kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

GESCHICHTE EINES TÜRKISCHEN TAXIFAHRERS 22. Oktober 2011

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 21:12

Heute möchte ich Euch einmal ein Erlebnis von meiner Glaubensschwester Doris erzählen. Doris schwer kranke Mutter hatte keinen Lebenswillen mehr. Nächtelang wachte Doris am Krankenbett. Auf der Fahrt ins Krankenhaus erzählte ihr der Taxifahrer eine Geschichte. Doris Vater war gestorben und ihre Mutter musste jetzt allein ihr Leben bewältigen. Es fiel ihr sehr schwer. Ihr Lebensmut schwand und die Sehnsucht nach ihrem heimgegangenen Ehemann wurde immer größer. Schließlich erkrankte sie schwer, kam unter dramatischen Umständen ins Krankenhaus und wurde dort auf der Intensivstation behandelt. Die Ärzte bemühten sich nach besten Kräften ihr Leben zu erhalten. Eines Tages jedoch wurde Doris und ihren Brüdern mitgeteilt, dass die Ärzte keine Hoffnung auf Besserung des Gesundheitszustandes hatten. Ihre Mutter hatte keinen Lebenswillen mehr.

 

Nun verbrachte Doris viel Zeit am Krankenbett ihrer Mutter und übernahm auch manche Nachtwache. Die Besuche bei ihrer Mutter wurden für alle zunehmend anstrengend. Tagsüber war sie vor Müdigkeit oft nicht Herr ihrer Sinne und hatte das Gefühl, wie auf Watte zu gehen. Nachts, wenn sie bei ihrer Mutter am Bett saß, fand sie auch keinen Schlaf. Ihr Bruder drängte darauf, dass sie nach Hause fuhr, um dort zu schlafen. Sie bestand jedoch auf einer weiteren Nachtwache. Für zwei Uhr in der Nacht hatte sie ein Taxi bestellt. Der Taxifahrer war ein freundlicher Mann türkischer Abstammung, mit dem sie ins Gespräch kam. Doris berichtete ihm, dass ihre Mutter todkrank sei und sie mit ihrem Ableben rechnete;  er möge sie doch bitte zum Krankenhaus fahren. Während der Fahrt erzählte ihr der Taxifahrer eine Geschichte:
 

Ein Mann kam zu Allah und beklagte sich, dass schlechte Menschen oft alt würden und die jungen Menschen, die zur Freude ihrer Eltern lebten, oft früh versterben würden. Das sei doch nicht gerecht! Allah bot ihm an, dass er ewig leben könne, er sollte sich jedoch vorher gut beraten und erst dann seine Entscheidung treffen. Der Mann ging ans Meer und hörte dem Rauschen der Wellen zu. Eine Antwort auf  die Frage, ob er ewig leben solle oder nicht, vernahm er nicht. Dann ging er in den Wald und befragte die Tiere, die dort lebten. „Wir können dir keine Antwort darauf geben, es ist uns zu schwer“, sagten die Tiere. Der Mann wollte nun nach Hause gehen. Vor seinem Haus stand ein Baum und in dem Baum sang ein Vogel. „Ihn will ich noch fragen“, dachte der Mann. Der Vogel hörte sich das Problem des Mannes an und sagte: „Wenn du ewig lebst, dann sterben deine Eltern, deine Kinder, deine Freunde, alle, die du liebst, und du überdauerst sie alle. Jedes Mal denkst du, dass dein Herz vor Traurigkeit zerbricht. Deine Tränen werden fast nicht aufhören. Das ist eine Qual und nicht auszuhalten!“ Daraufhin entschied sich der Mensch, nicht ewig leben zu wollen.

 

Doris hörte dem Taxifahrer zu. In ihr wurde es ruhig. Es liegt doch alles in Gottes Hand, dachte sie. Gott kennt Anfang und Ende und weiß, was gut für uns ist. Sie sagte dem Taxifahrer, dass sie eine gläubige Christin sei, bedankte sich bei ihm für die kleine Erzählung und für seine Freundlichkeit und stieg am Krankenhaus aus. Nur wenig später verstarb ihre Mutter. Sie war dankbar, dass ihr der liebe Gott in dieser schweren Zeit des Abschiednehmens auf ungewöhnliche Weise Kraft verliehen hat.       

 
  
Nachdenkens-wertes: Lebe mit den Menschen, als ob Gott es sähe.

Eure  Bella Ella

 

One Response to “GESCHICHTE EINES TÜRKISCHEN TAXIFAHRERS”

  1. Bazillus Says:

    Es ist mutig, einen Artikel in einem islamkritischen Blog zu schreiben, dass „ausgerechnet“ ein türkischer Taxifahrer eine weise Antwort für Doris parat hatte. Nun, Allah habe ich nicht als weisen Gott kennengelernt, sondern eher als brutal ausgrenzenden. Aber die Weisheit, die diese Erzählung enthält ist eine, die die Menschen zusammenführen könnte. Die Einsamkeit, die jeden erwarten würde, der ewig lebt, ist bereits bei den alten Mitbürgern zu erkennen. Je älter ein Mensch wird, umso mehr Freunde, Bekannte, Familienmitglieder sterben ihm weg und es wird einsam um ihn. Wenn alle Menschen so wären, wie der türkische Taxifahrer, gäbe es keine Integrationsprobleme.

    Aber selbst in dieser Erzählung hat ein Vogel wohl mehr Weisheit als der Gott des Islam. Ich weiß, das ist jetzt gegen den Geist des Artikels gerichtet. Lebe mit den Menschen, als ob Gott es sähe. Ich glaube fest daran, dass Gott es sieht, wie wir mit den Menschen leben. Dieses Zusammenleben mit Menschen aus anderen Kulturen ist mit Sicherheit bereichernd für Jedermann, solange nicht eine fremde Kultur uns ihre Regeln aufzwingen will in Schule (getrenntes Essen wegen haram und halal), im Krankenhaus (getrenntes Essen wegen haram und halal), im Knast (getrenntes Essen wegen haram und halal) und in anderen Dingen. Eine Kultur, die nur fordert auf deren Regeln Rücksicht nehmen zu müssen, ist nicht kompatibel mit dem Geist des Zusammenlebens. Keine Muslime heiraten dürfen, wenn sie nicht islamisch werden, Minarettrufe verwirklicht zu sehen, die Jesus als Gott öffentlich ausgrenzen und somit Christen beleidigen, das penetrante Bestehen auf das Tragen eines Kopftuches im öffentlichen Dienst usw. dient nicht dazu Vorurteile abzubauen und das Zusammenleben, nicht das Nebeneinanderherleben zu praktisch leichter zu machen. Leider trennt die Religion uns. Eine Religion, die Menschen ausgrenzt und als minderwertig betrachtet, die ihr nicht angehören, ist auf dem falschen Weg und nicht geeignet das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kultur zu fördern. Selbstverständlich wohnt einer jeden Kultur Weisheit inne. Jedoch müssen wir die Religion in ihrer Gesamtauswirkung im praktischen Leben sehen in Ländern, in denen diese Religion regiert. Und da werden wir leider eines Schlechteren belehrt.

    Die Weisheit dieses Artikels, der eine letztlich einfache Weisheit bewusst macht, besteht auf jeden Fall darin, dem anderen zuzuhören. Das wäre ein erster Schritt in Richtung eines fruchtbaren Zusammenlebens.


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