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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Einiges über den Märtyrer Filopatier Merkorius 8. Dezember 2011

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 22:53

Der Heilige Filopatier Merkorius (Abu Seifen - der mit den zwei Schwertern)

Die Kirchen und Klöster, die den Namen des Heiligen tragen

 

Seine Kirchen und Klöster in Kappadozien

 

{1} Antikste Kirche des Märtyrers:  Im elften Jahrhundert wurde Kappadozien von dem türkischen Überfall heimgesucht. Die Zerstörung war unbeschreiblich. Denn die Türken setzten alles dort in Brand und vergossen Blutströme. Sie verwandelten das schöne Land in eine Steppe. Außerdem plünderten sie die berühmtesten Kirchen und zerstörten sie danach. Eine dieser zerstörten Kirchen war die Kirche des Heiligen Merkorius. Trotz der mehrmaligen Plünderung und Verwüstung gibt es bis zum heutigen Tag Torsos bzw. Fragmente von dieser antiken Kirche. Drei Kilometer vom Osten des alten Kappadoziens und in der Nähe von der neuen Stadt ist der alte Platz zu finden, auf dem die Kirche des Heiligen Merkorius stand. Es ist eine umfangreiche grüne Wiese. In der Mitte dieser Wiese stehen noch große Steinblocke und Säulen, die die Ruine der antiken Kirche darstellen. Das ist alles, was von dieser Kirche übrig geblieben ist. Nichtsdestotrotz pilgern die Christen in Kappadozien in Scharen dorthin, um den Martyriumstag ihres Schutzpatrons zu feiern. Obwohl weder die Reliquien des Heiligen noch seine Waffen in Kappa-dozien vorhanden sind, werden zahlreiche Kerzen dort angezündet. Laternen hängen ebenfalls und Weihrauch wird emporgestiegen. An dem Tag erzählen sich die Pilger gegenseitig, was sie durch Überlieferung über die rühmliche Biographie und die wirksame Fürbitte des Heiligen wissen.  Die durch seine Fürbitte gewirkten Wunder sind unerschöpflich.

 

{2} Steinwurf von der erwähnten Ruine der antiken Kirche des Märt-yrers steht ein Kloster, das den Namen des Heiligen Merkorius trägt.
{3} In Kappadozien befinden sich ebenfalls zwei antike Kirche, welche den Namen des Märtyrers tragen. Sie sind in Queureme und El Nazar. Es ist allerdings nicht bekannt, zu welchem Zeitalter beide errichtet wurden.

 

Seine Kirchen und Klöster in der ganzen Welt

{4} In Thessaloniki gibt es ein Kloster des Heiligen Merkorius und des Heiligen Theodor, dessen Entstehung auf das 6. Jahrhundert zurückgeht.
{5} Aus den in der Bibliothek von Patmos verwahrten Manuskripten geht hervor, dass es ein Kloster des Heiligen Merkorius in Palatia gibt. Die Erbauung dieses Klosters geht auf das Jahr 1201 n. Chr. zurück. 
{6} In Zypern befinden sich zwei Kirchen auf dem Namen des Heiligen.
      
{7} In Griechenland gibt es eine kleine Kapelle des Heiligen Merkorius, deren Gründung nicht präzise geschätzt werden konnte. Am Fuße des Berges Liopesi in Attique gibt es eine Klause, die seinen Namen trägt.
{8} Das Kloster des Heiligen Merkorius Abi-Seifen in Calabre in Italien.
{9} Kirche der Jungfrau Maria und des Heiligen in Sydney – Australien.
{10} In den vereinigten Staaten gibt es einmal eine Kirche des Heiligen in Dallas. In Kalifornien steht eine Kirche von ihm und Heiligen Ibram.

 

Seine Kirchen und Klöster in Ägypten

In Ägypten genießt der Märtyrer Christi „Filopatier Merkorius“ eine unvergleichliche Beliebtheit und zugleich einmalige Berühmtheit. Daher sind seine Kirchen im ganzen Land verbreitet. 69 Kirchen und 6 Klöster sind vom Norden bis Süden Ägyptens zu finden. Davon erwähnen wir:

{1} Die antike Kirche des Heiligen Merkorius in Alt-Kairo. Auf Ende des 4. Jahrhundertes geht ihre Errichtung zurück. Zum Ende des 7. Jahr-hundertes wurde sie aber zerstört. Allerdings wurde sie zur Amtzeit des alexandrinischen Papstes Ibram, der Syrer (Nr. 62) wiederaufgebaut. Das geschah durch die Erlaubnis des Kalifen „Almoäz Ledin Allah“, welche die Kopten dank des Wunders vom Versetzen des Berges Almokatam ergatterten. Jedoch verbrannte sie beim großen Brand von Fosstat. Im Jahr 1176 wurde sie noch einmal renoviert. Diese Kirche war für lange Zeit die Residenz der Patriarchen. In ihr wurden 14 Patriarchen inthron-isiert; deren Erster war Papst Gabriel (Nr. 95 ~ im Jahr 1526) und deren Letzter war Papst Markus (Nr. 108 ~ im Jahr 1797). Unter dem Altar dieser Kirche befinden sich die Überreste vieler Päpste, Bischöfe und Priester. Überdies enthält die Kirche viele Reliquien mehrerlei Heiligen.

 

{2} Kirche des Heiligen Abi-Seifen – als die Kleine bekannt – in Haret Sewela in Kairo. Im Jahr 1773 erbaute sie der Gelehrte Ibrahim Algohary.
{3} Kloster des Heiligen Merkorius in Tamoh – Giza. In diesem Kloster befinden sich eine antike Kirche des Heiligen und beigeordnete Bauten.
{4} Kirche des Heiligen Merkorius im Kloster Almeimun in Bani Swef. Sie ist eine antike Kirche, die im 4. Jahrhundert errichtet wurde. Zuvor war sie eine kleine Kapelle auf dem Namen der Mutter Gottes. Nach dem Märtyrertod des Heiligen wurde sie auf seinem Namen umbenannt.
{5} Kirche des Heiligen Abi-Seifen im Kloster des ersten Anachoreten „Abba Powla“ am roten Meer. Sie ist ziemlich neue Kirche, welche der Gelehrte Ibrahim Algohary über der antiken Kirche „Abba Powla“ erbaute.
{6} Kloster des Heiligen Merkorius in Helwan. Als Kloster „Schihran“ war es bekannt und geht auf das 5. Jahrhundert zurück. Jedoch war es im 4. Jahrhundert als Kloster des Heiligen Barsum, des Nackten, bekannt.

 

Die Reliquien des Heiligen Merkorius

Nachdem der Heilige den Märtyrertod erlitt, blieben sowohl sein reiner Leichnam als auch seine Waffen in Kappadozien. Sie wurden in der Kirche verwahrt, die zu seiner Ehre erbaut und eingeweiht wurde. Als seine rühmliche Biographie sich überall verbreitete, ereiferten sich die Kirchen weltweit in dem Ergattern eines Teiles seiner segenreichen Reliquien. Jede Kirche wusste, welch ein Segen jene Teilstücke darboten.

 

Seine Reliquien erreichen Quintodecimum in Italien: Anhand der historischen Dokumente und Manuskripte dürfen wir Folgendes anführen: „Im Winter des Jahres 662 zog Konstantin II (641 -668) nach Athen. Im Frühjahr 663 überquerte er mit seinen Heeren den Golf von Tarente. Der Imperator Konstantin II hatte die Absicht, Italien von Lombard zu erkämpfen, und es seinem byzantinischen Imperium hinzuzufügen. Früher war es Brauch, dass die heidnischen Imperatoren die Götzen ihrer Götter mitnahmen, als sie in den Krieg zogen. Jedoch nahmen einige christlicher Kaiser die Reliquien eines der Heiligen mit, weil sie zu schätzen wussten, welch einen Segen sie dadurch erhielten. Genau dies tat Kaiser Konstantin II. Er nahm die Reliquien des gelobten Truppenführers Merkorius mit, damit der Heilige durch seine Fürbitte beim Herrn stützend mitmarschierte. Die gesegneten Reliquien vertraute er der Obhut von drei Mönchen an. Nach dem die Heere den Golf von Tarente überquerten, wurden Apulie und Lucera eingenommen. Ferner ereichten sie Quintodecimum, wo sie einen gewichtigen Sieg errangen. Dort blieben die drei Mönche mit den reinen Reliquien und ehrten den Heiligen Merkorius dankend durch einen Lobpreis. Kaiser Konstantin II aber zog weiter mit seinen Heeren nach Benevent. Inzwischen zeigte sich der Heilige den drei Mönchen im Traum. „Er forderte sie auf, eine Basilika auf seinem Namen zu errichten. Die Reliquien, die der Kaiser im Siegesrausch ignorierte, sollten da verwahrt werden“. Tatsächlich setzten sie um, was der Heilige von ihnen verlangte. In unterirdischer Grabkammer der Kirche verwahrten sie die ruhmreichen Reliquien. Sie legten einen großen besiegelten Stein im Gang. Die Kirche und Krypta wurden der Obhut einiger Nonnen anvertraut. In dieser Kirche wirkte der Herr durch die Fürbitte seines geliebten Märtyrers „Markorius Abi-Seifen“ mancherlei Wunder, die viele zum Glauben an Christus führten“.

 

Transport Seiner Reliquien nach Benevent: 95 Jahre lang blieben die Reliquien des Heiligen Merkorius in der Kirche von Quintodecimum aufbewahrt. Zur Ära des Grafs Arechis II (758 – 787) wurde eine prächtige Basilika errichtet. Sie hieß „Weisheit Gottes“ und sah der Kirche „Agia Sophia“ in Konstantinopel ähnlich. Dieser Graf interessierte sich für Erbauung der Kirchen und Sammeln der Reliquien der Heiligen und Märtyrer. Anlässlich einer himmlischen Vision ging der Graf mit dem Bischof, den Priestern und Notabeln von Benevent nach Quintodecimum, um die Reliquien des Heiligen von seiner Kirche nach Benevent zu bringen. Arechis buddelte selbst aus, bis er nach langer und mühsamer Suche die gesegneten Reliquien fand. Mit großer Freude und unter Jubel und Gesängen brachte er sie zur Basilika in Benevent. In dem Sarkophag legte er das Dokument Nr. 5993, aus dem hervorgeht, dass jene Reliquien dem Märtyrer Merkorius gehörten, der den Märtyrertod in Kappadozien erlitt. Dies geschah im zehnten Jahr seiner Amtszeit; am 26.08.768. Jenes Dokument schätzt Italien aufrecht.

 

Wo befinden sich Seine Reliquien?

Teile vom Kopf des Märtyrers

{A} Im Athos:  Im Kloster des Heiligen Dionesius und in der Kirche des Heiligen Athanasius in Omilaion – Gardike, die sich in Phthiotis befinden. Im Kloster Vatopedi gibt es ebenso welche. Einen Teil von seiner Wirbelsäule gibt es bei den Mönchen im Kloster der Hl. Barbara. In diesem gigantischen Berg befinden sich Teile der Reliquien in den nachstehenden Klöstern: Iviron, Xeropotamou, Pantocrator, Docheiariou, Xenophontos, Zographou, Karakallou, und Panteleimon in Kouthoumous.

{B} In Zypern:  Im Kloster Kykko, welches sich in Troodos befindet.
{C} In Griechenland:  In Griechenland werden Teile der Reliquien in den folgenden Klöstern aufbewahrt:  + Barlaam in Meteora – Thessilia  /
+ Meteora in Thessilia / + Konzane in Mazedonien / + Agia Lavra in Kalavrita / + Kloster der 40 Märtyrer von Sepsetia in Sparte / + Koimisis in Poretsos – Ileias / + Zerbitsa in Sparte / + Koimisis in Prastos – Kynouria / + Kirche des Hl. Andrawes in Ambelos, das in Achäja besteht.

{D} In den griechischen Inseln:  In den folgenden Klöstern befinden sich ebenfalls Reliquien des Heiligen Merkorius:  + Platytra auf der Insel Corfou / + Kechrovounion auf der Insel Tinos / + Kloster des Hl. Nikola in Apoikia auf der Insel Andros / + Zoodochou auf der Insel Andros / Kloster der Heiligen Trinität „Agia Trias“ auf der Insel Samos / + Kloster des Hl. Johannes Theologos auf Patmos / + Taxiarchon auf Seriphos.
{E} In Italien:  In Casinum und zwar in der Nähe vom Berg Cassin sind Reliquien des Heiligen vorhanden. Sie sind dort im Jahr 1086 angelangt.
{F} In der Türkei:  In der theologischen Hochschule in Khalke – Istanbul.

 

Waffen und militärische Rüstung des Heiligen

Auch die Waffen des Heiligen Merkorius wurden nach Athos gebr-acht und blieben in den dortigen Klöstern aufbewahrt. Am 26.01.1842 fand ein Mönch namens Neophyte den Helm des Heiligen im Kloster „Karakallou“. Im Kloster Pantocrator befindet sich ein Teil des Schildes des Märtyrers. Der Schild ist aus Bronze und purpurfarbig. Auf dem sind gravierte Figuren zu sehen. Man sieht die Mutter Gottes mit dem Kind Jesus auf dem Thron sitzen. Davor knien die Sterndeuter ehrenvoll. Zu sehen sind ebenso drei der Evangelisten; die Propheten Mose und David.

 

Ankunft der Reliquien des Heiligen in Ägypten: Dies ereignete sich am neunten Baauna des Jahres 1204 Mär. und zwar zur Amtszeit des alexandrinischen Papstes Youannes (Nr. 64). Es ging dabei um die Kirche des Heiligen Merkorius in „Darb Albahr“. Zur Kirche des Erzengels Michael in „Rass Alkhalig“ in Ägypten kam der Metropolit Makardius (Vorsteher von Kloster des Hl. Jakob in Jerusalem, welches als das armenische Kloster bekannt war). Einige aus Armenien begleiteten den Metropoliten. Darunter waren zwei Armenier namens Heschro und Konstantin. Mit Papst Youannes feierten sie das Gedächtnis des Erzengels. Nach der heiligen Messe waren sie zum Essen beisammen. Es wurde danach über die Wunder gesprochen, die der Herr durch seine Heiligen wirkt. Unter anderem wurde Kappadozien erwähnt. Der Metropolit Makardius bestätigte das Dasein der reinen Reliquien des Heiligen Merkorius dort. Er teilte ebenso mit, dass dieses Land unter der Herrschaft von „Ibn Alhassan Bek“ stand. Dies alles bekräftigten die anwesenden Armenier, die öfters dort waren. Die Runde beschloss, dass man alles Mögliche versuchen wird, um etwas von den Reliquien des Heiligen nach Ägypten zu bringen, was man in seiner Kirche in Alt-Kairo aufbewahren wird. Hinfort ereignete sich, dass Konstantin nach Kappadozien reiste. Dort traf er zwei der Metropoliten des Landes. Es handelte sich dabei um die verehrten Väter Kerakus und Andreas, denen er von seinem Auftrag erzählte. Die Drei gelangen nach ergiebiger Mühe zum Haus des Priester einer der Siedlungen, der Pater Jakob hieß. Die beiden Metropoliten baten diesen Priester, dem Bruder Konstantin etwas von den reinen Reliquien des Heiligen zu geben, vor allem nachdem er sich solche Mühe – achtmonatige Reise –  gab. Überdies teilten sie jenem Priester mit, dass dies der Wunsch des alexandrinischen Papstes und des Metropoliten Jerusalems war. Nach langem Hin und Her gab der Hirte nach. Am neunten Baauna des 1204 Mär. erreichten die reinen Reliquien des Heiligen Ägypten und wurden in seiner Kirche in Alt-Kairo verwahrt.

 

Seine Reliquien in den Kirchen und Klöstern Ägyptens

1) In der antiken Kirche des Heiligen Abi-Seifen in Alt-Kairo.
2) In dem Nonnenkloster des Heiligen Merkorius in Alt-Kairo.
3) In der Kirche der Heiligen Jungfrau in Haret Sewela – Kairo.
4) In der Kirche des Erzengels Gabriel in Abbdien – Kairo.
5) In dem Kloster des Heiligen Merkorius in Tamouh – Giza.
6) In dem Kloster des Hl. Prinzen Tadros in Hawamdia – Giza.
7) In dem Kloster des Heiligen „Ibram – Alasaab“ in Faium.
8) In dem Kloster des Heiligen Mina in der Wüste von Maryot.
9) In der Kirche des Heiligen Merkorius in Achmim – Sohaag.

Die reinen Reliquien des ehrbaren Märtyrers Abi-Seifen sind noch in  folgenden weiteren Kirchen existent: Aldemischria – Alt-Kairo / Haret Alrum – Kairo / in Mier – Alkossia / in Sefta – Algharbia / in Kamoula – Oberägypten.

 

Die Ikone des Heiligen Filopatier Merkorius

Im dritten Kapitel und genau auf Seite 49 ist das fünfte Wunder zu lesen. Wie man jenem Wunder zu entnehmen vermag, handelte es sich um den Juden Gaipios, der das aller erste Gemälde vom Heiligen malte. Jenes Gemälde sollte als eine Lektion für alle kommenden Generationen dienen. In dem dritten Wunder auf Seite 53 erinnert man sich an den gottesfürchtigen Mann, der ein Gemälde vom Heiligen malen ließ. Nachdem er es in der Kirche segnen ließ, hing es bei ihm zu Hause. Dies war ungefähr um das Jahr 300 n. Chr. und seitdem verbreiteten sich die Ikone und Biographie des Heiligen Merkorius überall; vor allem im Jahr 363 n. Chr., das heißt: nach dem Tod des heidnischen Imperators Julian. Um die Gesichtszüge des Heiligen genauer darzustellen, hielt der Maler sich an die Biographie des Märtyrers Merkorius. Daraus gingen seine gewichtigen Siege hervor, was auf seine militärische Karriere hin-deutete. Dass er den Imperator Julian tötete, wurde ebenfalls einbezogen. Einige Einzelheiten bezüglich seiner Person müssten dazu berücksichtigt werden. Er war 25 Jahre alt und erfreute ein Aussehen, das seine adelige Herkunft betonte. Die Ikonen zeigen seine Eigenschaften und Verdienste. Zum Beispiel zeigt die folgende Ikone den Heiligen Merkorius, wobei er Julian tötet. Sie wurde in dem koptischen Manuskript Nr. 66 erwähnt, das im Vatikan aufbewahrt ist. Auf das 10. Jahrhundert geht sie zurück.

 

Merkmale der Ikone des Heiligen Filopatier Merkorius: Heiliger Merkorius war einer der christlichen Offiziere in dem röm-ischen Heer. Vor ihm waren die Märtyrer Georg und Theodor und nach ihm die Märtyrer Prokopius und Demetrius. Freilich schmückt die Ikone des Heiligen Filopatier Merkorius die Wände vielerlei Kirchen und ihre Kirchenschiffe. Manchmal wird er unter mehreren Heiligen abgebildet. Jetzt behandeln wir die drei verschiedenen Ikonen des Heiligen anhand der Manuskripte; ob mit oder ohne Helm oder als kämpfender Reiter.

 

Der kämpfende Heilige ohne Helm

{1} Im griechischen Manuskript Nr. 580, das in der Pariser Bibliothek aufbewahrt ist, wird der Heilige unter anderen Heiligen porträtiert. Er ist ein junger Mann, der ohne Bart und mit leuchtendem Gesicht zu sehen ist. Einen goldenen Kranz trägt er und hält in seiner Linken einen glänz-enden Schild. Seine Rechte aber erhebt er, um seine Lanze in Richtung des – geistlichen – Feindes zu werfen. Einen knielangen Umhang trägt er.

{2} In einer Ikone, welche im Louver Museum verwahrt wird, und die auf das 11. oder 12. Jahrhundert zurückgeht, sieht man den Heiligen als einen jungen Mann. Er ist ohne Bart und trägt lange Robe und goldene Rüstung darauf. Bei sich sieht man eine Lanze und einen blanken Schild.

{3} Im Museum des Heiligen Markus in Venedig befindet sich eine Ikone, welche auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Darauf sieht man den Herrn, Jesus Christus, der in der Mitte von zwei Gruppen steht. Jede Gruppe besteht aus vier Märtyrern und Heiligen. Auf der linken Seite stehen die Heiligen: Die Märtyrer Theodor, aus Schattb / Theodor, aus Osten / Demetrius und Heiliger Nestor. Auf der rechten Seite stehen: Hl. Prokopius und die Märtyrer Georg, Istasius und Merkorius. Auf dieser Ikone sieht Abi-Seifen aus, wie es im Manuskript Nr. 580 erzählt wurde.

{4} Bei der Ausstellung der byzantinischen Kunst, die in dem Museum Casanatensis gehalten wurde, gab es eine Ikone, auf der eine Gruppe von römischen Offizieren zu sehen war. Heiliger Merkorius wird als einen jungen Mann mit blondem langem Haar und kurzen Bart gebildet. Einen grünen Umhang trägt der Märtyrer und hält einen purpurfarbigen Schild.

{5} In den antiken Kirchen in Kappadozien werden viele Fresken vom Heiligen Merkorius verwahrt. Sie zeigen den Heiligen unter anderen Heiligen, die als Krieger gebildet sind. Er sieht als ein junger Mann aus, der einen Bart trägt. Eine dunkle Robe hat er an. Die erwähnten Fresken gehen auf das 9. Jahrhundert oder Anfang des 10. Jahrhundertes zurück.

{6} In der Kirche der Heiligen Barbara, die sich in Soglhanlie in Kappa-dozien befindet, gibt es ein Fresko, welches auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. Darauf sieht man den Heiligen Merkorius unter kämpfenden Heiligen. Auf dem Rücken hängt er einen Schild, der Rankenwerke zeigt.

{7} In Kariye Djami – Istanbul gibt es ein hervorragendes Mosaik, das den Heiligen Abi-Seifen zeigt. Er trägt eine bronzene Rüstung, auf der diverse Ornamente zu sehen sind. Um seine Hüfte hat er einen breiten Gürtel aus Metal. Um den Hals trägt Abi-Seifen einen ledernen Kragen.
{8} Unter den Ruinen von Odalar Camie in Istanbul gibt es die Trümmer von der Kirche des Heiligen Jungfrau Maria, die auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. Dort findet man unter den Ikonen der Kirche ein Fresko, auf dem man den enthaupteten Kopf des Heiligen Filopatier Merkorius sieht.

{9} In der zentralen Kirche im Kloster des Heiligen Apostel Lukas in Phocide, welche auf die erste Hälfte des 11. Jahrhundertes zurückgeht, gibt es ein Mosaik vom Heiligen Markorius. In der Mitte einiger kämpf-enden Heiligen steht er. Einen kurzen und braunen Bart hat er und trägt eine knielange Robe. Sein Umhang, den er am Rücken trägt, flattert und in seiner Rechten hält er sein Schwert. Dazu hat er einen langen Stiefel an.

{10} In derselben Kirche stellte der Künstler den Heiligen Merkorius auf einem Mosaik dar, während er kampfbereit sein Schwert zieht. Dabei sieht man noch die Scheide seines Schwertes auf seiner Linken hängen.
{11} In demselben Kloster befindet sich eine Ikone vom Heiligen, auf der er einen leichten Bart trägt. Man sieht ihn dabei ohne militärische Ausrüstung. Hingegen trägt er kaiserliche Kleidung, hat schulterlanges Haar und hält ein Kreuz in seiner Rechten. Es deutet auf friedliche Zeiten.

{12} In dem Kloster von Sucevita in Moldawien befindet sich ein Fresko vom Heiligen Merkorius. Darauf sieht man, dass der Heilige sein Schwert in seiner Rechten und seinen Schild in seiner Linken hält. Dabei zertritt er den abtrünnigen Imperator Julian mit seinem linken Fuß. Das schöne Fresko geht auf das 16. Jahrhundert zurück.

{13} In der Kirche des Heiligen in Attique, die am Fuße des Berges Liopesi zu finden ist, wird  der Heilige Filopatier Merkorius neben der Heiligen Katarine abgebildet. Er trägt seine militärische Kleidung. Anstatt den Waffen hält er Kreuz in seiner Rechten und Palmzweig in der Linken.

{14} In manchen Ikonen, welche im Athos aufbewahrt sind, wird der Heilige Merkorius mit den kaiserlichen Kleidung abgebildet. Er trägt auch einen grünen Schulterumhang und darunter eine purpurrote Robe.
{15} In der Patriarchatskirche in der Hauptstadt Rumäniens Bukarest gibt es eine Ikone des Heiligen. Darauf sieht man, dass er die Kleidung der Märtyrer trägt (Scheinbar wird damit gemeint, dass er die Rüstung eines Offiziers anhatte). Die Ikone geht auf das 18. Jahrhundert zurück.

{16} In dem Kloster von Krusedol in Jugoslawien wird Heiliger Merkorius mit einem Kreuz in seiner Rechten und einem Palmzweig in seiner Linken dar-gestellt. Jener Palmzweig symbolisiert – gemäß dem römischen Brauch – den Sieg und die Einflussnahme. Die Ikone geht auf das 18. Jahrhundert zurück.

{17} In dem Kloster Lavra, das sich in dem Berg Athos befindet, gibt es mancherlei Fresken von dem Heiligen. Man sieht ihn stehend ohne Kopfbedeckung und mit kurzem Bart. Auf einigen Ikonen trägt er militärische Kleidung und auf den anderen wird er als einen Zivilisten gebildet. Auf seiner Brust sieht man die Ehrentitel und Orden. Am Rücken trägt er einen flatternden Umhang. Am rechten Arm hat er einen Bogen. Mit den beiden Händen hält er einen langen Pfeil.

 

Der kämpfende Heilige mit Helm: Die byzantinischen Ikonen, welche den Heiligen Merkorius mit einem Helm abbilden, sind ebenso zahlreich. Beispiel-sweise gibt es in vielen Kirchen sowohl in Paris als auch in Griechenland allerlei Ikonen, die den Heiligen mit einem Helm zeigen, der mit Federn geziert ist. Jene Federn symbolisieren die Botschaft des Heiligen, die er zu erfüllen hatte. Die im Athos befindlichen Kirchen beinhalten viele Ikonen, welche den Heiligen als römischen Krieger zeigen. Ein Schwert oder eine Lanze in seiner Rechten und einen Schild in seiner Linken sieht man ihn halten. Genau wie in seiner Kirche in Protaton – Athos wird er als einen jungen Mann mit kurzem Bart gezeichnet. Auch in einer der Kirchen  in Thessaloniki findet man eine Ikone des Heiligen Filopatier Merkorius mit seiner militärischen Kleidung. Er trägt einen mit Federn verzierten Helm, hat einen Schild auf seinem Rücken und hält eine Lanze unter seinem rechten Arm. Er hält mit seinen beiden Händen einen Pfeil, welchen er dicht am linken Auge hält, um gegen sein Ziel schießen zu können. Diese wunderschöne Ikone befindet sich ebenfalls in dem griechischen Berg Athos.

 

Heiliger Merkorius, der Reiter: Vor dem 13. Jahrhundert war diese Darstellung nicht vorhanden bzw. bekannt. Im römischen Kloster in Moldawien gibt es eine Ikone vom Heiligen Merkorius, welche der anderen vom Heiligen Demetrius ähnlich sieht. Die beiden Ikonen verkörpern den Sieg des Christentums über das Heidentum. Auf seinem braunen Pferd sieht man den Heiligen Merkorius, der in seiner Rechten eine Lanze hält, mit der er den abtrünnigen Julian erstach. Dasselbe sieht man auf der Ikone des Heiligen Demetrius. Es gibt zwei Unterschiede: Das Pferd ist weiß und der Heilige Demetrius erstach diesmal den Imperator Maximianus.

 

Die Ikone des Heiligen in Ägypten: In der koptischen Kirche wird der Heilige als einen Reiter darge-stellt, der militärische Kleidung trägt und eine Krone auf seinem Haupt hat. Der – meist – römische Krieger reitet ein nussbraunes Pferd und hält zwei Schwerter in seinen beiden Händen. Das eine ist sein Eigenes und das andere ist das Schwert, welches der Engel des Herrn ihm aushändigte, damit er die Barbaren – Goten und Hunnen – besiegt. Auf der linken Seite der Ikone sieht man den Engel des Herrn, der ihm dieses Schwert überreichte und ihm den Sieg über die Barbaren verhieß. Auf derselben Seite steht Abba Basillius, Bischof von Kappadozien. Denn er betete flehentlich vor der Ikone des Heiligen Merkorius. Er bat ihn um seine starke Fürbitte beim Herrn, damit Gott seine Kirche und sein Volk von der Tyrannei des abtrünnigen Julian errettete. Unter dem Pferd des Heiligen liegt der heidnische Imperator Julian am Boden, der von der Lanze des Heiligen getroffen wurde. Die Niederlage Julians versinnbildlicht die Macht des Guten durch die Heil-igen Christi. Diese koptische Ikone geht auf die 18. und 19. Jahrhunderte zurück. Sie wurde von dem Künstler Johannes, dem Armenier, und seinem begnadeten Gefährten Ibrahim Alnasäkh abgebildet (1745 – 1783).

 

Zusammengefasst heißt es, dass die Ikone des Heiligen Merkorius

in der koptischen Kirche eigene Merkmale aufweist. Sie zeigt ihn stets auf einem nussbraunen Pferd reiten, während er in jeder seiner beiden Hände ein Schwert hält. Die zwei Schwerter schneiden sich, welche er über seinem Kopf hält. Darum ist der Heilige Merkorius als Abi-Seifen in Ägypten bekannt (der Träger der zwei Schwerter / „Seif“ auf Arabisch bedeutet Schwert). Jedoch ist der Heilige unter den Namen Merkorius, den Märtyrer von Kappadozien, bekannt. Allerdings sollte es beachtet werden, dass der Name des Heiligen im laufe der Jahrhunderte in vielen Ländern verändert wurde. In manchen Orten der lateinischen Kirche ist er als Marcoriakomery bekannt. In Mazedonien kennt man ihn unter dem Namen Agios Miorgius. Unter den Griechen hat der Heilige folgende Namen: Merkoures – Merkouriades – Merkourakes und Merkouropolos.

 

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