kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ibn Dschubair in Sizilien 18. Dezember 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 21:09

Ich bin doch ein Stier! Bärtige: Diskutiere nicht herum; melken!

Und seine Pilgerfahrt nach Mekka und zu den Schweinen

 

Ibn Dschubair hatte auf dem Heimweg von seiner Hadsch (Pilgerfahrt) nach Mekka eine Zwischenlandung in Sizilien. Man sollte solch alten Büchern natürlich nicht alles glauben. Oft sind es auch Gerüchte oder der Wunsch ist der Vater des Gedankens: Die Stadt Messina – möge Gott sie dem Islam zurückgeben! – ist das Handelszentrum (mausim) der ungläubigen Kaufleute, Ziel von Schiffen aus aller Welt, immer voll gestopft mit Menschenmassen wegen der günstigen Lebensbedingungen. Doch ihre Horizonte sind finster wegen des Unglaubens; kein Muslim sollte sich hier niederlassen. Gefüllt mit Anbetern des Kreuzes erdrückt sie ihre Bewohner und quetscht sie bis zum Ersticken zusammen. Sie ist voller Fäulnis und Dreck und macht überdies beklommen, denn der Fremde wird dort keine Höflichkeit finden. Ihre Märkte sind lebhaft und wimmeln von Menschen; sie verfügt über reichliche Nahrungsmittel, um ein angenehmes Leben zu sichern. Deine Tage und Nächte wirst du in dieser Stadt in voller Sicherheit verbringen, auch wenn dein Gesicht, deine Hand und deine Sprache fremd sind.

 

Messina lehnt sich an ein Gebirge, dessen untere Hänge an die Gräben der Stadt heranreichen. Im Süden liegt das Meer. Der Hafen ist einer der erstaunlichsten Seehäfen, denn große Schiffe können vom Meer hineinfahren, bis sie die Stadt beinahe berühren. Zwischen die Schiffe und das Ufer wird eine Holzplanke geworfen, über die Männer kommen und gehen; Träger übernehmen die Lasten. Dadurch werden keine Boote für das Be- und Entladen benötigt, außer für die Schiffe, die weit außerhalb vor Anker gehen. Man wird Schiffe den ganzen Kai entlang beobachten wie Pferde, die an ihren Pflöcken oder in ihren Ställen angebunden sind. Dem ist so wegen der großen Tiefe des Meeres, das die etwa drei Meilen breite Straße bildet, die die Insel vom Festland trennt. An der Messina gegenüberliegenden Küste liegt die Stadt Reggio (Rajja), sie gehört zu einer großen Provinz.

 

Messina ist die bedeutendste Stadt auf Sizilien, einer Insel, auf der man viele Städte findet, Dörfer und Gehöfte, die zu nennen unmöglich ist. Sizilien ist sieben Tagesreisen lang und fünf breit. Auf ihr befindet sich der zuvor erwähnte Vulkan, der bis zu den Wolken reicht; er ist immer – sommers wie winters – mit Schnee bedeckt. Die Fruchtbarkeit dieser Insel übersteigt jede Beschreibung: Genug zu sagen, dass sie wegen des Maßes ihrer Kultivierung, in dem Reichtum ihrer Ernten und ihrem Wohlstand eine Schwester Spaniens ist. Sie verfügt über Produkte im Überfluss und eine Fülle von Früchten jeder Art und Sorte. Doch sie ist voll von Anbeten des Kreuzes, die auf ihrem Boden lustwandeln und an ihren Rändern „grasen“. An ihrer Seite leben die Muslime mit ihrem Besitz und ihren Gehöften. Die Christen behandeln diese Muslime gut und haben „sie angenommen“. Ihnen ist aber eine Steuer auferlegt, die sie zweimal im Jahr zahlen müssen. So nehmen sie ihnen die Fülle des Lebens, an die sie gewöhnt waren. Möge Gott ihr Los wenden! Die Berge sind mit Obstgärten übersät, die Äpfel, Kastanien, Haselnüsse, Birnen und andere Fruchtsorten tragen. In Messina gibt es einige muslimische Handwerker; so wird der muslimische Fremde sich dort nicht verloren fühlen.

Die schönste Stadt auf Sizilien und der Sitz ihres Herrschers heißt bei den Muslimen „Al-Madina“ (die Stadt), bei den Christen Palermo (Balârma). Dort wohnen die städtischen Muslime; sie haben in den Vororten Moscheen und eigene Märkte. Andere Muslime leben auf Gehöften, in Dörfern und anderen Städten wie Syracus (Sarqûsa) und anderen. Palermo (Al-Madina Al-kabira = die große Stadt), der Sitz ihres Königs Wilhelm, ist jedoch die größte und bevölkerungsreichste, darauf folgt Messina. In Palermo wollen wir auch bleiben und hoffen, von dort weiterzureisen, in welches westliche Land auch immer Gott für uns bestimmt hat. Ihr König Wilhelm verdient Bewunderung wegen seines gerechten Verhaltens den Muslimen gegenüber; er setzt sie für seine Belange ein, wählt aus ihren Reihen seine engsten Bediensteten, die alle oder fast alle ihren Glauben verbergen und dabei fest im Islam verharren. Er setzt großes Vertrauen in die Muslime in all seinen Angelegenheiten und den wichtigsten Geschäften, sogar der Aufseher seiner Küche ist ein Muslim. Er hält eine Truppe von schwarzen muslimischen Sklaven, die von einem Kommandeur aus ihren Reihen befehligt wird. Seine Minister und Kammerherren sucht er unter seinen Eunuchen aus, von denen er eine große Zahl hat. Sie sind seine Verwaltungsbeamten (Ahl Al-Daula) und engsten Vertrauten. In ihnen spiegelt sich der Glanz seines Reiches durch kostbare Gewänder und feurige Pferde wider. Unter ihnen gibt es keinen, der nicht seinen Anhang, seine Dienerschaft und sein Gefolge hätte. Dieser König besitzt wunderbare Paläste und fantastische Gärten, besonders in der Hauptstadt seines Königreiches Palermo. Auch in Messina hat er einen Palast, weiß wie eine Taube, der das Ufer überragt. Er umgibt sich mit einer großen Zahl von Pagen und Dienerinnen; kein anderer christlicher König gibt sich so wie er den Freuden seines Reiches, dem Komfort und Luxusleben hin.

 

In vieler Hinsicht ähnelt Wilhelm den muslimischen Königen: in der Art, wie er sich in die Annehmlichkeiten seines Reiches vertieft, in der Gesetzgebung, dem Erlass von Verfahrensvorschriften, der Bestimmung der Ränge seiner Verwaltungsbeamten, der Darstellung seines königlichen Pomps und der Zurschaustellung seines Prunks. Sein Königreich ist sehr groß. An seinem Hof hat er Ärzte und Astrologen, um die er sich sehr sorgt. Sein Verlangen nach ihrem Rat geht so weit, dass er, wenn er erfährt, dass ein Mediziner oder Astrologe durch sein Land reist, anordnet, er möge warten. Dann versorgt er ihn reichlich mit allen Gütern, damit er seine Heimat vergessen möge. Möge Gott die Muslime vor dieser Verführung bewahren! Der König ist ungefähr dreißig Jahre alt. Möge Gott die Muslime vor seiner Feindschaft und der Ausdehnung seiner Macht schützen!

 

Es berührt merkwürdig, wenn man über ihn berichtet, dass er Arabisch spricht und liest. Von einem seiner persönlichen Diener erfuhren wir, dass sein Leitspruch sei: „Lob sei Gott, Ihm gebührt das Lob“! Der seines Vaters war: „Lob sei Gott, Dank für Seine Wohltaten“! Die Dienerinnen und Konkubinen in seinem Palast sind alle Musliminnen. Eigenartiges erzählte uns einer seiner Diener, der die Königskleider mit Gold bestickt. Wenn eine fränkische Christin in den Palast kommt, wird sie schnell durch die Dienerinnen zum Islam bekehrt. Das wird vor dem König streng geheim gehalten (Ibn Dschubair, Tagebuch eines Mekkapilgers, Edition Erdmann)

 

Ibn Dschubair im Königreich der Kreuzfahrer

 

 

Wie angedeutet hier eine weitere Stelle aus Ibn Dschubairs “Tagebuch eines Mekkapilgers”. Auf dem Heimweg von seiner Pilgerreise kommt er in den Kreuzfahrerstaat im Heiligen Land. Es ist keineswegs so, daß in diesem alle Mohammedaner gekillt worden wären, wie uns die heutigen moslemischen U-Boote vorplappern. Karawanen von Kaufleuten, ob Moslem, Jude oder Christ, konnten oft sogar in Kriegszeiten unbehelligt zwischen den feindlichen Heeren durchziehen, weil beide Seiten am Handel interessiert waren. Man sollte auch Dschubairs rituelle Christenbeschimpfung nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Vielleicht musste ein Buch einfach diese Stellen enthalten, damit es mit dem Segen des Mufti veröffentlicht werden durfte: Am selben Montag hielten wir an einem Gehöft von Akka, ein farsach von der Stadt entfernt. Der Verwalter ist ein Muslim, der von den Franken ernannt wurde, um die muslimischen Arbeiter zu beaufsichtigen. Allen Mitgliedern der Karawane, Groß und Klein, gewährte er großzügige Gastfreundschaft in einem Saal des Hauses, verpflegte sie üppig und behandelte sie freizügig. Wir waren unter denen, die daran teilhatten, und verbrachten die Nacht dort. Am Dienstagmorgen, dem 18. September, kamen wir nach Akka – möge Gott es zerstören! Wir wurden zum Zollhaus gebracht, welches ein chân ist, der eine ganze Karawane beherbergen kann. Vor der Tür stehen Steinbänke, mit Teppichen bedeckt, wo die christlichen Bediensteten des Zolls sich mit ihrem goldverzierten Ebenholzschreibzeug niederlassen. Sie schreiben Arabisch und sprechen es auch. Ihr Vorgesetzter ist der sâhib Al-dîwân (Leiter des Zolls), der für den Zoll verantwortlich ist. Er heißt Al-Sâhib (Meister), ein Titel, der ihm wegen seines Amtes verliehen wurde und den sie allen Personen mit entsprechender Stellung gegenüber anwenden, abgesehen von Armee-Angehörigen. Alle Zahlungen fließen an diese Einrichtung, sie verfügt über ein riesiges Vermögen.

 

Die Kaufleute deponierten ihr Gepäck dort und übernachteten im Obergeschoss. Das Gepäck eines jeden, auch wenn er keine Handelsware bei sich hatte, wurde überprüft, ob es versteckte oder zollpflichtige Ware enthielt. Danach war dem Besitzer erlaubt, seines Weges zu ziehen und sich eine Unterkunft an einem beliebigen Ort zu suchen. Dies alles geschah mit Höflichkeit und Respekt, ohne Härte und Ungerechtigkeit. Wir bezogen ein Quartier am Meer in einem Haus, das wir von einer Christin mieteten, und beteten zu Gott, dass Er uns von allen Gefahren erretten und Sicherheit gewähren möge. Akka – möge Gott die Christen darin vernichten und es den Muslimen zurückgeben! – ist die Hauptstadt der fränkischen Städte in Syrien, ein Ort, wo die Schiffe wie Zeichen in den Meeren aufragen, ein Hafen für alle Schiffe. In seiner Größe ähnelt es Konstantinopel. Es ist ein Sammelpunkt für Schiffe und Karawanen, Treffpunkt für muslimische und christliche Kaufleute aus allen Himmelsrichtungen. Seine Wege und Straßen ersticken unter dem Gedränge der Menschen, sodass es schwer ist, einen Fuß auf den Boden zu setzen. Unglauben und Unfrömmigkeit herrschen dort, Schweine (Christen) und Kreuze gibt es im Überfluss. Es stinkt und ist dreckig, voller Abfälle und Exkremente. Die Franken raubten es aus muslimischen Händen im ersten Jahrzehnt des 6. Jahrhunderts d. H.69, die Augen der Muslime waren vom Weinen darüber geschwollen; es war eines ihrer Kümmernisse. Moscheen wurden zu Kirchen, Minarette zu Glockentürmen.

 

Doch Gott ließ einen Teil der Hauptmoschee unbeschmutzt; er verblieb als kleine Moschee in den Händen der Muslime. Dort können Fremde sich versammeln, um der Pflicht des Gebets nachzukommen. Bei der Gebetsnische befindet sich das Grab des Propheten Sâlih. Gott bewahrte diesen Teil der Moschee wegen des gütigen Einflusses des heiligen Grabes vor der Entweihung durch die Ungläubigen. Im Osten der Stadt befindet sich die Quelle der Kuh (Ain al-baqar), an der Gott das Rind für Adam hervorbrachte. Der Abstieg zur Quelle erfolgt über eine steile Treppe. Darüber befindet sich eine Moschee, von der in ihrem ursprünglichen Zustand nur die Gebetsnische geblieben ist. Östlich davon haben die Franken ihren eigenen Gebetsort geschaffen; Muslime und Ungläubige versammeln sich hier, die einen wenden sich ihrem Gebetsplatz zu, die anderen dem ihren. Obwohl in den Händen der Christen, blieb die Erhabenheit des Ortes bewahrt; Gott hat darin einen Gebetsplatz für die Muslime erhalten.

 

Zwei Tage verweilten wir an diesem Ort, dann reisten wir auf dem Überlandweg weiter bis nach Tyros (Sûr), am Donnerstag, dem 20. September. Auf unserem Weg kamen wir an einer großen Feste namens Al-Zâb vorbei, die einer Reihe von Dörfern und Gehöften Schutz gewährt. Dann ging es an einem Dorf mit dem Namen Iskandarûna vorbei, das von einer Mauer umschlossen ist. Wir suchten in Tyros ein Schiff, das – so hatten wir erfahren – nach Bougie (Bâja) in See stechen sollte. Am Donnerstagabend trafen wir in dieser Stadt ein, denn die Entfernung zwischen Akka und Tyros beträgt nur etwa 30 Meilen. Wir bezogen eine Karawanserei in der Stadt, die für die Aufnahme von Pilgern bereitsteht. Die Stadt Tyros – möge Gott sie vernichten! – ist sprichwörtlich geworden für ihre Unbezwingbarkeit. Derjenige, der sie erobern möchte, wird weder auf Unterwürfigkeit noch auf Nachgiebigkeit stoßen. Die Franken haben sie zu einem Rückzugsort für den Fall einer unvorhersehbaren Notwendigkeit und zu einem zentralen Punkt für ihre Sicherheit gemacht. Ihre Wege und Straßen sind sauberer als die von Akka. Die Menschen sind von ihrer Veranlagung her milder in ihrem Unglauben und von Natur und Benehmen her freundlicher gegenüber den muslimischen Fremden. Ihr Verhalten, mit anderen Worten, ist sanfter. Ihre Häuser sind größer und geräumiger. Die Lebensbedingungen der Muslime in dieser Stadt sind einfacher und friedlicher. Akka ist eine Stadt, die größer und beharrlicher in der Ablehnung des Islams ist.

 

Doch die Stärke und Uneinnehmbarkeit von Tyros sind noch wunderbarer als berichtet wird. Die Stadt hat nur zwei Tore, eines landwärts, das andere zum Meer, das die Stadt, abgesehen von einer Seite, umschließt. Das Landtor wird nach dem Passieren von drei oder vier Zwischentüren in der stark befestigten Außenmauer erreicht. Das seewärtige Tor ist von zwei hohen Türmen flankiert und führt zu einem Hafen, dessen erstaunliche Lage unter den Seestädten einzigartig ist. Mauern um-geben die Stadt auf drei Seiten, die vierte wird von einem Damm, der aus Gips (dschiss) errichtet wurde, abgegrenzt. Schiffe fahren unterhalb der Mauern hinein und gehen dort vor Anker. Zwischen den beiden Türmen hängt eine große Kette, die, wenn sie den Weg versperrt, jedes Herein- oder Hinausfahren verhindert; kein Schiff kann passieren, es sei denn, die Kette ist entfernt. Am Tor stehen Wachen und Beobachter; man kann nur unter ihren Augen herein- und hinausgelangen. Die Schönheit der Lage dieses Hafens ist wunderbar. Akka ähnelt ihm, kann aber große Schiffe nicht aufnehmen, die müssen draußen vor Anker gehen, nur kleine Schiffe können hineinfahren. Der Hafen von Tyros ist vollendeter, schöner und belebter. Elf Tage blieben wir in dieser Stadt, reisten am Donnerstag an und verließen sie am Sonntag, dem 30. September. Das Schiff, mit dem wir segeln wollten, war uns zu klein, sodass wir damit nicht reisen mochten.

 

Ein verlockendes weltliches Schauspiel war ein Hochzeitszug, den wir eines Tages nahe dem Hafen von Tyros beobachteten. Alle Christen, Männer und Frauen, hatten sich versammelt und in zwei Reihen vor der Tür der Braut aufgestellt. Trompeten, Flöten und andere Musikinstrumente wurden gespielt, bis sie stolz zwischen zwei Männern in wiegendem Gang heraustrat; die Männer hielten ihre Linke und Rechte, als seien sie ihre Verwandten. Sie war hochelegant in ein wunderschönes Kleid gehüllt, hinter dem sie, ihrem traditionellen Stil gemäß, eine lange Schleppe von goldener Seide hinter sich herzog. Auf ihrem Kopf trug sie ein goldenes Diadem, das von einem Netz aus gewebtem Gold bedeckt war; auf ihrer Brust war ein ähnliches Arrangement. Stolz war ihr Auftreten in ihren Schmuckgewändern. Mit kleinen Schritten von einer halben Spanne schritt sie wie eine Taube, wie ein Wölkchen daher. Möge Gott uns vor den Verführungen eines solchen Anblicks schützen! Vor ihr gingen christliche Notabeln in ihren feinsten und prächtigsten Gewändern, die Schleppe hinter ihnen fallend. Hinter ihnen schritten christliche Frauen, der Braut ähnlich; in ihrer reichsten Tracht paradierten und stolzierten sie. Allen voran zogen die Musikanten. Die Muslime und die anderen christlichen Zuschauer bildeten zwei Reihen entlang der Straße und starrten sie ohne jede Zurückhaltung an. So schritt der Zug vorbei, bis die Braut zum Hause ihres Bräutigams gelangt war; dann feierten sie den ganzen Tag. Uns wurde die Gelegenheit zu einem betörenden Anblick gegeben, vor dessen Verführung Gott uns bewahren möge!

 

Auf dem Seewege kehrten wir nach Akka zurück und landeten dort am Montagmorgen, dem 1. Oktober. Wir mieteten Passagen auf einem großen Schiff, das im Begriff stand, nach Messina auf der Insel Sizilien zu segeln. Während unseres Aufenthalts in Tyros waren wir in einer der Moscheen gewesen, die in muslimischen Händen ist. Einer der muslimischen Scheichs von Tyros erzählte uns, dass sie ihnen im Jahre 518 (27. Juni 1124) entrissen worden sei, nachdem sie zwölf Jahre lang belagert und schließlich ausgehungert worden seien. Man sagte uns, dass sie so sehr in Not geraten seien, dass Schande sie dazu gebracht hätte, einen Weg zu wählen, vor dem Gott sie hätte bewahren sollen. Sie hatten beschlossen, ihre Frauen und Kinder in der großen Moschee zu versammeln und sie dort mit dem Schwert zu töten, damit sie nicht in die Hände der Christen fielen. Sie selbst wollten dann mit letzter Kraft einen Ausfall machen und bei einem heftigen Angriff gegen den Feind sterben. Doch Gott traf seinen unabänderlichen Ratschluss; und ihre Rechtsgelehrten und einige Gottesfürchtige hinderten sie daran. Daraufhin beschlossen sie, die Stadt aufzugeben und unversehrten Leibes auszuziehen. So geschah es; sie verteilten sich in den muslimischen Ländern. Aber darunter waren einige, deren Liebe zur Heimat sie zur Rückkehr trieb und sie veranlasste, unter einer für sie geschriebenen Regelung unter den Ungläubigen zu leben.

 

In den Augen Gottes gibt es keine Entschuldigung für einen Muslim, in irgendeinem ungläubigen Lande zu bleiben, außer wenn er hindurchreist. Denn andernfalls wird er Pein und Schrecken erleiden, Demütigung und miserable Umstände. So wird er Äußerungen hören, die das Herz bedrücken, über ihn, dessen Namen Gott erhöht hat. Außerdem fehlt dort die Reinheit, man lebt inmitten von Schweinen und anderen ungesetzlichen Dingen, mehr als man aufzählen kann. Bewahre, bewahre uns vor dem Betreten ihrer Länder! Möge Gott reichlich Nachsicht für diese Sünde gewähren! (Ibn Dschubair, Tagebuch eines Mekkapilgers, Edition Erdmann) – Fakt Fiktion

 

 

 

Ibn Dschubairs Pilgerfahrt nach Mekka und zu den Schweinen

 

Der Moslem Ibn Dschubair ging am 3. Februar 1183 von Spanien aus auf Pilgerreise nach Mekka und kehrte am 25. April 1185 zurück. Allein die Seereise über das Mittelmeer konnte damals einen Monat oder länger dauern. Neben Mekka besuchte er auch Bagdad und Damaskus, und er war in Kreuzfahrer-Festungen des Königreichs Jerusalem wie Tyros. Dschubairs Bericht ist ziemlich langweilig und im Original kompliziert geschrieben. Interessant wird es erst ein bisschen, als er im Heiligen Land, auf Kreta und Sizilien mit den Schweinen, wie er die Christen nennt, zusammentrifft. Zunächst zu einer Stelle, aus der klar hervorgeht, wer die moslemischen Meisterbauwerke geschaffen hat, die von unseren Islam-Anbetern immer angeführt werden, um die Intelligenz und das Genie der Mohammedaner im Goldenen islamischen Mittelalter zu preisen, während die Christen angeblich im Urwald Wildschweine jagten. Um es kurz zu machen, man muss sich das so vorstellen, daß irgendein Scheich oder Sultan den Auftrag gab, etwas zu bauen, der Architekt und die Arbeiter waren aber Juden oder Christen oder sonst jemand, vielleicht auch Eskimos, aber mit Sicherheit keine Moslems.

 

Die lagen nämlich auf der faulen Haut oder sie waren im Krieg. Schaffen ließen sie andere: Wir sahen außerdem die Zitadelle [in Kairo], eine unüberwindliche Festung. Der Sultan plant, hier seine Residenz zu schaffen und die Stadtmauer so zu verlängern, dass die Altstadt und der neuere Teil umschlossen werden. Für die Arbeiten werden byzantinische Gefangene eingesetzt. Sie sind mit der Konstruktion betraut und mit der Ausführung aller dabei anfallenden Aufgaben, auch mit den mühevollsten und schwierigsten davon wie dem Zurechtschneiden des Marmors, dem Meißeln der kolossalen Steinblöcke, dem Ausheben von Gräben um die erwähnte Mauer herum; diese Gräben müssen mit Spitzhacken angelegt werden. Alle werden bei einer Arbeit eingesetzt, die eines jener Wunder hervorbringen wird, das dauerhafte Spuren hinterlassen wird. Die Zahl der Gefangenen aus Rum, die ihren Frondienst hier leisten, ist nicht zu beziffern. Für diese Arbeiten findet man auch niemand anderen. Der Sultan lässt auch noch weitere Gebäude unter Einsatz von Christen errichten. Die Muslime, die man bei solchen gemeinnützigen Bauten hätte beschäftigen können, werden so davon freigestellt, und niemand von ihnen braucht solche schweren Arbeiten auszuführen. { Fakt-Fiktion}

 

2 Responses to “Ibn Dschubair in Sizilien”

  1. Erich Foltyn Says:

    wissen wir eh, die Moslems lassen Gott für sich arbeiten, sie haben ja den superschlauen Überschmäh.

  2. […] Einblick in die Zeit des 12./13. Jahrhunderts gibt der arabische Reiseschriftsteller Ibn Dschubair: https://koptisch.wordpress.com/2011/12/18/ibn-dschubair-in-sizilien/ Infos zu Dschubair: http://de.wikipedia.org/wiki/Ibn_Dschubair In dem Artikel steht, dass […]


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