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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Im islamischen Pakistan nimmt die Christenverfolgung jeden Tag zu 6. Oktober 2011

Filed under: Christenverfolgung,Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 18:09

Wirtschaftsstillstand, Überschwemmungen, der Fall Qadri und der umstrittene Blasphemieparagraph führen zu einer Regierungskrise

Risiken für Minderheiten nehmen zu

Islamabad – Fidesdienst: Wie aus gut informierten Kreisen in Pakistan verlautet, ist der Rückzug der Pakistan Muslim League-Q (PML-Q) aus der Regierungskoalition der Pakistan People Party (PPP) unter Präsident Ali Zardari und Premierminister Raza Gilani und deren Begründung, „die Regierung habe ihre Versprechen an die Bevölkerung nicht gehalten“ von verschiedenen Faktoren beeinflusst: eine Rolle spielen dabei mit Sicherheit der Wirtschaftsstillstand, die mangelnde Stromversorgung für weite Bevölkerungsteile, die zu langsam auf den Weg gebrachten Hilfsprogramme für die Opfer der jüngsten Überschwemmungen sowie die schwierigen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, aber auch das umstrittene Todesurteil gegen Mumtaz Qadri, den Mörder des Gouverneurs der Provinz Punjab, der auch als „muslimischer Held und Schützer des Propheten bezeichnet wird und die Unantastbarkeit des so genannten Blasphemieparagraphen.

 

Die Regierung der PPP wird, wenn sie nicht in den kommenden Tagen einen anderen Koalitionspartner finden sollte, zum Scheitern bestimmt sein und nach Ansicht der Beobachter ist dies äußerst wahrscheinlich, da die drei wichtigen Parteien Pakistan Muslim League-Q (PML-Q); Pakistan Muslim League-Nawaz (PML-N) und Muttahida Quaumi Movement (MQM) bereits Gespräche auf den Weg gebracht haben, in deren Rahmen eine gemeinsame Opposition gegründet werden soll, die der PPP wenig Spielraum lassen wird. Die Minister der PML-Q traten unterdessen von ihren Ämtern zurück. Unter ihnen befindet sich auch Akram Gill, Minister für interreligiöse Harmonie, dessen Ministerium sich mit den Anliegen religiöser Minderheiten befasst.

 

„Im Land könnte es zu einer Phase der Instabilität mit ernsten internen und internationalen Folgen kommen“, so der Beobachter, „Auch die Situation der Minderheiten könnte sich dabei zuspitzen. Die derzeitige Regierung versuchte zumindest den Schein eines säkularen Staates mit rechtsstaatlichen Prinzipien zu wahren, doch eine politische Front die eindeutig islamisch geprägt ist, könnte den Status der Minderheiten im Land zusätzlich gefährden und noch mehr Druck auf sie ausüben.“

 

 

Bischof von Islamabad:

Blasphemie ist ein „Fehler der Verfassung“, Asia Bibi soll freikommen

 

Islamabad – Fidesdienst: Während radikalislamische Gruppen im Rahmen von Protesten weiterhin die Freilassung von Mumtaz Qadri fordern, der den ehemaligen Gouverneur von Punjab ermordet hat, weil dieser sich für Asia Bibi einsetze und den Blasphemie-Paragraphen in Frage stellte, setzen katholische und protestantische Bischöfe und muslimische Religionsführer in Pakistan sich weiterhin für die Legalität, den Rechtsstaat, die säkulare Staatsform und Respekt für Gerechtigkeit ein, während sich die Regierung des Landes in der Krise befindet. Dabei schließen sie sich dem Aufruf der „Masihi Foundation“ an, die weiterhin die Freilassung der wegen Blasphemie zum Tode verurteilten Asia Bibi fordert.

 

Bischof Rufin Anthony von Islamabad-Rawalpindi, erklärt gegenüber dem Fidesdienst, dass man „das Ruder gerade halten muss“: „Wie der Fall Mumtaz Qadri ganz klar verdeutlicht, sollten Staat und Religion getrennt werden. Wer Qadri verteidigt, der hält dabei an einem Fehler der pakistanischen Verfassung fest, die sich auf eine spezifische Religion bezieht und somit den Blasphemieparagraphen ermöglicht. Ein Todesurteil sollte man auf keinen Fall gutheißen. Doch in diesem Zusammenhang möchte ich gemeinsam mit der Masihi Foundation daran erinnern, dass auch die Christin Asia Bibi fälschlich wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde. Es ist wichtig, dass wir an unserem Rechtsstaat festhalten, damit es eine tolerantere Gesellschaft geben kann.“

 

Diese Position vertritt auch der protestantische Bischof Ijaz Inayat, der darauf hinweist, dass „derart dringliche Themen von der ‚Konferenz aller Parteien’ erörtert werden sollte, die die Regierung vor kurzem gegründet hat.“. „Wir sind sehr traurig darüber“, so der Bischof weiter, „dass extremistische Gruppen menschliche Werte zerstören und die Gesellschaft damit an den Abgrund des Wahnsinns führen. Der Sohn von Salman Taseer, der in Lahore entführt wurde, wird als Pfand für die Freilassung Qadris eingesetzt werden. Wir verurteilen jede extremistische Ideologie, die unter dem Diktator Zia Ul Haq, in unser staatliches System eingefügt wurde.“

 

„Maulana Mehfooz Ali Khan, ein muslimischer Religionsführer aus Islamabad schließt sich ebenfalls dem Appell der „Masihi Foundation“ an und erinnert an die „Heiligkeit des Menschenlebens“, die sowohl für Salmaan Taseer, als auch für Mumtaz Qadri und ebenso für Asia Bibi gilt. Er erinnert daran, dass „Mord in allen Religionen verurteilt wird“ und betont: „Ich freue mich, dass es in der pakistanischen Gesellschaft auch gesunde Kräfte gibt, die für Werte eintreten. Unter den Unterzeichnern des Appells ist auch der muslimische Wissenschaftler Hussain Ahmed Malik aus Islamabad, der die Botschaft der Initiative als „sehr positiv“ bezeichnet, „da sie auf menschliche Werte, Recht und Gerechtigkeit gründet“. Alex Baxter von der christlich inspirierten Nichtregierungsorganisation „Breaking Bonds“, möchte „die Stimme gegen die Ungerechtigkeit erheben und für eine tolerantere Gesellschaft arbeiten, damit es jenen Frieden und jene Gerechtigkeit gibt, die der Schöpfer uns lehrt.“. Rizwan Paul, Vorsitzender der Organisation „Life for All“ betont sein Engagement für „das Leben und die soziale Harmonie im Land“.

 

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