kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kopten skeptisch über neuen Gesetzentwurf für Kirchenneubauten 15. September 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 15:55

Fortschritte, aber auch problematische Regelungen

 

Frankfurt am Main (15. September 2011): Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wies am heutigen Donnerstag auf die Sorgen ägyptischer Christen über den Gesetzentwurf des Obersten Militärrates zum Bau von Gebetsstätten hin. Der Entwuf sehe mehrere problematische Passagen vor, z.B. eine Mindeststrafe von zwei Jahren Gefängnis für Verstöße. Außerdem fehlten Regelungen für kleinere Minderheiten, z.B. evangelische Christen und für die zahlreichen christlichen Gebetsräume in Privathäusern, die aus Mangel an verfügbaren Kirchen genutzt würde, so die IGFM. Gleichzeitig sieht die IGFM aber auch bedeutende Fortschritte, da zum ersten Mal in der ägyptischen Geschichte der Neubau und auch alle anderen baulichen Maßnahmen an Sakralgebäuden auf der gleichen rechtlichen Grundlage erfolgen sollen.

 

Nach mehreren Vorstößen einzelner Abgeordneter zu Zeiten Mubaraks und nach einem früheren Entwurf des Justizministeriums nach der ägyptischen Revolution hatte der de facto herrschende Oberste Militärrat Mitte Juni den Entwurf für ein Dekret veröffentlicht. Unter dem Titel „Die Bestimmungen und Bedingungen für den Bau von Anbetungsstätten in Ägypten“ würde der von Menschenrechtlern und Minderheiten lang ersehnte einheitliche Gesetzentwurf bei Bau, Ausbau und Renovierung von Kirchen und Moscheen Gleichheit vor dem Gesetz garantieren – theoretisch zumindest sogar für den Bau anderer Sakralbauten.

 

Die IGFM weist aber darauf hin, dass der Entwurf auch erhebliche Gefahren berge: Zahlreiche Gebäude würden wegen der zum Teil jahrzehntelangen Genehmigungsverfahren aus der Not heraus ohne Genehmigung als „Kirchen“ und „Kapellen“ genutzt. Der neue Gesetzentwurf würde diese „Kirchen“ definitv als „illegal“ einstufen und die Verantwortlichen mit drakonischen Geldstrafen und einer Mindesthaftstrafe von zwei Jahren belegen. Außerdem seien juristische Einspruchmöglichkeiten nicht vorgesehen, die Mindestgrundstücksgröße von 1.000 m² sei für viele arme Bauerndürfer nicht realisierbar. Oft seien „Kirchen“ einfach in einem Stockwerk eines Gebäudes untergebracht. Kritisch sieht die IGFM auch die Vorgabe, dass die Genehmigung abhängig von der Zahl und Bevölkerungsdichte der Gläubigen sein solle. Dies benachteilige insbesondere die ägyptischen Protestanten, die im gesamten Land verstreut leben und keine eigenen Stadtviertel stellen. Die IGFM wies darauf hin, dass zumindest in der Vergangenheit für den Kirchbau die Beziehungen zu den örtlichen muslimischen Gemeinden aber auch zu Funktionären des Mubarak Regiemes oft ebenso wichtig – wenn nicht wichtiger – waren, als die tatsächlichen rechtlichen Bestimmungen.

 

Die Kopten in Ägypten sind die bei Weitem größte christliche Gruppe im Nahen Osten. Ihr Bevölkerungsaneil in Ägypten liegt nach Schätzungen um 15 Prozent.

 

Pressekonferenz zur Lage der Christen in Ägypten nach der Revolution

20. September 2011 um 11.00 Uhr im Domforum in Köln


http://www.igfm.de/Einladung-zur-IGFM-Pressekonferenz-Lage-der-Christen-in-AEgypte.3018.0.html

 

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Ägypten:
unter: www.igfm.de/Menschenrechte-in-AEgypten.575.0.html

 

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