und zum Tode verurteilt hat, schrien: „Die Christus nicht verehren, sind Feinde der Kaiser! jene, die Christus nicht verehren, sind Feinde der Römer! Der den Kaiser gerettet hat, ist der wahrhafte Gott! Wer Christus verehrt, wird stets über seine Feinde triumphieren.“ Immer größer wurde jetzt der Tumult, immer weiter gingen die Forderungen des Volkes. „Die Priester der Tempel müssen aus Rom vertrieben werden! Die noch Opfer bringen, sollen aus Rom entfernt werden! Gebietet, daß sie noch heute aus Rom vertrieben werden.“

 

Da gebot der Kaiser Stillschweigen und sprach also: „Zwischen dem Dienst Gottes und dem Dienst der Menschen ist dieser Unterschied, daß der zweite erzwungen, der erste aber freiwillig ist. Der Dienst des wahren Gottes muß freiwillig sein. Man darf Niemanden zwingen zur Verehrung Gottes, es wäre sträflich, denen, die sie nicht verlangen, zu gebieten, sie anzunehmen. Die sich verweigern, Christen zu werden, sollen darum nicht fürchten, unsere Gnade zu verlieren.“ Diese schönen und weisen Worte gefielen dem Volk. Christen und Heiden lobten die weisen Beschlüsse des Kaisers, wünschten ihm langes Leben und gingen nach Hause. Von dieser Stunde an war die christliche Kirche frei; Heil und Segen bringend konnte sie ihre göttliche Kraft entwickeln und die Völker dem Heiland zuführen. Niemand aber hatte eine größere Freude über dieses glückliche Ereignis, als der Papst Sylvester. 
 

Noch ein Jüngling, hatte er sich durch seine Gelehrsamkeit, seinen frommen Lebenswandel, seinen tätigen Eifer für die Verkündigung des göttlichen Wortes bei dem Papst Marcellinus solche Achtung erworben, daß dieser ihn unter die Zahl der Diakonen aufnahm und ihm endlich die priesterliche Weihe erteilte. Als Priester stand er den Gläubigen überall wie ein tröstender Engel zur Seite, besonders bezeugte er Armen und Fremdlingen die möglichsten Liebesdienste. Er bewirtet sie in seinem Haus und pflegte sie mit liebevoller Sorgfalt. Nicht fürchtet er die Verfolgungen der Heiden; bei jeder Gelegenheit befließ er sich, Seelen für Jesus zu gewinnen. Er scheute keine Gefahr, wenn es galt, einem gefangenen Christen beizuspringen, ihn zu trösten und zur Standhaftigkeit zu ermuntern. Durch solch frommen Wandel und großen Eifer zog er die Augen des christlichen Volkes und der gesamten Geistlichkeit auf sich und als Papst Melchiades starb, wurde er zum Bischof von Rom und zum Oberhirten der ganzen Kirche gewählt.

 

Der Friede, den Kaiser Konstantin der Kirche gewährte, machte es ihm möglich, seines heiligen Amtes mit fruchtbringendem Eifer zu warten. Die Kirchen öffneten sich; das heilige Opfer wurde nicht mehr in stiller Nacht in den Kirchhöfen, sondern öffentlich dar gebracht. Die Christen durften jetzt auf den Gräbern der heiligen Apostel, auf den Grüften der heiligen Märtyrer beten, ohne fürchten zu müssen, ergriffen und ins Gefängnis oder zum Tode geführt zu werden. Eifrige Bischöfe und Priester, die der heilige Sylvester weihte, verkündeten mit unermüdetem Eifer die wahre Lehre Jesus und viele Heiden nahmen den Samen des Wortes auf und bekannten sich zu dem Glauben Jesus. Eine große Freude machte dem heiligen Papst der fromme Kaiser Konstantin durch die herrlichen Bauwerke, die er zur Verherrlichung Gottes aufführte. Das erste Denkmal dieser Art war eine Taufkapelle, die er zu Ehren des heiligen Johannes einweihen ließ. An diese Kapelle baute er zu Ehren des Erlösers eine große Basilika, die er zugleich dem heiligen Johannes dem Täufer und Evangelisten weihte. Sie steht noch und ist die Mutter der Welt und das Haupt aller Kirchen. Der heilige Sylvester weihte diese Kirche und ließ dort den hölzernen Altartisch aufstellen, auf dem die heiligen Apostel Petrus und Paulus und nach ihnen die römischen Päpste während der Verfolgungen das heilige Meßopfer dar brachten. Zum Andenken setzte der Heilige Papst fest, daß alle Altare von Stein und konsekriert sein sollen, nur in der Kirche des heiligen Johannes, in Lateran genannt, welche Konstantin erbaute, dürfe das heilige Meßopfer auf den obigen Altartisch und zwar nur von den Päpsten dar gebracht werden.

 

Überall im ganzen römischen Reich trieb das jugendliche Christentum die herrlichsten Blühten und Früchte hervor, als der noch lebende Kaiser Lizinius im Morgenland, ein verstockter Götzendiener, aufs neue die Christen zu verfolgen begann. Doch nicht lange konnte er sein grausames Werk treiben. Auch ihn traf die Hand des Herrn. In drei Schlachten von Konstantin besiegt, wurde er zuletzt erdrosselt. So endete der letzte Verfolger der Christen! Papst Sylvester hatte großes Herzenleid, als er von der neuen Verfolgung hörte und inbrünstig flehte er zu Gott damit diese Verfolgung ende. Aber sein liebevolles Herz sollte noch schwerer betrübt werden. Es waren die Ketzereien der Donatisten und Arianer, welche die Kirche Gottes verwirrten und verheerten. Gegen die ersten wurde ein Konzil zu Arles in Frankreich gehalten, wohin der heilige Vater Gesandte schickte. Zweihundert Bischöfe waren dort versammelt, der heilige Vater, an den sie ein ehrfurchtsvolles Schreiben absandten, bestätigten ihre heilsamen Beschlüsse und trug Sorge, daß sie in allen Kirchen bekannt gemacht wurden. Ungleich schrecklichere Verheerungen als die Donatisten richteten die Arianer, diese Christusleugner und schändlichen Heuchler, an.

 

Der Papst und der Kaiser ließen kein Mittel unversucht, um diese Ketzerei zu tilgen und den Frieden und die Einigkeit in der Kirche herzustellen. Da nichts fruchtete und Arius und sein Anhang hartnäckig in ihrer Ketzerei verharrten, wurde im Jahr 325 eine Kirchenversammlung nach Nicäa (heute Ä°znik, Türkei), einer kleinen Stadt bei Konstantinopel, ausgeschrieben. Die ganze Christenheit war in großer Erwartung, da seit dem Konzil der Apostel keine allgemeine Kirchenversammlung konnte gehalten werden, hier in Nicäa aber gleichsam das Morgenland und Abendland sich versammelte. Es kamen 318 Bischöfe der insgesamt 1.800 Bischöfe des Römischen Reiches zusammen. Der heilige Sylvester konnte wegen hohen Alters nicht zum Konzil reisen, sandte aber zwei Priester seiner Kirche dort hin und ernannte zu seinem Stellvertreter den Hofius, Bischof bei Korduba in Spanien. Einmütig wurde die Ketzerei des Arius verdammt und er selbst mit seinem Anhang aus der Kirche Christ gestossen. Das Verdammungsurteil sandten die Väter des Konzils nach Rom zum Papst. Sylvester hatte in dem Stadtviertel auf den Bergen seine Kirche. Er hatte sie aus dem Haus gebildet, das einem Priester, Equitius mit Namen, gehörte und der sein Freund war. Diese Kirche, zuvor nur ein einfaches Oratorium oder Bethaus, ließ der Papst in einen schönen Tempel umwandeln.

 

Hierher brachten die Gesandten des heiligen Konzils von Nicäa die Beschlüsse und legte sie dem Papst zur Bestätigung vor, auf daß sie vor der ganzen Kirche Geltung fänden. Um diese Bestätigung recht feierlich zu machen, versammelte der Papst 272 Bischöfe um sich. Die erste Kirchenversammlung in Rom. Der Papst saß auf seinem Stuhl vor dem Altar, eine blaue mit Gold gestickte Mitra auf dem Haupt, die noch in der Sakristei dieser Kirche aufbewahrt wird. Auf beiden Seiten des Papstes standen die Bänke, auf denen die Bischöfe saßen und hinter ihnen die Priester, Diakonen und übrigen Geistlichen. das Bild der allerseligsten Jungfrau, von farbigen Stein künstlich gefertigt, führte gleichsam bei diesem Konzil, das zum Ruhm der Gottheit ihres Sohnes versammelt war, den Vorsitz. Der heilige Papst Sylvester hatte dieses Bild unter dem Titel „Freude der Christen“ geweiht, als er für das Aufhören der Verfolgungen dankte. Eine heilige, ernste Freude strahlte auf dem Gesicht aller. Schon waren die Gebete, womit das Konzil eröffnet wurde, gesprochen, der heilige Geist herab gerufen, als der heilige Petrus durch den Mund seines Nachfolgers, des heiligen Sylvesters, also sprach: „Wir bestätigen durch diese unsere Erklärung alles, was auf dem Konzil zu Nicäa von den 318 Bischöfen für die Reinheit und das Wohl der heiligen Mutter, der katholischen und apostolischen Kirche, ist beschlossen worden. Wir belegen alle, die es wagen. die Beschlüsse des heiligen, allgemeinen Konzils anzugreifen, mit dem banne,” und alle sagten: so soll es sein!

 

Noch eine Freude sollte der heilige Papst Sylvester vor seinem Ende erleben. Am Fuß des vatikanischen Berges, in den Gärten des Kaisers Nero, litten die ersten Christen den Martertod. Dort wurde auch der Leichnam des heiligen Apostels Petrus begraben. Seitdem war dies ein heiliger Ort. Papst Anaklet hatte dort selbst ein Oratorium erbaut, wo die Christen oft heimlich beteten. Der heilige Papst Sylvester ließ nun anstatt dieses Bethauses einen prachtvollen Tempel bauen, wozu Kaiser Konstantin die Mittel hergab. Als der herrliche Tempel mit seinen 86 Marmorsäulen fertig war, weihte ihn der heilige Papst. Unter dem Altar befand sich das Grab des heiligen Petrus, ab dem in der Seite ein Fenster angebracht war, vor welchem die Gläubigen ihre Andacht verrichten konnten. Die Zahl der zu diesem heiligen Ort strömenden Pilger war außerordentlich. Die Bischöfe in den verschiedensten Erdteilen machten es sich zur Pflicht, wenigstens einmal in ihrem Leben dort hin zu gehen und für sich und ihre Herde zu beten. Diese vom heiligen Sylvester erbaute Kirche stand elf Jahrhunderte lang. Sie sahen Fürsten, Könige und Kaiser kommen und am Grabe des ehemaligen armen Fischers Petrus sich niederwerfen und Weihgeschenke dar bringen. So verherrlichte Gott seinen treuen Diener Petrus. Sein Andenken ist und bleibt gesegnet, das Andenken jener Kaiser aber, die ihn und seine Nachfolger mordeten, ist mit Fluch beladen!

 

Das Alter hatte den Nacken des Papstes Sylvester gebeugt. Einundzwanzig Jahre hatte er auf dem Stuhl des heiligen Petrus gesessen und ununterbrochen für das Heil der Kirche gearbeitet. Mit einer himmlischen Weisheit, die er in der Regierung der Kirche bewies, verband er eine große Liebe zu den Armen. Fünfundsechzig Bischöfe weihte und sendete er für verschiedene Bistümer. Sein Tagwerk war vollbracht; er war reif für den Himmel. Am 31. Dezember des Jahres 335 endete er sein tatenreiches Leben durch einen sanften Tod. Er wurde in dem Kirchhof der Priscilla begraben und seine einfache Grabschrift lautet: Catholicus et Confessor quiescit. Hier ruhet ein Katholik und Bekenner {Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863) – Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863) – Quelle: www.heiligenlegenden.de}

 
 

 

Geboren im 3. Jahrhundert in Rom – gestorben am 31. Dezember 335 in Rom

 

Vita: Silvester I. war von 314 bis 335 Papst. Sein Papstamt erlangte besondere Bedeutung, weil sich in seiner Regierungszeit die entscheidende Wende von einer christenfeindlichen zu einer christenfreundlichen Staatspolitik vollzog. Silvester wurde in der Mitte des 3. Jahrhunderts in Rom geboren. Noch vor Beginn der Christenverfolgung durch Diokletian empfängt Silvester die Priesterweihe. Während der Verfolgungszeit gehört er zu den „Confessores“, zu denen, die sich standhaft zum Christentum bekennen. Weil er die Treue zu seinem Glauben bewahrt, muss er einige Zeit im Exil auf dem Monte Socrate bei Rom leben. 20 Tage nach dem Tod des Papstes Militides wird Silvester 314 zum neuen Papst gewählt. In seine Amtszeit fällt das Konzil von Nizäa. Silvester bestätigt die dort gefassten Beschlüsse, die sich vor allem gegen die Ablehnung der Gottheit Jesu durch Arius wenden. Unter Silvesters Regierung werden durch die Förderung Kaiser Konstantins in Rom zahlreiche kirchliche Bauten, unter ihnen die erste Peterskirche in Rom errichtet. Später entstandene Legenden berichten, der Papst selbst habe Konstantin getauft und von Aussatz geheilt. Ab dem 8. Jahrhundert wurde diese Legende noch durch den Bericht von der sogenannten „Konstantinischen Schenkung“ erweitert. Danach hat Konstantin dem Papst aus Dankbarkeit für die Heilung die Stadt und Rom und das ganze Abendland geschenkt und ihm erlaubt, die kaiserlichen Insignien zu tragen. Konstantin leitete durch seine Förderung und Unterstützung der Kirche ein neues Zeitalter für die Christen ein. Bei der Legende von der „Konstantinischen Schenkung“ handelt es sich jedoch sicher um eine Fälschung. Silvester I. starb am 31. Dezember 355 und wurde in der Priscilla-Katakombe beigesetzt.

 

Brauchtum: Da das Fest des heiligen Silvester auf den letzten Tag des Jahres fällt, wird sein Name mit den Feierlichkeiten zum Jahreswechsel verbunden.

Namensbedeutung: Silvester bedeutet „Waldbewohner“ (lateinisch).

Namensableitungen: Von ‚Silvester‘ können folgende Namen abgeleitet werden: Silvest, Sylvester, Syster, Süster, Syste, Fester, Vester, Silvestre, Sylvestre, Silvestro.

Darstellung: Silvester I. wird im päpstlichen Ornat dargestellt mit Schlange oder Muschel, mit Engel oder Ölbaumzweig (als Symbol des Friedens). Des Weiteren wird er in Anlehnung an Legenden um seine Person auch mit einem Stier dargestellt: Danach soll er einen Stier, den ein jüdischer Magier durch seine Beschwörung getötet hatte, wieder erweckt haben. Andere Darstellungen zeigen ihn mit einem gefesselten Drachen, der mit seinem Gifthauch viele Menschen tötet; dieses Darstellungen nehmen symbolisch Bezug auf den Sieg des Christentums über den Götzendienst.

Patron/in: Silvester I. ist Patron der Haustiere, für eine gute Futterernte, für „ein gutes neues Jahr“. {Text: Heike Harbecke, Dezember 2003 – Quelle: kirchensite.de}

 

 

 

Silvester zieht in Rom ein und wird von Kaiser Konstantin empfangen. Fresko, 1246, in der Silvester geweihten Kapelle der Kirche der Quattro Coronati in RomDer Heilige Silvester

 

 Gedenktag katholisch: 31. Dezember 
     nicht gebotener Gedenktag  –  Gedenktag orthodox: 2. Januar

Gedenktag armenisch: 2. Januar 
     liturgische Feier am Samstag am oder nach dem 30. Dezember
 und am sechsten Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Gedenktag koptisch: 2. Januar
     als Konzilsvater: 5. November Name bedeutet: der Waldmann (latein.)
Bischof von Rom
* in Rom
† 31. Dezember 335 daselbst
 
 
 

Silvester zieht in Rom ein und wird von Kaiser Konstantin empfangen. Fresko, 1246, in der Silvester geweihten Kapelle der Kirche SS. Quattro Coronati in Rom     

 

Silvester I. wurde wohl noch vor Beginn der Christenverfolgungen von Kaiser Diokletian im Jahr 284 zum Priester geweiht; er trat sein Amt als römischer Bischof im Jahr 314 an, ein Jahr, nachdem die römischen Kaiser Konstantin der Große und Licinius 313 die christliche Kirche anerkannt und im Edikt von Mailand jedem Bürger des Reiches das Recht auf freie Religionsausübung gewährt hatten. Diese Ereignisse, oft legendär überhöht, begründen Silvesters Bedeutsamkeit, sein eigenes Wirken hat dazu wenig beigetragen.

Die meist im 5. Jahrhundert entstandenen Legenden berichten Silvesters Standhaftigkeit während der noch andauernden Verfolgungen: Er warnte den Statthalter, der ihn zwingen wollte, die von ihm verwahrten Besitztümer von Christen herauszugeben, bis dieser beim Essen an einer Fischgräte erstickte. Er heilte und bekehrte den angeblich aussätzigen Kaiser; die Legende sagt auch, dass er Konstantin getauft habe, was geschichtlich nicht haltbar ist. Diese Legende ging auch in die Konstantinische Schenkung ein, eine gefälschte Urkunde, die zur Legitimation der Besitzansprüche und Herrschaftsrechte des Papsttums diente, derzufolge Konstantin dem Bischof die Stadt Rom und das ganze Abendland zu eigen gab und ihm das Tragen Kölner Werkstatt: Silvester wird durch Konstantin als Papst gekrönt. Detail von der nördlichen Chorschranke im Dom in Köln, um 1332der kaiserlichen Insignien erlaubte. Die Legenden erzählen von einem Streitgespräch, das Silvester mit zwölf jüdischen Rabbinern geführt habe, weil Helena ihren inzwischen getauften Sohn Konstantin zum Judentum bekehren wollte. Silvester obsiegte im Disput gegen elf der gelehrten Juden; der zwölfte, Zambri, töte einen Stier durch die Nennung des Namens Gottes, den der Stier nicht ertragen konnte, um so die Kraft seines Glaubens zu beweisen. Silvester aber konnte mit Gottes Hilfe sogar den toten Stier zum Leben auferwecken, worauf auch Zambri wie die anderen Rabbiner und Helena sich sofort taufen ließen. Heidnische Priester bekehrte Silvester demnach, indem er einen Drachen bezwang.

 

Kölner Werkstatt: Silvester wird durch Konstantin als Papst gekrönt. Detail von der nördlichen Chorschranke im Dom in Köln, um 1332   

Weder bei der epochalen Hinwendung Konstantins zum Christentum noch bei der Bewältigung der kirchenpolitischen und dogmatischen Auseinandersetzungen spielte Silvester eine für seine Zeitgenossen erinnerungswürdige Rolle. Er nahm weder 314 an der Reichssynoden in Arles, wo die Auseinandersetzung mit dem Donatismus begann, noch 325 am 1. Konzil von Nicäa mit den wegweisenden Entscheidungen um die Wesensart Jesu Christi und gegen den bedrohlichen Arianismus teil. Den Synodalen von Arles schreib er, er könne die Apostelgräber in Rom nicht im Stich lassen. Noch im späten 4. Jahrhundert belasteten die Donatisten Silvester selbst wie seine Vorgänger mit dem Vorwurf des vorübergehenden Abfalls vom Glauben während der Verfolgungen unter Kasiser Diokletian. Das Fernbleiben vom Konzil in Nicäa begründete Eusebius von Cäsarea mit Silvesters hohem Alter, aber er hat das Konzil immerhin noch um ein Jahrzehnt überlebt.

 

Silvester ließ über den Priscilla-Katakomben eine Kirche bauen. Im Coemeterium der Priscilla wurde er auch bestattet, ob in der von ihm erbauten Kirche oder einem der unterirdischen Gänge ist umstritten. Mitte des 8. Jahrhunderts erfolgte die Überführung seiner Gebeine in die heutige Kirche S. Silvestro in Capite in Rom. Die erste Redaktion des römischen Papstbuches aus dem früheren 6. Jahrhundert stützte sich schon auf Legenden und listete im wesentlichen die in seiner Amtszeit erfolgten Kirchengründungen und -ausstattungen in Rom und Umgebung auf. Das älteste erhaltene Bild von Silvester, ein Mosaik in einem Gebäude aus dem 3. Jahrhundert, deutet auf den allmählichen Übergang vom einfachen liturgischen Gedächtnis der Grablegung zur kultischen Verehrung des Bischofs hin.

 

Fresko: Silvester bekommt von Konstantin die Papstkrone und einen Schimmel überreicht, 1246, im Kloster SS. Quattro Coronati in Rom

Fresko: Silvester bekommt von Konstantin die Papstkrone und einen Schimmel überreicht, 1246, im Kloster SS. Quattro Coronati in Rom   

Die älteste Fassung des Actus Silvestri stammt wohl aus dem im letzten Jahrzehnt des 4. bis ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhundert, angeregt durch das damalige römisch-kirchliche Selbst- und Geschichtsbewusstsein. Das Fest für Silvester wird schon seit dem 5. Jahrhundert im ganzen christlichen Europa gefeiert. Die Silvesternacht zum Jahreswechsel ist von einer Fülle des Brauchtums geprägt, Silvesterumzüge waren früher verbreitet.

Patron der Haustiere; für eine gute Futterernte, ein gutes neues Jahr
Bauernregeln: Silvesternacht düster oder klar, / deutet auf ein neues Jahr.
Ist’s zu Silvester hell und klar, / steht vor der Tür das neue Jahr.
Gefriert’s an Silvester zu Berg und Tal, / geschieht auch dies zum letzten Mal.
Wind in St. Silvesters Nacht, / hat nie Wein und Korn gebracht.
Silvester Wind und warme Sunnen / wirft jede Hoffnung in den Brunnen.
Silvesternacht wenig Wind und Morgensonn, / gibt Hoffnung auf Wein und Korn.

 

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon 

Legenda Aurea: Silvester I.

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

 

3 Responses to “Der Heilige Silvester”

  1. Bernhardine Says:

    Der heidnische Vielgott-/Göttinenglaube war ein Joch für die Menschen, das sie mit Begeisterung für die christliche Heilige Trinität abschüttelten. Die Menschen hatten genug von einem ewig fordernden Götterschwarm, der Erde und Himmel bevölkerte, die Menschen drangsalierte und fortwährend Menschen- und Tieropfer ihm zu Ehren verlangte. Das vergessen viele naive Neuheiden, die einfältig von den kriegerischen keltischen und germanischen Götzen schwärmen.
    Was ist beim islamischen Allah anders? Nun, es geht hier nicht um eine drangsalierende Götzenschar, sondern um einen einzigen blutrünstigen Götzen, der gierig das Leben jedes „Ungläubigen“ fordert und auch nicht halt macht vor seinen eigenen Anbetern. Übellaunig, ständig zornig verlangt der tyrannische Götze Allah fortwährend nach Menschen- und Tieropfern. So ist denn der islamische Allah nichts wirklich Neues, denn er vereint in sich lediglich die ganze barbarische Götzenschar – er ist der haßerfüllte Teufel. Gab es im alten Götzenglauben immerhin noch ein paar gutmütige Göttinnen und Götter, so ist im Islam nur ein tyrannischer Götze Allah übrig geblieben.
    Da hilft auch keine Reform. Wie will man einen teuflischen Götzen in einen gerechten Gott verwandeln?

  2. Bonnie Prince Charlie Says:

    Mohamed hat einfach die anderen Götzen neben Allah in der Kaaba weggestrichen, das Heidentum in den Köpfen der Araber ist geblieben. Eingottglaube allein beendet das Heidentum noch nicht, wenn man heidnische Rituale und Denkweisen beibehält.

  3. saphiri Says:

    Vielen Dank für diesen Artikel.

    Zitat: “ Da gebot der Kaiser Stillschweigen und sprach also: „Zwischen dem Dienst Gottes und dem Dienst der Menschen ist dieser Unterschied, daß der zweite erzwungen, der erste aber freiwillig ist. Der Dienst des wahren Gottes muß freiwillig sein. Man darf Niemanden zwingen zur Verehrung Gottes, es wäre sträflich, denen, die sie nicht verlangen, zu gebieten, sie anzunehmen. Die sich verweigern, Christen zu werden, sollen darum nicht fürchten, unsere Gnade zu verlieren.“ Diese schönen und weisen Worte gefielen dem Volk.“

    Dieser Weisheit muss man nichts hinzufügen! Sie ist heute wichtiger und richtiger denn je, siehe Christenverfolgung in den islamischen Staaten.


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