kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Cajus Pupus feiert in Kürze Erntedank! 19. September 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 17:32

Am 02. Oktober 2011 feiern wir das Erntedankfest

 

Lasst mich mit einem Gebet beginnen: „Gott des Lebens, du sorgst dich um uns und gibst uns das, was wir zum Leben brauchen. Du hast uns Begabungen geschenkt, durch die wir vieles bauen und pflanzen können. Immer wieder schenkst du uns deinen guten Geist, damit wir füreinander da sind. Wir bringen dir Brot und Wein und bitten dich, dass du sie verwandelst in das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles und dass wir so in dieser Stunde von Neuem erfahren dürfen, wie nahe du uns bist. Dich loben wir. Dir danken dir. Heute und alle Tage unseres Lebens.“

 

Erntedankfest? Was soll das denn sein, wird sich so mancher fragen? Dabei ist es doch ganz einfach. Alles ist doch schon im Namen enthalten. Ernte – Dank – Fest. Das heißt, wir feiern ein Fest um für eine Ernte zu danken! Drehen wir einmal am Rad der Zeit und gehen weit zurück in die Anfänge der Menschheit. Die Menschen früher waren Sammler und Jäger. Und schon damals wurden Opfergaben nach Einbringung der Ernte und der Jagd Beute dem Schöpfer dar gereicht. Dieser Brauch, Erntefrüchte zum Opferstein – Altar des Herrn zu bringen und ihm für die Ernte zu danken, hat sich bis in die heutige Zeit bewahrt. Der Ursprung des Erntedankfests reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück. In Mittel- und Nordeuropa wurde Erntedank zum Herbstbeginn am 23. September mit einem Dankopfer gefeiert. Ähnliche Riten gab es auch in Griechenland und im Römischen Reich. Im Judentum gibt es das Schawuot, das Wochen- oder Pfingstfest, nach Beginn der Ernte und das Sukkot, das Laubhüttenfest, im Herbst am Ende der Weinlese.

 

Über den biblischen Ursprung dieser beiden Feste möchte ich jetzt einen Text aus 5. Mose 16, 9-17 nach der Übersetzung „die Gute Nachricht“ einstellen: „Sieben Wochen nach Beginn der Getreideernte sollt ihr zu Ehren des Herrn, eures Gottes, das Pfingstfest feiern. Dabei bringt ihr dem Herrn, eurem Gott, freiwillige Opfergaben, als Dank dafür, dass er eure Felder gesegnet hat, und nach dem Maß, in dem euch dieser Segen in dem betreffenden Jahr zuteil geworden ist. Feiert ein fröhliches Fest vor dem Herrn, eurem Gott, an der Stätte, die er auswählen wird, zusammen mit euren Söhnen und Töchtern, euren Sklaven und Sklavinnen und mit den Leviten in eurer Stadt, mit den Fremden, die bei euch leben, den Waisen und Witwen. Denkt daran, dass ihr selbst in Ägypten Sklaven gewesen seid. Richtet euch nach diesen Weisungen und befolgt sie!

 

Wenn nicht nur die Getreide-, sondern auch die Weinernte eingebracht ist, sollt ihr sieben Tage lang das Laubhüttenfest feiern. Begeht es als Freudenfest mit euren Söhnen und Töchtern, euren Sklaven und Sklavinnen und mit den Leviten in eurer Stadt, den Fremden, die bei euch leben, den Waisen und Witwen. Feiert es sieben Tage lang zu Ehren des Herrn an der Stätte, die er auswählen wird. Der Herr, euer Gott, wird seinen Segen auf alle eure Arbeit legen und euch reichen Ertrag schenken. Deshalb sollt ihr euch an diesem Fest von Herzen freuen. Dreimal in jedem Jahr sollen alle Männer Israels zum Herrn, eurem Gott, an die Stätte kommen, die er auswählen wird: zum Fest der Ungesäuerten Brote, zum Pfingstfest und zum Laubhüttenfest. Keiner soll mit leeren Händen kommen. Jeder soll eine Gabe für den Herrn Erntedankfest 2009 fröhlich feiern und an andere denken, mitbringen, viel oder wenig, je nachdem wie viel einer besitzt und was der Herr, euer Gott, ihm gegeben hat.“

 

1. Erntedank ist ein Fest zur Ehre Gottes: „Feiert das Fest sieben Tage lang zu Ehren des Herrn an der Stätte, die er auswählen wird.“

2. Beim Erntedank soll man sich von Herzen freuen und feste feiern: „Der Herr, euer Gott, wird seinen Segen auf alle eure Arbeit legen und euch reichen Ertrag schenken. Deshalb sollt ihr euch an diesem Fest von Herzen freuen.“

3. Erntedank ist ein Fest der Gemeinschaft: Dem Volk Israel wird befohlen, an die Stätte zu Pilgern, die Gott bestimmt hat, um dort diese Feste zu feiern.

4. Erntedank ist eine Zeit, an andere zu denken: „Begeht es als Freudenfest mit euren Söhnen und Töchtern, euren Sklaven und Sklavinnen und mit den Leviten in eurer Stadt, den Fremden, die bei euch leben, den Waisen und Witwen.“

 

Man kann sehen, dass Gott der Herr genau wusste, was er anordnete. Denn  alleine mit den Feldern bestellen war es ja nicht getan. Gott der Herr schickte den Regen, den Wind und die Sonne; ohne sie würde es keine Ernten geben. Nur ist in der heutigen, hoch technisierten Welt der Gedanke an das Erntedankfest leider verloren gegangen. Das dürfte auch zum Teil an die unterschiedlichsten Termine gelegen haben. Wurde doch das Erntedankfest früher in den verschiedensten Ländern zu den verschiedensten Zeiten gefeiert, so wurde 1972 von der katholischen deutschen Bischofskonferenz der erste Sonntag im Oktober als Termin für das Erntedankfest festgelegt. In den evangelischen Gemeinden wird das Erntedankfest gewöhnlich am Sonntag nach Michaelis, dem 29. September, gefeiert. Diese Regelung der evangelischen geht u. a. auf einen Erlass des König Friedrich II., genannt Friedrich der Große, zurück. 

 

In den Vereinigten Staaten ist Thanksgiving ein staatlicher Feiertag, der am vierten Donnerstag des Monats November gefeiert wird. Thanksgiving  ist eine Form des Erntedankfestes, weicht aber stark von den Bräuchen des europäischen Festes ab. Das Fest zitiert Elemente aus dem Pionierleben der Pilgerväter und trägt somit einen gewissen nationalen Charakter. Thanksgiving ist in den Vereinigten Staaten auch das wichtigste Familienfest im Jahreskreis, außerdem werden von vielen Familien auch Freunde oder andere Gäste eingeladen. In seinem Mittelpunkt steht eine große Mahlzeit (häufig Abendessen). Zu dieser großen Mahlzeit gehört traditionell ein gebratener und gefüllter Truthahn, mit den verschiedensten Beilagen.

 

Beim Dank Gottesdienst in der Kirche wird der „Dank für die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“ auf dem von Erntedank-Gaben umgebenen Altar gefeiert. Mit dem Erntedankfest soll an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden und daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. Leider, kann ich nur sagen, wird das Pflanzen. Sähen und Ernten der Feldfrüchte als Selbstverständlichkeit abgetan! So nach dem Motto: Warum haben wir denn die Bauern? Es ist richtig, dass in der heutigen Zeit durch die Technik und durch die Maschinen der Geist der Landwirtschaft dem schnöden Mammon gewichen ist. Die wenigsten Menschen können sich nicht mehr vorstellen, dass der Schöpfer auch heute noch seine Hand über die Werke der Bauern hält! Und die wenigsten Menschen gedenken heute der Nahrungsmittel, die noch frisch vom Feld, Metzger oder Bäcker kommen. Ich spreche jetzt nicht von chemischen Lebensmitteln die uns vorgaukeln, das ist Käse und kein Käse ist drin. (Analogkäse)  Unter jedem Brot, welches ich neu anschneide, mache ich mit dem Messer das Kreuzzeichen, als kleinen Dank an Gott, der wieder einmal uns Speise gegeben hat. (Auch wenn ich aus der Kirche ausgetreten bin und das Brot bei ALDI gekauft habe.)

 

Ich möchte jetzt schließen mit einem Lied zum Erntedankfest von Matthias Claudius 1783

http://www.youtube.com/watch?v=36OYxgHyapc&feature=related

 

Lied zum Erntedankfest: von Matthias Claudius 1783

 

Am Anfang war’s auf Erden noch finster, wüst und leer;
und sollt was sein und werden, mußt es woanders her.
So ist es zugegangen im Anfang, als Gott sprach;
und wie es angefangen, so geht’s noch diesen Tag.

Refrain:
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt
und hofft auf ihn.

Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf
Refrain

Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein
und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot
es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.
Refrain

Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm
das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.
Refrain

Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide und seinen Kindern Brot.
Refrain“

 

Ite, missa est

{Das obige Bild: Ein reich geschmückter Altar mit Früchten und Gemüse aus dem Anbau in der Pfarrgemeinde Nassenfels. In der Mitte die Erntekrone mit Brot  – © by Markt Nassenfels www.altmuehlnet.de Foto: Josef Hollinge}

 

2 Responses to “Cajus Pupus feiert in Kürze Erntedank!”

  1. Cajus Pupus Says:

    „Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten
    (Galater 6:7).

    • Saphiri Says:

      Schau Dir die Welt an Cajus–haben Sie das gesät?

      Sehe sie erkennen es nicht und finden in Gott ihren Schuldigen des Leides.


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