kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Genitalverstümmelung 21. September 2011

Filed under: Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 13:09

Keine Anzeige, keine Ermittlung, kein Urteil

 

Keine deutsche Strafvorschrift verbietet ausdrücklich das Abschneiden äußerer Geschlechtsorgane. So rasch wird sich daran nichts ändern. Dem Kampf gegen das Unrecht der Genitalverstümmelung mangelt es an Konsequenz.
 
 

Gute Eltern schenken ihren Kindern Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Fürsorge. Körperverletzungen aus sozialen oder religiösen Gründen sollten ein Tabu sein. Für Tätowierungen, Piercings, Schönheitsoperationen oder Abschneidungen im Genitalbereich oder andernorts können sich Kinder, sobald sie volljährig geworden sind, selbst entscheiden. Gleichwohl drücken einige Eltern ihren Kindern ihre eigenen Vorstellungen von „Das ist schön!“ oder „Das gehört sich so!“ auf. In der Regel harmlos ist das Durchstechen der Ohrläppchen der nicht selten zweijährigen Töchter zwecks Tragens von Ohrschmuck. Schwerer wiegt das Abschneiden der Penisvorhaut bei Jungen im Alter von wenigen Tagen bis 13 Jahren; Gefäßknoten und Verwachsungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen können die Folge sein. Die männliche Beschneidung an Minderjährigen, eine Körperverletzung im Sinne des Paragraphen 224 des Strafgesetzbuchs, wird von unserer Gesellschaft unbestraft geduldet, weil sie religiös, insbesondere jüdisch, begründet und gesundheitlich unbedenklich sei.

 

Dagegen ist das Abschneiden der Klitoris nie zu rechtfertigen, selbst an Volljährigen nicht. Betroffen sind Töchter von Eltern mit Herkunft etwa aus Ägypten oder West- bis Ostafrika. Weltweit bekanntgeworden ist diese Sitte 1997 durch das Buch „Wüstenblume“ von Waris Dirie. Den Töchtern im Alter von meist ein bis 14 Jahren werden die Klitoris und, je nach Brauch ganz oder teilweise, die kleinen und großen Schamlippen abgeschnitten. Ohne Narkose. Das Abschneiden der Klitoris entspricht dem Abschneiden des Penis. Obwohl Letzteres eine schwere Körperverletzung gemäß Paragraph 226 StGB darstellt, gilt das Entfernen der Klitoris nicht als eine solche. Und dies in Kenntnis der Folgen und damit des Unwertgehalts der Tat: Das Opfer verliert irreparabel das Sexualempfinden und erfährt, weil von den eigenen Eltern im Stich gelassen, ein Trauma, welches demjenigen nach einer Vergewaltigung (Paragraph 177 StGB) vergleichbar ist. Zweierlei Maß!

 

 

 

Zehn Verurteilungen in Frankreich

 

Dirie hat in ihrem Buch das ihr in Somalia zugefügte Leid beschrieben. Frau Ayaan Hirsi Ali, ebenfalls in Somalia genitalverstümmelt, berichtete in ihrem 2005 erschienenen islamkritischen Buch „Ich klage an!“, dass infolge der Zuwanderung die Genitalien nun auch in den Niederlanden und in Frankreich häufig abgetrennt werden. Der Schluss auf Taten in Deutschland liegt nahe, aber wissenschaftlich fundierte Zahlen fehlen. Täter und Opfer schweigen. Eine strafrechtliche Verurteilung in Deutschland hat es bisher nicht gegeben. Ebenso wenig in Österreich. Aus der Schweiz ist lediglich das Strafurteil des Obergerichts Zürich am 26. Juni 2008 bekannt. In Frankreich gibt es schon mehr als zehn Verurteilungen. Der in Hamburg ansässige eingetragene Verein Plan International Deutschland hat Ende 2010 versucht, durch Befragung von Zuwanderern Zahlen für das Land Hamburg zu erlangen. In dem Bericht „Listening to African Voices – Female Genital Mutilation/Cutting among Immigrants in Hamburg“ vom Februar 2011 steht, dass vier Befragte von in Hamburg, Kassel, Frankfurt am Main und Berlin begangenen Taten gehört haben. Von weiblichen Genitalverstümmelungen in Deutschland ist auszugehen.

 

Eine eingeschlafene Arbeitsgruppe: Aus Furcht vor drohender Genitalverstümmelung an in Deutschland lebenden Mädchen sind in den Jahren 1994 bis 2011 mindestens zehn Familiengerichtsverfahren mit dem Ziel angestrengt worden, das Sorge- beziehungsweise Umgangsrecht der Eltern zu beschränken – teilweise mit Erfolg. Sogar der Bundesgerichtshof musste einmal entscheiden. Am 26. Juni 2008 hat der Deutsche Bundestag einen Antrag angenommen, mit dem er die Bundesregierung aufforderte, die in anderen Ländern eingeführten Methoden der Bekämpfung der Genitalverstümmelung durch Forscher prüfen zu lassen und gegebenenfalls zu übernehmen. Eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit solle die Bemühungen von Bund, Ländern und Nichtregierungsorganisationen koordinieren, um „die bundesweite zielgruppensensible Aufklärung voranzubringen“. Nach dem Beschluss ist fast nichts passiert. Von Forschungsaufträgen des Staates mit dem Ziel des Herausfindens erfolgreicher Methoden zum Erreichen der Verhaltensänderung auf Seiten der Täter ist mir nichts bekannt geworden. Und die 2009 gegründete Arbeitsgruppe, die zweimal in Bonn tagte, ist nach dem Regierungswechsel im November 2009 eingeschlafen.

 

Fortschritte in Afrika: Anders als in Frankreich und Österreich können die Menschen, die hierzulande andere Eltern vom Unrecht des Klitoris- und Schamlippenabschneidens überzeugen wollen, nicht auf eine Strafvorschrift verweisen, die das Verstümmeln der äußeren Genitalien ausdrücklich verbietet. Bei uns geht es nur um „Körperverletzung“. Ein klar formulierter Straftatbestand im Paragraphen 226 des Strafgesetzbuchs würde sowohl den Unwertgehalt der Tat im Vergleich mit dem Abschneiden des Penis und dem Vergewaltigen eines Menschen zutreffend spiegeln als auch ein deutliches Zeichen dahin gehend setzen, was wir von Zuwanderern erwarten. Im Bundestag sind bisher alle Anträge zur Neufassung oder Überprüfung des Paragraphen 226 StGB gescheitert, weil sie von Oppositionsfraktionen gestellt wurden: 1997 von der SPD, 2006 von den Grünen beziehungsweise der FDP. Die aktuellen Neuanläufe stammen aus dem Bundesrat (Bundestags-Drucksache 17/1217) und von den Grünen (Bundestags-Drucksache 17/4759).

 

Was ist zu tun? Ziel kann nur die kollektive Verhaltensänderung sein. Denn Traditionen, die zu Körperverletzungen führen, sind in der jeweiligen Gesellschaft tief verankerte Verhaltsweisen, welche nicht in Frage gezogen werden. Das Unrechtsbewusstsein traditionell lebender Menschen muss erst geweckt werden, damit sie begreifen, dass ihre hier rechtswidrigen Handlungen verwerflich sind. Man macht es, weil man es macht. Der Einzelne, der dennoch fragt und sich weigert, mitzumachen, wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und damit wegen Nichtverstümmelung sozial bestraft. Ihm fehlt meist die nötige Kraft des Durchhaltens und Durchsetzens; Großfamilie und Gesellschaft setzen ihre Vorstellungen vom Kindeswohl notfalls auch gewaltsam um. Überzeugt werden müssen also alle Gruppenangehörigen, vorrangig – obwohl hier fast ausschließlich Frauen die unmittelbaren Täter sind – die Männer, insbesondere solche mit gesellschaftlicher Autorität. Das Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung ist (auch) Männersache.

 

Wissenszufuhr allein reicht nicht aus: Welches Mittel ist kausal? Die zielgruppensensible Aufklärung einzelner Mütter oder Väter, etwa durch Jugendamtsangestellte oder Kinderärzte in Einzelgesprächen oder durch religiöse Führer in Predigten, jedenfalls nicht. Grundlage traditioneller Genitalverstümmelungen ist ein patriarchalisches Geschlechterrollenverständnis, welches wir auch bei den Themen Zwangsehe und Ehrenmord kennen. Dieses Verständnis kann dadurch aufgelöst werden, dass Frau und Mann es in entspannter Gruppenatmosphäre unter Beteiligung eines qualifizierten Sozialarbeiters in Frage stellen und neue Verhaltensweisen ausprobieren und erleben. Eine Wissenszufuhr reicht nicht. Vielmehr müssen die Gefühle und die Weiterentwicklungsperspektiven des Einzelnen angesprochen werden. Der Mensch weiß, dass das Abschneiden der Genitalien ungesund ist. Und tut es trotzdem.

 

Wir brauchen ein Forschungsprojekt mit dem Inhalt, das Gewalt-in-der-Familie-Verhalten der in Deutschland lebenden Angehörigen der einschlägig betroffenen Volksgruppen zu beeinflussen. Solche Projekte der Suche nach „Best Practices“ gibt es bereits – in fortschrittlichen Regionen Afrikas. Wir brauchen jemanden, der einen solchen Forschungsauftrag zum Beispiel an eine pädagogische Hochschule vergibt. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Integration. Als Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft sollten wir auf die Erwachsenen der Minderheitsgesellschaften zugehen. Mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Unsere Kinder brauchen unsere Fürsorge.

 

Der Verfasser ist Rechtsanwalt in Offenbach. Er war als Entsandter des Deutschen Netzwerks zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung Mitglied der 2009 eingesetzten Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. {Quelle: www.faz.net – Von Dirk Wüstenberg}

 

3 Responses to “Genitalverstümmelung”

  1. Egon Says:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Beschneidung_weiblicher_Genitalien

    Was wäre würde man uns Männer-n einen Teil an Lustempfinden nehmen???
    was haben die nur davon:Eigenschaden-als Mann.

    eine Vollwertige Frau ist doch ganz etwas anderes?!!

    • S A P H I R I... Says:

      Tippfehler:

      Was wäre würde man uns Männer-n einen Teil an Lustempfinden nehmen???
      was haben die nur davon:Eigenschaden-als Mann.Beschneidung…der Frau.

      eine Vollwertige Frau ist doch ganz etwas anderes?!!

      sorry Fehler :nicht das einer denkt,der Penis werde amputiert…

      Was wäre würde man uns Männer-n einen Teil an Lustempfinden nehmen???
      was haben die nur davon:Eigenschaden-als Mann.
      Beschneidung der Frau:sorry

      .

  2. Saphiri Says:

    Zitat: „Das Abschneiden der Klitoris entspricht dem Abschneiden des Penis.“

    Richtig, und warum keine Gleichberechtigung?

    Wenn Mädchen/Frauen zwangsverstümmelt werden, dann entweder auch Zwangsverstümmelung bei Knaben/Männern oder bei keinem der Geschlechter.

    Würde man bei diesen Praktiken auf Gleichberechtigung drängen, auch per Zwang, dann wären diese Praktiken der Zwangsverstümmelung schnell beseitigt.


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