kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Hilfswerk warnt vor Christenvertreibung 7. November 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 17:13

Koptischer Bischof:

Ägyptische Medien verschleiern Übergriffe

 

Frankfurt/Zürich (DT/KAP) Vor einer „Christenvertreibung“ in Ägypten warnt das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“. Christen erlebten in Ägypten derzeit die „schlimmste Zeit der letzten Jahrhunderte“, zitierte das Hilfswerk mit Sitz in Königstein (Hessen) den koptischen Bischof Estaphanos (Moussa El Mohharrak) von Beba in einer Aussendung am Montag. „Kirche in Not“ war weiters Mitveranstalter eines Tages für die verfolgten Christen in Fribourg (Schweiz). Es sei schlimm, dass die Gewalt gegen Christen von Seiten der Behörden kommentarlos hingenommen werde und die Täter nicht bestraft würden; die Gewalttaten mit zahlreichen Toten hätten einen Graben zwischen Muslimen und Christen geöffnet, „der sich unter dem Einfluss fanatischer Führer vergrößert“, so Kardinal Antonios Naguib.

 

Unter den Augen internationaler Medien würden Christen umgebracht und ihre Kirchen „systematisch verbrannt“. Zudem würden ägyptische Medien die Übergriffe „verschleiern, um zu verhindern, dass die internationalen Medien die Wahrheit berichten und so Druck von außen kommt“, so Bischof Estaphanos. Weiters berichtete der koptisch-orthodoxe Bischof gegenüber „Kirche in Not“ von Schikanen im Alltag. So gebe es Aufrufe, nicht bei christlichen Händlern zu kaufen, Stellenanzeigen würden zudem gezielt nach Mitarbeitern „mit Kopftuch“ suchen und so die koptischen Christen diskriminieren. Es werde durch all dies versucht, „die Christen zu vertreiben“, brachte Estaphanos die Situation auf den Punkt. Daher brauche es dringend „gegenseitige Solidarität innerhalb der Christenheit“.

 

Zugleich ließ der Bischof keinen Zweifel daran, dass die koptischen Christen bereit seien, „wie zu Beginn des Christentums Märtyrer zu werden“. Von Kindheit an seien sie eng mit ihrer Kirche verbunden und betrachteten sie als „ihre Mutter“. Daher würden sie „ihr Land und ihre Kirche unterstützen, ohne zu überlegen“. Ebenfalls extrem besorgt äußerte sich der ägyptische Kardinal Antonios Naguib, Patriarch der koptisch-katholischen Kirche, am Sonntag in Fribourg (Schweiz). In Ägypten seien allein in diesem Jahr Dutzende von Christen bei Attentaten getötet worden, sagte der Kardinal bei einem Gottesdienst in der Fribourger Kathedrale. Der schöne Traum der „Revolution vom 25. Januar“ habe nicht lange gedauert. Der Kardinal befürchtet, dass die muslimischen Fundamentalisten, namentlich die Salafiten und die Muslim-Brüder, bei den Wahlen Ende November viele Sitze gewinnen werden.

 

Hoffnungslos sei die Situation jedoch nicht. Es gebe Lichtblicke und Grund zur Hoffnung. Naguib verwies auf die Jugend, die der „Revolution“ den Atem gegeben habe, mit dem Ziel, dem Land eine demokratische Zivilgesellschaft zu geben. Christen hätten ein neues Gesicht „voller Energie, Mut und Durchhaltevermögen“ gezeigt, und muslimische Schriftsteller seien öffentlich für einen demokratischen Rechtsstaat eingetreten, der die Rechte aller garantiere. „Es besteht die große Möglichkeit für einen Dialog, die wir ergreifen müssen“, sagte der Kardinal. Naguib nahm auf Einladung von „Kirche in Not“ am 5. Nationalen Gedenkund Gebetstag für verfolgte Christen teil. Aktuell gebe es zahlreiche Diskriminierungen, betonte er: So sei es einer Muslima verboten, einen Christen zu heiraten. Ein Nicht-Muslim könne nicht Erbe eines Muslim sein. Wenn ein christlicher Familienvater zum Islam übertrete, seien dessen Frauen und Kinder von der Erbschaft ausgeschlossen, es sei denn, sie würden selber zum Islam konvertieren. Minderjährige Kinder würden automatisch Muslime, wenn der Vater sich zum Islam bekenne. {Die Tagespost vom Donnerstag, 3. November 2011 Nr. 131}

 

3 Responses to “Hilfswerk warnt vor Christenvertreibung”

  1. HILDEgund Says:

    Führende deutsche Politiker äußerten Sorge um den Minderheitenschutz und die Religionsfreiheit in Ägypten. Außenminister Guido Westerwelle (FDP):

    „Wer als Christ seinen Glauben praktizieren möchte, muss das frei tun können, ohne dass er körperlich bedroht wird oder um sein Leben fürchten muss.“ Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, verurteilte den „Anschlag auf die religiöse Toleranz“. Er forderte: „Die ägyptische Regierung muss die Sicherheit der Christen im Land ohne Abstriche gewährleisten.“ Es dürfe nicht zugelassen werden, „dass radikale Kräfte die Oberhand gewinnen, die den friedlichen Übergang Ägyptens in ein demokratisches und weltoffenes Land stören wollen. Ägypten müsse sich eine Verfassung geben, in der die Freiheit aller Religionen festgeschrieben werde.

    Kauder hat in diesem Jahr zweimal Ägypten besucht, um sich über die Situation der christlichen Minderheit zu informieren.

  2. HILDEgund Says:

    Ägypten

    1. verurteilt nachdrücklich die Tötung von Demonstranten durch Sicherheitskräfte in Ägypten; spricht den Familien der Opfer sein tief empfundenes Mitgefühl aus; fordert die Behörden auf sicherzustellen, dass die Sicherheitskräfte keine exzessive und vollkommen unverhältnismäßige Gewalt anwenden, und fordert eine gründliche und unabhängige Untersuchung der gewaltsamen Unterdrückung der Demonstranten in Kairo;

    2. fordert die ägyptischen Behörden auf, die uneingeschränkte Religionsfreiheit für alle Bürger in Ägypten sicherzustellen, einschließlich der koptischen Christen, und zu gewährleisten, dass die Gemeinschaften koptischer Christen nicht Opfer gewaltsamer Angriffe werden und in Frieden leben sowie ihren Glauben landesweit frei praktizieren können; fordert einen angemessenen Schutz der Kirchen, um der kontinuierlichen Agression und Zerstörung von Kirchen durch islamische Extremisten ein Ende zu machen;

    3. fordert die ägyptischen Behörden auf, mit Hilfe von Vertretern der Regierung, der Zivilgesellschaft und der internationalen Organisationen einen Mechanismus zu begründen, um alle Angriffe gegen religiöse Minderheiten in Ägypten zu registrieren und öffentlich zu machen;

    4. fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, militärische Unterstützung des Auslands für Ägypten nur unter der Bedingung zu gewähren, dass im Rahmen derartiger Hilfsleisten gelieferte Waffen nicht bei Angriffen auf unbewaffnete Zivilsten eingesetzt werden;

    5. fordert die ägyptischen Behörden auf, die 28 in Maspero festgenommenen Christen freizulassen;

    6. fordert die ägyptischen Behörden auf, die Kosten für die medizinische Behandlung der Opfer der jüngsten Unruhen zu übernehmen und zwecks Kompensation auch etwaige Folgekosten zu zahlen;

    7. fordert die ägyptischen Behörden auf, die Diskriminierung der koptischen Christen zu beenden und z.B. den Verweis auf die Religion in allen offiziellen Dokumenten zu streichen;

    8. fordert die ägyptischen Behörden auf, die gleiche Würde und die Chancengleichheit für alle Bürger in Ägypten, einschließlich der koptischen Christen, sicherzustellen, was den Zugang zu allen öffentlichen und politischen Ämtern, auch in den Streitkräften, im Parlament und in der Regierung beinhaltet;

    9. fordert die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik/Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Catherine Ashton, auf, die Umsetzung und Einhaltung dieser Erfordernisse sicherzustellen;

    10. erachtet es als unbedingt notwendig, dass vor der Abhaltung von Parlamentwahlen eine Verfassung verabschiedet wird;

    11. vertritt die Auffassung, dass in der Verfassung ausdrücklich der Schutz des Rechts auf Religionsfreiheit und der Schutz von Minderheiten verankert werden müssen;

    12. fordert, dass die ägyptische Interimsregierung möglichst rasch durch eine Regierung ersetzt wird, die sich auf die Ergebnisse freier Wahlen stützt;

    13. fordert die ägyptischen Behörden auf, Maßnahmen zu ergreifen, um religiös motivierten Verbrechen ein Ende zu machen, so der Entführung koptischer Mädchen, die gezwungen wurden, zum Islam zu konvertieren (ca. 1000 belegte Fälle);

    14. fordert eine Änderung des ägyptischen Strafgesetzbuchs, um diesem Proselytismus ein Ende zu machen, durch den Menschen gezwungen werden, ihre religiösen Überzeugungen zu ändern;

    15. vertritt die Ansicht, dass die Beziehungen zwischen der EU und Ägypten auf der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten basieren, wodurch die EU das Recht hat, im Fall gravierender Verletzungen der Menschenrechte aller Bürger in Ägypten, darunter der koptischen Christen, die von institutioneller Seite diskriminiert, verfolgt, getötet und aus ihrer Heimat vertrieben werden, Maßnahmen gegen Ägypten zu beschließen; unterstreicht, dass die EU bereit sein muss, weitere Maßnahmen zu beschließen, um das ägyptische Volk zu unterstützen, das eine demokratische Zukunft durch friedliche Mittel anstrebt;

  3. […] Natürlich bekommen Christen in islamischen Ländern die gleiche Religionsfreiheit und Vergünstigungen. Hilfswerk warnt vor Christenvertreibung […]


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