kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Einige Angriffe auf Kopten in 2011 17. Oktober 2011

Filed under: Islamischer Terror,Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 22:29

Berlin - Unter den Linden: koptische Demo am 17.10.2011

Die Kopten sind nicht diskriminiert oder unterdrückt, wie viele in den Medien weltweit verbreiten. Denn wenn ein Volk bzw. eine Volksgruppe länger als zehn Jahre diskriminiert wird, dann ist sie gemäß internationalen Gesetzten: „Verfolgt“.

Die Koptenverfolgung in der modernen Zeitspanne ist viel sanfter als seit dem siebten Jahrhundert. Seit der Ära des ägyptischen Präsidenten Anwar Saddat nahm sie eine neue Gestalt an. Die Regierung schlägt mit der rechten Hand und schickt Friedenstauben mit der Linken. Jedes Mal hieß, heißt und wird es heißen: „Extremisten, fremde Kräfte und Feinde Ägyptens“. Wir zeigen Ihnen sehr wenige Angriffe auf Kopten in allen Bundesländern, und zwar nur im Jahr 2011 und nach der Revolution, die einen „sibirischen Winter“ mit sich auf die Kopten Ägyptens brachte.

 

In der Silvesternacht wurde eine Autobombe vor der alexandrinischen Kirche „Der Heiligen“ platziert. Um genau 20 Minuten nach Mitternacht explodierte sie. Die Bilder, Videos und Berichte der koptischen Kirche gingen um die ganze Welt. An dieser Stelle wollen wir die Zahl der Märtyrer noch bestätigen: 24 fanden vor dieser Kirche den Märtyrertod {23 wurden im Mina-Kloster beigesetzt. Der 24. Märtyrer erlitt in Londoner Klinik seinen Verletzungen}. Bis jetzt wurde kein einziger Mensch zur Rechenschaft gezogen. Keine Verurteilung, obwohl es jede Menge Beweise dafür gibt, dass der Ex-Innenminister Habib Eladly dahinter steckt. Zuletzt sagte ein hochrangiger Offizier: „Das war eine Lektion für die Kopten, die ihre Stimme erhoben und mutiger auf den Straßen demonstrierten. Papst Schenuda traute sich auch vieles“.

 

In März wurde die Georgkirche in einem kleinen Dorf namens Soul (bei Atfih – Bundesland Giza) 19 Stunden lang abgerissen. Tausende umzingelten sie und vertrieben die ungefähr 7000 dort lebenden Kopten. Wie in den letzten drei Jahren wurde dieselbe Geschichte verbreitet: Ein Kopte führe ein unsittliches Verhältnis mit einer Muslimin. Diesmal kam es zu heftigem Streit unter der Familie dieser Muslimin, nach dem sich ihr Vater und sein Cousin gegenseitig erschossen. Nach dem Freitagsgebet rächten sich Tausende an den Kopten des ganzen Dorfes, was keine Seltenheit ist. Die Kirche wurde in eine Moschee verwandelt. Die Armee konnte das Dorf tagelang nicht betreten, bis ein Salafistischer Scheich namens Hassaan die Bewohner beruhigte. Niemand wurde trotz der Videos und Bilder weder verhaftet noch verurteilt.

 

In der Stadt Kena wurden drei Kopten anhand der Aussagen seiner Exzellenz Bischof Scharopim von Salafisten aus ihren eigenen Balkons hinuntergeworfen. Herr Aiman Metry kam mit einem „abgeschnitten Ohr“ davon. Sie schnitten ihm das rechte Ohr ab. Sie verletzten ihn am Nacken, am Kopf und am ganzen Körper mit Messern. Absichtlich ernannte die Übergangsregierung Herrn General Emad Michael zum Gouverneur für diese Stadt. Neun Tage lang wurde gegen den koptischen Gouverneur demonstriert. Das Rathaus errichtete den Demonstranten ein Zelt, in dem sie sich ausruhten, obwohl sie alle Wege abschnitten, sodass weder Züge noch Busse fahren konnten. Niemand unternahm irgendwas dagegen, obwohl das Christentum massiv herabgewürdigt wurde. Denn sie protestierten nur, dass er ein Christ ist.

 

Aus dem Nichts entstand einen eingefädelten Streit zwischen muslimischem Taxifahrer und einem Kopten, der angefahren wurde. Dann wurde ein koptischer Strafverteidiger dafür verantwortlich gemacht, weil er vor seiner Villa ein Hindernis errichtete, damit die Autos nicht so schnell fahren, nachdem viele Kinder überfahren wurden. Tausende zerstörten seine zwei großen Restaurants. Eines davon wurde in eine Moschee verwandelt. Dann ging es wie sehr oft mit dem Plündern, Zerstören und Niederbrennen der Besitztümer aller Kopten in Abu Korkas (Bundesland Minya). Wie bei allen Angriffen gegen die Kopten seit mindestens 1972 wurden Häuser, Läden, Felder, Viehstäle und Autos entweder geplündert oder zerstört. Alles geschieht unter Aufsicht der Soldaten und Polizisten, wie man auf den Videos sieht. Und wie gewohnt wurde niemand verurteilt. Aber Halt: der koptische Rechtsanwalt sitzt im Gefängnis.

 

Im Juni wurde die Kirche des Heiligen Mina in Imbaba (Kairoer Stadtviertel) von Tausenden umzingelt. Das Gerücht, dass eine zum Islam übergetretene Koptin in der Kirche gegen ihren Willen festgehalten wäre, war die Ursache. Gegen 19 Uhr wurde die Kirche gestürmt, demoliert und niedergebrannt. Acht Kopten wurden beim lebendigen Leib verbrannt. Dann zog der Mob zur in der Nähe liegenden Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, welche auch zerstört wurde. Das war doch nicht alles! Die Wohnungen der Kopten im ganzen Viertel wurden demoliert. Auf Videos sieht man, wie die Möbel und Hausgeräte durch Balkons und Fenster hinunter geschmissen wurden. Man sieht auch die Soldaten auf ihren Panzern, welche nichts unternommen haben, obwohl sie schwer bewaffnet waren. Niemand wurde verurteilt, aber 49 verhaftet: Die Meisten der Verhafteten sind wie immer Kopten. Verantwortlich wurde auch ein koptischer Strafverteidiger gemacht, weil er angeblich sich und sein Haus verteidigte!

 

Die dritte Kirche, die offiziell zerstört und abgerissen wurde, ist die Georgkirche in einem Dorf namens Mirinab (bei Edfu – Bundesland Assuan). Am 30. September 2011 und nach dem Freitagsgebet versammelten sich Tausende aus diesem Dorf und benachbarten Dörfern, welche bei Anwesenheit des Polizeichefs die Kirche niederbrannten und abrissen. Was danach folgte, war den Kopten nichts Neues. Assuans Gouverneur mit allen Würdenträgern behaupteten, dass die Kopten ein „Gästehaus“ in eine Kirche verwandelt hätten. Das koptische Patriarchat legte ganz öffentlich die Dokumente vor, welche beweisen, dass diese Kirche seit 1940 steht. Wie in Soul und Imbaba wurde niemand verhaftet, obwohl es jede Menge Videos gibt, auf denen die Täter und die Drahtzieher zu sehen sind. Darum entschieden sich die Kopten zum „dritten Mal“ vor dem Kairoer Fernsehgebäude Masbero zu demonstrieren, was dem ägyptischen Militärrat missfiel. Was erlauben sich diese Kopten?

 

Die dritte Demonstration vor Masbero endete mit einer brutalen Jagd auf Kopten. Diesmal lauteten die Befehle: „Schluss mit weichen Schlägen und Beleidigungen“. Derjenige, der unbeschreiblich brutal von zirka 40 Soldaten geschlagen wurde, ist ein koptischer Aktivist namens Raaef. Das Video sah die halbe Welt: 40 Soldaten und hochrangige Offiziere schlugen auf ihn mit Schlagstöcken und anderen Gegenständen ein. Ein Bärtiger stach ihn mit einem Messer in die rechte Wade. 33 Stiche am Kopf, Armbruch und verschiedene Wunden am ganzen Körper brachten Raaef nicht davon ab, am Sonntag, dem 09. Oktober 2011, erneut zu protestieren. Pater Mathias Nassr wurde geschlagen, wodurch seine Brille kaputt ging. Die Decken und Geräte der koptischen Demonstranten wurden in den Nil geworfen, damit sie nicht wie bei Masbero 1 und Masbero 2 tagelang kampieren und Forderungen stellen.

 

Am pechschwarzen Sonntag, dem 09. Oktober 2011, folgte Masbero 4! Die Kopten, die aus Protest gegen die Zerstörungen der Georgkirche in Mirinab am Dienstag, dem 04. Oktober, mit äußerster Brutalität verjagt wurden, ließen sich nicht einschüchtern. Am Samstag schon kündigte Pater Filopatier Gamil bei einer Feier an, bei dem Raaef von seiner Heiligkeit Papst Schenuda persönlich geehrt wurde, dass die Kopten mit etlichen Parteien vor Masbero zum vierten Mal protestieren werden. Wie immer protestieren die Kopten mit ihren bekannten Waffen, welche die ganze Welt gesehen hat: Mit Kreuzen, Ikonen und Kyrieeleison-Rufen.

 

Die Befehle diesmal lauteten: „Scharf schießen und mit gepanzerten Fahrzeugen und Jeeps überfahren“! Die Salafisten und die angeheuerten Schwerverbrecher griffen die Kopten erstmal mit Steinen und Glasscherben an. Als die Kopten hartnäckig zu Masbero zogen, blieb nur der Plan B: Dieselben Schwerverbrecher und die Polizisten in Zivil schleuderten Steine, um den Angriff der ägyptischen Armee zu rechtfertigen. Abgesehen von den Aussagen der Augenzeugen sprechen die Videos klare Sprache: Ägyptische Soldaten demolierten die parkenden Autos und zündeten sie an, damit das ägyptische Fernsehen darüber berichtet, wie gewalttätig die koptischen Demonstranten seien. Auch die weltweite Press berichtete über „Ausschreitungen, Auseinandersitzungen und Zusammenstössen zwischen Kopten und Armee oder zwischen Christen und Moslems, was nicht das erste Mal ist. Über die Zahl der Märtyrer kann keiner genaue Angaben machen, weil laut Aussagen der koptischen Aktivisten, die das alles mit eigenen Augen gesehen haben, wurden etliche Leichen in den Nil geworfen.

 

Jetzt bitten wir Sie um Solidarität.

Bitte informieren Sie sich über die Koptenverfolgung, und wenn Sie Zeit hätten, informieren Sie die anderen Menschen darüber.

Vielen herzlichen Dank!

 

Das Video dieses Artikels erscheint bald auf unserem Youtube-Account

 

5 Responses to “Einige Angriffe auf Kopten in 2011”

  1. Saphiri Says:

    Es werden Busse gemietet, ich hoffe das die Teilnehmerzahl über die 1000 übersteigt.

    Ich muss hier den Kopten einen dicken Lob aussprechen die den Mut dazu haben viele Demonstrationen hintereinander zu veranstalten, immer weiter so!…..und Gottes Segen!

    PS: Fehlt das die Aramäische Organisationen mal eine Demo machen, denn schließlich wurde gestern wieder zwei Aramäer im Irak auf offener Strasse ermrodet!!!

  2. tiberiusxp Says:

    Hier gibt es ein paar Bilder von der Demonstration in Berlin: http://youtu.be/QcMrPsKUU5Y

  3. […] Ein Statement aus der Pressekonferenz in Wien Statement zur Pressekonferenz des Militärrates Einige Angriffe auf Kopten in 2011 Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Veröffentlicht in […]

  4. Cyclorana platycephala Says:

    [Meine E-Mail-Adresse gilt als mit einer Sperre belegt:] Betrifft Agenden „45 MILLIONEN ERMORDETE CHRISTEN IM 20. JAHRHUNDERT“ – „EUROPA“ – „ÖSTERREICHISCHE BUNDESHYMNE“: Ich habe bis zu diesem Augenblick von keiner Antwort einer „Christlichen Partei Österreichs“ Kenntnis. Eine solche wurde mir in Neulengbach telefonisch angekündigt. Trotzdem habe ich nunmehr, meine Kommunikation fortsetzend, darauf hinzuweisen, daß „Österreichs Bundeshymne“ mit der Zeile „Land … am Strome“ Vorarlberg gar nicht tangiert, das an keinem Nebenfluß der Donau liegt, sondern beim Rhein. Wenn im „fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius“ – „Lukasevangelium, 3,1“ – ein Römer aus Germanien nach zurückkehrte, so begegnete er, den Rhein überquerend, im Gebiet von Marseille Kelten. Überquerte er die Donau, so begegnete er im Gebiet von Triest Rätern. Begegnung, wenn wir gehen: Jesus begegnet – „Johannes, 1,29“ – dem Täufer Johannes – „des andern Tages“. Und Jesus begegnet – „Johannes, 1,43“ Philippus – „des andern Tages“. – „Dr. Siegfried P. Posch (Graz)“, Carneri-Gasse 10/E/2, 8010, Geidorf, ich habe einen „Skype“-Namen, der für „Skype“-Messages benutzt werden könnte, Tel. 0043 913 5616 bzw. 0043316 67 31 90. „45 MILLIONEN ERMORDETE CHRISTEN IM 20. JAHRHUNDERT“ titelt ein Spendenaufruf mit einem „österreichischen Spendengütesiegel“, mir per Post zugestellt; diese Zeilen sind bestimmt für die Kommentarseite „Kopten ohne Grenzen“ und Kontaktformulare „österreichische präsidentschaftskanzlei“ und „bundesministerium finanzen österreich“ und „diakonie kärnten“ und „övp vorarlberg“.


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