kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Erdogan, Saadet Partisi und Moslembrüder 16. September 2011

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 23:06

Muslimbruderschaft besucht türkischen Ministerpräsidenten in Kairo

 

Während seines Aufenthaltes in Kairo besuchte eine hochranige Delegation der Muslimbruderschaft (u.a. mit dem Murschid Al-Amm (General-Anführer)  Dr. Muhammad Badie) den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Näheres kann hier nachgelesen werden.

 

Schon im März 2011 hatten sich der türkische Außenminister Abdullah Gül und Dr. Muhammad Badie zu Gesprächen getroffen. Das verdeutlicht das Ziel des türkischen Ministerpräsidenten, im Rahmen seiner “soft power” Außenpolitik der “strategischen Tiefe”, die Türkei zu einer regionalen islamischen Großmacht umzugestalten, wobei im Hintergrund der Traum eines panturkistischen Imperiums steht. Aber auch die “Saadet Partisi”, die Partei der Millî Görüş Bewegung in der Türkei ist in der Region aktiv. So waren von den bei der ersten Dschihadflotte gegen Israel in Selbstverteidigung getöteten neun türkischstämmigen Männern auf der “Marvi Marmara” acht Mitglieder der IHH und zwei Mitglieder der Saadet Partisi. Die Hälfte der Toten hatte vorher angekündigt, als shuada (Märtyrer) sterben zu wollen. Näheres kann in diesem Bericht nachgelesen werden. Vorsitzender der IHH ist Bülent Yildirim, ein Antisemit und Mitglied der Millî Görüş Bewegung. Die IHH selbst entstand ebenfalls innerhalb der Millî Görüş Bewegung aus der Jugendbewegung “Anadolu Genclik”. Näheres siehe hier.

 

Mit Dank an Dr. Thomas Tartsch – www.tartsch.counterjihad.org

 

 

Muslimbruderschaft verärgert über Aufruf von Erdogan

 

In Ägypten hat sich die Muslimbruderschaft kritisch gegenüber den türkischen Premierminister Erdogan geäußert, Erdogan hatte anlässlich seines Besuches in Kairo ein säkulares Ägypten gefordert. Zudem warnte die Muslimbruderschaft vor den Ambitionen der türkischen Außenpolitik, durch die Abkehr der traditionellen Beziehungen zu Israel versucht die amtierende türkische Regierung sich die Führerschaft in den muslimischen Ländern zu sichern. Demnach stieß insbesondere die Forderung von Erdogan, Ägypten solle eine Verfassung ähnlich wie die in der Türkei einsetzen, auf die Kritik vieler Gruppen, berichtet die arabische Nachrichtenagentur Al Arabiya.

 

Noch am heutigen Mittwoch will Erdogan, der sich auf Staatsbesuch in Ägypten eingefunden hat, eine der größten Oppositionsgruppen des Landes, der Muslimbruderschaft, treffen. Die Muslimbruderschaft, die unter dem Regime des gestürzten Mubarak verfolgt wurde, genießt im Ausland eher ein zweifelhaftes Ansehen. Sie wurde 1928 von Hassan al Bana gegründet und orientiert sich an einem fundamentalistischen Islam. Al Bana vertrat schon 1938 eindeutig antisemitische Positionen. In den 50ern wurde die Gruppe politiusch verfolgt, viele ihrer Anhänger, so auch der umstrittene Anführer Sayyid Qutb, wurden hingerichtet. Liberale Beobachter befürchten einen Wahlsieg der Muslimbruderschaft bei den kommenden Wahlen im November und die Implementierung eines theokratischen Systems, obschon insbesondere jüngere Mitglieder der Muslimbruderschaft zu einem demokratischen System tendieren. Gefährlicher erscheinen die Abspaltungen, die wesentlich radikaler daher kommen ( z.B. al-Jihad al-Islāmī). In einem Interview sagte Erdogan, Säkularismus bedeute nicht zwingend eine Abkehr von der Religion. Der Sprecher der Bruderschaft, Dr Mahmoud Ghuzlan, kritisierte die Äusserung von Erdogan als Einmischung in innere Angelegenheiten Ägyptens, man werde nicht Staatsformen einfach klonen. Offen bleibt der Wahlausgang im November in Ägypten, die Ägypter werden über die neue Regierung entscheiden. {Quelle: www.asentanews.de}

 

 

Der bessere Araber?

Warum der türkische Ministerpräsident Erdogan in Ägypten gefeiert wird.

 

Sein Aussehen ist fremd, sein Arabisch gebrochen. Und doch würde die Mehrheit der Bewohner der arabischen Staaten den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan lieber heute als morgen für einen ihrer eigenen Herrscher eintauschen. Besonders in Ägypten, wo Erdogan gestern zu einem eintägigen Staatsbesuch eintraf, fliegen dem Regierungschef aus Anatolien die Herzen der Massen zu. Der auch schon mal als Popstar des Nahen Ostens betitelte 57-Jährige verkörpert alles, was den Militärs am Nil fehlt: Charisma, Volksnähe und – am wichtigsten – eine harte Haltung gegenüber Israel. Die arabische Zuneigung für Erdogan bereitet der Regierung in Tel Aviv Kopfschmerzen. Denn die erste Visite eines türkischen Staatsoberhauptes in Ägypten nach mehr als 15 Jahren kommt nur Tage, nachdem die ägyptisch-israelischen Beziehungen nach der Stürmung der israelischen Botschaft in Kairo einen neuen Tiefstand erreicht haben. Die Türkei hatte ihrerseits erst Anfang dieses Monats die langjährige militärische Partnerschaft mit Israel für beendet erklärt.

 

Geht es Erdogan um das Schmieden einer Allianz gegen Israel?

Ausländische Kommentarschreiber munkeln bereits, dass es Erdogan mit seinem Besuch nicht wie angekündigt in erster Linie um neue Wirtschaftsverträge und Handelsabkommen mit dem größten arabischen Land geht, sondern um das Schmieden einer gemeinsamen Allianz gegen Israel. Der englische Guardian mutmaßt, dass die Türkei gemeinsam mit Ägypten eine völlige Isolation Israels in der Region forcieren wolle. Ägyptische Experten hingegen zweifeln daran, dass sich ihr Land mit der Türkei auf einen gemeinsamen Kurs festlegen werde. „Ich erwarte viel Theatralik, aber keine praktischen Schritte“, sagt der Politologe Adel Soliman. Ägypten sei finanziell zu angeschlagen, um ein derartiges Wagnis einzugehen. Besonders eine Zahl fällt in diesem Zusammenhang immer wieder: die 2,2 Milliarden US-Dollar, welche die Obama-Regierung jährlich als Entwicklungshilfe in die ägyptische Wirtschaft pumpt. Die gewaltige Finanzspritze aus Übersee bewahrt das Land am Nil vor dem Kollaps, bindet den Regierenden aber die Hände. Denn dass die Hilfsgelder nur fließen, solange Ägypten den mehr als 30 Jahre alten Friedensvertrag mit Israel aufrechterhält, hat das Weiße Haus unmissverständlich klargestellt. Angesichts einer Tourismusindustrie, die tief in den roten Zahlen verharrt, und einer Arbeitslosenquote, die seit der Revolution immer neue Höhen erklimmt, wird Ägypten dieses Geld kaum aufs Spiel setzen.

 

Die ägyptische Regierung steckt in einem Dilemma: Bereits am Sonntagabend traf eine israelische Delegation mit der Militärregierung in Kairo zusammen, um über ein gemeinsames Vorgehen nach der Attacke auf die Botschaft zu beraten. Wie ein Abbruch der bilateralen Beziehungen nach dem Vorbild Erdogans sieht dies nicht aus. Erdogan selbst sei sich des Dilemmas der ägyptischen Regierung voll bewusst, schreibt die ägyptische Tageszeitung Al-Masry al-youm, und er werde es bei seinem Besuch so gut wie möglich ausschlachten. Die Türkei, einst jahrzehntelang die Hegemonialmacht im Nahen Osten, strebe erneut nach der Vormachtstellung in der Region auf Kosten Ägyptens. Der arabische Nachrichtenkanal Al Arabiya glaubt, seine Visite in Kairo diene dem türkischen Regierungschef vor allem als Barometer, um den Zuspruch der arabischen Straße für seine Politik zu messen. Und der Zuspruch ist groß: Erdogan, so sagen nicht wenige Ägypter mit Blick auf die eigenen Herrscher, sei der bessere Araber. Die Militärs am Nil werden dies gar nicht gerne hören. {Quelle: www.augsburger-allgemeine.de – Von Markus Symank}

 

2 Responses to “Erdogan, Saadet Partisi und Moslembrüder”

  1. Saphiri 1 Says:

    Die Türkei führt seit 18 Jahren eine Blockade gegen das Nachbarland Armenien durch
    und niemand regt sich deswegen auf. Erdogan als neuer Sultan, das mag schon sein feuchter Traum sein, aber er ist ja nicht einmal in der Lage das Massaker, das bereits mehr als 2.300 Todesopfer gefordert hat, in Syrien zu stoppen.

    Mit Griechenland sind die Beziehungen nicht so gut und mit dem Irak auch nicht, wenigstens nicht mit dem Norden des Iraks, wo Kurden eine Autonomie geniessen.
    Wenn dann die arabischen Massen draufkommen, dass sie wieder einmal von einem Blender betrogen wurden, wird die Enttäuschung umso größer werden.
    Und die Krise im eigenen Land kann er auch nicht lösen.

  2. Saphiri 1 Says:

    Turkish PM Recep Tayyip Erdogan (L) meets with Syria’s President Bashar al-Assad in January of this year, before the start of the Syrian uprising, which challenged Ankara’s soft-power policy toward Damascus. (AFP photo/HO/SANA)
    If there’s been an immutable rule in Middle Eastern power politics, it’s that whenever the region’s populist leaders, nationalist or Islamist, wish to make a bid for regional leadership, they reliably use Israel as a proxy theater.

    On a certain level, this rule helps explain Turkey’s latest row with Israel. However, in the Turkish case, there is another element at play: a series of failures in Ankara’s foreign policy, especially in Syria, which has struck at the heart of the ruling Justice and Development Party’s (AKP) doctrine of “zero problems with neighbors.” The escalation with Israel, therefore, can be read as an attempt to compensate for this failure. With continued US passivity and retrenchment, Turkey’s game could quickly become a dangerous affair.

    From the outset, the uprising in Syria presented Prime Minister Recep Tayyip Erdogan with a critical challenge, as it risked unraveling the Turkish premier’s signature policy.

    Until Washington’s recent shift toward a policy of regime change in Syria, the US and Europe had both deferred to Turkey when dealing with Damascus. Behind this decision to give Ankara the lead was the popular conviction that it possessed strong influence over the Syrian regime as a result of the policy of engagement that Erdogan had pursued with Syria’s Bashar al-Assad.

    Early on in the Syrian crisis, however, it became apparent to Turkish analysts that there was a fundamental flaw at the core of the AKP’s doctrine. The hype behind Turkish influence was built around its vaunted “soft power” and the appeal of the so-called “Turkish model.”

    Turkish academic Soli Ozel took exception and told TIME in April that “It has become apparent that [Turkey] has little influence… This is the point where Turkish foreign policy hits the wall.”

    Undeterred, Erdogan’s foreign policy adviser, Ibrahim Kalin, contested critics, arguing that, far from proving a failure, the AKP’s policy “has… deepened Turkey’s soft power capacity in the Arab world.” Other defenders of the policy similarly argued that it was precisely this policy that now enabled Ankara to consult with Damascus and to advise Assad to carry out reforms.

    Six months into the uprising, and countless Turkish “ultimatums” later, it became rather obvious that Turkey’s supposed “soft power capacity” had been an abject flop. Not only were Erdogan and his Foreign Minister, Ahmet Davutoglu—the architect of the “zero problems” policy—repeatedly snubbed and embarrassed, but also, Syria and its Iranian ally had gone on the offensive—and for that they found an opening in Turkey’s Kurdish problem.

    As Ankara’s troubles with the separatist Kurdistan Workers’ Party (PKK) escalated, especially following Erdogan’s reelection, a National Intelligence Organization report was made available to the Turkish press noting that Syria had begun to support the PKK, as it had done in the 1990s, even offering safe haven to some of the group’s most important leaders. Similarly, the report noted, Iran had suspended its intelligence cooperation with Turkey in the fight against the Kurdish group.

    Turkish commentators quickly understood that Iran was playing hardball with the Turks through the PKK issue. As one columnist put it, Iran was sending Turkey a message: “It is willing to take action against the PKK in return for concessions by Turkey regarding the Syrian issue. … [O]therwise, we will become allies with the PKK.”

    An argument could be made that, for all intents and purposes, Iran’s strategy has worked. Turkey has yet to take a single concrete, punitive measure against Assad, even as he has humiliated Turkish leaders at every turn.

    The failure of Turkey’s “zero problems with neighbors” policy is hardly confined to Syria. For one, Ankara has been up in arms at Greek Cyprus’ decision to proceed with exploring and developing its offshore oil and gas fields—in close cooperation with Israel, no less. Moreover, Erdogan was certain the United Nations report on the 2010 Gaza flotilla incident would vindicate Turkey’s position and force Israel to make a humiliating public apology. Instead, the report supported Israel’s claim to the legality of its blockade on Hamas-controlled Gaza.

    The cumulative result of these setbacks was seen in Erdogan’s public rant, as well as in an announcement of an aggressive Turkish posture in the eastern Mediterranean—including threatening to deploy the Turkish navy to prevent Cyprus from proceeding with its maritime exploration.

    Erdogan was seemingly deterred by the Iranians on Syria. But to adopt a hostile posture toward Tehran (and Damascus) would signal the official end of Ankara’s central doctrine of “zero problems” while also highlighting Turkey’s weakness. Lashing out at Israel, therefore, hits two birds with one stone: covering up the failure with Syria and Iran while still advancing the cause of Turkish regional primacy by flexing its muscles at Israel.

    As such, we may now be witnessing a shift in Turkey’s posture away from its earlier, failed “mediatory” act to one of provocation. As one Turkish expert explained back in April, “One of the most important tools of foreign policy in the Middle East… is an operational and ‘provocative’ strength.” He added that Turkey is “unable to move forward sufficiently in this respect” as it “does not have powerful theo-political or geopolitical tools.”

    In contrast, Iran’s reach has been based precisely on such tools. Ankara’s current aggressive statements indicate that it will now be forcefully seeking to accumulate these tools. Previous such attempts with Hamas had not fared well, and Erdogan’s endeavor this time around to make a grand entrance into Gaza also has seemingly been shot down by Egypt. Therefore, whether this push plays out in the Cypriot arena remains to be seen.

    The politics of the eastern Mediterranean are in the throes of a major flux. The absence of clear and assertive US leadership means that all the middle-range powers will feverishly vie for position—which bodes ill for regional stability.

    To read more: http://www.nowlebanon.com/NewsArticleDetails.aspx?ID=309357##ixzz1YCU5jR3V
    Only 25% of a given NOW Lebanon article can be republished. For information on republishing rights from NOW Lebanon: http://www.nowlebanon.com/Sub.aspx?ID=125478


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