kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ganz ohne Minarette 30. September 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 23:04

Architekturstudenten entwerfen moderne Moscheen. Ihre Modelle sind in Wiesbaden in einer Ausstellung in der Wellritzstraße zu sehen – eine Straße, in der viele Migranten leben.

 

Wiesbaden: Ein schlichter Kubus mit einer Lichtgitter-Decke, die aussieht wie ein Sternenhimmel, ein Dach, geformt wie ein goldener Schleier oder ein schwereloser Glasbau, der sich in die Höhe schraubt wie eine Blumenknospe im Frühjahr. Weit und breit keine Minarette in Sicht. Die Schau: „Neue Moscheen. Wer bleibt, der baut“ eröffnet am Sonntag, 2. Oktober, 18.30 Uhr, in der Wellritzstraße 41 in Wiesbaden. Öffnungszeiten sind vom 3. bis 12. Oktober, täglich von 12 bis 17 Uhr. Führungen nach Vereinbarung unter: holger.kleine@hs-rm.de

 

Vorträge sind geplant am Mittwoch 5. Oktober, 18.30 Uhr, Professor Holger Kleine spricht über „Neue Moscheen“. Finissage ist am 12. Oktober, 18.30 Uhr, mit Professor Ralf Kunze, Studiengangsleiter Innenarchitektur. Wenn westeuropäische Architekturstudenten sich Gedanken über den Bau von Moscheen machen, muss nicht zwangsläufig die typische Postkarten-Ansicht vom Kuppelbau samt Türmchen dabei herauskommen. Keine Kopie der Bauweise einer anderen Kultur, kein Istanbul am Main oder Rhein. Genau das war der Auftrag, den Holger Kleine, Professor für Innenarchitektur an der Wiesbadener Hochschule RheinMain seinen 20 Studenten gestellt hatte. Sie sollten neue, moderne Moscheebauten entwerfen – Zeichen einer neuen Generation Migrantenkinder, die ihr Ankommen in der westlichen Heimat und ihre religiöse Existenz auch in der Architektur ausdrücken will, erläutert der Hochschullehrer den Hintergrund.

 

Ein interkulturelles Projekt – ganz ohne den erhobenen Zeigefinger – und lange geboren vor der Minarette- und der Sarrazin-Debatte. „Jüdische Architekten haben Kirchen gebaut und auch Nicht-Muslime können Moscheen entwerfen“, findet Kleine. „Man muss nicht an den Islam glauben, nur daran, dass der Bau von Moscheen in Deutschland seine Berechtigung hat.“ Zu den 80 Millionen Einwohnern Deutschlands gehörten rund drei Millionen Menschen, die aus dem islamischen Kulturkreis zugewandert seien. „Sie sind in den letzten 50 Jahren gekommen, und die meisten von ihnen wollen in Deutschland bleiben“, so Kleine. Viele von ihnen seien religiös und hätten laut Grundgesetz ein Anrecht darauf, ihre Religion ungestört auszuüben. „Dazu bedarf es angemessener Räume.“

 

Heimweh-Architektur der ersten Generation: Die drastische Verkürzung der politischen, von Islamphobie und Fremdenfeindlichkeit angeheizten Debatte „auf das Bauelement Minarette“ geht dem Berliner Architekten, der seit einem Jahr an der Wiesbadener Fachhochschule lehrt, gegen den Strich. Sein Studentenprojekt soll die Diskussion „entemotionalisieren“. Ihm geht es vielmehr darum, mit seinen Studenten eine „zeitgenössische Antwort“ in der Architektur zu finden. Die ersten Moscheen im Land mit ihrer osmanischen Anmutung sieht Kleine als „Heimweh-Architektur der ersten Generation“ Gastarbeiter. „Das entwickelt sich weiter“, ist der 49-Jährige überzeugt. Die 20 Studenten seines Wahlkurses für Innenarchitektur haben da schon mal vorgedacht. Ihre Ergebnisse und die insgesamt 14 Moschee-Modelle sind ab Sonntag, 2. Oktober, in einer Ausstellung der Hochschule unter dem Titel „Neue Moscheen. Wer bleibt, der baut“ zu sehen. Übrigens ist die Schau in der Wellritzstraße in Wiesbaden, einer Straße, in der viele türkische Migranten leben, zu sehen. Ein bewusst gewählter Standort für die Ausstellung, bestätigt Kleine. „Wir wollen als Hochschule unser Interesse dokumentieren.“ Und so vielleicht auch mehr Migrantenkinder als künftige Studenten gewinnen. Erste positive Reaktionen auf die Ausstellung, die derzeit aufgebaut wird, gebe es bereits, sagt der Professor. {Quelle: www.fr-online.de}

 

 

Gebetshaus im Zeichen des Dialogs

 

Ebersbach: Nach fünf Jahren Bauzeit feiert die Ditib Ebersbach an diesem Wochenende die offizielle Eröffnung ihrer Moschee. Nach den heftigen Debatten im Vorfeld soll das Gebetshaus auch für Dialog und Integration stehen. Für die Ebersbacher Muslime wird es ein großer Tag. Mit der Kermes und einem festlichen Akt am Sonntag wird nach fünf Jahren Bauzeit die neue Moschee eröffnet. „Der Bau hat etwas länger gedauert“, die Nachbarn hätten viel Geduld aufbringen müssen, räumt der Vorsitzende der zur Ditib gehörenden Türkisch-Islamischen Union, Osman Çoban, ein. Jedoch hätten die Muslime das Gebäude ausschließlich mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert und darüber hinaus erhebliche Eigenleistungen erbracht.

 

Die Mühe hat sich gelohnt, findet der Vereinsvorsitzende. Die ansprechende Architektur des Gebäudes stoße auf positive Resonanz. Im Zentrum des äußerlich schlichten Baus, der von einer goldenen Kuppel gekrönt ist, befindet sich der Gebetssaal, der nach außen durch halbrunde Fenster und ein edles Grau von der weißen Fassade abgehoben ist. Die Gebetsnische aus Marmor, ein so genannter „Lehrstuhl“ aus Mahagoniholz und farbige Ornamente an den Wänden betonen den würdigen Charakter des Raums. Die Moschee ist jedoch nicht allein Gebetshaus. Der Neubau eröffnet den Ebersbacher Muslimen viele neue Möglichkeiten. In der Begegnungsstätte im Erdgeschoss treffen sich täglich die Senioren der muslimischen Gemeinde. Hier wird Tee getrunken und geplaudert. Im Konferenzraum mit kleiner Gastronomieküche und weiteren Räumen finden unter anderem Deutschkurse oder Nachhilfe für Schüler statt. „Wir wollen vielen Gruppen Raum bieten“, betont Osman Çoban. Mit der Moschee habe der Verein auch eine soziale Einrichtung geschaffen.

 

Der Vereinsvorsitzende freut sich über das große Interesse für das Gebäude. Osman Çoban ist überzeugt, dass das Interesse noch steigen wird, „weil wir jetzt etwas zeigen können“. Schon vor Fertigstellung des Gebetshauses haben die Muslime immer wieder Gäste empfangen. „Wir haben schon viele Führungen angeboten“, sagt Çoban. Immer wieder seien Schulklassen zu Gast und beim Fastenbrechen während des Fastenmonats Ramadan seien 50 bis 60 Gäste dabei gewesen. „Die Moschee steht für Dialog und Integration“, betont Osman Çoban. Für die Muslime sei das neue Gebäude auch ein klares Bekenntnis zu ihrer Wahlheimat Ebersbach.

 

Die Pläne für die neue Moschee hatten vor sechs Jahren heftige Anwohnerproteste ausgelöst. In diesem Zusammenhang flammte auch die Integrationsdebatte neu auf. Erst gut ein Jahr später stimmte der Gemeinderatsausschuss dem Baugesuch für das Gebetshaus zu. Die Pläne waren in intensivem Dialog zwischen Muslimen und Anwohnern abgestimmt worden. Der Ebersbacher Bürgermeister Sepp Vogler sieht den Dialog mit den Muslimen in der Stadt auf einem guten Weg. „Ich finde es gut, dass die Muslime, die hier ihre Heimat gefunden haben, nun auch einen religiösen Mittelpunkt haben“, betont Vogler. Er sei sehr beeindruckt von dem neuen Gebäude und freue sich, bei der Eröffnung dabei sein zu können, erklärt das Stadtoberhaupt. Info Das Festwochenende startet am Samstag mit einer Kermes (11 bis 20 Uhr). Am Sonntag gibt es um 13 Uhr einen Festzug vom Rathaus zur Moschee an der Brückenstraße. Um 14 Uhr ist der Festakt zur Eröffnung. Am Montag ist Tag der offenen Moschee mit Kermes. Führungen gibt es an allen drei Tagen von 11 bis 20 Uhr. {Quelle: www.swp.de}

 

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