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Rückerstattung enteigneter Besitztümer gilt nicht für katholische Kirche 15. September 2011

Filed under: Christenverfolgung,Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 17:46

Nur Orthodoxe, Armenier und Juden betroffen

 

ANKARA – ZENIT.org:   Die katholische Kirche in der Türkei wird offenbar nicht von der jüngst von der Regierung beschlossenen Rückerstattung enteigneter Immobilien nichtmuslimischer Stiftungen profitieren, wie kathpress berichtet. Die Verordnung vom 27. August gelte nur für jene Minoritäten, die im Friedensvertrag von Lausanne ausdrücklich genannt werden, also die Griechisch-Orthodoxen, die Armenier und die Juden, so der Sprecher der Türkischen Bischofskonferenz, Rinaldo Marmara, am Dienstag gegenüber der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR. Durch ihre „frommen Stiftungen“ (Vakiflar) hätten diese Religionsgemeinschaften einen gesetzlichen Status in der Türkei. Der katholische Kirche hingegen fehle der rechtliche Stellung, um ihre Immobilien wiederzuerlangen, so Marmara. Im Gegensatz zur armenischen und zur orthodoxen Kirche werde sie vom Gesetz nicht als türkische, sondern als ausländische Rechtsperson betrachtet. Deshalb habe sie gegenüber den Stiftungen, auf deren Namen die Immobilien eingetragen seien, keine juristische Handhabe.

 

Aus der Zeit des osmanischen Reiches stammen zahlreiche kirchliche Immobilien wie Hospitäler und Klöster, von denen viele seit den 1930er-Jahren zweckentfremdet und enteignet worden waren. Marmara kündigte an, dass die Bischofskonferenz am 26. September über Möglichkeiten zur Wiedererlangung kirchlichen Immobilienbesitzes beraten werde. Die türkische Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Rückgabe des seit 1936 eingezogenen Besitzes nichtmuslimischer Stiftungen verfügt. Dies war als historischer Schritt zur Besserstellung von Christen und Juden im Land bewertet worden. Auch  Vertreter der syrisch-orthodoxen Kirche haben ihre Skepsis gegenüber der Rückgabe geäußert, wie die Stiftung „Pro Oriente“ am Dienstag berichtete. Der Bundesvorsitzende des „Dachverbandes der Aramäer in Deutschland“, Daniyel Demir äußerte: „Erdogan hat oft bewiesen, dass er ein Staatsmann großer Worte ist, jetzt muss er auch Taten folgen lassen.“ Es bleibe abzuwarten, ob und wie unbürokratisch die türkischen Behörden das neue Dekret in der Praxis umsetzen werden. Der Dachverband ist eine Organisation vor allem der syrisch-orthodoxen Christen aus dem südöstlichen Anatolien.

 

Auch das 1.600 Jahre alte Kloster Mor Gabriel (ZENIT berichtete) ist nun in zwei Verfahren rechtskräftig enteignet. Die letzte Hoffnung sei nun die Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Seit 2008 seien dem Kloster beträchtliche Teile seines Grundbesitzes streitig gemacht worden. Es werde Anspruch auf Grundbesitz des Klosters erhoben, obwohl durch Steuerunterlagen und Besitzurkunden – sowohl aus osmanischer Zeit wie auch seit der Gründung der Republik – „unstreitig belegt“ sei, dass es sich um Eigentum von Mor Gabriel handelt.

 

 

Eskalation im Rechtsstreit zwischen dem Kloster Mor Gabriel und dem Staat

 

Abt Timotheus: notfalls Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

 

ANKARA – ZENIT.org;: Das Kloster Mor Gabriel im Tur Abdin wird im Konflikt um Landbesitz alle Rechtsmöglichkeiten ausnützen. Das kündigte der Abt des Klosters, Metropolit Timotheus Samuel Aktas, in einem Gespräch mit kathpress an. Dabei werde es als letzten Schritt auch den Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht scheuen. In dem heftigen Streit gehe es nicht mehr um Recht und Unrecht, vielmehr habe die Angelegenheit einen politischen Hintergrund. Es gebe Kräfte, die die Christen aus dem Land drängen wollten, so der Bischof.

 

Mor Gabriel wurde im Jahr 397 gegründet und ist damit eines der ältesten christlichen Klöster überhaupt; in seinem Konflikt mit drei Dörfern der Umgebung geht es um rund 50 Hektar Klosterboden. Sie sind seit einer Landvermessung im Sommer 2008 umstritten und werden inzwischen teilweise auch vom Finanzamt und von der Forstverwaltung beansprucht. Der Oberste Gerichtshof der Türkei sprach im Januar einige Ländereien dem türkischen Staat zu. Deswegen muss womöglich die weitläufige Mauer abgerissen werden, die vom Kloster zum Schutz vor Übergriffen, Landraub und Abweidung errichtet worden war. Bischof Timotheus wies darauf hin, dass das Kloster Urkunden aus den 1930er-Jahren besitze, die eindeutig sein Eigentumsrecht belegten. Die Gegenseite habe hingegen nichts vorzuweisen. Trotzdem habe das Gericht in Ankara die Beweise des Klosters anscheinend nicht zur Kenntnis genommen. Von Regierungsseite werde der Fall heruntergespielt. Der türkische Botschafter ließ laut kathpress mitteilen, der Streit sei Sache der Justiz, das Rechtsverfahren müsse respektiert werden.

 

Auch der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hebe sich nicht klar festgelegt, als er Anfang April diesen Jahres in Ankara mit dem Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Ignatius Zakka I. Iwas, zusammengetroffen war. Die Anliegen des Klosters finden auf internationaler Ebene weitgehende Unterstützung. Das Vorgehen der türkischen Behörden wird auch von deutscher Seite, wie der deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche, einhellig verurteilt. Als Gründer des Klosters gelten der Heilige Samuel von Eshtin und sein Schüler, der Heilige Simon. In seiner Blütezeit lebten hier bis zu 1.000 Mönche. Lange Zeit war Mor Gabriel Sitz des syrisch-orthodoxen Metropoliten des Tur Abdin. Auch heute residiert der Metropolit wieder im Kloster. Bischof Timotheus ist zugleich Abt von Mor Gabriel wie auch Bischof von Midyat und Tur Abdin.

 

Das Kloster wurde immer wieder von feindlichen Kräften erobert; doch nach jeder Katastrophe kehrten die Mönche zurück. Im Zuge des Völkermordes an den christlichen Minderheiten im damals noch Osmanischen Reich wurden alle Mönche ermordet und das Kloster 1915 geschlossen. Erst 1920 konnten die Mönche mit spärlichen Mitteln in das verwüstete Kloster zurückkehren. Ab 1956 baute Abt Raban Shabo Gunesh das Seminar von Mar Gabriel wieder auf. In der Diözese Midyat, die Abt Timotheus als Bischof leitet, sowie im Tur Abdin leben heute noch 2.000 Christen. Dabei zählt der Tur Abdin zu den ältesten christlichen Gegenden der Welt. Die Kirchen in der Region sind teilweise mehr als 1.500 Jahre alt. Vor Armut, Anfeindungen und den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Armee und der kurdischen PKK in der Region flohen die meisten christlichen Einwohner in den 1970er-, 80er- und 90er-Jahren in die Westtürkei und nach Westeuropa. Heute leben rund 150.000 syrisch-orthodoxe Christen aus dieser Gegend in Schweden, der Schweiz, Deutschland und Österreich.

 

Seit 2001/02 sind allerdings einige Familien auch wieder in ihre angestammten Dörfer zurückgekehrt. Häuser und Kirchen wurden renoviert. Die Menschen seien nach Versprechungen des türkischen Staates zurückgekehrt, hätten hier vielfach aber nicht entsprechende Hilfe gefunden und seien enttäuscht, so Timotheus. Der Metropolit: „Die Türkei ist unsere Heimat, hier wollen wir leben. Wir sind keine eingewanderten Fremden, wir sind seit Jahrtausenden hier. Wir wollen in einem freien demokratischen Staat leben, in dem die Menschenrechte geachtet werden.“ Dann könne man auch den vielen ausgewanderten Christen mit gutem Gewissen sagen: „Kommt bitte zurück.“

 

3 Responses to “Rückerstattung enteigneter Besitztümer gilt nicht für katholische Kirche”

  1. John Says:

    Ich kann dir versichern, alle Christen sehen das so, dass Jesus Gott bzw. Gottes Sohn war und ist. Sie wären sonst keine Christen.

    Sie sind auch nicht „bescheuert“, weil sie das glauben. Den Mosleme aber fehlt der Weitblick und damit das Verständnis die Zusammenhänge zu erkennen. – Muslime haben nach meiner Erfahrung diesbezüglich eine „Verständnisblockade“, entweder durch ihr gesetzlich-religiöses Denken nach dem Islam, oder aber zum Selbstschutz ihrer eigenen Überzeugung.

    Versuche einfach mal ernsthaft das Neue Testament zu lesen, oder dir erklären zu lassen. Dann mußt du hinterher vielleicht nicht mehr so unqualifiziert urteilen. – Christen gibt es außerdem schon ein paar Jahrhunderte länger, als Muslime. Die meisten davon sind auch nicht in der Wüste aufgewachsen.
    ..

  2. JAU-Team Says:

    Mir wollte ein Muslime weiß machen, dass die Christen auch eine neue Religion gegründet hätten, es gebe doch den Judentum warum hat man neuen Glauben gegründet? Dabei gab ich ihm eine klare Antwort: „Früher nannte man sie Juden-Christen!“. Dann haben sich die Juden wiederum von den Christen sich getrennt, darum blieb auch der Name Christ bestehen !!! Der war nachher ganz schön Still!

  3. Saphiri Says:

    Hat nicht der Islam seit vielen Jahrhunderten nichts anderes „friedlich“ betrieben, als Christenkirchen zu enteigenen?


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