kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der Weizen und das Unkraut 18. Dezember 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:22

Von seiner Heiligkeit Papst Schenuda III

Deine Aufgabe ist es nicht, das Unkraut auszuziehen, sondern zu wachsen wie der Weizen. Wenn der Ackerbauer kommt, wird er die Ähren deines Weizens voll vorfinden und er wird dreißig-, sechzig- und hundertfältig auflesen, bis seine Scheunen mit Weizen voll sind.

 

Unser Herr Jesus hat niemals seine Zeit verschwendet, um sich Fehlern seiner Zeit zu widersetzen. Er verbrachte die Zeit seines Lebens auf der Erde nicht damit, gegen fehlerhafte Menschen zu kämpfen oder sich mit den Problemen der Gesellschaft und der Kirche zu beschäftigen. Er kümmerte sich um den Aufbau, die Grundlegung neuer Prinzipien und bereitete die Menschheit darauf vor, an sie zu glauben und sie überall zu verbreiten. Es ist eine Verschwendung von Kraft, darin aufzugehen, das Unkraut aufzulesen. Der Teufel ist ständig bereit, dich mit den verschiedensten Problemen zu beschäftigen und gibt dir unzählbare Fehler. Sein Hauptziel besteht darin, dich durch den Kampf gegen diese Fehler am Aufbau deiner Person und des Reiches Gottes zu hindern und in diesem Kampf vertreibt er deine Kräfte und Nerven.

 

Indem du das Unkraut herauszupfst, kannst du deinen inneren Frieden verlieren und möglicherweise auch den Frieden mit deinen Mitmenschen; es ist, als wenn du in einem ständigen Kampf leben würdest. So wirst du deine Ruhe und Heiterkeit verlieren und möglicherweise auch deine Demut. Diese Probleme können eine Atmosphäre von nicht aufhörenden Störungen und Differenzen schaffen, die dich immer in Aufregung halten und mit dauerndem Ärger umgeben. So, wie du deine Ruhe und Sanftmut verlierst, kannst du auch deine Fröhlichkeit verlieren. Deine Mitmenschen werden dich immer verdrießlich ohne ein Lächeln sehen. Ärger und Sorge werden Macht über dich haben, und möglicherweise wirst du sie sogar akzeptieren als heiligen Ärger und heilige Sorge um Gottes Willen.

 

Das könnte dein Herz hart machen. Menschen, die etwas Falsches tun, wirst du ständig verurteilen. Du wirst dich gegen ihre Fehler auflehnen und dich damit entschuldigen, du rissest nur das Unkraut aus. Du wirst immer gereizt sein und laut werden, wirst tadeln und die Leute anschreien und dich über alles ärgern. Über all diesem wirst du die Liebe zu deinen Mitmenschen und deine Sanftmut verlieren. Wenn du also das Unkraut bei anderen ausziehst, wirst du womöglich auch den Weizen, der in dir ist, mit ausrupfen. Deine Mitmenschen werden dich in jeder Hinsicht als Unkraut betrachten. Es gibt nur wenige, die Unkraut ausrupfen können und zugleich ihren Weizen schonen. Deshalb ist es gut, dass Gott seine Kinder daran gehindert hat, das Unkraut auszurupfen, aus Angst, sie könnten auch den Weizen ausziehen. Mit Recht heißt es in der Bibel: Widerstehe nicht dem Bösen. (Mt 5:39) Am besten kann Unkraut durch ein gutes Beispiel beseitigt werden, so wie der Weise sagte: „Anstatt die Dunkelheit zu verfluchen, zünde eine Kerze an“!

 

4 Responses to “Der Weizen und das Unkraut”

  1. Bella Ella Says:

    Es gibt ein Unkraut namens „Taumel-Lolch“. Dieses Unkraut sieht aus wie Weizen und man erkennt erst in der Reife, dass es Unkraut ist. Es muss reifen, was der Herr reifen lassen will!

    • Chris Says:

      Richtig Bella!

      immer ein Hauptthema gewesen.
      Wir können den „Weg der
      Einigung”, die Lebensgemeinschaft
      mit Gott und miteinander,
      nur als einen Weg der Reinigung
      gehen, betonen die alten Meister,
      und das heißt: Wir müssen uns –
      als Einzelne, als Familie, als
      Gemeinde, als Ordenskonvent,
      als geistliche Gemeinschaft und
      als die ganze Kirche Jesu Christi

      – stets von neuem fragen: Wovon
      ernähren wir uns – und was
      geben wir als Nahrung weiter?

      Menschen, inner- und außerhalb
      der Gemeinde, Weizen zu sein
      und nicht Taumellolch” (DIE
      JESUSGESCHICHTE DES MATTHÄUS,
      Neukirchen-Vluyn 1993,
      105).
      Fatal bleibt dennoch, dass
      durch die allegorische Umdeutung,
      für die Matthäus in seiner
      Gemeinde ja durchaus aktuellen
      Anlass gesehen haben mag, der
      ursprüngliche Sinn des Gleichnisses
      Jesu aus dem Blick geraten
      ist. Die „Sinnspitze” liegt
      nicht in der Androhung des
      Gerichts, auch nicht, wie von
      Matthäus beabsichtigt, um der
      Ermahnung zum Guten willen.
      Ebenso wenig liegt der Aussagesinn
      der Parabel in der Aufforderung,
      dem Urteil Gottes über
      die „Söhne des Bösen” nicht vorzugreifen
      – eine Auslegung, die
      heute in der Glaubensverkündigung
      gang und gäbe ist. So wichtig
      und richtig eine solche Belehrung
      ist: Sie bleibt doch der
      Deutung des Matthäus verhaftet,
      denn sie wird mit der Brille seiner
      Deutungs-Verse in das
      Gleichnis Jesu hineingelesen.
      Und die eigentliche Botschaft
      bleibt ungehört.
      „Der Sämann sät das Wort”,
      sagt Markus (4,14). Das Wort
      (Gottes) sät er, nicht „Söhne des
      Reiches”, unter die dann „der
      Teufel” die „Söhne des Bösen”
      (Wie die Männer Ihren Frauen
      untreu sind–das Böse daher reden-
      sagen frei zu sein und lügen
      und sich den Spass gönnen ,oder
      doppelt gleisig lieben..)
      einfach austreut die Unwahrheit

      ausstreut! Auch für Matthäus
      selbst ist der Same „das Wort
      vom Reich (Gottes)” (13,19).
      Nicht anders darf folglich die
      Weizen-Lolch-Parabel ausgelegt

  2. Bella Ella Says:

    Wir haben einen Vorteil bei der Bestimmung der Bedeutung des Gleichnisses von Weizen und Unkraut: In Matthäus 13,36-43 erklärt der Herr Selbst das Gleichnis für uns, so müssen wir uns nicht fragen, ob wir es richtig ausgelegt haben! Unkraut (oder Lolch) ist Gras, welches in der frühen Wachstumsphase aussieht wie Weizen. In dem Gleichnis steht das Unkraut für „die Söhne des Bösen“ (V. 38). Diese Ungläubigen sehen wie echte Christen aus, aber ihr Glaubensbekenntnis ist falsch. Am Ende wird sich zeigen, dass sie niemals errettet waren. Sie dürfen nicht in das [öffentliche] Reich Christi eingehen, sondern werden ewig in der Hölle leiden (V. 42). Es ist wichtig zu verstehen, dass „Weinen und Zähneknirschen“ keine Beschreibung von einem „Verlust eines Preises“ für Gläubige ist, die ein untreues Leben gelebt haben. Nein! Es ist eine Beschreibung der Hölle. Das Unkraut sind nicht die untreuen Gläubigen. Es sind Ungläubige – „die Söhne des Bösen“ (V. 38). Auf der anderen Seite steht der Weizen für die gerechten „Söhne“, die eingesammelt werden, um die Herrlichkeit des Königreichs zu teilen, wenn der Herr wiederkommt (V. 43).

  3. Chris Says:

    Und die Moral von der Geschicht’?
    Eigentlich verlangt dieses
    Gleichnis nach keiner weiteren
    Erklärung.
    Es ist aus sich selbst
    heraus verständlich: Neben dem
    kostbaren
    „Weizen”
    des Reiches
    Gottes wächst immer auch –
    auf
    jedem Acker: dem Acker der
    Welt, dem Acker der Kirche,
    dem inneren Ackerland eines
    jeden Menschenherzens –
    der
    „Lolch”
    empor, der dem Echten
    und Kostbaren des Evangeliums
    auf den ersten Blick zum Verwechseln
    ähnlich sieht und doch
    Gift ist und krank macht.
    Und diesem erhellenden Bild
    folgt im Schlusssatz, auf den die
    ganze Erzählung hinausläuft, die
    Moral von der Geschicht’. Sie
    hat ihre Gültigkeit auch heute, in
    der gegenwärtigen Krise des
    religiösen und kirchlichen
    Lebens: Gebt Acht, was ihr in
    eure Scheunen bringt!

    Achtet
    darauf, wovon ihr euch und eure
    Kinder ernährt – und darauf,
    was ihr in Pastoral und Glaubensverkündigung
    aussät auf
    den Acker der Welt!


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