kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Predigt von Chorepiskopos Prof. Dr. Emanuel Aydin 8. Dezember 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 21:03

Vom 05. Dezember 2011 im Stephansdom anlässlich der Wiener Aktion

Christen ohne Menschenrechte

 

 

Exzellenz Herr Weihbischof Scharl,

hochwürdige Mitbrüder im geweihten Amt,

liebe Brüder und Schwestern in Christus aus den verschiedenen Bekenntnissen!

 

Wir sind hier wie in den letzten drei Jahren (seit Dezember 2008) zusammengekommen, um für unsere verfolgten Mitmenschen in so vielen Ländern der Erde zu beten und um ihnen unsere Unterstützung auszudrücken. Wie uns das heutige Evangelium sagt, müssen wir auf Probleme, Verleumdungen und Verfolgungen gefasst sein. Zwischen den Jüngern Christi und dem Geist der Welt besteht von Anfang an ein Gegensatz. Als Chorbischof der syrisch-orthodoxen Kirche und als Sprecher der altorientalischen bzw. orientalisch-orthodoxen Christen in Österreich freut es mich, dass ich dieses Jahr als Prediger eingeladen worden bin.

 

Ich möchte den Schwerpunkt meiner Worte auf eine der Ursachen der Christenverfolgung legen. Es ist die Einheit von Religion und Staat in einem speziellen Sinn. Die Einheit von Religion und Staat kann mehrere Ausprägungen haben. Jesus Christus hat mit seinem Gebot „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gott ist“ den Unterschied zwischen zeitlicher und geistlicher Macht ein für allemal festgelegt. Die geistliche und weltliche Macht arbeiten zwar in Teilen der Christenheit ab dem vierten Jahrhundert oft zusammen. Dennoch ist es so, dass im Westen das Papsttum und Kaisertum immer verschiedene Institutionen waren. Das ist eine historische Tatsache. Auch Armenien, wo das Christentum schon im 4. Jahrhundert und vor dem Römischen Reich Staatsreligion wurde, war der König nicht Patriarch. In Byzanz hat die weltliche Macht zwar immer sehr stark in die Kirche eingegriffen. Aber auch hier waren Altar und Thron immer verschiedene Institutionen.

 

In der islamischen Lehre sind Religion und Staat aber vermischt!

 

Diese Vermischung ist eine völlig andere Auffassung von geistlicher und weltlicher Macht als im Christentum. Wir können das an den islamischen Staaten der Gegenwart leicht bemerken. Die Gebote des Koran werden in die staatliche und gesellschaftliche Praxis umgesetzt. Daraus folgt zum Beispiel, dass wir Christen, aber auch alle anderen Nicht-Moslems, wie die Juden, gemäß dieser Auffassung eben „Ungläubige“ sind und darum außerhalb der Umma, der islamischen Gemeinschaft, stehen. In den letzten Jahren das auch in meiner Heimat, der Türkei, immer stärker spürbar! Das führte zu einer starken Auswanderungsbewegung bei den orientalischen Christen in den letzten 40 Jahren.

 

Die Länder West- und Nordeuropas sind daher in den letzten Jahrzehnten immer mehr betroffen von dieser Einwanderung von Christen, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft sind. Die orientalischen Christen, die hier in der Diaspora, als in der Zerstreuung, leben, bilden kirchliche Gemeinden. Sie halten an ihrer alten Identität fest, die häufig bis auf die Apostel zurückgeht. Sie verbinden Orthodoxie, als den rechten Glauben, mit der Orthopraxis, also dem rechten Handeln. Ich muss hier auch ein bisschen selbstkritisch sein: Sicher gibt es in manchen orientalischen Gemeinden manchmal ein übersteigertes Nationalbewusstsein oder einen gewissen Gruppenegoismus. Das ist schade! Denn unsere gemeinsame Identität heißt Jesus Christus. Unsere Kulturen und Herkunftsländer sind sicher wichtig, aber keine Kultur und kein Land ist absolut! Es gibt auch keine absolute Heimat auf Erden. Wir sind als Christen alle Fremdlinge und Ausländer in der Welt. Die Welt ist Exil. Unsere Heimat ist der Himmel. Für Europäer sind wir Gäste und Fremde, aber wir sind hier auch zu Hause. Wir sind Christen in einem christlich geprägten Land und wollen, dass das auch so bleibt.

 

Die Existenz der orientalischen Christen im Westen hat viele positive Auswirkungen

 

Viele ihrer Mitglieder bereichern das christliche Leben durch ihre theologische und geistliche Bildung, durch die Heiligkeit ihrer Lebensführung, durch Beiträge zur Mission und durch pastorale und soziale Initiativen. Orientale Christen tragen durch ihre Kenntnis der Kirchenväter zur Einheit der Christen bei, durch die Pflege alter und ehrwürdiger Traditionen, die Hochschätzung der Heiligen Liturgie, die Verteidigung von Ehe und Familie, den Respekt gegenüber den Eltern, den Respekt vor dem geweihten Amt. Nicht zuletzt durch die genaue Kenntnis des Islam, wie er wirklich ist. Es geht nicht um einen billigen Ökumenismus, oder um „ökumenische Tarifverhandlungen“, sondern dass „alle eines sind“!

 

Dabei dürfen wir als orientalische Christen nicht draußen stehen bleiben. Wir haben ja ein gemeinsames Ziel, gemeinsam in das Reich Jesu Christi zu gelangen. Gemäß dem Auftrag Jesu, eines zu sein, sollen wir dafür auch gemeinsam arbeiten. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Kirche Eine Heilige Universale und Apostolische ist. Der Auftrag Christi ist: „Geht hin und lehrt alle und macht alle Völker zu meinen Jüngern“ Dieser Weg zeigt die Universalität des Christentums und der Kirche. Wenn die Länder und Gläubigen sich vermehren, verlangt das die Gründung lokaler Kirchen – aber natürlich ohne Abspaltung von der einzigen Kirche Christi.

 

Vielleicht ist genau das durch die Auswanderung orientalischer Christen in den Westen wieder stärker ins Bewusstsein geraten. Das wäre erfreulich. Vergessen wir aber nicht, dass wir orientalischen Christen mit dem Verlust unsrer angestammten Heimat bezahlt haben. Wir haben unsere Heimat verloren. Viele andere werden derzeit sehr hart bedrängt und verfolgt. Viele werden getötet. Was die Ursache dafür ist, habe ich schon eingangs gesagt.

 

Vergessen wir auch nicht, dass sich der Völkermord an den Armeniern und an den syrisch-orthodoxen Christen, also auch an meinem Volk, in vier Jahren zum hundertsten Mal jährt. Die Türkei ist weit davon entfernt, ihr historisches Unrecht einzugestehen. Im Gegenteil ist die Stimmung gegen die Christen wieder feindlicher geworden. Vor einem Jahr wurde der katholische Bischof Luigi Padovese von Iskenderun, von seinem eignen Fahrer, ermordet. Der Prozess gegen den Mörder, erst 15 Monate nach dem Mordüberhaupt erst eröffnet, wurde nach wenigen Minuten vertagt. Auch die Morde an Don Andrea Santoro und an drei protestantischen Christen von Malatya sind nicht aufgeklärt.

 

In der Türkei ist ein neues Schulbuch für den Geschichtsunterricht herausgekommen, das die Geschichte verfälscht und gegen die Minderheiten hetzt: Die Armenier und Syrisch-Orthodoxen hätten auf Befehl der europäischen Länder und Russlands das osmanische Reich durch Aufstände angegriffen. Man sagt: Diejenigen, die „nicht erfolgreich“ waren, hätten das Land verlassen. Man spricht von „kriegerischer Auseinandersetzung“, verschweigt aber, dass es sich um einen geplanten Genozid handelte. Es wird auch gesagt, die Syrisch-Orthodoxen Christen seien durch den Vertrag von Lausanne als Minderheit anerkannt worden. Das stimmt aber nicht. In diesem Schulbuch werden auch die anderen Minderheiten, Aleviten und Juden, verleumdet. Es gibt erfreulicherweise Widerstand durch türkische Intellektuelle gegen dieses Schulbuch. Aber natürlich bestimmen diese Leute nicht die türkische Politik.

 

Man fragt uns manchmal, warum wir unsere Probleme in der Heimat nicht durch den „Dialog“ gelöst haben. Das ist sehr naiv! Die Gegenseite akzeptiert uns nicht als ebenbürtige Dialogpartner, sondern wie gesagt als Ungläubige, daher auch letztlich als Staatsfeinde und Agenten des Westens. Diese Haltung ist derzeit wieder sehr stark. Hier haben wir wieder dieses schon am Anfang erwähnte Prinzip „Religion und Staat“, also die Vermischung von Religion und Politik. Auch ein „laizistisches“ Land wie die Türkei ist davon betroffen. Im Westen verstehen das so wenige Menschen.

 

Auch in Europa rückt die Verfolgung näher!

 

Die islamischen Länder erlangen in Europa immer mehr Einfluss. Andererseits werden die Christen und ihr Glaube auch von europäischen Eliten in Politik, Kultur und Publizistik gezielt verhöhnt und diskriminiert. Das führt zu einer feindseligen Stimmung. Es kam schon zu Übergriffen auf Priester und Kirchen. Hier müssen wir sehr wachsam sein und Wahrheit und Freiheit verteidigen. Wir müssen aber auch gemäß den Worten Jesu Christi für unsere Verfolger beten. Wir müssen aber auch selbstkritisch sein!

 

Der Heilige Ephraim der Syrer (gest. 373), ein Heiliger der ungeteilten Kirche, aus dem Altertum aber auch aktuelle, spricht darüber, dass die Verfolgung der Christen eine Folge der Uneinigkeit ist, also auch wenn man das heute nicht gern hört, eine Strafe Gottes“! Er sagt in seiner 3. Rede über den Glauben, und das passt auch in unserer Zeit: Grausame Rächer haben sich erhoben, freche Räuber sind eingedrungen. Weil wir durch Grübelei entzweit sind, haben sie sich zum Kriege vereinigt. Weil wir durch Forschen entzweit sind, verbinden sie sich zur Plünderung. Weil wir dem Sohne nicht gehorchen, gehorchen sie ihrem Oberhaupt. Weil wir das Gebot verachten, ist dort das Gebot stramm. Weil hier die Anordnungen mit Füßen getreten werden, werden sie dort genau beobachten“.

 

Das muss man leider auch selbstkritisch über uns Christen sagen!

 

Was können wir zum Schluss als unser Resümee formulieren?

{1} Wir sollen nicht überrascht sein, dass wir Widerstand und Feindschaft erfahren. Das liegt doch im Westen des Glaubenslebens. Aber, wie es der Psalm auch sagte, am Schluss herrscht die Hoffnung.

{2} Wir sollen das tun, was in unserer Macht steht. So wird es immer unsere Aufgabe sein, verfolgten Christen zu helfen. Es wird aber auch unsere Aufgabe sein, Unrecht aufzuzeigen. Es hat keinen Sinn, die Situation in den islamischen Ländern zu beschönigen. Diese Situation hat ihren Ursprung in den Lehren des Islam selbst. Wir müssen daher auch aufzeigen, dass die Christenverfolgung in den letzten Jahren immer näher rückt.

{3} Die Verfolgung und Unterdrückung von Christen aller Bekenntnisse ist ein Anlass, die Einheit der Christen zu fördern. Die „Ökumene der Märtyrer“ kann und soll uns wieder zur einen, heiligen, universalen und apostolischen Kirche führen.

Amen

 

6 Responses to “Predigt von Chorepiskopos Prof. Dr. Emanuel Aydin”

  1. G.*K.* Says:

    Zu Gast sein bedeutet auch, nicht zu
    Hause sein

    Unsere Gastarbeiter geben uns da ein
    treffendes Beispiel. Sie sind zu uns gekommen,
    aber wir haben sie nicht eingeladen;
    und wenn doch, dann höchstens
    deshalb, um uns ihre Arbeitskraft zunutze
    zu machen. Sie haben ihre Heimat
    verlassen, damit sie ihren Familien daheim
    ein besseres Leben schaffen können.
    Gastarbeiter leben unter uns, aber
    ihr Herz ist in der Heimat geblieben. Sie
    haben Heimweh und freuen sich auf den
    Augenblick, wo sie wieder nach Hause
    fahren können. Sie spüren es jeden Tag,
    daß sie im Ausland sind. Wenn sie auch
    versorgt sind, so fühlen sie sich doch
    nicht geborgen.
    Heute sind viele Menschen unterwegs.
    Sie sind ohne Heimat. Sie haben
    ihr Dorf verlassen, um in die große Stadt
    zu ziehen, sie ziehen in andere Länder
    und Kontinente. In der äußeren Fremdheit
    wird den Menschen ihre innere Heimatlosigkeit
    bewußt. Auch der Daheimgebliebene
    weiß, daß ihm das Leben
    keine heimatliche Geborgenheit gibt
    trotz aller seiner Bemühungen, sich in
    dieser Welt zu verankern.
    Der gläubige Christ braucht seine
    Gastrolle in der Welt nicht länger vor
    sich selbst zu verbergen. Zwar wird er
    von der Welt nun erst recht als Außenseiter,
    als Fremdkörper behandelt. Darin
    teilt er das Schicksal Jesu. Aber er hat
    dafür eine Heimat gewonnen.
    Jesus hat in dieser Welt, die doch sein
    Eigentum ist, als ein „Ausgestoßener“
    gelitten draußen vor dem Tor. „So lasset
    uns nun zu ihm hinausgehen aus dem
    Lager und seine Schmach tragen. Denn
    wir haben hier keine bleibende Stadt,
    sondern die zukünftige suchen wir“
    (Hebr. 13, 12 – 14). Jesus verspricht denen,
    die ihm nachfolgen, alles andere als

    Der Außenposten für Gäste
    Ein Ausländer ist in der Fremde zumeist
    nicht ganz schutzlos. Fast immer
    findet er eine Vertretung seines Heimatlandes
    in dem Land, in dem er Gast ist,
    eine Botschaft, ein Konsulat. Hier betritt
    er mitten im fremden Land heimatliches
    Territorium und genießt weitgehenden
    Schutz. Hier untersteht er auch
    der Justiz seines Vaterlandes.
    Auch die Gemeinde Jesu Christi stellt
    so etwas wie einen Außenposten dar, ein
    Territorium des Reiches Gottes in dieser
    Welt. Hier finden sich die Christen
    als „Landsleute“ zusammen, hier sind
    schon die neuen Ordnungen des Reiches
    Gottes anerkannt. Ebensowenig wie eine
    Botschaft ihre Staatsbürger vor jeder
    Unbill im Ausland schützen kann, kann
    die Gemeinde ihre Glieder in der Welt
    auch nicht vor jeder Gefahr bewahren.
    Aber sie ist ein Ort der Zuflucht, wo
    Gottes Geist wirkt.
    Christen ohne Gemeinde müssen
    bald untergehen. Von der Gemeinde
    schreibt Paulus den Ephesern in Kapitel
    2, 19 und 20: „So seid ihr nun nicht mehr
    Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger
    der Heiligen und Gottes Hausgenossen,
    erbaut auf den Grund der Apostel
    und Propheten, da Jesus Christus der
    Eckstein ist.“
    Wenn wir Brüdern und Schwestern
    begegnen, sollten wir uns freuen wie
    Landsleute, die sich im Ausland treffen.
    Wir sind und bleiben eine Minderheit in
    dieser Welt, aber wir haben ein bleibendes
    Zuhause gefunden.

  2. G.*K.* Says:

    Umso wichtiger ist das für uns Europäer geworden:

    Denn Gott sättigt uns mit seinem Licht,dass uns stärkt und Kraft verleiht dieses Licht weiter zu reichen und somit der Welt eine Freiheit des Glaubens Gottes zu verleihen.
    —————————————————————-

    Wir sind Gäste
    unseres Gottes in dieser Welt

    Wir haben keine Zeit zu verlieren.

    Unser Leben ist jetzt lebenswert, nicht
    in einer erträumten Zukunft.
    Wir sollen
    deshalb nicht nervös werden, aber gesammelter,
    bewußter, wesentlicher leben,
    aufmerksamer und dankbarer.
    Wir
    sollten auch den Abreisetermin im Auge
    haben; er ist uns unbekannt, aber er ist da.
    Gerade die Psalmen zeigen uns unser
    vergängliches Leben als ein frohes

    Zu-Gast-Sein bei Gott. Psalm 36, 8 – 10:
    „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, daß
    Menschenkinder unter dem Schatten
    deiner Flügel Zuflucht haben!
    Sie werden
    satt von den reichen Gütern deines

    Hauses, und du tränkst sie mit Wonne
    wie mit einem Strom.

    Denn bei dir ist
    die Quelle des Lebens, und in deinem
    Licht sehen wir das Licht.“
    Nun ist unser Leben in der Welt freilich
    nicht ein einziger schöner Urlaub.

  3. G.*K.* Says:

    Umso´ wichtiger ist das für uns Europäer geworden!
    ———————————————————————–

    Wir sind Gäste
    unseres Gottes in dieser Welt

    Wir haben keine Zeit zu verlieren.

    Unser Leben ist jetzt lebenswert, nicht
    in einer erträumten Zukunft.
    Wir sollen
    deshalb nicht nervös werden, aber gesammelter,
    bewußter, wesentlicher leben,
    aufmerksamer und dankbarer.
    Wir
    sollten auch den Abreisetermin im Auge
    haben; er ist uns unbekannt, aber er ist da.
    Gerade die Psalmen zeigen uns unser
    vergängliches Leben als ein frohes

    Zu-Gast-Sein bei Gott. Psalm 36, 8 – 10:

    „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, daß
    Menschenkinder unter dem Schatten
    deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden
    satt von den reichen Gütern deines

    Hauses, und du tränkst sie mit Wonne
    wie mit einem Strom. Denn bei dir ist
    die Quelle des Lebens, und in deinem
    Licht sehen wir das Licht.“
    Nun ist unser Leben in der Welt freilich
    nicht ein einziger schöner Urlaub.

    • Bella Ella Says:

      Und wenn wir bei der Quelle des Lebens sind, können wir alle miteinander das schöne Lied singen:

      Einstens las ich von einer Stadt Salem, die der Höchste hält droben bereit,
      wo auf ewig die Kinder des Friedens, ruhn in himmlischer, seliger Freud,
      dort kann Sünde und Tod nicht eindringen, dort wird nicht mehr geweint und geklagt,
      doch so viel ich darüber mocht‘ hören, nicht die Hälfte hat man mir gesagt.

      Einstens las ich von weißen Gewändern, von der Sel´gen Geschmeide und Kron,
      von dem Ruf: Ihr Geliebten des Lammes, kommt ererbet das Reich in dem Sohn!
      Hab´gehört von dem ewigen Leben, wie die Seele das Kleinod erjagt,
      doch so viel ich auch lauschte der Kunde, nicht die Hälfte hat man mir gesagt!

      Nicht die Hälfte hat man mir gesagt, nicht die Hälfte hat man mir gesagt,
      nicht die Hälfte der Herrlichkeit droben, nicht die Hälte hat man mir gesagt.

  4. Eleonora-Elli Says:

    – 4 Mose 31, (7-11, 17-18): Bei Eroberungen prinzipiell alle Männer, Knaben und Frauen der
    feindlichen Population töten, gewaltsame Übernahme der unberührten Mädchen und Jungfrauen,
    alle Wohnungen und besiedelten Orte zerstören und verbrennen.
    – 5 Mose 7 (1-26): Aufforderung zu Mordbrennerei, Intoleranz und Fremdenhaß; Verteufelung
    anderer Völker, Kulturen und Religionen.
     Der Völkermord ist kein Ausrutscher, sondern er erfolgt oft offensichtlich auf Geheiß „höherer
    Mächte“ – jedenfalls nach der Meinung der Menschen.

    Völlig verluderte Menschen wie Sancherib, Salmanassar, Tiglat-Pileser, …, Marius, Sulla,
    Tiberius, Caligula, Nero, Commodus, …, Adolf Hitler, Stalin, Idi Amin, Pol-Pot, Rias Montt…
    haben eine professionelle Grausamkeit und Tötungslust gezeigt, die man zu gerne in das
    Gebiet der kriminellen Geisteskrankheit und geistigen Abnormalität verweisen würde, wenn
    man nicht die fatale Natur des Menschen mit seiner Veranlagung zum Bösen wie Mord- und
    Raublust, Grausamkeit, Egoismus, Herrschsucht, Machtgier, Neid, Gier, Haß und dergleichen
    mehr nur zu gut kennen würde.
     Bösartigkeit ist beim Menschen leider kein Zeichen von Geisteskrankheit, sondern von
    „Normalität“ in Bezug auf seine Species. Das Böse ist beim Menschen „normal“.

    Nun, war das bei der Eroberung Amerikas durch die Europäer wirklich der Fall ?
    War es nicht eher so, daß man die Indianer aus rein persönlichen Motiven heraus in großen
    Mengen tötete, um ihnen ihr Land abzunehmen ?
    Wollte nicht jeder nach Amerika einwandernde Europäer genau das Land haben, das den
    Indianern gehörte ?
    – Nun, war das bei der Ermordung der Armenier durch die Jungtürken in der Nordosttürkei
    wirklich der Fall ? Sicher gab die Hohe Pforte den Befehl zur Tötung der Armenier, aber die
    Jungtürken töteten mit großer Begeisterung und äußerster Grausamkeit, also aus eigenem
    Antrieb heraus.
    – Nun, war das bei der Ermordung der Tutzi durch die Hutu wirklich der Fall ? Sicher steckten
    ein paar mächtige Drahtzieher dahinter, aber gemordet haben die Hutu mit großer Begeisterung
    und Hingabe mit primitiven Waffen wie der Panga.

    Der Mensch ist weder paradies- noch weltraumtauglich. Der Mensch ist wegen seines
    altertümlichen Triebsystems für die zivilisierte Welt, die er mittels seines Verstandes erschafft,
    viel zu primitiv und charakterlich zu schlecht.

  5. […] Predigt von Chorepiskopos Prof. Dr. Emanuel Aydin vom 05. Dezember 2011 im Stephansdom anlässlich der Wiener Aktion „Christen ohne Menschenrechte“ […]


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