kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Explizites Verbot der Genitalverstümmelung bei Frauen 17. September 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 15:27

Beschneidung verboten, Piercings erlaubt

 

Die Beschneidung von Frauen und Mädchen wird in der Schweiz ausdrücklich verboten. Wer «die Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt», muss nun gemäss Strafgesetzbuch bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe gewärtigen. Der Nationalrat hat am Mittwoch bei dieser Gesetzesrevision stillschweigend die letzte Differenz zum Ständerat bereinigt. Damit wird das Strafgesetzbuch um einen neuen Artikel ergänzt. Im Grundsatz hatten sich die Räte bereits früher darauf geeinigt, dass im Strafgesetzbuch die Verstümmelung weiblicher Genitalien in einem eigenen Artikel 124 verboten wird. Am Mittwoch hat der Nationalrat nun noch eine vom Ständerat eingefügte Präzisierung gutgeheissen.

 

Bis zehn Jahre Freiheitsstrafe: Demnach macht sich strafbar, «wer die Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, in ihrer natürlichen Funktion erheblich und dauerhaft beeinträchtigt oder in anderer Weise schädigt». Auf die Tat steht eine Strafe von mindestens 180 Tagessätzen oder bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. In der Schweiz ebenfalls strafbar machen sich Personen, die eine Genitalverstümmlung im Ausland durchgeführt haben, auch wenn diese dort nicht strafbar ist. Bereits früher haben die Räte klargestellt, dass das Einverständnis der Frau zur Schädigung nichts an der Strafbarkeit ändert. Kosmetische Eingriffe oder Piercings sind von der Strafnorm nicht betroffen.

 

Die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen wird schon heute strafrechtlich verfolgt, weil es sich um eine Körperverletzung handelt. Ein somalisches Elternpaar war 2008 wegen schwerer Körperverletzung zu einer bedingten zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil die Eltern ihre Tochter beschneiden liessen. Die Räte fügten den Artikel vor allem ein, weil sie damit ein Zeichen setzen wollten gegen die sehr schmerzhafte Verstümmelung, die oft als Initiationsritual verstanden wird. Dabei werden unter oft bedenklichen hygienischen Bedingungen die Klitoris-Vorhaut oder die Schamlippen beschnitten, oder die Klitoris wird ganz entfernt. {Quelle: www.nzz.ch}

 

 

Weibliche Genitalverstümmelung

 

Aktuellen Angaben von Unicef zufolge leben weltweit mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr werden erneut etwa drei Millionen Mädchen Opfer dieser Praktik: das sind 8.000 jeden Tag! Und auch in Deutschland sind Mädchen dem Risiko ausgesetzt, heimlich hierzulande oder im Ausland an ihren Genitalien verstümmelt zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass auch Sie sich differenziert mit dem Thema auseinandersetzen.  Unser Ziel ist es, Genitalverstümmelung jenseits von Voyerismus darzustellen: Als Ausdruck einer weltweit verbreiteten Diskriminierung und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht. Genitalverstümmelungen sind Menschenrechtsverletzungen! TERRE DES FEMMES setzt sich dafür ein, diese Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beenden. Gemeinsam können wir gegen Genitalverstümmelungen aktiv werden. Ihre Unterstützung zählt!  {Quelle: www.frauenrechte.de}

 

 

Genitalverstümmelung: Nationalrat bekräftigt das Verbot

 

Der Nationalrat hat heute das explizite Verbot der Genitalverstümmelung beschlossen. „Der Schutz der betroffenen Frauen und Mädchen steht dabei im Zentrum“, betont Maria Roth-Bernasconi, Nationalrätin und Co-Präsidentin der SP Frauen. Sie reichte am 8. März 2005 die entsprechende parlamentarische Initiative ein, die zur neuen Strafnorm geführt hat. Die Vorlage muss von beiden Räten in der Schlussabstimmung der Session noch bestätigt werden. Auch wenn die sexuelle Verstümmelung bereits vor der expliziten Nennung strafbar war, haben die SP Frauen die eigene Strafnorm aus drei Gründen verlangt: Erstens muss der Straftatbestand der Verstümmelung allen bekannt sein und nicht kulturell relativiert werden können. Zweitens führten bis anhin die verschiedenen Formen einer Verstümmelung zu unterschiedlichen Verfahren: Während die schwerste Form als Offizialdelikt definiert war und damit von Staates wegen verfolgt werden musste, musste die leichteste Form der Verstümmelung eingeklagt werden. Mit der heute vom Nationalrat verabschiedeten neuen Strafnorm werden diese Verfahrensunterschiede hinfällig. Drittens sollen sexuelle Verstümmelungen an in der Schweiz niedergelassenen Frauen geahndet werden, auch wenn die Tat im Ausland begangen wurde.

 

Strafe und Repression allein genügen nicht. Es braucht begleitende Massnahmen zum Schutz der Kinder, zur Mobilisierung der öffentlichen Meinung und vor allem eine Stärkung der Selbstbestimmung der Frauen. Deshalb reichte Maria Roth-Bernasconi 2005 eine weitere Motion ein, die den Bundesrat beauftragte, regelmässige Informationskampagnen zu lancieren und Ausbildungs- und Erziehungsmassnahmen bei den direkt betroffenen Menschen in der Schweiz zu unterstützen. Eltern, die vor der Entscheidung stehen, ihre Tochter beschneiden zu lassen, müssen das klare Verbot kennen. Verwaltungsbeamte, die über den Asylstatus entscheiden, müssen wissen, dass einer Frau oder einem Mädchen die Genitalverstümmelung drohen könnte, wenn sie zurückreisen muss. Auch dieser Motion wurde in beiden Räten stattgegeben. {Quelle: www.sp-frauen.ch– Bern, 14. September 2011}

 

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