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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Hungersnot in der Ukraine von 1932-1933 24. September 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 21:15

7 Millionen Menschen verhungerten vor den Augen der ganzen Welt

Niemand unternahm etwas dagegen!

 

Die erste Hungersnot gleich nach dem Ende des Bürgerkrieges und der Niederschlagung der ukrainischen Revolution umfasste wesentliche Teile der Ukraine. Ihre Ursachen waren teilweise objektiv bedingt: die Dürre im Jahre 1921, wirtschaftliche Folgen des Welt- und Bürgerkrieges, aber zu wichtigsten Gründen gehörten der Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Praxis des damaligen Regimes, die Reduzierung der Saatflächen in den ehemaligen kornreichen Gebieten infolge der Politik des Militärkommunismus, richtungsweisende Methoden der kommunistischen Führung, die vorhandene Lebensmittelressourcen zugunsten der Industriezentren, insbesondere deren, die sich außerhalb der Ukraine befanden, verteilte.

 

Die Hungersnot von 1932-1933 umfasste dieselbe Regionen der Ukraine, aber diesmal hatte sie vor allem politische Gründe. Es war notwendig, zahlreiche Schicht der wohlhabenden und vom Staat unabhängigen Bauern zu vernichten. Physische Massenvernichtung ukrainischer Getreidebauer durch künstliche Hungersnot war eine bewusste Terroraktion des politischen Systems gegen friedliche Menschen. Die Analyse des Inhalts von ca. 30 in Jahren 1929-1933 veröffentlichten Verordnungen der Kommunistischen Partei beweist die Tatsachen der bewussten Schaffung von solchen Lebensbedingungen für die Landbevölkerung, zwei drittel von deren ethnische Ukrainer waren, die zu ihrer physischen Vernichtung führten.

 

Historiker und Demographen sind sich nicht einig über die Anzahl der Opfer der Hungersnot. Als die wahrscheinlichste wird die Anzahl von 7 Mio. Opfern auf dem Territorium der Ukraine genannt.  Die Hungersnot von 1933 in der Ukraine war keine physiologische Erscheinung, sondern vor allem eine zynische Form des politischen Terrors, deren Probleme von Historikern, Soziologen, Rechtswissenschaftern und Politikern behandelt werden sollen. Die Folgen und Ausmasse der Hungersnot in den Städten und Dörfern der Ukraine 1932-1933 bezeugen die globale sozio-humanitäre Katastrophe in der Geschichte der Menschheit und nicht nur des Ukrainertums. Durch die Verordnungen der Werchowna Rada der Ukraine, die Beschlüsse des Präsidenten der Ukraine und des Ministerkabinetts der Ukraine betreffend Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag der Hungersnot in der Ukraine wurde im Grunde genommen zum ersten Mal von den Staatsorganen der Ukraine die Tatsache der Hungersnot offiziell anerkannt.

 

Am 12. Feber 2003 fanden in der Werchowna Rada parlamentarische Anhörungen statt, nach dessen Ergebnissen es unter anderem empfohlen wurde, vor der UNO die Frage über die Anerkennung der Hungersnot von 1932-1933 in der Ukraine als Genozid gegen die ukrainische Nation – dabei wird ukrainische politische Nation, deren Bestandteil auch Vertreter anderer Ethnien waren, gemeint – zu stellen. Internationale Institutionen müssen eine politisch-rechtliche Beurteilung dieser präzedenzlosen und im vorhinein geplanten Vernichtung von Millionen Menschen in der Ukraine geben.

 
Prof. Dr. Stanislaw KULTSCHYTSKYJ,
stellvertretender Direktor des Instituts für die Geschichte der Ukraine
Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine

 

 

1933: Stalins Hungersnot-Terror

 

Das Ministerkabinett der Ukraine hat im August 2002 das Organisationskomitee zur Vorbereitung und Durchführung der Maßnahmen im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag der Hungersnot in der Ukraine gegründet. Unter anderem wurde die Veröffentlichung der Materialien über die tragischen Ereignisse der Jahre 1932-1933 vorgesehen. Es war 55 Jahre lang nicht erlaubt, an die Hungersnot zurückzudenken. Zu Stalins Zeiten hatte der Verstoß gegen das belegte Tabu die Gefängnisstrafe zur Folge. Sogar in der Familie erzählte man ungern über das Erlebte, damit das Kind das Gehörte im Beisen der Fremden nicht wiederholt. Und zu den poststalinistischen Zeiten waren alle gewohnt, dass das Thema der Hungersnot verboten ist.

 

Mykyta Chruchtschow wagte das, über den Staatsterror zu sprechen, weil Stalin im Machtkampf eine Million Mitglieder der eigenen Partei vernichtet hatte. Jene, die die Büchse der Pandora im XX. Parteitag der KPSU halbgeöffnet haben, waren überzeugt, dass die Verantwortung für den Grossen Terror von 1917-1938 nur Stalin belasten wird. Aber die Große Hungersnot von 1933 verschwiegen sie. Es war klar, dass die Verantwortung für die Hungersnot die Staatspartei zu tragen haben wird. Die letzte Generation der kommunistisch-sowjetischen Parteiführer stellte sich die Ursachen und Ausmasse der Hungersnot von 1933 schlecht vor. Nur dadurch kann man erklären, dass das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Ukraine als Gegenzug auf die Gründung der Parlamentskommission in den USA versuchte, eine eigene Kommission zur Entlarvung der „ukrainischen bürgerlichen Nationalisten“ zu gründen, die angeblich die Absicht hatten, die Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages der Oktoberrevolution zu verseuchen.

 

Wolodymyr Schtscherbytskyj, an die Wand gedrückt, hat die Tatsache der durch die Dürre (wie im Jahre 1921) verursachten Hungersnot zugegeben. Sein Nachfolger Wolodymyr Iwaschko machte einen weiteren Schritt zur Wahrheit mit der Erklärung darüber, dass die Hungersnot eine Folge der übermäßigten Getreidebeschaffungen (wie in den Jahren 1946-1947) war. Er hat sogar die Herausgabe im September 1990 des sensationellen Buches „Die Hungersnot von 1932-1933 in der Ukraine: aus der Sicht der Historiker, in der Sprache der Dokumente“ zugelassen. Die in diesem Buch veröffentlichten Dokumente von den Parteiarchiven ermöglichten es, zum Begreifen des wahren Grundes der Hungersnot näher zu kommen.

 

Was war nämlich die reale Ursache der Hungersnot? Die veröffentlichten Dokumente ermöglichen es, eine unwidersprüchliche wissenschaftliche Auffassung zu bauen, die in den Einzelheiten präzisiert werden kann, aber, meiner Meinung nach, der Wahrheit entspricht. Die Antwort auf die gestellte Frage gibt nur die Auffassung. Sogar in den geheimsten Archiven finden wir keine Angaben über die Absichten, nach welchen sich der Diktator richtete. Stalin konnte den ausführenden Personen den Auftrag geben, die Technologie des Hungersnot-Terrors auszuarbeiten; er hatte es aber nicht nötig, ihnen die Motive seiner Handlungen zu erklären.

 

Beginnen wir damit, dass Lenin und Stalin danach strebten, solche Wirtschaftsbeziehungen einzuführen, bei welchen alle Bürger in die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Staat gerieten. Zugleich wurde der Staat gebaut, der bei allem von der Struktur abhing, die den Anschein einer politischen Partei aufbewahrte. Die Partei war völlig abhängig von der höchsten maßgebenden Stelle – dem Zentralkomitee. Und zuletzt innerhalb des Zentralkomitees entstand ein informelles leitendes Organ – das Politbüro. Nämlich in ihm hat sich aber jene verfassungswidrige Macht konzentriert, die wir als sowjetisch bezeichneten. Die Macht des Politbüros des Zentralkomitees, indem sie nach der Herkunft kollektiv war, konnte nur bei dem Vorhandensein des Koordinators – des obersten Führers – effizient werden. Lenin wurde zu solchem Führer als der Konstrukteur des politischen Systems, und Stalin – nach dem harten Kampf, der sechs Jahre lang dauerte.

 

Das kommunistisch-sowjetische politische Parteisystem wurde in einem unterentwickelten Bauernland geschaffen. Seine Konstrukteure haben sich zu Führern der „Weltrevolution“ erklärt und versucht, mit Hilfe der Fünf-Millionen-Armee das nach dem Weltkrieg bereits demobilisierte Europa zu erobern. Nachdem die Pläne der Blitzeroberung des Kontinents gescheitert waren, wurde der Beschluß gefasst, nach und nach, etwa nach zwei Jahrzehnten eine sozial-wirtschaftliche Ordnung zu bauen, die dem Wesen des politischen Regimes entsprechen würde und mächtig in der militärisch-industrieller Hinsicht wäre. Die sowjetischen Geschichte-Lehrbücher haben den sozialistischen Bau als Prozess der konsequenten Unsetzung der im vorhinein aufgestellten Pläne dargestellt. In der Wirklichkeit erfolgte aber der Aufbau der Ordnung, die den Bedürfnissen des politischen Regimes entsprach, mit vielen Abweichungen von den Plänen. Diese Ordnung entsprach den Interessen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nicht und wurde mit Hilfe eines staatlichen Terrors geschaffen.

 

Die grössten Ausmasse hatte der Terror im ukrainischen Dorf. Um die Bauern in die Kolchosen hineinzutreiben, hat der Slalin die Höfe der wohlhabenden Bauern „entkulakisiert“ (das Großbauerntum liquidiert). Um die ukrainischen Kolchosbauern zur Arbeit für den Staat zu zwingen, hat er den Hungersnot-Terror eingesetzt. Die Enteignung der Bauern-Grundbesitzer war zuerst in der Form der Schaffung der Kommunen gedacht. Anfang 1930 haben die Kolchosbauern sich ein Hofgrundstück mit einer Kuh abgerungen, nachdem die Kolchosen in der Form des Artels zu funktionieren begannen. Um die Zugeständnisse zu kompensieren, hat Stalin die gemeinschaftliche Wirtschaft der Artele enteignet: in den Jahren 1930-1932 ging die Kolchosproduktion direkt vom Acker in die Getreidespeicher, ohne jedwede Entschädigung der Bauernarbeit. Danach haben die Kolchosbauern ganz spontan aber einmütig ihre Arbeitsanstrengungen auf ihre Hofgrundstücke konzentriert. Der Anteil der Ukraine an der Schaffung des gesamtstaatlichen Fonds der Getreideressourcen ist abrupt gefallen.

 

Danach geriet ins Wanken das ganze Programm der beschleunigten Industrialisierung. Um die Sabotage zu bewältigen, setzte Stalin gegen ukrainische und kuban’sche (zu Zwei Drittel ukrainische) Kolchosbauern den Terror durch die Hungersnot ein. Sein Wesen hat fahrlässig der Generalsekretär des Zentralkomitees der kommunistischen Partei der Ukraine Stanislaw Kosior im schriftlichen Bericht nach Moskau über den Stand der Frühjahrsbestellung von 1933 enthüllt: „den Kolchosbauern Vernunft beibringen“. Der Bericht wurde im Buch „Hungersnot von 1932-1933 in der Ukraine: aus der Sicht der Historiker, in der Sprache der Dokumente“ veröffentlicht. Die Saboteure rechneten damit, den Staat zurechtzuweisen und sie haben ihr Ziel erreicht. Es wurden die Kolchosmärkte legalisiert. Statt dimensionslosen Getreidebeschaffungen von 1930-1932 bekamen alle sowjetischen Kolchosen einen fixen Plan des Steuercharakters, nach dessen Erfüllung die gemeinsam erzeugte Produktion nach der Zahl der Arbeitseinheiten aufgeteilt werden sollte. Aber zugleich hat der rachsüchtige Generalsekretär die Arbeitsdisziplin im ukrainischen Dorf auf schreckliche Weise gefestigt: durch die Konfiskation bei den „Schuldnern“ der Getreidebeschaffung ihrer Vorräte, die bis zur neuen Ernte aufgespeichert wurden. Die Verordnungen der kommunistisch-sowjetischen Parteiorgane über die „Naturalbestrafung“ sind veröffentlicht worden.

 

Um die Hinterhältigkeit des Stalins Schlags zu verstehen, muß man die Veränderungen in der Landwirtschaft nach ihrer totalen Kollektivierung berücksichtigen. Das NÖP-System (Neue Ökonomische Politik) des Kaufs-Verkaufs wurde zerstört und der private Handel wurde verboten. In den Städten und Neubauten herrschte das Kartensystem der Versorgung der Bevölkerung. Jene, die von diesem System nicht erfaßt wurden, waren gezwungen, die Dienstleistungen des staatlichen kommerziellen Handels zu erhöhten Preisen oder die der spezialisierten Läden „Torgsin“, wo die Waren für die Währung oder Gold verkauft wurden, in Anspruch zu nehmen. Das Dorf kehrte zur Naturalwirtschaft zurück. Um sich zu ernähren, mußten die Bauern die Lebensmittel für ein halbes Jahr, bis zur neuen Ernte, aufspeichern. Im Oktober 1932 fingen Dutzende Tausend der aus den Städten abkommandierten Arbeiter zusammen mit den örtlichen Aktivisten mit der Konfiskation dieser Lebensmittel an.

 

Betrachten wir jetzt die ukrainische Hungersnot auf dem Hintergrund der gesamtstaatlichen. Russische (und nach ihnen deutsche und amerikanische) Historiker beschuldigen uns der Übertreibung der Schrecken der Hungersnot in der Ukraine. Sie sagen, dass die Hungersnot überall gleich war. Tatsächlich gab es noch Anfang 30-er Jahre in der UdSSR drei Typen der Hungersnot. Der erste Typ bezog sich auf die Ortschaften, wo der Staat das gesamte Getreide – das Hauptprodukt der Ernährung – weggenommen hat. Die Hungersnot, die mit den übermäßigten Getreidebeschaffungen verbunden war, gab es in allen getreideproduzierenden Regionen, unter anderem im Wolgagebiet. Sie forderte das Leben der Hunderte Tausend Bauern.

 

Der zweite Typ der Hungersnot bezog sich nur auf die Ukrainische SSR und einen der sechs Bezirke der Nord-Kaukasischen Region, nämlich Bezirk Kuban. Das war eine ukrainisierte Region und Mykola Skrypnyk stellte bereits die Frage über ihre Einverleibung an die USSR. In der Ukraine und in Kuban dauerten die Getreidebeschaffungen von der Ernte des Jahres 1931 bis zum Winter und führten zur Hungersnot (wie in Wolgagebiet). In der ersten Jahreshälfte 1932 starben bei dieser Hungersnot in der Ukraine bis zu 150 Tausend Bauern. Die Ernte 1932 hat die Hungersnot gestoppt. Die Getreidebeschaffungen von der Ernte 1932 dauerten in den getreideproduzierenden Regionen bis Jänner 1933 einschließlich. Diesmal benahm sich der Staat in der Ukraine und in Kuban nich so, wie in anderen Regionen oder in diesen zwei Regionen im Vorjahr. Bei den „Schuldnern“ von Getreidebeschaffungen wurden alle lagerfähigen Lebensmittel konfisziert: Zuchttiere, Speck, Erdäpfel, Rüben, Zwiebeln, Trockenobst, Kraut etc. Daher die Ausmasse der Hungersnot: keine Hundert Tausend, sondern Millionen Opfer. Der fünfte Teil der Dorfbevölkerung der Ukraine kam ums Leben. Der Anteil der Gestorbenen in Kuban ist noch größer.

 

Der dritte Typ der Hungersnot ist die schreckliche kasachische Hungersnot, die fast die Hälfte des Volkes ausgerottet hat. Sie wurde von niemandem angestrebt, der Staat hat einfach die Folgen der sofortigen Zwangsumstellung des Nomadenvolkes auf Seßhaftigkeit unterschätzt. Nach der Auswertung der ersten Ergebnisse der später gemaßregelten Unionsvolkszählung von 1937 hat man bei den Demographen gefragt: Wo sind die Kasachen hingekommen? Sie mußten eine Legende über ihr Nomadisieren nach China erbringen. Liese Legende kommt bis heute als reale Tatsache in der russischen Literatur vor. Im Institut der Geschichte der Ukraine der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine wurde der Plan der fundamentalen Arbeit über die Hungersnot von 1932-1933 erarbeitet. Wir hoffen, dazu die Wissenschaftler aus der Ukraine, Russland, Kasachstan, den USA heranzuziehen. Der 70. Jahrestag der schrecklichen Tragödie soll sowohl den Wisenschaftlern, als auch den Politikern zu entsprechenden Handlungen einen Auftrieb geben. Die Ersten sind verpflichtet, in allen Einzelheiten das festzustellen, was im ukrainischen Dorf geschehen ist; die Anderen sollen eine politische Beurteilung dem kommunistisch-sowjetischen Parteiregime – der schrecklichen Diktatur, die sich unter dem Deckmantel der Volksherrschaft versteckte – geben. {Quelle: www.ukremb.at}

 

 

Der große Hunger. Holodomor (Golodomor) in der Ukraine

 

Geschichte der Ukraine

 
Land und Frieden hatte Lenin den Bauern versprochen, um sie für seine Revolution zu begeistern. Doch statt Frieden gab es erst einmal Bürgerkrieg und eigenes Land ließ man ihnen gerade noch ein Jahrzehnt. Die erste Hungersnot zog während des Bürgerkriegs über das Land. Erbarmungslos beschlagnahmten Erfassungskomitees Getreide für die Rote Armee und die Städte. Gehungert wurde nicht nur in der Ukraine. Über 200 000 Menschen flohen von der Wolga nach Westen, um dort nichts vorzufinden als weiteren Hunger. Trotz ausländischer Hilfe starben gegen eine Million Menschen. Dann kam die „Neue Ökonomische Politik“ (NEP). Die Kommunisten schienen erkannt zu haben, dass nur mit einem Mindestmaß an wirtschaftlicher Freiheit Fortschritt möglich ist. Die Situation auf dem Land besserte sich. Die Abgabepflicht wurde gelockert, an Stelle von Naturalien traten in Geld zu entrichtende Steuern. Es begann sich zu lohnen, für den Markt zu produzieren.
 

Gedenkstätte Holodomor in KiewNur wollte der nicht funktionieren. Die Staatsbetriebe produzierten am Markt vorbei und generell zu wenig. Als illusionäre Volkswirtschaftspläne und ehrgeizige Großprojekte zusätzliches Chaos schufen, lohnte sich intensive Landwirtschaft nicht mehr. Stalin, der zu dieser Zeit seine Macht mehr und mehr festigte, wusste, wie gefährlich unzufriedene Bauernmassen sind. Besonders dann, wenn ein Teil von ihnen stolz und selbstbewusst aufzutreten gelernt hat. Solche gab es und sie galt es zu vernichten. Kollektivierung und Entkulakisierung waren die Zauberworte. Seit 1930 wurden die ukrainischen Bauern in Kolchose gezwungen. Natürlich widersetzten sich hierbei besonders die erfolgreich wirtschaftenden Familien – das Rückgrat der Bauernschaft. Kurzerhand erklärte man sie zu Kulaken: volksfeindlichen Schmarotzern und Blutsaugern, die es zu vernichten galt. So wurden fast ausnahmslos Millionen von Menschen deportiert. Frauen und Männer, Alte und Junge ausgesetzt entlang der Gleise sibirischer Bahnstrecken, mit Frachtkähnen auf den großen Flüssen in Richtung Eismeer verschifft und irgendwo in der Tundra nördlich des Polarkreises ihrem Schicksal überlassen.

 

Gleichzeitig wurden 1931 für die übriggebliebenen die Zwangsabgaben erhöht. 83 kg Getreide pro Kopf blieben einer Familie 1939 noch zum Überleben in der Ukraine. Die neugeschaffenen Kollektivwirtschaften versagten. Den Ton gaben hier zumeist politische Aktivisten ohne Sachverstand an. Die erfahrenen Landwirte waren entweder deportiert oder hielten sich zurück. Oft genug waren die Weisungen der neuen Obrigkeit von keinerlei Sachverstand getrübt. Ihr Nichtbefolgen aber wurde als Sabotage ausgelegt und mit Lagerhaft bestraft. Wieder grassierte der Hunger. Er traf besonders hart die Ukraine. Bis zu einem Viertel der Dorfbewohner im Süden und Osten des Landes verhungerten in den Jahren 1932 und 33. Ganze Dörfer starben aus. Kannibalismus trat auf. Manchmal schleppten sich die sterbenden Menschen zu den Bahnstationen, in der Hoffnung dort etwas Essbares zu erhalten. Man rechnet heute mit 3-5 Millionen Toten, während die Getreideexporte nach Westeuropa nicht aufhörten. Nein, es gab keinen Hunger im glücklichen Land der Arbeiter und Bauern.

 

Danach gab es keine Bauern mehr – nur noch Kolchosbauern. Die Ereignisse zu Beginn der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts haben das ländliche Bild der Ukraine wesentlich geprägt. Vieles was uns heute dort begegnet, lässt sich nur durch sie erklären. An das namenlose Leid von Millionen Menschen erinnert die Gedenkstätte neben dem Michaelskloster in Kiew und manches neu errichtete Kreuz in ukrainischen Städten. Die ukrainische Staatsführung vertritt die Ansicht, dass die Katastrophe direkt und bewußt auf das ukrainische Volk abzielte und spricht dementsprechend von einem Genozid. Dem widersprechen jedoch einige Historiker. {Quelle: www.dreizackreisen.de}

 

5 Responses to “Hungersnot in der Ukraine von 1932-1933”

  1. S A h piri Says:

    Belga) Het parket-generaal van Oekraïne heeft maandag opposante Joelia Timosjenko, die huisarrest in Kiev heeft gekregen, definitief verboden naar Brussel te gaan, waar zij volgende maand is uitgenodigd door de Europese Volkspartij (EVP). De Oekraïense justitie vreest dat de gewezen premier het land wil ontvluchten.

    „De onderzoeksrechter heeft het verzoek van ex-premier Joelia Timosjenko verworpen“, aldus het parketgeneraal in een communiqué. Zij had om toelating voor de reis naar de Belgische hoofdstad verzocht. „Er zijn preliminaire gegevens volgens dewelke mevrouw Timosjenko van plan is van haar reis naar het buitenland te profiteren om Oekraïne te verlaten en zich aan het (gerechtelijk) onderzoek te ontrekken“, aldus de mededeling.

    Vorige week had het parket een eerste verzoek van de vroegere premier verworpen omdat de door de christelijke EVP en door voorzitter Jerzy Buzek van het Europees Parlement verstuurde uitnodigingen niet in het Oekraïens waren vertaald. Timosjenko was premier van februari tot september 2005, en van december 2007 tot maart 2010.

    Zij wordt ervan beschuldigd de staat voor meer dan zes miljoen euro te hebben opgelicht bij de aankoop van ziekenwagens en werd eerder al vervolgd voor het verkeerd besteden van 380 miljoen dollar aan overheidsgeld. Timosjenko pleit onschuldig en ziet in de beschuldigingen een politieke afrekening. De politica hangt een celstraf van zeven tot tien jaar boven het hoofd. (

    ——————————————————————————–

    • S A h piri Says:

      Die Ukraine als gesamteuropäischer Faktor ————

      Das Jahr 2010 ist zu Ende. Ein Jahr, das der Welt viele besorgniserregende Nachrichten gebracht hat. Wir hatten das Erdbeben in Haiti, die politischen Unruhen in Thailand, die tragischen Versuche, die israelische Blockade des Gazastreifens zu überwinden, erlebt. Wir hatten die Finanzkrise der Eurozone und einen harten Clinch in den chinesisch-japanischen Beziehungen. Wir hatten auch das andauernde Blutvergießen im Irak und Afghanistan, die Gefahr neuer Kriege im Iran und Nordkorea sowie die Entstehung eines ungewöhnlichen Begriffes „Währungskrieg“ erlebt.

      Vor diesem Hintergrund war die Ukraine für die Welt eher eine Quelle der positiven Nachrichten. Die Wirtschaft erholte sich dynamisch. Die Spannungen in den Beziehungen zu Russland haben enorm abgenommen. Die Reformen, deren Gespenst in der Ukraine umging, wurden unerwartet schnell und ohne jegliche Verzögerungen begonnen. Obwohl die Opposition alle Kräfte aufgeboten hat, um die Ukraine vor der internationalen Gemeinschaft zu diffamieren, sprechen die Taten dieser Regierung für sich: Die Ukraine hat mit dem Ausführen dessen angefangen, was die Europäische Union als „Hausaufgabe“ bezeichnet und der ukrainische Wähler als „Reformen“.

      Europa: „wir sind ein gemeinsames, wir sind ein neues…“

      Wenn man die Haupttendenzen der europäischen Politik beschreibt, kann man nicht umhin, den altbekannten Spruch zu erwähnen: „Ich habe zwei Nachrichten: eine schlechte und eine gute“.

      Die gute Nachricht ist, dass die vom Kalten Krieg vererbten Trennlinien der Vergangenheit gehören. Das neue strategische Konzept des NATO bietet einen Freiraum für gemeinsame Sicherheitsprojekte mit Russland – wie z. B. das gemeinsame Raketenabwehrsystem – die später als Grundlage für ein gesamteuropäisches Sicherheitsystem dienen könnten. Moskau wirbt für diese Idee und schlägt vor, die Zusammenarbeit auf eine höhere Ebene zu heben, und sogar einen mit Europa gemeinsamen Wirtschaftsraum zu schaffen

      • S A h piri Says:

        Der Neustart bleibt einer der bestimmenden Tendenzen der Weltpolitik.

        Wenn man den Umfang und die Konsequenzen dieses Prozesses bewertet, muss man vor allem seine Gründe begreifen. Diese sollte man weniger im guten politischen Willen suchen, sondern eher im aus der Wirtschaft wohl bekannten Koordinatensystem „Preis-Qualität“.

        Der Neustart zwischen dem Osten und dem Westen ist weniger von Emotionen und mehr von sachlichem politischem Kalkül geprägt.

        Der Osten und der Westen sind einfach an einem Punkt ihrer Entwicklung angelangt, in dem der Preis des Widerstandes allzu hoch und der Sinn allzu vage wurden. Während der Sinn der Überwindung der Widersprüche und ihre

        Ausklammerung aus dem strategischen Dialog mit Russland auf der Hand lag: stabile Lieferungen der russischen Energieträger, Vorteile aus einer fruchtbaren wirtschaftlichen Zusammenarbeit, Reduzierung der Nuklearwaffen, stärkere Kontrolle über die Nichtverbreitung und ähnliches.

        Gibt es ein Rezept für die Versöhnung der proeuropäischen Bestrebungen mit den prorussischen Sympathien innerhalb der Ukraine?

        Ich glaube, die heutige ukrainische Außenpolitik ist sehr nah daran, dieses Rezept herauszufinden. Wenn die Opposition damit nicht einverstanden ist, dann sollte sie ihre Meinung auf der patriotischen Art und Weise zum Ausdruck bringen, indem sie eine wirksame Alternative artikuliert und an den Wähler appelliert, nicht an die Weltgemeinschaft, jedesmal wenn die Dinge nicht so laufen, wie man es geplant hat.

        Bei allem Respekt zur berühmten Talkshow führt die „Schusterisierung“ der ukrainischen Außenpolitik in eine Sackgasse. Die ideologischen Oppositionellen der Ukraine müssen zumindest versuchen, einander anzuhören, anstatt aus jeder Diskussion einen Gladiatorenkampf zu machen. Dies führt im Endeffekt zur Zerstörung nicht der Oppositionellen, sondern der Ukraine.

        Unser Staat hat das Potenzial, nicht nur auf regionale, sondern auch gesamteuropäische Angelegenheiten Einfluss zu nehmen, und kann ein in der Tat hilfreiches Rezept für die Beziehungen zwischen dem Osten und dem Westen unseres Kontinents finden. Jedoch kann dieses Rezept erst dann überzeugend wirken, wenn der Osten und der Westen der Ukraine – die orangenen und die blauen – ihr Rezept für ein Zusammenleben und hoffentlich eine Zusammenarbeit gefunden haben.

  2. S A h piri Says:

    Die Hungersnot in der Ukraine 1932-1933

    http://www.geschichteinchronologie.ch/SU/schwarzbuch_hungersnot-in-ukraine.htm

    Planmässiger Massenmord an 6 Millionen Bauern
    zur Durchsetzung der „Kollektivierung“ unter Stalin

    Das Schwarzbuch des Kommunismus. Unterdrückung, Verbrechen und Terror.

    Ende, aber der Kommunismus war noch lange nicht zu Ende,

    Und die schweizer Politik mit ihrem Bankgeheimnis half ab den 1960-er Jahren kräftig mit…
    § § §

  3. Grossmann Says:

    Ich war einer der Betroffenen. Geboren in Pid-Charkowo ca. 1929 auf einem großen Bauernhof. Vater verschwand 1933. Mutter lag krank im Bett. Mit einer Kindergruppe fuhr ich nach Moskau,. betteln. Wurde von einer deutschen Emigrantin aufgenommen; !939 adoptiert. Im Krieg verband nach Kaukasus, Kasachstan. Dürfte studieren. 1956 Nach Deutschland übersiedeln. Promoviert, Habilitiert. Jetzt 83 Jahre alt.Habe meine Geschichte in einigen Romanen zusammengefasst.
    Glaube, die Hauptursache des Todes von 6 Millionen Menschen der Hunger war. Die Politiker haben nur diesen Zustand erbarmungslos ausgenutzt. .Nicht vergessen den Hunger in Belorussland, Kuban´, Kasachstan. Im Zustand des allgemeinen, nach dem Bürgerkrieg, Arbeitskräftemangel ist es fatal diesen Mangel so gigantisch zu vergrößern.


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